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PROFI-AUSRÜSTUNG: WELCHE OPTIK SCHIESSEN SIE DENN GERN?


SAUEN - epaper ⋅ Ausgabe 20/2018 vom 09.10.2018

Drückjagd! Fast genauso wichtig wie die Büchse ist die Zieloptik. Doch welche ist die Beste? Um dies zu klären, haben wir sechs Drückjagd-Vieljäger nach ihrerFAVORISIERTEN ZIELOPTIK gefragt. Denn wer könnte besser beurteilen, welches Zielfernrohr, Absehen und welche Montage am geeignetsten sind, als die Praktiker? Das Ergebnis ist erstaunlich einheitlich.


Erbprinz Kraft zu Hohenlohe-Oehringen, Forstwirt »ICH FÜHRE EIN SWAROVSKI Z8I 1,7-13,3X42.«

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Bildquelle: SAUEN, Ausgabe 20/2018

Zielfernrohr: Das Swarovski Z8i 1,7-13,3x42 ist nahezu ein Alleskönner.


Absehen: 4 AI. Die Führung des roten Leuchtpunkts wird durch den horizontalen Balken ...

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Absehen: 4 AI. Die Führung des roten Leuchtpunkts wird durch den horizontalen Balken unterstützt.


Montage: Original Blaser Sattelmontage, und zwar die mit der Schiene, um möglichst flach zu bleiben.


Zunächst sollte sich der Drückjagd-Zielfernrohr-Interessent über sein Einsatzgebiet klar werden. Wenn es um flüchtige Sauen auf kurze Distanzen geht, benötigt man dafür kein teures Zielfernrohr mit 6- oder 8-fachem Zoomfaktor, sondern nur eines mit einem großen Sehfeld von etwa 30 Meter auf 100 Meter bei der geringsten Vergrößerung. Wenn zum Beispiel auch Rehwild auf der Drückjagd erlegt werden soll, ist eine 6- oder gar 8-fache Vergrößerung hilfreich, sowohl zum Ansprechen als auch für den Schuss auf verhoffendes Wild. Normalerweise tun es also auch gebrauchte Zielfernrohre der bekannten Marken-Hersteller. Wenn das Budget begrenzt ist, würde ich weniger ins Zielfernrohr investieren. Und dafür häufiger in einem Schießkino üben, welches realistische Schussentfernungen ermöglichen sollte. Der Schuss auf den laufenden Keiler ist und bleibt ein guter Klassiker. Am besten sogar mit einem anständigen Luftgewehr mit Zielfernrohr, welches man sich vom Ersparten leisten kann, wenn man zuvor auf übertrieben teure Zoom-Optik verzichtet hat. Ich selbst führe meist ein Swarovski Z8i 1,7-13,3x42 mit Absehen 4 AI. Möglichst niedrig montiert, so dass ich mit der Büchse wie mit einer Flinte anschlagen kann, ohne meine Körperhaltung korrigieren zu müssen – also ohne den Kopf zu heben oder zu senken. Auf der Blaser habe ich die niedrigste Blaser-Montage, also die für Zielfernrohre mit Schiene, weil die ein paar Millimeter niedriger ist als die mit Ringen. Auf der Sauer 90 geht nur die EAW-Schwenkmontage. Jeder Millimeter zählt! Die große, bis zu 13-fache Vergrößerung hilft bei Drückjagd-Ständen auf dem Feld oder im Gebirge, wenn das Wild verhofft. Der Ballistikturm macht die Waffe universell einsetzbar, von der Schneise bis zur Gamsjagd; am besten alles mit ein- und derselben Waffe, auf die man sich am besten eingeschossen hat.

Ronny Andresen, Revierjagdmeister »ICH HABE EIN DURALYT 1,2-5X36 VON ZEISS.«

Zielfernrohr & Absehen: Duralyt 1,2-5x36 von Zeiss mit Absehen 60 – zumindest, wenn der Stand offener ist.


Montage: Original Blaser Sattelmontage, denn die Verbindung Waffe/Optik muss robust sein.


