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PREISWERTER EINSTIEG


fotoMAGAZIN - epaper ⋅ Ausgabe 60/2020 vom 08.05.2020

Fujifilms dreistellige X-T-Serie mit eingebautem Sucher bietet einen preiswerten Einstieg in das gut ausgebaute X-System. Wir haben den neusten Spross – die X-T200 – getestet.


FUJIFILM X-T200

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Bildquelle: fotoMAGAZIN, Ausgabe 60/2020

Die Rückseite wird weitgehend von dem großen Monitor dominiert, der auch als Bedienzentrale dient. EIn kleiner AFJoystick ist aber vorhanden. Über das Smartmenü kann die Kamera gesteuert werden.


Keine zwei Jahre nach der X-T100 stellt Fuji die Nachfolgerin vor. Erster Eindruck: Die Kamera ist etwas größer geworden, was vor allem am Griff liegt, der nun sinnvollerweise fest montiert ist – bei der X-T100 lag ein ...
Aktuell ist die X-T200 ausschließlich im Kit mit dem XC 3,5-5,6/15-45 mm OIS PZ erhältlich. Bei dem Powerzoom-Objektiv wird die Brennweite elektronisch statt mechanisch gesteuert, was für die meisten Fotografen etwas gewöhnungsbedürftig sein dürfte. Beim Filmen hat die elektronische Variante dagegen Vorteile, da das Zoomen sehr weich erfolgt. Theoretisch hätte der Powerzoom auch den Vorteil, dass sich die Brennweitenverlagerung per Wi-Fi vom Smartphone aus steuern ließe. Leider fehlt die entsprechende Funktion in der „Fujifilm Camera Remote“-App noch – sie steht aber auf Fujis To-do-Liste für kommende Updates. Für Filmer ist außerdem das Vlogger-Kit interessant. Für 50 Euro Aufpreis gibt es zusätzlich ein Joby Gorillapod, ein Røde-Mikrofon und eine 16-GB-Speicherkarte. ...

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Keine zwei Jahre nach der X-T100 stellt Fuji die Nachfolgerin vor. Erster Eindruck: Die Kamera ist etwas größer geworden, was vor allem am Griff liegt, der nun sinnvollerweise fest montiert ist – bei der X-T100 lag ein anschraubbarer Minigriff bei. Größere Änderungen zeigen sich auf der Rückseite. Der dreh- und schwenkbare 16:9- Monitor ist von 7,5 cm auf 8,9 cm Diagonale angewachsen. Das entspricht der sucherlosen X-A7 (siehe den Test in fM 2/20), mit der die X-T200 auch sonst viel gemeinsam hat. Das gilt zum Beispiel für das Bedienkonzept. So hat Fuji auch bei der X-T200 die Viererwippe weggelassen und viele Funktionen auf den Touchscreen verlagert: Das sogenannte Smart-Menü stellt sieben Funktionen zur Verfügung, darunter sogar eine Blendensteuerung. Zwei echte Funktionstasten sind ab Werk mit dem Quick-Menü und AF-Lock belegt, ihnen können aber auch andere Funktionen zugewiesen werden. Eine beschriftete Taste gibt es für die Drive-Modi, darunter auch diverse Bracketings, beispielsweise für Helligkeit, HDR, Dynamik, Weißabgleich, Filmsimulation und ISO-Wert. Zwei Einstellräder auf der rechten Seite dienen zur Belichtungskorrektur oder der Wahl von Zeit und Blende, ein drittes auf der linken Seite wechselt – je nach Programm – schnell zwischen den Filmsimulationen, den Filtereffekten oder den Motivprogrammen. Ein netter Gimmick, beispielsweise bei den Filmsimulationen: Auf dem großen Monitor werden zwei Vergleichsansichten nebeneinander dargestellt, die Größe der jeweiligen Bereiche lässt sich mit dem Finger gegeneinander verschieben. Das AF-Messfeld kann entweder über den Touchscreen verschoben werden (auch bei Nutzung des Suchers) oder mit einem kleinen AF-Joystick. Vorteil bei der Bedienung gegenüber der X-A7: Es gibt eine eigene rote Videotaste, mit der jederzeit die Filmaufnahme gestartet werden kann, ohne vorher vom Foto- in den Videomodus wechseln zu müssen. Den OLED-Sucher hat Fuji gegenüber der X-T100 nicht verändert. Er liefert mit einer Auflösung von rund 2,4 Millionen Punkten ordentliche Hausmannskost.
Aktuell ist die X-T200 ausschließlich im Kit mit dem XC 3,5-5,6/15-45 mm OIS PZ erhältlich. Bei dem Powerzoom-Objektiv wird die Brennweite elektronisch statt mechanisch gesteuert, was für die meisten Fotografen etwas gewöhnungsbedürftig sein dürfte. Beim Filmen hat die elektronische Variante dagegen Vorteile, da das Zoomen sehr weich erfolgt. Theoretisch hätte der Powerzoom auch den Vorteil, dass sich die Brennweitenverlagerung per Wi-Fi vom Smartphone aus steuern ließe. Leider fehlt die entsprechende Funktion in der „Fujifilm Camera Remote“-App noch – sie steht aber auf Fujis To-do-Liste für kommende Updates. Für Filmer ist außerdem das Vlogger-Kit interessant. Für 50 Euro Aufpreis gibt es zusätzlich ein Joby Gorillapod, ein Røde-Mikrofon und eine 16-GB-Speicherkarte.

