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PREMIERE – THE LONGINES HERITAGE CLASSIC: EIN GROSSES ERBE: VERPFLICHTET


Armbanduhren - epaper ⋅ Ausgabe 7/2019 vom 29.11.2019

Mit einer verblüffend detailgetreuen Replik einer typischen Dreißiger-Jahre-Uhr knüpft Longines an die Geschichte an, welche die Marke aus St. Imier zu großen Teilen mitgeschrieben hat.


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Bildquelle: Armbanduhren, Ausgabe 7/2019

Das Sektor-Zifferblatt war ein typisches Merkmal sportlicher Herrenuhren aus den dreißiger Jahren.


Das Original der Heritage Classic aus dem Jahr 1934.


THE LONGINES HERITAGE CLASSIC

Referenz: L2.828.4.73.0/2

Werk: Automatik, Longines Kaliber L893.5 (Basis ETA A31.501); Ø 25,6 mm; 27 Steine; 25.200 A/h; Silizium-Spirale; Gangres. 64 Std.

Funktionen: Stunden, Minuten, Kleine Sekunde

Gehäuse: Edelstahl, Ø 38,5 mm, Höhe 10,2 ...

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Gehäuse: Edelstahl, Ø 38,5 mm, Höhe 10,2 mm; Saphir-Boxglas; wasserdicht bis 3 bar

Band: Rindleder, Dornschließe

Bemerkung: zusätzliches NATOBand im Lieferumfang enthalten

Preis: € 2000,–

Longines, die Marke mit der geflügelten Sanduhr im Emblem, wurde schon vor 187 Jahren im Schweizer Jura gegründet und zählt damit zu den ältesten ununterbrochen aktiven Unternehmen der Uhrenbranche. Longines hat sämtliche Moden und Entwicklungen der Uhrmacherei mitgemacht und nicht wenige davon selbst initiiert. Chronographen, elegante und sportliche Zeitmesser für die Rocktasche oder das Handgelenk – die alten Kataloge und Verkaufsprospekte sind für jeden Uhrendesigner Nachschlagewerke, die keine Fragen offenlassen. Schließlich war doch alles schon einmal da, oder etwa nicht?

BLICK ZURÜCK MIT FREUDE

Wenn man sich heute in den Auslagen der Juweliere umschaut, könnte man in der Tat meinen, die Zeit wäre nicht nur stehen geblieben, sondern hätte sich rückwärtsbewegt – mindestens 50 Jahre. Auch Longines ist mit einigen Klassikern aus den 1960er und 1970er Jahren vertreten, doch das Erbe der Marke reicht noch einige Jahrzehnte weiter zurück.

Das stilbildende neue Modell nennt sich selbstbewusst «The Longines Heritage Classic » und zitiert ein typisches Herrenuhr-Modell aus den 1930er Jahren, als hochwertig vergütete Edelstähle («Staybrite») die bis dato üblichen verchromten Messinggehäuse aus den Sortimenten verdrängten. Wie der Blick auf das klein abgebildete Urmodell nahelegt, haben es sich die Longines-Designer mit der Gestaltung der Heritage Classic scheinbar leicht gemacht, doch das Gegenteil ist der Fall. Die moderne Interpretation des Klassikers ist nämlich ungleich größer als das Original (38,5 statt 33 mm), und da würde eine simple maßstäbliche Vergrößerung sämtliche Proportionen zerstören.

Nein, die Gestalter haben sich wirklich große Mühe gegeben, um die ausgewogenen Größenverhältnisse der verschiedenen Skalenkreise, Farbfelder und Haarlinien in das größere Format zu übertragen. Auch die Längen der gebläuten Fadenzeiger stimmen auf den Millimeter genau, nur die Position der Kleinen Sekunde ist auf dem größeren Zifferblatt ein wenig höher, d.h. näher am Zeigerzentrum angeordnet. Aber auf die Dimensionierung des verwendeten Uhrwerks – ein modernes Longines Kaliber L893.5 mit Silizium-Spirale und Automatikaufzug – hatten die Designer der Uhr keinen Einfluss.

SPORTLICH, MIT WECHSELBÄNDERN

Passend zum seidigen Glanz des Edelstahlgehäuses im typischen «Staybrite»-Look der 1930er Jahre und zum dezenten Farbenspiel auf dem Zifferblatt wird die Heritage Classic wahlweise mit einem blauen oder schwarzen Rindlederband mit beigefarbenen Abnähern ausgeliefert. Dazu sind im Preis von 2000 Euro auch noch jeweils ein NATO-Band in Schwarz oder Jeansblau samt Wechselwerkzeug enthalten.

