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PROBIER’S MAL MIT GUMMI


ANGELSEE aktuell - epaper ⋅ Ausgabe 10/2020 vom 29.11.2019

Neben den Spoons haben sichGummiköder einen festen Platz in den Köderboxen der Ultraleicht-Angler am Forellensee gesichert. Unser UL-FanSven Busse erklärt, wie man mit den Gummis zum Erfolg kommt.


Artikelbild für den Artikel "PROBIER’S MAL MIT GUMMI" aus der Ausgabe 10/2020 von ANGELSEE aktuell. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ANGELSEE aktuell, Ausgabe 10/2020

Zuerst war Spoon, jetzt kommt Gummi. Softbaits sind der neue Trend beim UL-Angeln…


Gummiköder, neudeutsch auch Softbaits genannt, für den Einsatz am Forellensee gibt es in vielen Formen. Aus dem riesigen Angebot haben sich drei Typen herauskristallisiert, die ich besonders gerne einsetze: die dicke Raupe, den Wurm und die Bienenmade.

DIE DICKE RAUPE

Dieser Köder weist einen voluminösen Körper auf, der am ...

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... Schwanzende spitz zuläuft. Am Schwanzende befindet sich bei manchen dieser Köder eine kugelförmige Verdickung, die für mehr feine Vibrationen im Wasser sorgen soll. Der Körper dieses Ködertyps ist zudem mit Lamellen versehen. Mit viel Fantasie erinnert diese Köderform an eine Raupe, deshalb die Bezeichnung. Die Raupe wird so auf den Haken gezogen, dass der Hakenbogen im vorderen Drittel des Köders wieder austritt. Die Köderführung ist einfach: Die Raupe wird ausgeworfen und langsam eingeholt, nachdem sie die gewünschte Tiefe erreicht hat. Eine Rolle mit geringer Übersetzung hilft dabei, dass der Köder nicht zu schnell durchs Wasser läuft. Die Ru- tenbewegungen, die beim Einholen erzeugt werden, genügen, dass sich der Schwanz minimal bewegt. Wer möchte, kann bei der Köderführung ab und an noch einen kleinen Ruck aus dem Handgelenk einbauen.

Svens weiche Favoriten (von links): Bienenmade, Raupe und Wurm.


Praktische Rutentasche

In der Seika Tasche „Area“ kann man nicht nur wichtige Ausrüstungsgegenstände trocken lagern, sondern in den aufgesetzten Rutenhaltern bis zu vier montierte Angeln sicher abstellen. Geliefert wird die Area Tasche mit einem stabilen Tragegurt.

Die Gummis werden nicht mit herkömmlichen Jigköpfen bestückt, sondern mit Fliegenhaken, die mit einer Tungsten-Perle beschwert sind.


DER WURM

Wie der Name schon besagt, handelt es sich hierbei um einen wurmähnlichen Köder. Auch er ist mit dünnen Lamellen versehen, dadurch ist er sehr flexibel. Am Schwanzende befindet sich wie bei manchen Raupenmodellen eine kugelförmige Verdickung. Der Haken sitzt im vorderen Drittel des Körpers. Ich ziehe den Köder gerne so auf den Haken, dass er wie ein Fragezeichen aussieht. Beim Einholen kippt der Köder mal nach rechts und mal nach links. Eine fängige Führungstechnik besteht darin, den Köder mit der Rute in eine schlängelnde Bewegung zu versetzen. Diese Vorgehensweise hat mir schon viele schöne Fische gebracht.

DIE BIENENMADE

Die echte Bienenmade ist bekanntermaßen ein äußerst fängiger Köder. Deshalb liegt es nahe, auch Gummiköder herzustellen, die diesen Larven ähneln. Sie eignen sich hervorragend fürs UL-Angeln, entweder als Bienenmaden-L oder auch einzeln angeködert. Ich setze sie ein, wenn ich auf einen kleinen, agilen Köder Wert lege. Ich habe bessere Fänge erzielt, wenn der Köder beim Einholen nicht rotiert, sondern sich eher durchs Wasser schlängelt oder über die Rutenspitze in Bewegung versetzt wird.

