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PROFITEST: LMC Cruiser T 662 G: Hoch hinaus


Reisemobil International - epaper ⋅ Ausgabe 2/2021 vom 05.01.2021

Ein Aufstelldach auf einem Teilintegrierten? Bei LMC gibt es das. Und wie sich diese Kombination bewährt, zeigt der LMC Cruiser T 662 G.


Artikelbild für den Artikel "PROFITEST: LMC Cruiser T 662 G: Hoch hinaus" aus der Ausgabe 2/2021 von Reisemobil International. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Reisemobil International, Ausgabe 2/2021

MATHIAS PIONTEK

Alles fit im Oberstübchen? Und auch sonst alles ok? Das zeigt sich auf den kommenden Seiten.

So ein Aufstelldach mit Stoffwänden hat schon irgendwie etwas Romantisches, etwas Ursprüngliches. Und wenn es etwas gibt, das an Campingbussen ganz besonders attraktiv ist, dann ja wohl das Aufstelldach, dank dem so ein Freizeitgefährt noch in die meisten normalen Garagen einfahren kann. Aber auf einem Teilintegrierten? Warum eigentlich nicht? Zwar scheitert ein ...

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... ausgewachsenes Mobil so oder so an jeder handelsüblichen Garage, doch bringt die geringe Bauhöhe des Aufstelldachs in geschlossenem Zustand ja trotzdem Vorteile.

Welche das sind, das soll ein Volumenmodell von LMC zeigen: der Cruiser T 662 G mit einem Grundpreis von 59.900 Euro und dem optionalen Aufstelldach für 4.350 Euro. In der Basisversion ist der 6,99 Meter lange Teilintegrierte auf zwei Camper ausgelegt, für die das Fahrzeug über der Heckgarage zwei Längs-Einzelbetten bereit hält. Zwischen Schlafzimmer und Aufbautür steht an der rechten Fahrzeugseite ein klassischer Küchenblock mit nebenstehendem Kühlschrank. Jenseits des Mittelgangs befindet sich das Bad mit integrierter Duschkabine. Den Raum vor der Nasszelle nimmt die Halbdinette ein. Weil die Sitzbank stets mit zwei Dreipunkt- Sicherheitsgurten ausgestattet ist, dürfen im LMC vier Personen reisen. Und hier kommt das Schlafdach ins Spiel, das es ermöglicht, auf ein die Stehhöhe verringerndes Hubbett oder eine Umbau- Version der Halbdinette zu verzichten. Ganz entscheidend: Dank dem Bett im Aufstelldach bleibt die Sitzgruppe stets für gemütliche Runden nutzbar, auch wenn etwa die Kinder schon schlafen. Ein abgesenktes Hubbett oder der abendliche Umbau der Sitzgruppe hingegen hätte das Ende der gemütlichen Runde zur Folge.

Die Sitzgruppe ist nicht allzu groß, bietet aber vier Leuten genügend Platz. Auch, weil LMC im Aufstelldach direkt überm Einstieg zum Dachbett eine Dachhaube montiert, ist es an der Sitzgruppe schön hell.


Karosserie

Basisfahrzeug für den LMC Cruiser T 662 G ist der Fiat Ducato 2,3 l Multijet mit 120 PS, Sechsgang-Getriebe, Frontantrieb und originalem Tiefrahmenchassis mit 3.500 Kilogramm zulässiger Gesamtmasse. Auflastungen auf 3.650 oder 4.250 sowie 4.400 Kilogramm sind möglich, auch bietet LMC stärkere Motoren an. So ist das Testexemplar mit dem 140-PS-Turbodiesel ausgestattet.


„Die gerundeten Dachkanten sind typisch für LMC – ebenso die gute Verarbeitung des Aufbaus.“
Rudi Stahl, Karosseriebaumeister


Auf das Tiefrahmenchassis setzt LMC eine holzfreie Bodenplatte aus 40 Millimeter starkem GfK-Sandwich mit Verstrebungen aus PU und geschlossenzelligem, wasserabweisendem XPS-Schaum als Isolierung. Die Seitenwände reichen in einer Rundung bis ins Dach und bestehen aus 30 Millimeter dickem Alu-Sandwich.