Ich habe für die Bewegungsjagden das Zielfernrohr Duralyt 1,2-5x36 von Zeiss und das Rotpunktvisier Hitpoint Pro von Blaser. Ich nehme immer beide mit. Sobald die Fläche weit und breit ist, kommt das Zeiss drauf, aber wenn es eng und nah wird, dann nehme ich das Hitpoint. Nachteil bei Letzterem ist, dass es keine Vergrößerung hat und somit nicht für jeden geeignet ist. Denn das Ansprechen mit dem bloßen Auge sollte schon geübt sein. Als Hundeführer ist das Jagen mit der blanken Waffe an Sauen ja keine Seltenheit, und dadurch fällt das Ansprechen deutlich leichter. Beide Optiken sind natürlich auch für die Nachsuche nach der Jagd perfekt. Wichtig für mich ist, dass die Optik sehr robust verbaut wurde, denn als Berufsjäger ist sie ein Werkzeug wie der Hammer für den Zimmermann. Daher favorisiere ich die Blaser Sattelmontage. Wenn ich das Umfeld kenne und der Einladende vorab mit einem spricht, nehme ich zuweilen das Größere von Zeiss, das Victory V8 1,8-14x50, um auch auf weiter Entfernung gut ansprechen zu können und dann auch gezielt das Wild zu bejagen. Beide Zeiss-Zielfernrohre haben das Absehen 60.

Maximilian Mayr-Melnhof, Eigenjagdbesitzer »ICH HABE IMMER NUR SWAROVSKI GESCHOSSEN.«

Absehen: 4A mit Leuchtpunkt, der für die Bewegungsjagd ein Muss ist.


Zielfernrohr: Z6i 1,7-10x42 von Swarovski– geeignet von einem bis 250 Meter.


Montage: Original Blaser Sattelmontage mit Schiene – denn je niedriger, desto besser.


Ich habe immer nur Swarovski geschossen, ausgenommen auf ganz kurzen Schneisen ein Aimpoint. Ich bin aber der Meinung, dass man heutzutage mit einem großen Zoomfaktor alles abdecken kann. Ein Leuchtpunkt ist ein Musthave. Ich verwende ein Z6i 1,7-10x42 mit Absehen 4A und Leuchtpunkt. Mit diesem Zielfernrohr ist alles von einem bis 250 Meter kein Problem. Wenn’s möglich ist, verwende ich als Montage eine Schiene, da dies eine 100-prozentig sichere Montage ist. Mit Blasers Sattelmontage habe ich diese. Doch egal, mit welcher Waffe man schießt, bei der Montage gilt: je niedriger, desto besser. Ich habe gerade das neue Z8i 0,75-6x20 zum Testen, bin gespannt.

Max Mohring, Büchsenmacher »ICH JAGE MIT LEICAS MAGNUS 1,8-12X50I.«

Zielfernrohr: Magnus 1,8-12x50i von Leica, geeignet für Distanzschüsse, Nachtansitz und Bewegungsjagd.


Montage: Einhakmontage Kontra von Ziegler. Nicht nur Max Mohrings erste Wahl, sondern auch die von Hubertus Meyer-Loos.


Absehen: L-4a. Auch hier ist der Leuchtpunkt in der zweiten Bildebene, verändert also die Größe nicht.


Drückjagdoptik? Für mich gehört der Umgang mit Gewehren und Optiken zum Berufsalltag. Dies bedeutet, dass ich schon jede erdenkliche Kombination von Montagen und Zielfernrohren auf diversen Waffen in den Händen gehalten habe und ihre Vor- und Nachteile im Detail einschätzen musste. Bei einigen Varianten schlage ich allerdings die Hände überm Kopf zusammen. Ich habe leider das Gefühl, dass es immer wieder Jäger gibt, die einen wichtigen Grundsatz vergessen. Beim Erlegen einer Kreatur wird eine Verantwortung auf sie übertragen. Oberste Priorität ist es, im Sinne des Tierschutzes zu handeln. Das bedeutet für mich im Klartext: wiederholgenaue Montagen und qualitativ hochwertige Zieloptiken. Ich muss mich zu 100 Prozent auf meine Ausrüstung verlassen können. Nun ist der finanzielle Aspekt hierbei natürlich nicht aus den Augen zu verlieren. Ein, neben dem Ansitzglas separates Drückjagdglas mit der dazugehörigen Montage ist schnell eine Investition von über 2.000 Euro. Warum dann nicht ein Allroundglas? Ich selber jage das ganze Jahr mit ein und demselben Glas, von präzisen Distanzschüssen, Nachtansitz bis zur Ernte- oder Drückjagd: mit einem Leica Magnus 1,8-12x50i mit Absehen L-4a auf einer Kontra-Einhakmontage von Ziegler. Das Sehfeld ist trotz des großen Objektivdurchmessers hervorragend, so dass mir flüchtiges Schießen leichtfällt. Durch die Vergrößerungsmöglichkeiten bleibt man flexibel an der Wald-Feldkante, auch weitere Schüsse anzutragen oder in ruhigen Situationen auf stehendes Wild genauer anzusprechen. Es entfallen Zeiten, in denen eine teure Zieloptik ungenutzt im Schrank herumliegt und einstaubt. Durch den ganzjährigen Gebrauch des Glases steigt das Vertrauen zur Waffe. Am Ende allerdings bleibt Jagd ein sehr emotionales Thema, weshalb auch jeder Schütze selber Erfahrungen sammeln sollte und sich für sein ideales Drückjagdglas entscheiden muss. Für mich habe ich mit dem Leica alles, was ich brauche.