Der große Monitor mit einer Diagonale von 8,9 cm ist voll beweglich.


4K – jetzt aber richtig

Schon die X-T100 hatte einen 4K-Videomodus, allerdings mit einer ruckeligen Bildwiederholrate von 15 Bildern/s. Bei der X-T200 sind nun 24p, 25p oder 30p möglich, die Länge der Clips ist auf 15 Minuten beschränkt, die Datenrate beträgt 100 Mbit/s. Full-HD-Clips können mit bis zu 60p aufgenommen werden, die maximale Länge beträgt hier 29 Minuten. In Full-HD lassen sich außerdem Hochgeschwindigkeitsaufnahmen mit bis zu 120p aufnehmen, bei einer Bildwiedergabe von 24p entspricht das einer 5fach-Zeitlupe – eine deutliche Besserung gegenüber der X-T100, die nur 100p/ 4fach bei 1280 x 720 Pixeln ermöglicht. Ebenfalls maximal in Full-HD zeichnet der HDR-Videomodus auf, der einen größeren Dynamikumfang ermöglicht. Für die Tonaufnahme kann die X-T200 über einen USB-C/3,5-mm-Klinkenadapter ein externes Mikrofon nutzen.
Bei der Videoaufzeichnung stehen zahlreiche Stabilisierungstechniken zur Verfügung. Falls das Objektiv einen Stabilisator besitzt, lässt sich dieser mit dem Digital-IS kombinieren, wobei das Bild naturgemäß leicht beschnitten wird (Crop ca. 1,13). Am effektivsten ist der sogenannte elektronische Gimbal, eine besonders starke digitale Stabilisierung, die allerdings nur Full-HD-Aufnahmen ermöglicht und mit einem starken Crop einhergeht (knapp 2fach).

