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Pro-Insights: Die Sache mit dem Low-End:Schluss mit den Gerüchten!


Beat - epaper ⋅ Ausgabe 12/2020 vom 04.11.2020

Einen Hausbau beginnt man mit dem Fundament, so oder so ähnlich verhält sich das auch mit der Raumakustik. Raummoden sorgen für Probleme die sich teilweise über das Gesamt Frequenzspektrum auswirken. Nur wenn wir den Bassbereich in den Griff bekommen, können wir in einem Raum wirklich vernünftig abhören. Der Bereich oberhalb von 200 Hz ist ziemlich einfach zu behandeln. Darunter trennt sich die Spreu vom Weizen. Bassabsorption ist auch das Thema, an dem viele kommerzielle Produkte scheitern. Teilweise aufgrund falscher Materialien und teilweise aufgrund zu kleiner Maße. Wie geht man das Thema in einem ...

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Bildquelle: Beat, Ausgabe 12/2020

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... Raum also am geschicktesten an?


Beim Einrichten oder Optimieren eines Studios macht es Sinn, den Raum mit einem Messmikrofon und einer Software wie dem kostenfreien Room EQ Wizard zu messen. So bekommt man einen Überblick über die Probleme, sowohl indem man sich den Frequenzgang anschaut, als auch die Ausklingzeiten (z. B. in einem Wasserfall Diagramm). Natürlich können wir Moden auch berechnen, doch die Realität sieht oft anders aus, etwa aufgrund dünner Wände, Fenstern, Türen oder anderen Faktoren. Die Berechnung stimmt immer nur für 100% schallharte Wände. Außerdem verhält es sich nicht immer so, dass jede Mode, die theoretisch da ist, auch zum Problem wird. In vielen Fällen, in denen die erste axiale Mode (Erklärung siehe unten) recht tief liegt, wird diese je nach Lautsprecher so schwach angeregt, dass sie keinen oder kaum Einfluss nimmt. Wenn wir nun also wissen womit wir es zu tun haben, sollten wir mit Eckbassfallen beginnen. Doch hier halten sich hartnäckig zwei Gerüchte, mit denen wir aufräumen wollen:

1. Gerücht: Strömungsabsorber sind unterhalb 100Hz nicht wirksam.

Zum ersten Punkt sei gesagt, dass schon eine simple dreieckige Eckbassfalle aus Mineralwolle mit 40 cm Kantenlänge, bis 50 Hz gut wirkt, wenn das richtige Material verwendet wurde. Hier kommt es vor allem auf den längenbezogenen Strömungswiderstand und auch die Dichte des Materials an. Der große Vorteil dieser Produkte in den Raumecken: Sie wirken über das gesamte relevante Frequenzspektrum, also je nach Baugröße von der tiefsten Frequenz bis in die oberen Mitten. Woher kommt dieses Gerücht? Ich vermute, hierfür gibt es zwei Gründe. In der semiprofessionellen Raumakustik sieht man immer wieder Eckbassfallen auf Schaumstoffbasis. Diese sind tatsächlich im besten Falle bis 100 Hz wirksam. Ausserdem wird oft in rechnerischen Beispielen nur von voller Absorption ausgegangen, und die Berechnungen basieren oft auf wenig vorteilhaften Materialien und veralteten Modellen. Installiere ich viele Bassfallen, die bei 40 Hz noch einen Absorptionskoeffizienten von 0,5 aufweisen, hat das aber natürlich trotzdem eine Auswirkung auf diesen Bereich.