Jede Uhr kommt mit zwei Armbändern zum Wechseln.


«The Longines 1832» ist eine Hommage an die eleganten Kalenderuhren aus den 1950er Jahren.


MEHR NEUE TRADITIONSMODELLE

Bei der Neuheiten-Präsentation in St. Imier hatte Longines-Präsident Walter von Känel noch ein paar weitere Schmankerl im Gepäck, die allesamt auf das reiche Erbe der Marke anspielen – so zum Beispiel die Longines «1832». Hier ist der Name quasi Programm, denn 1832 ist das Gründungsjahr der Marke mit der geflügelten Sanduhr.
Diese ziert auch das Zifferblatt der eleganten Kalenderuhr mit Mondphasenanzeige, die in Stil und Auftritt jedoch eher den 1950er Jahren huldigt, für die der Longines-Präsident eigenem Bekunden zufolge ohnehin eine kleine Schwäche hat. Facettierte und polierte Stundenmarker auf einem silbergrainierten Zifferblatt, dazu kleine Minuterieperlen und gefalzte Dauphin-Zeiger – klassischer lässt sich die Tradition der Mondphasenanzeige nicht illustrieren. Das Gehäuse der «1832» ist eher modern gestaltet, mit geraden Bandanstößen und einer schlichten polierten Lünette. Außerdem ist es mit 40 mm Durchmesser recht groß geraten.
Das Automatikwerk mit Datum und Mondphase trägt bei Longines die Kaliberbezeichnung L899, doch es handelt sich dabei wie schon bei der Heritage Classic um ein brandneues ETA-Werk (Kaliber A31.L91), das wie die Co-Axial-Uhrwerke von Omega auf die ungewöhnliche Schwingfrequenz von 25.200 A/h getaktet ist. Die niedrigere Frequenz schlägt sich auch gleich auf die Gangreserve nieder: 64 Stunden gibt ETA für das 3,5-Hertz-Kaliber an.
Typisch Longines: Derart ausgestattet und mit einem feinen Alligatorlederband versehen, kostet die «1832» nur knapp über 2000 Euro.

DARF ES ETWAS ROBUSTER SEIN?

In unregelmäßigen Abständen erinnert Longines auch an die lange Tradition der Militäruhren, die schon vor über hundert Jahren mit Beobachtungs-Taschenuhren begann und mit stets zeitgemäß ausgestatteten Armbanduhren bis in die Zeit des Kalten Krieges hinein fortgeführt wurde. Nun haben sich die Longines-Archivare eine Offiziersuhr aus den späten 1930er Jahren vorgenommen und als «The Longines Heritage Military 1938» neu aufgelegt – in exakt 1938 Exemplaren. Die Markteinführung erfolgte Mitte November 2019, bei Interesse ist folglich Eile geboten.
Für 2300 Euro erhält der geneigte Connaisseur eine Edelstahluhr mit 43-mm-Gehäuse und schwarzem Kontrastzifferblatt nach historischen Vorbildern – mit «Eisenbahn»- Minuterie am äußersten Zifferblattrand und schlichten arabischen Ziffern aus Leuchtfarbe, dazu zwei ebenfalls nachleuchtend beschichtete Stabzeiger und eine Kleine Sekunde. Die Position des Sekundenkreises in deutlichem Abstand zum Zifferblattzentrum verrät dem Kenner, dass sich dahinter ein Taschenuhrwerk verbirgt. In der Tat handelt es sich bei dem Longines Kaliber L507.2 um ein «Unitas»-Handaufzugswerkmit 37,2 mm Durchmesser, das bei der Konzernschwester ETA in leicht modernisierter Form unter der Kalibernummer 6498-2 noch immer produziert wird. Inzwischen tickt die Ankerhemmung mit 21.600 A/h, und die Gangreserve beträgt dank besserer Federstähle 53 Stunden.
Ausgestattet ist die Heritage Military 1938 mit Saphirglas und Schraubboden, zum anthrazitgrauen Lederband gibt es auch ein cognacfarbenes NATO-Band samt Wechselwerkzeug.

Markant und kräftig dimensioniert: Die Heritage Military 1938 ist mit einem Taschenuhrwerk von der Konzernschwester ETA ausgestattet.


www.armbanduhren-online.de

Erfahren Sie mehr über die anderen Modelle der Heritage-Kollektion: https://bit.ly/2JF1bTk