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Premium DSP-Verstärker


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Car & Hifi - epaper ⋅ Ausgabe 5/2022 vom 19.08.2022

Einzeltest

Mit der P SIX hat Helix hat Helix vielleicht kein neues Verstärkergenre eröffnet, aber doch gezeigt, dass Class-D Verstärker mehr sein können als effizient und praktisch. Jetzt kommt mit der P SIX DSP Ultimate ein brandneues Upgrade, das in allen Belangen verbessert wurde.

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Bildquelle: Car & Hifi, Ausgabe 5/2022

D ie neue P SIX DSP Ultimate ist erst auf den zweiten Blick als neues Modell zu erkennen. Sie kommt im gleichen, edelschwarzem Alugehäuse wie die MK2, nur dass über dem „Made in Germany“ statt „MK2 jetzt „Ultimate“ steht. Ja, im sauerländischen Schmallenberg ist man stolz darauf, dass sehr viele Produkte im eigenen Haus hergestellt werden, und auf die P SIX DSP Ultimate ist man sogar besonders stolz, denn sie stellt das Flaggschiff der hauseigenen DSP-Endstufen dar. Bereits 2015 hat Helix die P SIX DSP ganz oben im Markt platziert. Ganz klar waren „digitale“ Class-D Verstärker die Zukunft, nur gingen die meisten Ansätze ...

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... in Richtung All-in-one, klein und praktisch. Die P SIX sollte jedoch auf dem Niveau der besten analogen Endstufen spielen, nur mit moderner, effizienter Technologie – eine DSP-Endstufe für Highender. Seitdem ist eine Menge passiert und es wurde Zeit, die P SIX auf den neuesten Stand zu bringen. Seit einiger Zeit ist Audiotec Fischer, die Mutterfirma der Marken Brax, Helix und Match, Entwicklungspartner von Texas Instruments. Dabei geht es um die Verstärker-ICs, die gemeinsam immer weiter vorangebracht werden. Die neueste Generation dieser Wunderdinger schafft es enorme Leistungen zu bringen, aber ohne die üblichen 10 % Klirr, die die Chiphersteller gerne mal ins Datenblatt schreiben. Die üblichen Anwendungen für Verstärkerchips sind Smartphones, Bluetoothlautsprecher oder Soundbars, nichts mit dem Anspruch, eine edle Car-HiFi Endstufe zu bauen. So steckt eine Menge Entwicklungsarbeit in der P SIX DSP Ultimate, z.B. auch in der Montage und Befestigung der Chips, die für eine optima- le Wärmeableitung und damit Performance extrem wichtig ist. Die wichtigste Neuerung der P SIX DSP Ultimate dürfte jedoch das Upgrade auf die aktuelle Coprozessor-Plattform ACO sein. Nicht nur wird ein leistungsstarker 32-Bit-Prozessor verwendet, dieser wird auch von Helix in die Audioarbeit eingebunden. Denn bei Helix werden etliche Features selbst programmiert, die weit über die Standardfunktionen des Signalprozessors hinausgehen. Klangeffekte wie die FX-Funktionen oder auch die (Ein-) Messfunktionen sind ohne die Hilfe eines leistungsstarken Coprozessors nicht drin. Die dritte mächtige Neuerung betrifft den DSP selbst. Die P SIX DSP Ultimate muss natürlich alles können, was die Technik hergibt. Der HiRes-Frequenzumfang bis über 40 kHz erfordert eine Samplingrate von 96 kHz (also eine Verdoppelung der Rechenleistung gegenüber 22 kHz/48 kHz), 12 DSP-Kanäle und auch das hauseigene Virtual Channel Programming mit zusätzlichen virtuellen Kanälen, die auch gerechnet werden wollen – all das erfordert einen zweiten DSP-Chip. Die P SIX DSP Ultimate gehört damit zu den wenigen Dual-Core DSPs am Markt, in diesem Fall mit dem Analog Devices Gespann ADAU1462 und ADAU1452. Vorbild war natürlich der Helix DSP Ultra, der zwar nicht 1:1 in der P SIX steckt, aber fast. Zum Vergleich: Die V Twelve DSP prozessiert 14 DSP-Kanäle + VCP, kann aber keinen Hi- Res-Frequenzumfang. Der Helix DSP PRO MK2 kann 10 Kanäle und HiRes, aber kein VCP (der DSP PRO MK3 mit allem wird ein Dual-Core). Auch das an sich bekannte Stepup Netzteil ist mit einem neuen Schaltungskonzept verbessert worden, wir haben es jetzt mit einem synchronen Step-up Konverter zu tun, der nochmals in der Effizienz gesteigert arbeitet. Übernommen wurde das ebenfalls die Effizienz steigernde Konzept der signalabhängig geregelten internen Betriebsspannung, die bei kleinem Signal die Spannung runterschaltet, um nochmals Strom zu sparen und weniger Wärme zu produzieren. Alle analogen Eingänge können mit Jumpern in der Empfindlichkeit angepasst werden, dies ermöglicht eine optimale Anpassung an die Quelle und reicht bis zu 32 Volt am Hochpegeleingang, um auch Top-Werkssysteme zu adaptieren. Und digital ist die P SIX Ultimate ebenfalls reich ausgestattet, Am Eingang stehen wahlweise ein elektrischer oder ein optischer Eingang zur Verfügung, am Ausgang findet sich ein optischer S/PDIF für die Prozessorkanäle K und L, die dann z.B. eine Subwooferendstufe ansteuern. Das ist auch das Konzept der P SIX DSP Ultimate: Statt mit einer einzigen DSP-Endstufe das gesamte System zu versorgen, arbeitet die P SIX DSP Ultimate als Schaltzentrale einer High-End-Anlage mit den passenden Zweikanal- und Monoendstufen P TWO und P ONE zusammen. So ergibt sich ein wirklich highendiges Audiosystem, bei dem Leistung und Performance über jeden Zweifel erhaben sind.

