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Probe geschlafen: Deutschlands verrückteste Hotels


Bild der Frau - epaper ⋅ Ausgabe 27/2018 vom 29.06.2018

Gute Nacht, Alltag – hallo, Abenteuer! Ist Ihnen auch nach einer Auszeit? Wie wäre es mit einer Nacht an einem ungewöhnlichen Ort? Unsere Reporterinnen haben Tipps


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Bildquelle: Bild der Frau, Ausgabe 27/2018

Der schönste Balkon der Welt steht im Sachsenwald bei Hamburg, findet Kollegin Hella


Geborgen unter Bäumen

Nach nicht einmal fünf Minuten bin ich tiefenentspannt. Großstadtlärm und Alltagsstress? Vergessen! Hier, mitten im Sachsenwald in Friedrichsruh am Rande von Hamburg, finde ich innere Ruhe. Die Vögel zwitschern, die Blätter an den hohen Bäumen rauschen und alles duftet so herrlich frisch nach Wald.

In diesem Naturparadies steht der ...

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... „Waldkorb“, eine Art Strandkorb zum Übernachten. Mit 2,30 Meter Länge und 1,40 Meter Breite groß genug für zwei (kuschelig!), ich wage das Experiment jedoch alleine. Angst, so ganz alleine im Wald zu sein, verspüre ich nicht. Hier ist es einfach zu friedlich …

Mein besonderes Bett für eine Nacht steht etwas erhöht, damit nachts nicht plötzlich Reh und Fuchs vor mir stehen. Ich allerdings könnte von hier oben in aller Ruhe meine Wald-Mitbewohner beobachten – bei einem Glas Rotwein, einer Handvoll Salzcrackern und mit Nachtsichtgerät. Das alles gehört zur Ausstattung des Waldkorbs dazu.

Nur: Die Vierbeiner lassen sich in dieser Nacht nicht blicken. Vielleicht habe ich sie auch einfach nicht bemerkt. Weil der Wald der perfekte Ort zum Träumen ist – zumindest für eine Nacht …


„Um mich herum nichts als Natur – herrlich“


Und wenn es regnet? Dann schnell und unkompliziert das Dach schließen (r.)


Der Hafenkran liegt in der Hamburger Hafencity. Unten befindet sich noch ein Museum



„Hier könnte ich ewig sitzen und einfach rausschauen“


Auf der zweiten Etage ist eine stylische Sitzecke eingerichtet – Hella genießt die Aussicht


Abhängen im Kran

Wow, was für eine Aussicht! Selig sitze ich auf dem Balkon, die Sonne geht langsam unter und nach und nach gehen die Lichter in der Hamburger Hafencity an. Ich kann meinen Blick gar nicht mehr von der Elbphilharmonie abwenden und würde am liebsten noch Stunden hier draußen sitzen und einfach nur den Moment genießen.

Ich erlebe diesen Abend in einem 75 Jahre alten Hafenkran (insgesamt 22 Meter Fotos: Ulrike Schacht (3), Stephan Wallocha (2), Frank Boxler (2) hoch), der zu einem Mini-Hotel für zwei umgebaut wurde. Auf zwei Etagen und rund 30 m2 gibt es alles, was man für eine kleine Flucht aus dem Alltag braucht: ein Hochtisch direkt am Fenster mit Sicht auf das Konzerthaus, eine Mini-Küchenzeile, eine Chaiselongue und ein großzügiges Bad mit Regendusche auf der ersten Etage. Oben, auf der zweiten Etage, gibt es eine Sitzecke – auch von hier ist die Aussicht überwältigend – und ein großes Bett. „Meine“ Decke ist gefüllt mit weicher Seide. Hach! Hinter einer Spiegelwand versteckt sich sogar noch ein kleiner Fernseher. Aber wer braucht den schon bei diesem Blick?!

Jetzt geht die Sonne unter. Kitschig? Nee, schön! Es ist romantisch. Nur seekrank darf man nicht sein, es wackelt wie auf einem Schiff. Der Hafenkran liegt in der Norderelbe. Aber das Schaukeln gehört zu der Nacht am Fuße der Elbphilharmonie einfach dazu – und wiegt mich sanft in den Schlaf …

Ina im Doppelzimmer „Hochsicherheit“ – samt Bett aus Gitterstäben. Früher waren hier bis zu sechs Menschen inhaftiert


„Holt mich hier raus?! Nein, ich find’s gemütlich“


Allein hinter Gittern

Die Gitterstäbe vor den Fenstern werfen Schatten an die Decke. Ich frage mich, wer hier vor vielen Jahren einsaß. Denn in dem Doppelzimmer „Hochsicherheit“, in dem ich übernachte, waren bis 1966 Gefängnisinsassen eingebuchtet. Heute schlummern in der „Fronfeste Amberg“ bis zu 50 Gäste. Seit 2013 ist das ehemalige Gefängnis in der Oberpfalz ein Hotel. Die 24 Zimmer reichen von der Einzelzelle bis zur Direktorensuite. „In der Einzelzelle bekommen manche Gäste klaustrophobische Zustände“, erzählt Hotelbesitzer Gerald Stelzer (48). Kein Wunder: Das Zimmer mit gewölbter Decke ist eng und niedrig, die Toilette direkt neben dem Bett. „Manche wollen genau das, die schlafen sogar zu zweit hier“, sagt er. Die Sicherheitstüren mit Eisen sind Originalteile von 1699, aufwendig restauriert. Dafür haben alle Zimmer moderne Bäder. „Früher gab es hier keine Toiletten“, erzählt Stelzer. So viel Knast-Feeling wollte er seinen Gästen nicht zumuten. Wer sich trotzdem wie ein Insasse fühlen will, kann Hosen und Hemden in Streifenoptik ausleihen. Sitzt bequem, aber ich komme mir darin etwas seltsam vor. Am nächsten Morgen erzählt Stelzer, dass 1935 die letzte Hinrichtung stattfand. Ein 24-Jähriger hatte seine Familie mit der Axt ermordet. Gruselig! Ob er in meinem Zimmer eingesessen hat? Stelzer zuckt mit den Schultern. Mir läuft ein kleiner Schauer über den Rücken.

Die Gefängnismauer blieb – heute dürfen die Hotelgäste durch das Tor ein- und ausgehen



Fotos: Ulrike Schacht (3), Stephan Wallocha (2), Frank Boxler (2)