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PROBEFAHRT: Forster V 599 VB


Reisemobil International - epaper ⋅ Ausgabe 7/2020 vom 02.06.2020

Kastenwagen auf Ducato- Basis gibt es viele. Können sich die neuen Forster Vans von der Konkurrenz abheben? Der Test des Familien- Grundrisses V 599 VB liefert die Antwort.


Artikelbild für den Artikel "PROBEFAHRT: Forster V 599 VB" aus der Ausgabe 7/2020 von Reisemobil International. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Reisemobil International, Ausgabe 7/2020

PROBE GEFA HREN

Sie sind die Lieblinge der Camperszene: ausgebaute Kastenwagen, vorzugsweise auf Basis des Fiat Ducato. Kaum ein Hersteller, der nicht versucht, auf den Zug aufzuspringen und Modelle in den üblichen Abmessungen mit 5,41 Meter, 5,99 Meter und 6,36 Meter Länge sowie mit den gängigen Quer- und Längsbett-Grundrissen anbietet. Seit Kurzem mischt hier auch Forster mit, die für preiswerte Fahrzeuge bekannte Tochtermarke von ...

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... Eura Mobil in Sprendlingen bei Mainz.

Sind die Forster Vans also nur Altbekannte in neuem Gewand? Oder hat sich der Hersteller ein paar neue Details einfallen lassen, um sich von der Konkurrenz zu unterscheiden? Den Beweis muss ein knapp sechs Meter langer Forster V 599 VB antreten. Der Testwagen hebt sich mit seiner auffälligen, grünen Lackierung auf jeden Fall optisch von der Masse ab – ob sich dieses 790-Euro-Extra lohnt, muss jeder Käufer selbst entscheiden. In der Redaktion und im Netz jedenfalls löste die Farbgebung des Kastenwagens entweder begeisterte Zustimmung oder entschiedene Ablehnung aus – dazwischen gab es nichts.

Zweite Besonderheit des Testfahrzeugs ist sein Grundriss. Um bis zu vier Camper – vorzugsweise eine Familie – unterzubringen, verfügt der V 599 VB im Heck über zwei Doppelbetten übereinander. Der Test zeigt allerdings, dass bei voller Belegung einige Kompromissbereitschaft nötig ist, vor allem hinsichtlich des gebotenen Stauraums. Die Aufteilung des übrigen Innenraums entspricht mit Küchenblock an der Schiebetür, Bad gegenüber und Halbdinette mit drehbaren Vordersitzen im Bug dem Klassenstandard. Verlockend ist der Preis: Ab 37.900 Euro geht es los.

Viel Platz: An der Sitzgruppe kommen sich auch mehrere Reisende nicht mit den Füßen in die Quere. Die Tischverlängerung reicht bis zum gedrehten Beifahrersitz. Viel Licht fällt durch eine große Dachluke in den Innenraum.


Klassisch: Beim Küchenblock an der Schiebetür wagt Forster keine Experimente. Spüle, Zweiflamm- Kocher und Klappbrett sind üblicher Standard.


Eine dritte Besonderheit der Forster Vans gerät beim V 599 VB zum Vor- wie Nachteil zugleich. Weil der Hersteller auf den Dachschrank über dem Fahrerhaus verzichtet, ergibt sich für einen Kastenwagen ein sehr großzügiges Raumgefühl. Auch Großgewachsene laufen beim Durchgang ins Fahrerhaus nicht Gefahr, sich den Kopf zu stoßen.

Allerdings: Den fehlenden Stauraum des Dachschranks dürften besonders Familien vermissen. Wegen des oberen Doppelbetts gibt es im Heck nur auf einer Seite Oberschränke, die zudem sehr klein ausfallen.

Neben dem ebenso kleinen Oberschrank der Sitzgruppe und dem Stauraum im Küchenblock bleibt so nur noch ein recht flacher Kleiderschrank (Höhe 71 Zentimeter) unterhalb des Kühlschranks, um Kleidung von Mama, Papa und Kindern zu verstauen. Der Raum unter dem unteren Stockbett dürfte ja bereits mit Sperrigem wie Campingmöbeln belegt sein. Wegen des vergleichsweise tief montierten unteren Bettes ist dieser Stauraum mit 49 Zentimetern zudem recht flach geraten.

Die Liegeflächen im Heck erfordern weitere Kompromissbereitschaft. Um genügend Abstand zwischen den Stockbetten zu erreichen, ist das untere Bett so tief und das obere so hoch montiert, dass die breiteste Stelle oberhalb der Karosserieverstrebung ungenutzt bleibt. Das untere Bett kommt so auf 186 Zentimeter Länge, oben schrumpft die nutzbare Länge auf etwa 170 Zentimeter.

In der Höhe verstellen lassen sich die Betten nicht. Immerhin lässt sich das obere mit wenigen Handgriffen herausnehmen. Positiv: Für jedes Bett montiert Forster zwei LED-Leselampen mit im Sockel integrierten USB-Steckdosen. Negativ: Seitliche Fenster sind wegen den Halterungen des oberen Doppelbettes nicht möglich.

Geräumig zeigt sich das Bad des Forsters, das sich serienmäßig durch ein Fenster belüften lässt. Das Waschbecken ist verschiebbar, um entweder mehr Platz zum Duschen oder beim Sitzen auf der Toilette zu schaffen. Die Arretierung des Waschbeckens ist aber etwas hakelig geraten. Kurios: An der Decke findet sich zwar eine Halterung für die ausziehbare Brause, allerdings ist deren Schlauch zu kurz, um die Halterung nutzen zu können. Bleibt nur, die Brause beim Duschen in der Hand zu halten oder sie an warmen Tagen durchs geöffnete Fenster als Außendusche zu verwenden.

