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PROBEFAHRT: Unterwegs mit dem …: Malibu Van Charming Coupé 600


Reisemobil International - epaper ⋅ Ausgabe 3/2020 vom 04.02.2020

Auf den ersten Blick sind die Vans von Malibu vor allem von vorne bis hinten durchgestylte Kastenwagen mit gehobener Ausstattung. Wer genauer hinsieht, findet zudem extrem gute Ausbaulösungen.


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Bildquelle: Reisemobil International, Ausgabe 3/2020

Bei der Einteilung der eigenen Kastenwagen-Linie geht Malibu einen anderen Weg als die meisten Hersteller in diesem Segment. Die Carthago-Tochter unterscheidet zwischen drei Modellen, die sich im Raumkonzept des Fahrerhauses unterscheiden. Dazu kommen die verschiedenen Grundrisse der unterschiedlichen Fahrzeuglängen. Die Basisversion kommt im original Fahrerhaushimmel und entsprechendem Dachschrank darüber, beim ...

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... Topmodell entfällt der Dachschrank zugunsten des Raumgefühls, das durch ein Panoramadach verbessert wird. Zur Probefahrt stellt uns Malibu den Van Charming Coupé, der als mittleres Modell ohne Dachschrank, aber auch ohne Panoramadach daher kommt.

Der Fiat Ducato in der 6-Meter-Version ist bereits ein Facelift-Modell 2020. Äußerlich unverändert, erfüllt die beliebte Campervan-Basis jetzt Schadstoffnorm Euro-6d-TEMP, außerdem gibt es neue Assistenzsysteme und endlich eine echte Automatik. Unser Malibu kommt mit 160-PS-Motor (die drittstärkste der vier Leistungsstufen), der ein Drehmoment von 380 Nm entwickelt. Noch mal 20 Nm mehr wären es bei gleicher Motorisierung, wenn man bei der Bestellung das Kreuzchen bei der neuen 9-Gang-Automatik setzt - das manuell geschaltete Getriebe muss augenscheinlich schonender behandelt werden. In der 160-PS-Variante ist die Start&Stopp-Automatik Serie. Der Fahrer kann zusätzlich zwischen einem normalen und einem Eco-Fahrmodus wählen. Wie die Optik des Kastenwagens bleiben auch die grundlegenden Fahreigenschaften des Fiat Ducato beim Alten. Der 160-PS-Motor fühlt sich, für eine Mehrtagestour und mit Sportgerät beladen, in manchen Situationen allerdings fast etwas angestrengt an. Wir fahren auf Autobahn, Stadtstraßen und Bergpässen. So pendelt sich der Verbrauch bei 9,5 Litern Diesel ein - ein Wert, der durchaus in Ordnung geht. Der Tempomat für 300 Euro Aufpreis ist nach wie vor etwas gewöhnungsbedürftig, weil der Bordcomputer noch immer nicht verrät, welche Geschwindigkeit man gerade auswählt. Ebenfalls aufpreispflichtig sind die neuen, sicherheitsrelevanten Assistenzsysteme. Möglich wären beispielsweise ein Notbremsassistent, ein Spurhalteassistent, die Verkehrszeichenerkennung oder der Totwinkel-Assistent, die nun den Ducato beinahe auf PKW-Standard bringen. Unserem Testwagen reichen akustische Rückfahrwarner.

An der Charming-Wohnwelt erkennt man Malibu-Gene, „altbacken“ trifft hier aber sicherlich nicht zu.


PROBE GEFAHREN

Das Erfreulichste beim Fahren ist dann, dass man sich im Malibu Van fast ohne Anstrengung unterhalten kann. Vom Wohnraum kommen kaum störende Klappergeräusche und zudem deutlich weniger Windgeräusche als bei vergleichbaren Modellen der Konkurrenz. Und das, obwohl man dank des bereits angesprochenen Raumkonzepts im Fahrerhaus integriert im Wohnraum sitzt. Malibu verbaut im Bereich über den Fahrerhaustüren jeweils eine zusätzliche Möbelklappe, die den verlorenen Stauraum teilweise kompensiert.
Gut gefallen hier außerdem das Rüttelbord über der Windschutzscheibe und die seitlichen LED-Lichtbänder, die bis ins Fahrerhaus vorgezogen sind und den Wohnraum so nochmals größer wirken lassen. Beim Blick durch die Schiebetüre wirken nicht nur die Beleuchtung, sondern auch die Möbel wie aus einem Guss: Malibu-typisch sind die abgerundeten Oberschränke mit Chromleiste und großen Griffen. Ansonsten wirken die Charming-Modelle recht modern und sehr freundlich. Wer den Hersteller bislang wegen seines klassischen Interieur-Designs schätzte, findet dieses weiterhin in alternativen Wohnwelten mit den wohlklingenden Namen „Turin“ und „Cherry Shining“. Uns gefällt der Charming-Stil aber richtig gut.