HAUPTSACHE SOFT

Egal welchen Ködertyp Sie einsetzen, man sollte darauf achten, dass der Gummi aus einem möglichst weichen Material hergestellt ist. Dadurch ist nicht nur ein aktives Köderspiel gesichert, sondern eine weiche Gummimischung wird vom Fisch auch vertrauensvoller genommen und selten wieder ausgespuckt. Fangsteigernd wirkt sich meiner Meinung nach auch der Einsatz von Geruchs- und Geschmacksstoffen aus. Flavours in den Geschmacksrichtungen Käse, Knoblauch, Bubble Gum oder Kadaver haben mir schon gute Fänge beschert. So mancher Angler mag Lockstoffe für Voodoo-Zauber halten, aber für mich ist es wichtig, dass der Köder nicht nur gut aussieht, sondern auch intensiv riecht.

Ich habe immer eine Auswahl an Gummiködern in grellen und gedeckten Farben dabei. Neben den klassischen Farben wie Orange, Chartreuse, Gelb oder Weiß haben sich auch Schwarz, Gold, Blau oder Lila schon bewährt.

Natürlich muss der Gummiköder auch einen Haken haben – in diesem Fall einen Fliegenhaken. Haken, die beim Binden von Jigfliegen mit angewinkeltem Öhr oder langschenklige Nymphenhaken in den Größen 4 bis 8 sind perfekt. Ich empfehle, den Widerhaken leicht anzudrücken oder sogar widerhakenlose Greifer einzusetzen. Sollte der Köder von der Forelle tiefer geschluckt werden, was gar nicht so selten vorkommt , lassen sich Haken ohne bzw. mit angedrücktem Widerhaken leichter lösen.

RICHTIG BESCHWERT

Nun fehlt noch eine Beschwerung, um den Köder auf Tiefe zu bekommen. Für eine einfache Mont a g e kann man ein Bleischrot aufs Vorfach klemmen oder einen kleinen Jighaken mit leichtem Bleikopf einsetzen. Besser geeignet ist eine Tungsten-Perle in Verbindung mit einem der genannten Fliegenhaken. Tungsten ist das englische Wort für Wolfram. Hierbei handelt es sich um ein Metall, das bei gleichem Gewicht ein deutlich geringeres Volumen als Blei aufweist und somit deutlich unauffälliger ist.

Tungsten-Perlen werden in verschiedenen Gewichtsklassen und Farben angeboten. Eine Auswahl von Perlen in Durchmessern zwischen 2,8 und 4,65 Millimetern – das entspricht Gewichten zwischen 0,15 und 0,75 Gramm – reicht für fast alle Angelsituationen. Die Tungsten-Perle wird auf den Hakenschenkel geschoben und direkt am Hakenöhr mit einem Tropfen Sekundenkleber fixiert (mehr im nachfolgenden Beitrag ).

Von wegen Berührungsängste vor Gummi. Diese Forelle hat den Softbait voll genommen.


Hat man den richtigen Köder und die richtige Führungstechnik gewählt, wird der Biss nicht lange auf sich warten lassen. An manchen Tagen nehmen die Forellen den Softbait so aggressiv, dass der Köder sofort geschluckt wird. An anderen Tagen sind die Fische vorsichtig und spielen mit dem Köder.

Je nach Beißverhalten kann es nach dem Biss empfehlenswert sein, dem Fisch ein wenig mit der Rutenspitze zu folgen oder einfach nur das Einkurbeln abzubrechen und an der Rutenspitze die Bewegungen der Forelle abzulesen. Ist man der Meinung, dass der Fisch den Köder genommen hat, folgt der (hoffentlich erfolgreiche) Anhieb.

Unser Ultralight-Experte Sven Busse wurde schon in jungen Jahren mit dem Angelvirus infiziert. Zuerst angelte er auf Fried- und Raubfische, ging aber „nebenbei“ auch immer an den Forellensee. Seit dem Aufkommen des ultraleichten Spinnfischens am Forellensee ist Sven von dieser Angeltechnik fasziniert. Salmoniden sind ganz klar Svens Lieblingsfische, er angelt aber auch gerne ultraleicht auf Barsch.


Text und Fotos: Sven Busse