Weitere Ausstattung

Angesichts des Preises ist die X-T200 gut ausgestattet. Nicht fehlen dürfen natürlich die Filmsimulationen, wobei im Vergleich zu den höherwertigen Kameras einige Stile weggelassen wurden (Acros, Eterna, Classic Negativ) und kein virtuelles Filmkorn zur Verfügung steht. Die Filmsimulationen und andere Parameter lassen sich wie bei allen Fuji-Kameras auch bequem nachträglich im Kamerainternen Raw-Konverter ändern. Auch andere Fuji-typische Funktionen sind vorhanden: lautloses Auslösen, sehr kurze Belichtungszeiten mit elektronischem Verschluss (1/32.000 s), Mehrfachbelichtungen, Intervallaufnahmen (die schon in der Kamera zu einem Zeitraffervideo zusammengesetzt werden können), ein Hybrid-AF mit Augener- kennung, Peaking-Unterstützung bei der manuellen Fokussierung und ein Schwenkpanoramamodus. Neu ist die moderne USB-C-Schnittstelle, über die sich die Kamera natürlich auch laden lässt. Trotzdem schade, dass Fuji keine herkömmliche Ladeschale mitliefert. Ein Kauf einer solchen ist spätestens dann sinnvoll, wenn man zwei Akkus besitzt. Was durchaus empfehlenswert ist, denn die Akkulaufzeit hat sich gegenüber der X-T100 verschlechtert (von 430 auf 370 Aufnahmen).

Filmsimulationen gehören zum Standard in Fuji-Kameras. Links „Velvia“ mit kräftigen Farben, rechts das weniger gesättigte „Classic Chrome“.


KAMERA: Fuji X-T200
OBJEKTIV: XC 3,5-5,6/15-45 mm OIS PZ
EINSTELLUNGEN: 15 mm, f/7,1, ISO 200

Geschwindigkeit und Bildqualität

Im Labor haben wir mit Kitobjektiv und Einzel-AF eine Auslöseverzögerung von rund 0,3 s gemessen. Das ist langsamer als bei den hochwertigeren Fuji-Kameras mit X-Trans-Sensoren, in der Praxis aber ausreichend schnell. Der Serienbildmodus hat gegenüber der X-T100 etwas zugelegt: Es sind nun 8 statt 6 Bilder/s mit AF-C möglich, allerdings fällt der Pufferspeicher recht knapp aus. Wir haben mit der schnellsten SD-Karte 24 JPEGs oder 17 Raws in Folge ermittelt, bis die Kamera langsamer wurde. Von der hohen Geschwindigkeit der UHS-II-Karte kann die Kamera allerdings keinen Gebrauch machen, da sie nur die UHS-I-Geschwindigkeitsklasse unterstützt.
Die Bildqualität haben wir im Labor mit den Referenzobjektiv 2,4/60 mm Macro im JPEG-Modus gemessen. Die Auflösungswerte fallen dabei niedriger aus, als bei den X-Trans-Kameras, was unter anderem daran liegen dürfte, dass die X-T200 mit einem Tiefpassfilter ausgestattet ist. Der maximale Wirkungsgrad beträgt knapp 85 % bei ISO 100. Schon bei ISO 200 fällt er unter 80 %, einen sehr kräftigen Einbruch gibt es nochmal bei ISO 1600 (gut 63 %) – das ist für eine APS-C-Kamera etwas enttäuschend. Besser sieht es beim Rauschen aus, das erst ab ISO 6400 stört. Der Dynamikumfang liegt klassentypisch bei knapp neun Blendenstufen. Enttäuschende Auflösungswerte liefert das Kitobjektiv: Die höchste Auflösung hat es in der mittleren Brennweite bei Blende f/6,3; auch hier liegt der Wirkungsgrad aber nur knapp über 75 %. Im Weitwinkel haben wir sogar nur knapp 62 % ermittelt, im Tele 66 %.

fM-FAZIT

ANDREAS JORDAN Leitender Redakteur Test & Technik


Die X-T200 ist eine sehr gute Systemkamera und schneidet unter dem Strich etwas besser ab, als ihre Vorgängerin. An das nächsthöhere Modell, die X-T30, kommt sie aber nicht heran. Schade auch, dass Fuji die Kamera nur im Kit mit dem 15-45 mm anbietet, welches das Potenzial der Kamera nicht nutzen kann – ein Bundle mit dem besseren 18-55 mm oder dem 16-80 mm würde die Attraktivität sicher erhöhen.


FOTO: © FUJIFILM, A. JORDAN

FOTO: © FUJIFILM, A. JORDAN

FOTO: © ANDREAS JORDAN