Die Sitzbank ist recht bequem, der Tisch schön breit. An Technik gibt es Lautsprecher und eine TV-Vorbereitung, USB-Steckdosen fehlen allerdings.


An der Halbdinette sitzt man an einem 91 mal 54 Zentimeter großen Tisch, der nochmals um eine im Durchmesser 54 Zentimeter messende Erweiterung vergrößert werden kann. Zu zweit reicht der Tisch massig, dank der wohltuenden Breite müssen auch große Teller nicht versetzt stehen. Zwischen Tischbein und Sitzpolster bleibt genügend Abstand, sodass auch die Plätze in der hinteren Sitzreihe bequem erreichbar sind. Dank vorgeformter Rückenlehne gibt es auch hier genügend Sitzkomfort. Uns fehlt an der Halbdinette eine 12-Volt-Steckdose, um Handys zu laden. Dafür verbergen sich unter der Doppelsitzbank eine große Schublade und ein zusätzliches Staufach, an das man kommt, wenn man das Sitzpolster anhebt. Der doppelte Boden im Bereich der Halbdinette dient ebenfalls als Staufach. Hier fallen die hochwertigen Aufsteller aus Metall auf, die Malibu überall verwendet. Im Allgemeinen sollte der Möbelbau robust sein, da dieser verschraubt und zusätzlich verzapft wird.

Im Vergleich mit vielen Querbetten-Grundrissen auf anderer Basis ist der Ducato immer wieder positiv hervorzuheben - der Malibu ist ein Beispiel par excellence. Leider befindet sich der Plisseeschutz an falscher Stelle.


Das Bad ist gut ausgeleuchtet, der Spiegelschrank groß genug und durch den klappbaren Duschvorhang sehr gut vor Spritzwasser geschützt


TECHNISCHE DATEN

Basisfahrzeug: Fiat Ducato 160 MultiJet Power, Vierzylinder-Reihen-Turbomotor mit AdBlue und SCR-Katalysator. Hubraum 2.287 cm³, Leistung: 117 kW (160 PS), Drehmoment: 380 Nm. 6-Gang-Schaltgetriebe, Frontantrieb, Euro 6d-TEMP mit Fiat Ecopaket
Maße und Massen: (LxBxH) Masse im fahrbereiten Zustand: 2.994 kg, zulässige Gesamtmasse: 3.500 kg
Aufbau: Stahlblechkarosserie mit Werkshochdach, isolierte Vorhängefenster. Isolierung Boden und Dach mit 20 mm RTM-Hartschaumplatten, Wände und Holme mit PU-Matten. Dachluken 70 x 50 und zwei mal 40 x 40 cm; geräuschdämmende Stoffkaschierung
Betten: Heck-Querbett 193 x 147 bis 160 cm
Füllmengen: Frisch-/Abwasser: 100 l innen/92 l außen isoliert, Gas: 2 x 11 kg, Diesel 90 l, AdBlue 19 l Serienausstattung u.a.: Ducato 33 Light-Chassis, 78-l-Absorberkühlschrank, Bad mit Schwenktoilette, Zweiflammkocher, Truma Combi 4-Heizung
Sonderausstattung: Fahrerhaus-Klimaanlage, Tempomat, Fahrerhausverdunkelungssystem, 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, Truma Combi 6-Heizung, LED-Ambientebeleuchtung, 7-Zonen-Matratzen
Testverbrauch: 9,5 l/100 km
Grundpreis: ab 46.700 Euro
Testwagenpreis: 58.754 Euro

Hinter der Sitzgruppe befindet sich klassisch das Bad, das äußerst bequem über eine Schiebetüre erreicht wird. Für einen 6-Meter-Kastenwagen ist sie recht groß konstruiert, an breitester Stelle 93 Zentimeter lang und 81 Zentimeter breit. Weil sich die Toilette unter das Bett im Heck schwenken lässt, wird der Raum zum Duschen noch größer. Dank faltbarer Duschabtrennungen, die an Magnetleisten positioniert werden, wird dann auch wirklich nur das nass, was nass werden darf. In diesem Fall ist es eine Duschtasse mit zwei Abläufen. So läuft das Wasser auch hinter der verschiebbaren Toilette gut ab, wo man ansonsten nur mit Mühe hinkommt. Im Malibu Van gibt es keinen separaten Schacht für die Toilettenkassette, die bekanntlich oft nur schlecht abgedichtet sind. So läuft im Fall der Fälle - also wenn irgendetwas daneben gehen sollte - nichts zwischen Möbelbau und Karosserie, sondern höchstens über die Duschtasse in den nächsten Ablauf. Nicht ganz so schön sind die Ablagen außerhalb des kleineren Spiegelschränkchens, die einfach zu klein für Duschgel oder zu breit für Zahnbürsten sind. Zudem fehlen Handtuchhalter, die sich aber leicht nachträglich montieren ließen. Die Stehhöhe im Bad beträgt erfreuliche 186 Zentimeter, toll ist außerdem, dass das Gesicht gut ausgeleuchtet wird, wenn man in den Spiegel schaut.