2. Gerücht: Für den tiefen Bassbereich muss man mit Druckabsorbern arbeiten.

Druckabsorber jeglicher Art arbeiten in der Regel in einem schmalen Frequenzbereich. Diese einfach blind in die Ecken zu stellen, wäre also nicht der sinnvollste Ansatz. Stattdessen muss hier ermittelt werden, wo sich die Druckzone für die jeweilige Frequenz, auf die der Druckabsorber gestimmt wurde, befindet. Oft nutze ich sie z. B. an der Rückwand in Regieräumen um die axiale Mode zwischen Front- und Rückwand zu dämpfen. Diese liegt oft sehr tief und hat viel Energie, und demzufolge auch eine lange Ausklingzeit. Natürlich kommen sie aber auch an Seitenwänden oder sogar sehr selten an der Decke zum Einsatz. In Ecken stelle ich sie so gut wie nie. Gestimmte Bassfallen sind also mehr eine Ergänzung zu porösen Bassfallen in den Ecken. In vielen Fällen sind sie sogar noch nicht einmal nötig.

Aufgeklärt: Was sind eigentlich Raummoden?

Raummoden werden erzeugt, wenn Schall von verschiedenen Oberflächen im Raum reflektiert wird. Es gibt drei verschiedene Modentypen die entstehen können: axiale, tangentiale und oblique Raummoden. Moden entstehen vor allen in Frequenzbereichen. Axiale Raummoden sind die ausgeprägtesten und meist auch die einzigen welche berücksichtigt werden. Tangentiale und oblique Moden haben weniger Auswirkung, treten aber wesentlich häufiger auf. Eine Kombination aus tangentialen und obliquen Moden kann genau so verheerend wirken, wie eine axiale Raummode. Sie können sowohl Über- als auch Unterbetonungen in der Frequenzwiedergabe hervorrufen. Wenn zwei oder mehr Schallwellen aufeinander treffen und die selbe Phasenlage in einer bestimmten Frequenz vorweisen, entsteht eine Überbetonung. Sind die beiden Wellen gegenphasig, löschen sie sich gegenseitig aus und eine Unterbetonung oder sogar eine Auslöschung entsteht. Um Raummoden zu bedämpfen, absorbiert man Schallenergie an einer der Begrenzungsflächen, um Reflexionen zu vermindern. Somit können sich Schallwellen schlechter addieren oder auslöschen. Auch wenn sie keine ultimative Lösung darstellen, sind Raumecken mit die beste Lösung zur Platzierung der Absorber, da sie an zwei oder drei Enden der Raumbegrenzung aufeinander treffen. Manchmal entstehen Moden aber auch über die Rückwand des Raumes oder die Decke über Ihrem Kopf.

Raummoden selbst berechnen? www.amcoustics.com/tools/amroc

Acht Studio-Monitore für jedes Budget

FLUID AUDIO FX50

Der Fluid Audio FX50 ist ein aktiver Speaker mit einem Koaxial- Lautsprecher. Mitten- und Hochton-Lautsprecher werden bei der Koaxial-Technik hintereinander auf einer Abstrahlachse positioniert. Das gesamte Audiomaterial wird dadurch von einem Punkt heraus abgestrahlt. Das hat eine präzise Abbildung und Ortungsschärfe zur Folge. In der Mitte des 5-Zoll-Tieftöners wurde ein 1-Zoll-Karlottenhochtöner im Gehäuse verbaut. Der Frequenzgang reicht laut Hersteller von 49 Hz bis 22 kHz. Der Fluid Audio FX50 eignet sich perfekt als Zusatzabhöre für Heim- und Profistudios. Übrigens: Besonders S-Laute lassen sich mit diesen Speakern einfach orten! Hersteller: www.fluidaudio.com www.hyperactive.de Stückpreis: 179 Euro