Software

Alle DSP-Produkte der Marken Brax, Helix und Match werden über das DSP PC-Tool gesteuert, das mittlerweile in der Version 5 kostenlos erhältlich ist. Neben 30 EQs pro Kanal, Laufzeitkorrektur sowohl der Eingänge als auch der Ausgänge und natürlich frei programmierbare Weichen gibt es das VCP (Virtual Channel Processing) mit der Möglichkeit Kanalgruppen als virtuelle Kanäle zwischen Eingängen und Ausgangskanälen zu prozessieren. So kann etwa ein Dreiwege-Frontsystem mit sechs Ausgangskanälen für rechte und linke Seite von den virtuellen Kanälen Front links und rechts gemanagt werden. Die Laufzeiten der Einzellautsprecher, die Trennungen von Hoch-, Mittel- und Tieftöner werden bei den Ausgangskanälen vorgenommen, hier werden auch Eigenheiten der Einbausituationen korrigiert. Das klangentscheidende Equalizing lässt sich jedoch bequem bei den virtuellen Frontkanälen vornehmen, und zwar fürs ganze Frontsystem und über alle Trennfrequenzen hinweg. Auch lässt sich mit dem virtuellen Kanal die gesamte Dreiwege-Seite per Laufzeitkorrektur „verschieben“ oder per Gain-Regler einpegeln. Auch die FX-Klangeffekte wirken jetzt auf die virtuellen Front-, Center- und Rearkanäle, womit auch Zweiwege-Center perfekt angesteuert werden können.

Unter der Rubrik FX (Effects) lassen sich Algorithmen zur Optimierung von Center und Subwoofer aktivieren. Der Real Center ist erst einmal durch seine Existenz ein Segen, hier wird ein Centerkanalsignal durch eigens programmiertes Audioprocessing errechnet. Damit ist der Real Center keine Notlösung wie eine Monosumme oder eine verpolte Summe aus Links und Rechts. Für den Center gibt es den Clarity-Expander, der sich auf die Mittenwiedergabe z.B. bei Stimmen auswirkt. Das Bassprocessing umfasst den SubXpander, der der Musik tiefe Töne hinzurechnet, indem er Subharmonische zu vorhandenen Frequenzen erzeugt. Dazu gibt es einen dynamischen Bassboost, der in Abhängigkeit von der Wiedergabelautstärke die Bässe anhebt. Das hilft z.B. sehr schön bei Werksanlagen mit begrenzt belastbaren Tieftönern und Subwoofern. Für alle FX-Funktionen gibt es Einstellregler, mit denen man Ausmaß und Funktion gezielt beeinflussen kann.

