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„PRINZ CHARLES IST EIN FAN“


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Grazia - epaper ⋅ Ausgabe 32/2022 vom 04.08.2022

EXKLUSIV Streaming: „The Girl in the Water“, Apple TV

SOMMERFERIEN? NICHT FÜR GUGU MBATHA-RAW. Die Britin – Vater Arzt aus Südafrika, Mutter eine weiße Krankenschwester – dreht aktuell in England an der Seite von Tom Hiddleston die zweite Staffel der wahnsinnig erfolgreichen Marvel-Serie „Loki“. Zuvor absolvierte die 39-Jährige in den USA einen Interview-Marathon für ihren Streaming-Thriller „The Girl in the Water“. Als wir via Zoom sprechen, wirkt sie frisch und munter, trotz Bruthitze in New York. „Ich sitze ja auch in einem vollklimatisierten Hotelzimmer“, sagt sie lachend.

Die von Ihnen gespielte Heldin verliert nach einem vermeintlichen Selbstmordversuch ihr Gedächtnis und kann sich kaum noch an etwas erinnern …

Männer durften solche Figuren schon öfter spielen, etwa Matt Damon in den „Bourne“-Filmen, wo er herausfinden muss, wer er eigentlich ist. Aber eine Heldin mit Gedächtnisverlust, das ...

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Bildquelle: Grazia, Ausgabe 32/2022

Wem kann Sophie noch trauen? Gugu und ihr Serien-Ehemann (gespielt von Oliver Jackson-Cohen) in ?The Girl in the Water? (Apple TV )
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... ist relativ neu. Deshalb fand ich das Angebot auch so spannend. Abgesehen davon mag ich das Genre Psychothriller sehr. Aber die Serie hat noch so viele andere Ebenen!

Gibt es trotzdem die eine oder andere Erinnerung, die Sie gern löschen würden?

Hm… da fällt mir spontan nichts ein. Müsste ich länger drüber nachdenken!

Sophie fängt quasi wieder bei null an.

Genau das ist ja eine der spannenden Fragen, die die Serie stellt: Kann es wirklich so etwas wie einen absoluten Neustart geben? Oder macht man doch wieder dieselben Fehler, trifft dieselben Entscheidungen, weil unser Ich am Ende vorprogrammiert ist und auch ein Gedächtnisverlust daran nichts ändert? Schwer zu sagen…

Haben Sie eigentlich die Thriller-Serie „The Tourist“ mit Jamie Dornan gesehen?

Nein, noch nicht. Wieso?

Der verliert auch sein Gedächtnis, entpuppt sich aber schließlich als Böser. Halten Sie auch so eine üble Überraschung für uns bereit?

Neiiiin! Wobei – in der Hinsicht darf ich ja nichts verraten. (lacht) Nur so viel: Das Tolle an Psychothrillern ist ja, dass man niemandem trauen kann und sich die Wahrnehmung womöglich ändert, je mehr man über eine Figur erfährt. Als Zuschauer sollte man deshalb vorsichtig sein und niemanden vorschnell in eine Schublade stecken.

In der Serie heißen Sie Sophie als kleine Sophia haben Sie Ihr Leben begonnen.

Ja, spooky, oder? Aber ich hab mir den Namen nicht extra gewünscht, der stand schon fest.

Warum haben Ihre Eltern sich letztlich umentschieden?

Das war mein Vater – nachdem er ein paar Tage mit mir verbracht hatte. Gugulethu bedeutet auf Xhosa „unser ganzer Stolz“. Sophia ist jetzt mein zweiter Vorname.

Worauf sind Ihre Eltern denn besonders stolz? Dass Sie schon mit 34 einen königlichen Ritterorden verliehen bekamen, den Member of the Most Excellent Order of the British Empire?

Klar, das fanden Sie schon toll. Zumal ich sie zur Zeremonie in den Buckingham Palast mitnehmen durfte und sie Prinz Charles kennenlernten.

War er nett?

Sehr charmant. Man hat maximal zwei Minuten Zeit, sich mit ihm zu unterhalten, weil noch so viele andere Leute geehrt werden. Aber er hat sich mir gegenüber als Fan der Serie „Doctor Who“ geoutet – vielleicht, weil ich in einer Folge mitspielte, die in Wales gedreht wurde? (lacht)

Mussten Sie den Hofknicks üben?