ADAM AUDIO T7V

Ein bezahlbarer Vertreter seiner Gattung ist der Adam Audio T7V. Bestückt mit einem 7-Zoll-Tief und einem U-ART-Bändchenhochtöner ist dieser 2-Wege-Nahfeldmonitor ein echtes Preis-Leistungs-Wunder. Der Straßenpreis liegt derzeit unter 200 Euro. Der Frequenzbereich beträgt laut Hersteller 39 Hz-25 kHz. Die Übergangsfrequenz der Treiber liegt bei 2,6 kHz. Sogar zwei Schalter zur Klanganpassung des Monitors wurden verbaut. Die metallene Rückwand des T7V beherbergt die Bassreflexöffnung sowie zahlreiche Bedienelemente und analoge Anschlüsse. Der U-ART-Hochtöner wird mit einem 20-WVerstärker versorgt, während ein 50-W-Verstärker den Tieftöner antreibt. Für den Einstieg in die Recording- Welt oder als weiteres Referenzsystem im Studio eignen sich diese Speaker wirklich hervorragend. Hersteller: www.adam-audio.com Stückpreis: 239 Euro

YAMAHA HS 8

Der aktive Nahfeldmonitor Yamaha HS 8 gehört zu den meistverkauften Studio-Speakern weltweit. Das ist auch verständlich, da dieses 2-Wege- System für gerade einmal 262 Euro pro Stück zu haben ist. Ein 1-Zoll Tweeter und ein 8-Zoll-Woofer mit separaten Endstufen bilden das Herzstück. Sie sind in einem sehr gut verarbeiteten Bassreflex-Gehäuse verbaut. Bei dieser Bauform ist das Gehäuse nicht geschlossen, sondern verfügt über eine Öffnung - den sogenannten Bassreflexkanal. Das hat eine Verstärkung der Bassfrequenzen zur Folge. Eine Klangregelung kann auf der Rückseite über die zwei EQ-Bänder Room-Control (Bässe) und High-Trim (Höhen) vorgenommen werden. Dieses Lautsprechersystem eignet sich perfekt für Homestudios und als Referenzsystem in größeren Studios. Hersteller: www.yamaha.com Stückpreis: 262 Euro

NUBERT NUPRO X-3000 RC

Die Nubert Nupro X-3000 RC überzeugen durch einen neutralen Klang und eine umfangreiche Anschlusssektion. Die aktiven Nahfeld-Monitore verfügen unter anderem über zwei Aux-Anschlüsse (L+R), zwei SPDIF-Eingänge, für beispielsweise CD-Player, einen USB-Port, um die Boxen als hochwertige Soundkarte des Computers nutzen zu können und einen XLR/AES-Anschluss. Außerdem wurden die Speaker noch mit zwei optischen Eingängen bestückt und ein Ausgang für einen optionalen Subwoofer verbaut. Bis auf das Netzteil funktionieren die Nubert X-3000 RC auch ohne Kabel. So können mehrere Nubert-Lautsprecher durch eine Master-Slave-Schaltung und auch Zuspieler wie Smartphones via Bluetooth (AptX-HD- & AAC-Support) verbunden werden. Die Signalverarbeitung ist, soweit technisch möglich, digital. Übrigens: Eine Raumeinmessung ist dank der sogenannten „X-Room Calibration“ per Smartphone App mit iPhones und iPads möglich (Android soll folgen). Hersteller: www.nubert.de Stuckpreis: 628 Euro

NEUMANN KH 120 A

Als aktiver 2-Wege-Nahfeldmonitor konzipiert, überzeugt der Neumann KH 120 A durch ein neutrales und präzises Klangbild. Zur Anpassung an den jeweiligen Raum lassen sich Bässe und Höhen über einen Schalter auf der Rückseite abdämpfen. Bei der Platzierung auf dem Tisch oder auf der Meterbridge eines Mischpultes verringert ein integrierter Low-Mid-Filter den negativen Effekt der Oberflächenreflektionen. Das frontseitige Logo leuchtet im Normalbetrieb weiß, während das Eingreifen der internen Schutzschaltungen durch ein rotes Aufleuchten gekennzeichnet wird. Der Neumann KH 120 A eignet sich besonders für den Einsatz in kleinen Räumen und Studios. In Verbindung mit dem Neumann KH 750 DSP Subwoofer kann der abgebildete Frequenzbereich problemlos erweitert werden. Hersteller: Neumann Stückpreis: 649 Euro