Weiterhin werden die neuesten Messfunktionen des PC-Tools unterstützt. Die bekannte RTA (Echtzeit-Frequenzgangmessung mit optionalem Mikrofon) wurde mit einigen neuen Features verbessert, jetzt gibt es noch mehr Einstellmöglichkeiten, was die Messung angeht, z.B. eine Mikrofonkalibrierung. Die RTA kann auf Wunsch automatisch die EQs einstellen, hierbei lassen sich Toleranzschwellen und die Anzahl der zu benutzenden EQ-Bänder einstellen. Seit Version 5 wird auch die Einstellung von Einzellautsprechern mit ihren Frequenzweichen ermöglicht, so dass perfekte akustische Filterflanken entstehen, die dann auch eine saubere Summe bilden, wenn die Lautsprecher zusammen spielen. Mit dem ISA können die Eingänge elektrisch gemessen werden, auch Summen mehrerer Eingänge sind möglich, so kommt man versteckten Allpassfiltern auf die Spur, die in der Einzelmessung unauffällig bleiben. Durch diese Messung der Eingänge spart der Einbauer viel Zeit bei der Fehlersuche und bei der Abstimmung des DSPs, denn gleichzeitig mit der Messung können die Eingangs-EQs (und die Eingangs-Laufzeit) gesetzt werden, mit sofortiger Erfolgskontrolle. Weiter gibt es das ATM (Automatic Time Measurment), das eine vollautomatische Laufzeitmessung und Einstellung des gesamten Systems ermöglicht. Vorteilhaft ist hier, dass das Messsignal als Soundfile wie ein Musikstück über die Headunit abgespielt wird, dies ist in allen Fahrzeugen möglich. Die Messung erfolgt dann mit eigenen, im Haus programmierten Messsignalen und jeder Menge Audioprocessing, wobei die Laufzeit aller in der Anlage befindlichen Lautsprecher mit einem Referenzlautsprecher verglichen und dann ausgerechnet wird.

Ebenfalls enthalten ist die erweiterte Importfunktion von Setups, die jetzt auch für die Eingänge verfügbar ist. Das macht das Leben besonders von Profis einfacher, weil sich so bereits erstellte Setups ganz oder teilweise auf das frische Gerät übertragen lassen. Die vorhandenen Subwoofereinstellungen eines bestehenden Setups lassen sich beispielsweise per Klick auf zwei beliebige Kanäle legen. Die Übertragung von Hochpass, Tiefpass, EQ, Gain und Name von beliebigen Kanälen auf beliebige sind möglich bei Ein- wie Ausgängen – praktisch für Poweruser. Sehr lobenswert sind die zahlreichen Integrationsfeatures wie Power-Save-Mode für CAN-Fahrzeuge oder Umgehungsschaltungen für Diagnoseprogramme mancher Werksradios und eine frei konfigurierbare Quellenverwaltung mit automatischer Umschaltung von Quellen und Fahrzeugtönen. Das hauseigene ADEP.3-System ist in der Lage, die Lautsprecherdiagnose mancher Fahrzeuge zu umgehen, so werden Fehlercodes oder gar die Abschaltung von Kanälen umgangen.

Messungen und Sound

Beim Messdurchgang halten wir ganz klar fest, dass die P SIX DSP Ultimate zu den besten Endstufen überhaupt gehört. Egal, ob analog oder digital, die P SIX DSP Ultimate liegt auf allerhöchstem Niveau. Mit einer Leistung von 129 Watt an 4 Ohm und 219 Watt an 2 Ohm gehört sie zu den stärksten fullrange Endstufen überhaupt mit mehr als vier Kanälen. Das ist fast doppelt so viel wie bei einer Multikanal-All-in-one Lösung – die TI-Chips lassen grüßen! Doch nicht genug, sie liefert auch extrem sauber ab. Nur 0,003 % THD+N bei 5 Watt und 0,005 % bei Halblast sind extrem gute Werte. Auch der Rauschabstand ist für einen so aufwendigen Verstärker spitze und sogar die Dämpfung kann sich sehen lassen. Und klanglich? Über jeden Zweifel erhaben. Es gibt keine Musikrichtung und keine noch so schwierige Passage, die die P SIX DSP Ultimate nicht meistert. Sie gefällt mit brachialem Durchzug genauso wie mit atemberaubender Dynamik. Dann serviert sie akustische Klänge mit feinsten Details, die perfekt im Raum abgebildet werden. Fehlersuche zwecklos. Vielmehr gehört die P SIX DSP Ultimate zu den Verstärkern, die auch Stimmung und Atmosphäre der Musik rüberbringen, so dass man leicht vergisst, einer Klangkonserve zu lauschen. Vielleicht sogar zu gut oder überspektakulär? Auf jeden Fall auf diesem Niveau nicht alltäglich.

Fazit

Mit ihren herausragenden Eigenschaften ist die P SIX DSP Ultimate im Grunde ohne Konkurrenz. Sie ist eine Top-notch 6-Kanal-DSP-Endstufe für sich oder die perfekte Schaltzentrale für ein ausgewachsenes Audiosystem mit High-End Anspruch.

Elmar Michels