Dr. Christian Holm, Eigenjagdbesitzer »SEIT FÜNF JAHREN FÜHRE ICH DAS Z6I 1,7-10X42.«

Zielfernrohr: Swarovskis Z6i 1,7-10x42 – weil man ja nie weiß, auf welchen Stand man kommt.


Montage: Original Blaser Sattelmontage – der möglichst flachen Waffen/Optik-Verbindung wegen.


Absehen: LD-I – ein Leuchtpunkt mit unterstützender Horizontale.


Seit fünf Jahren führe ich auf Drückjagden ein Z6i 1,7-10x42 von Swarovski mit Leuchtpunkt. Ich weiß morgens beim Sammeln ja nie, was für einen Stand ich bekomme. Stehe ich auf einer schmalen Rückeschneise oder sitze ich auf dem Acker? Im ersten Fall brauche ich viel Sichtfeld und wenig Vergrößerung, im zweiten Fall viel Vergrößerung für weite Schüsse. Aber auch auf reinen Waldjagden weiß ich die 10-fache Vergrößerung zu schätzen – zum Beispiel, weil ich so langsam anwechselndes Kahlwild oder Rehwild im Stangenholz durch das Zielfernrohr gut ansprechen kann. Das Glas ist dank des 42er Objektivs trotzdem noch handlich und durch die Blaser Montage flach montiert, was mir für das Flüchtigschießen sehr wichtig ist. Das Absehen ist ein waagerechter Faden mit kleinem Kreuz am Leuchtpunkt, das sich Absehen LD-I nennt.

Hubertus Meyer-Loos, Eigenjagdbesitzer »ICH SETZE AUFS SWAR OVSKI Z8I 1,7-13,3 X42.«

Zielfernrohr: Swarovskis Z8i 1,7-13,3x42 P – fast die eierlegende Wollmilchsau.


Absehen: L4A-IF – mit Leuchtpunkt und zuschaltbarem beleuchteten Kreis.


Ich setze auf folgende Optik: Zielfernrohr Swarovski Z8i 1,7-13,3x42 P, Absehen L4A-IF. Begründung: Für mich ist dieses Glas bisher am nächsten dran an der eierlegenden Wollmilchsau. Herausragende Bildqualität, gestochen scharf, nicht zu schwer und ungemein variabel von 1,7- bis 13- fach. Die kleine Vergrößerung bietet ein mehr als ausreichendes Sehfeld, die große Vergrößerung erlaubt ein sauberes Ansprechen, gerade wenn’s um Geweihträger geht und es schnell gehen muss. Die Leistung in der Dämmerung ist voll ausreichend. Das Absehen hat zwei Funktionen: Zum einen nur den Leuchtpunkt und zum anderen den zuschaltbaren beleuchteten Kreis. Dieser kann gerade bei schnellen Sauen durchaus als Vorhaltemaß sinnvoll „zweckentfremdet“ werden. Von Billiggläsern rate ich ab. Das hat zur Folge, dass man mehrere Gläser für unterschiedliche Jagdformen hat. Das Swarovski Z8i 1,7-13,3x42 deckt alle Jagdbereiche zur vollsten Zufriedenheit ab. Daher mein Rat: Besser ein teures Glas für alles, als mehrere Billiggläser für unterschiedliche Jagdsituationen. Als Montage empfehle ich die Ziegler-Montage. Sie sieht ähnlich (gut) aus wie die klassische Suhler Einhakmontage, wird allerdings maschinell gefertigt, mit geringsten Toleranzen, die zur Folge haben, dass bei häufigem Rauf und Runter das Gewehr dennoch punktgenau schießt. Abgesehen davon gefällt mir die tiefe Montage, die einen blitzschnellen Anschlag ermöglicht. Diese Montage gibt’s allerdings nicht für alle Büchsen. Im Zweifel den Hersteller fragen.


FOTOS: HESTELLER (5), PRIVAT (3)