FOCAL TRIO6 BE

Eigentlich handelt es sich beim Focal Trio 6 Be um einen 3-Wege-Lautsprecher mit einem 1-Zoll-Hochtöner, einem 5-Zoll-Woofer und einem 8-Zoll-Subwoofer. Eine Besonderheit ist jedoch, dass der Speaker durch eine Umschaltung in den sogenannten FOCUS-Modus, auch als 2-Wege-System betrieben werden kann. Dieser aktive Mid- und Nearfield-Monitor ist also ein 3- und 2-Wege-System in einem Gehäuse. Somit erhalten Sie hier eine schnelle und effektive Lösung für den AB-Vergleich mit einem Lautsprechersystem. Der Trio6 Be kann wahlweise vertikal oder horizontal benutzt werden. Über eine drehbare Schallwand aus Aluminium lassen sich Woofer und Tweeter für die gewünschte Ausrichtung anpassen. Die Schallwand kann in Schritten von 90° um insgesamt 360° gedreht werden. Hersteller: www.focal.com sound-service.eu Stückpreis: 2.945 Euro

PSI A23-M

"100% analog!" ist die Werbebotschaft von PSI Audio bei dem aktiven 3-Wege-Monitor PSI A23-M. So kommen hier keinerlei DSPs zum Einsatz - die Beschaltung funktioniert komplett analog. Für den Midfield-Einsatz konzipiert, wurde ein komplett eigen entwickelter Mittentreiber verbaut. Die Boxen bieten jedenfalls erstklassige Werte in Bezug auf Schalldruck, Linearität und Verzerrung. Dank der drehbaren Vorrichtung, auf der sich die Hoch- und Mittentreiber befinden, kann dieser Studiospeaker problemlos vertikal aufgestellt werden. Nahezu alle Bauteile werden in der Schweizer Firmenzentrale handgefertigt. Ein ebenfalls von Hand gefertigter Hochtöner sorgt für glasklare höhen bei der Wiedergabe. Die Elektronikeinheit ist geschlossen und magnetisch abgeschirmt. Das Frequenzspektrum erstreckt sich von 34 Hz bis 23 kHz, während sich die Übergänge des Mittentreibers zu den Tief- und Hochtönern bei 620 Hz und 3,2 kHz befinden. Eine hochwertige Verarbeitungsqualität, das lineare Klangbild sowie ein warmer Klang, mit einer sehr guten Stereound Tiefenstaffelung, machen diese Monitore zu einem hervorragenden Begleiter bei Recording-, Mixing- und Mastering-Sessions. Hersteller: www.psiaudio.de www.audiowerk.eu Stückpreis: 4.953 Euro

ESI UNIK 08+

Der ESI uniK 08+ kommt als 2-Wege-System daher. Sowohl der verbaute 8-Zoll Tieftöner mit Kevlar-Membran als auch der magnetostatische Hochtöner, der übrigens über eine sehr geringe Masse verfügt, werden durch je einen 70 -Watt-Verstärker befeuert. Die Crossover-Frequenz liegt hier bei 3,2 kHz. Der Frequenzbereich erstreckt sich von 37 Hz bis 25 kHz. Vier gummierte und in der Höhe verstellbare Standfüße sorgen für einen festen Stand, während die drei Regler „Character“, „Low“ und „High“ Anwendern eine Raumanpassung ermöglichen. Auf der Rückseite des Gehäuses befindet sich eine Bassreflexöffnung, die bei Bedarf mit Hilfe von mitgelieferten Schaumstoffstreifen verschlossen werden kann. Der Speaker kling satt und kräftig. Das Klangbild kann getrost als homogen beschrieben werden. Hersteller: www.esi-audio.de www.hyperactive.de Stückpreis: 321 Euro