Die Küche des V 599 VB erfüllt den Klassenstandard. Der Zweiflamm-Kocher mit Piezozündung verfügt über ausreichende Brennerabstände auch für größere Töpfe, ein klappbares Brett schafft zusätzliche Arbeitsfläche. Hervorzuheben ist der 80-Liter- Absorberkühlschrank, der im Vergleich zu Kompressor-Geräten seine Arbeit sehr leise verrichtet und auch mit Gas betrieben werden kann. Weniger praktisch sind die über die gesamte Breite des Küchenblocks reichenden Schubladen, die in ausgezogenem Zustand den Durchgang versperren.

Die Möbel im Testwagen waren sauber verarbeitet. Unterwegs zeigten sich bis auf die Glasabdeckung des Herdes kaum Klappergeräusche. Im Gegensatz dazu stellten die Kollegen unserer Schwesterzeitschrift „CamperVans“ beim Test eines Forster V 636 EB erhebliches Klappern fest. Geschmackssache bleiben die mit Kunstleder bezogenen Polster von Sitzbank und Vordersitzen. Das Material ist unempfindlich, im Sommer schwitzt man darauf aber schnell.

Praxisgerecht: Das Bad überzeugt mit genug Platz zum Duschen und lässt sich über das Fenster prima lüften. Das Waschbecken kann der Camper verschieben.


Solide: Die Wanne des WC-Schachts ist gut abgedichtet, doch an den Seiten zeigen sich offene Holzkanten.


Hell und praktisch: Forster spendiert jedem Doppelbett zwei Leselampen mit integrierter USB-Steckdose.


Praktisch: Fach im Podest der Sitzgruppe. Luftig: gutes Raumgefühl, aber wenig Stauraum ohne Dachschrank.


TECHNISCHE DATEN

Basisfahrzeug: Fiat Ducato 120 Multijet, Vierzylinder- Reihen-Turbodiesel mit AdBlue und SCR-Katalysator, Hubraum: 2.287 cm3, Leistung: 88 kW (120 PS), Drehmoment: 320 Nm, 6-Gang-Schaltgetriebe und Frontantrieb, Abgasnorm Euro 6d TEMP Maße und Massen: (L x B x H) 599 x 205 x 261 cm; Radstand: 403,5 cm; Masse in fahrbereitem Zustand: 2.885 kg, zulässige Gesamtmasse: 3.300 kg Aufbau: Stahlblechkarosserie mit Werkshochdach, isolierte Vorhängefenster; Isolierung von Wand und Dach mit 30 mm PE-Schaum, Boden mit 38 mm XPS-Schaum
Betten: unteres Doppelbett 186 x 144 cm; oberes Doppelbett 185 x 132 cm
Füllmengen: Frisch-/Abwasser 100/90 l; Gas 2 x 5 kg; Kühlschrank 80 l; Diesel 75 l; AdBlue 19 l
Serienausstattung (Auszug): Fahrerairbag, ABS, ESP, Hill Holder, elektr. Fensterheber, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, 2-Flamm-Gaskocher, Fenster im Bad, Truma Combi 4 Dieselheizung, Doppel-Stockbett herausnehmbar
Sonderausstattung (Auszug): 140-PS-Turbodiesel (790 €); Lackierung grün (790 €); Sicherheitskomfort- Paket u. a. mit Beifahrerairbag, Tempomat (690 €); Reisekomfort- Paket u. a. mit Klimaanlage Fahrerhaus, elektr. Außenspiegel, Fahrerhaussitze mit Armlehnen, Radiovorbereitung (1.190 €); Aktiv-Paket u. a. mit elektr. Einstiegsstufe, Mückengittertür, Fahrerhausverdunklung (990 €); Markise (1.190 €); Midi-Heki im Frontbereich (390 €); Vordersitze im Wohnraumstoff (290 €) Grundpreis: 37.900 € Testwagenpreis: 44.220 €

Ein Kompromiss: Zwei Doppelbetten übereinander engen den Raum im Heck ein. Die breiteste Stelle der Karosserie bleibt ungenutzt, Seitenfenster gibt es nicht. Dafür sind die Matratzen bequem und der Stauraum unterm Bett flexibel nutzbar.


Reserve: Eine zweite 5-Kilogramm-Gasflasche verbirgt sich im Stauraum gegenüber. Geheizt wird mit Diesel, deshalb reicht der Gasvorrat.


Beim Fahren ist der Forster Van ein typischer Ducato. Der 140-PS-Turbodiesel des Testwagens schiebt ausreichend an. Die Handlichkeit ist gut, enge Kurven erfordern, wie beim Sechs-Meter-Ducato üblich, durch den langen Radstand (403,5 Zentimeter) etwas Achtsamkeit. Ab Werk bietet Forster den V 599 VB mit 3.300 Kilogramm zulässiger Gesamtmasse an. Wer tatsächlich zu viert verreisen will, sollte als Option das 3,5-Tonnen- Chassis für 990 Euro bestellen.

MEIN FAZIT

Sind die Forster Vans Kastenwagen wie alle anderen? Ja und nein. Ja, weil Grundrisse und Ausstattung weitgehend dem in der Klasse von zahlreichen Herstellern angebotenen Standard entsprechen. Nein, weil sie Details wie den luftigen Ausbau ohne Dachschrank mit einem attraktiven Einstiegspreis kombinieren. Die Sprendlinger bieten definitiv viel Wohnmobil fürs Geld. Der Grundriss des V 599 VB kann aber nur bedingt überzeugen. Die übereinander angeordneten Doppelbetten verschenken Liegelänge, für eine vierköpfige Familie ist der Stauraum zu knapp.