Ja, aber es handelt sich eher um eine Verbeugung. Man bekommt das ganze Protokoll erklärt, und dann gibt es einen Probelauf.

Seit Kurzem produzieren Sie auch. Fühlten Sie sich nicht ausgelastet?

(lacht) Klar, die Rolle in „The Girl in the Water“ ist so ziemlich das Herausforderndste, was ich je gespielt habe. Aber dass ich auch hinter der Kamera aktiv werden durfte, empfand ich als große Ehre. Und als Zeichen dafür, dass immer mehr auf Inklusivität geachtet wird und darauf, Frauen auf der Produktionsebene zu stärken.

Sie haben mit Reese Witherspoon und Jennifer Aniston zusammen „The Morning Show“ gedreht, eine Serie, die die beiden auch produzieren. Was haben Sie von ihnen gelernt?

Vor allem, dass es möglich ist, zwei Jobs gleichzeitig zu meistern. Wie man Kreativität einbringen kann, die über die eigene Rolle hinausgeht. Und dass man unter Druck nie die Nerven verlieren und stets freundlich bleiben sollte. (lacht) Ich habe festgestellt, dass an Sets, an denen mehrheitlich Frauen arbeiten, die Vorbereitung gründlicher und die Stimmung entspannter ist.

Ihren Durchbruch hatten Sie 2013 mit dem Kinodrama „Dido Elizabeth Belle“, in dem Sie eine Adlige im England des 18. Jahrhunderts spielten. Inzwischen ist es fast schon Normalität, wenn etwa in „Bridgerton“, „David Copperfield“ oder „Persuasion“ traditionell „weiße“ Figuren mit schwarzen Schauspielern besetzt werden. Würden Sie sich als Pionierin bezeichnen?

Ach, ich weiß nicht. Immerhin war Belle ja eine historisch verbürgte Figur. Aber klar, in meiner Jugend tauchten in Verfilmungen von Dickens bis Jane Austen keine Figuren auf, die so aussahen wie ich. Deshalb war ich sehr stolz, Belle spielen zu können, die genauso zur britischen Geschichte gehört wie vieles andere. Und dass Rollen inzwischen viel diverser gecastet werden, finde ich natürlich großartig.

Interview: Kalle Schäfer

KULTUR-HIGH LIGHTS

Buch: Jonathan Coe: „Mr. Wilder & ich“

FAKTEN UND FIKTION

Ein schönes Buch, perfekt für den Spätsommer: Die Heldin Calista lernt im Sommer 1976 zufällig den berühmten Hollywoodregisseur Billy Wilder kennen und begleitet ihn als Dolmetscherin auf die kleine griechische Insel Lefkada, wo Wilder sein Spätwerk „Fedora“ dreht. Wie der Macher von „Manche mögen’s heiß“ und die junge Griechin zu Freunden werden und der Dreh zum Abenteuer ihres Lebens, beschreibt der britische Bestsellerautor mit viel Gespür für bittersüße Ironie und feine Melancholie. Folio Verlag

Kino: „Bullet Train“

THRILLER OHNE TEMPOLIMIT

Wir haben die Bilder eines ausgelassenen Brad Pitt auf Promo-Tour durch Europa gesehen (in Berlin trug er sogar ’nen Rock), jetzt kommt der dazugehörige Film in die Kinos: „Bullet Train“ ist ein Actionthriller, der sich nicht ernst nimmt, durchgeknallte Figuren präsentiert (nicht zuletzt Pitt selbst als dienstmüder Auftragskiller) und das Beste aus seinem klaustrophobischen Schauplatz, einem japanischen Superschnellzug, herausholt. Übrigens revanchierte sich Sandra Bullock für Pitts Cameo-Auftritt in ihrem Abenteuerhit „The Lost City“ und übernahm eine kleine, feine Rolle …

Song der Woche: P!nk: „Irrelevant“ ICH ZEIG EUCH DEN STINKEFINGER! Auf P!nk ist Verlass: Mit ihrer Musik legt sie häufig die Faust in gesellschaftliche Wunden, so wie jetzt wieder. Weil das Oberste Gericht der USA das liberale Abtreibungsgesetz gekippt hat, schrieb die „What About Us“-Sängerin den Protestsong „Irrelevant“: wütend, provokant, voller Power. Könnte zur Hymne einer neuen Frauenbewegung werden.