Der Küchenblock gegenüber bietet in den drei großen Schüben ausreichend Platz für allerhand Vorräte, Geschirr und Kochutensilien. Dank integriertem Besteckkasten und Unterteilungen herrscht Ordnung und beim Fahren ein niedrigerer Geräuschpegel. Die klappbare Arbeitsflächenerweiterung ist praktisch und stabil, zusätzlichen Platz zum Schnippeln bietet dank einer Abdeckung auch das Spülbecken. Wirklich schön ist, wie die Arbeitsfläche rundum mit einem dünnen Silikonstreifen abgedichtet wurde. So kann nichts oder deutlich weniger passieren, wenn man das Wasser der drehbaren Spülarmatur einmal versehentlich anstellt. Das Spülbecken selbst fällt mit 34 mal 24 Zentimetern für größere Töpfe und Pfannen etwas zu klein aus. Gekocht wird auf einem ausreichend großen Zweiflammkocher mit Piezozündung. Ein klappbarer Mülleimer auf der Stirnseite sorgt für Ordnung und Sauberkeit, die Lichtschalter darüber dafür, dass es bereits hell ist, wenn man den Van betritt. Hier findet sich außerdem eine 230-Volt-Steckdose und der Schalter für die Trittstufe. Das eigentliche Kontrollpanel zur Steuerung der Elektroinstallationen sowie die Bedienungseinheit der Truma Combi 4-Gasstandheizung befinden sich über der Schiebetüre. Dass diese mit einer milchigen Plexiglas-Klappe abgedeckt werden müssen, ist wohl ein Überbleibsel der konventionell designten Carthagos - für uns unnötig aber auch nicht unbedingt störend. Links neben dem Küchenblock befindet sich ein Absorber-Kühlschrank von Dometic, der 78 Liter fasst, und automatisch wählt, ob er Gas, 12 oder 230 Volt bezieht. Er ist hochgesetzt und so bequem erreichbar. Darunter gibt es einen mit rund 290 Litern riesigen Schrank mit Kleiderstange.

Im Stauschrank unter dem Kühlschrank und im Heckbereich kommt viel Ausrüstung unter. Die Zurrösen gehören zum Paket „Aufbau“ und kosten extra. Die verschiebbare Schottwand ist gleichzeitig Trittstufe zum Bett, weil sie klappbar ist, können längere Gegenstände durchgeladen werden.


Noch mehr Stauraum bietet der Bereich unter dem Querbett im Heck. Dieser kann mittels einer cleveren Schottwand vom Wohnraum abgetrennt werden, die auf einer Schwerlastschiene gelagert ist und über einen Tritt verfügt, mit dem das 92 Zentimeter hohe Bett leicht zu erreichen ist. Die Schottwand ist zudem zweigeteilt; es steht also die Stufe zum Bett zur Verfügung, und trotzdem die Möglichkeit, längere Gegenstände durchzuladen. Das Bett ist 193 Zentimeter lang und 147 bis 160 Zentimeter breit und damit recht großzügig bemessen. Die 12 Zentimeter starken 7-Zonen-Matratzen sind aufpreispflichtig und liegen auf einem Lattenrost, sind selbst etwas weicher aber dennoch sehr bequem.
Es gibt genügend LED-Spots, die einzeln oder zentral gesteuert werden können. Dagegen hätten wir uns statt einer weiteren 230-Volt-Steckdose im Einstiegsbereich zum Bett eine zweite 12-Volt-USB-Steckdose gewünscht. So kann im gesamten Malibu maximal ein Smartphone geladen werden - während der Fahrt im Fahrerhaus und beim Campen am Heckbett, sofern man nicht auf dem Campingplatz mit Landstrom-Versorgung steht. Bekleidung bringt man in den Dachschränken dagegen zu Genüge unter. Mit Malibu macht sich außerdem endlich einmal ein Hersteller Gedanken zu den im Bereich der Betten gefährdeten Verdunkelungsplissees: Diese werden durch halbhohe Polstereinsätze geschützt. Allerdings, zumindest bei der 6-Meter-Querbettenversion an falscher Stelle, nämlich ausgerechnet nicht an Kopf- und Fußende, sondern an den Fenstern der Hecktüren.

Findet man hier eine Lösung, bleibt nicht mehr viel zu meckern am Charming Coupé. Zum fairen Basispreis von 46.700 Euro erhält man einen Camper, der durchweg gut verarbeitet ist und bereits über alle beschriebenen, cleveren Detaillösungen verfügt. Unser Testwagen kostet gut 12.000 Euro mehr - ein paar zusätzliche Euro für Extras, die man sicher dabei haben möchte - wie das Radio oder die Fahrerhaus-Klimaanlage - sollen also eingeplant werden.

Auf Bergpässen will der 160-PS-Ducato mit Drehzahl gefahren werden, um sich nicht zu angestrengt anzufühlen. Der Verbrauch pendelt sich bei guten 9,5 Litern ein.