Die meisten Leuchten im Innenraum lassen sich dimmen. Durch die Dachöffnung geht‘s ins Dachbett.


Dach und Heckwand bestehen aus ebenfalls 30 Millimeter starkem GfK-Sandwich. Dach und Wände isoliert LMC mit wasseraufnehmendem EPS – kein Problem, solange der Aufbau dicht ist. Und hierauf gibt der Hersteller bei Beachtung seiner Vorgaben, wie etwa regelmäßige Kontrolle und maximal 120.000 Kilometer Laufleistung, zwölf Jahre Garantie.

Der Spalt zwischen Dachhutze und Fahrerhausdach sowie die Spalte an den Fendern vom Fahrerhaus zum Aufbau sind sehr gut abgedichtet. Auch an Unterboden und Dach ist alles so versiegelt wie es sein soll. Dass der Windspoiler vorm Aufstelldach an seinen Innenecken mit Unmengen an Dichtmasse verknatschelt ist, ist lediglich ein Schönheitsfehler.

Das Aufstelldach besteht aus einer GfK-Dachschale und seitlichen Stoffbahnen mit per Reißverschluss zu öffnenden Fenstern. Dass das Dachbett somit nicht für extremes Wintercamping gedacht ist, versteht sich eigentlich von selbst.

Die bequemen Einzelbetten lassen sich mit nur zwei Handgriffen und einem Zusatzpolster zum Doppelbett erweitern. Die Stehhöhe zwischen den Betten beträgt 162 Zentimeter. Unterm beifahrerseitigen Fußende befindet sich der Kleiderschrank. Die am Lattenrost befestigte Kleiderstange zieht die Kleidung zur leichteren Entnahme mit nach oben. Die zwei Schubladen im fahrerseitigen Fußende tragen je fünf Kilogramm – genug etwa für Unterwäsche.


„Beim gut verarbeiteten Mobiliar gefällt mir besonders, dass LMC konsequent vorstehende Kanten vermeidet.“
Alfred Kiess, Schreinermeister


Fenster, Türen, Dachhauben und Klappen bauen die Sassenberger akkurat ein. Das serienmäßige Fenster und die Zentralverriegelung werten die Aufbautür auf.

Der mehrteile Heckstoßfänger lässt sich im Schadensfall günstig reparieren. Allerdings reichen die zwei Längsholme der Rahmenverlängerung mit scharfen Kanten bis direkt unter den Stoßfänger. Diese Teile sollte LMC unbedingt abrunden, um Verletzungen, etwa bei spielenden Kindern, auszuschließen. Die Fahrzeugschürzen aus Aluminium und die hinteren Radläufe sind solide befestigt, und so punktet der Aufbau des LMC insgesamt mit vielen positiven Details.

Innenausbau

Wer das Innere des LMC Cruiser betritt, den erwartet ein freundliches Mobiliar, das der Hersteller mit hellgrauen Arbeitsflächen und teils beigen Möbelklappen zusätzlich aufhellt. Die Möbel sind stabil und frei von scharfen Kanten. Für die Oberklappen verwendet der Hersteller gerundete Schließbleche aus Kunststoff. Auch gefallen Details wie etwa die im geschlossenen Zustand bündig mit der Seitenwand des Küchenblocks abschließende Erweiterung der Arbeitsfläche. Typisch LMC: der seitlich angeschlagene Truhendeckel der Sitzbank, bei dem der Urlauber zum Öffnen das Polster nicht abnehmen muss. Sympathisch und wohnlich: Das Betthaupt und einige weitere Elemente bespannt LMC mit Stoff.

Den Boden unter der Sitzgruppe doppeln die Sassenberger mit einem Podest um 14 Zentimeter auf. Zum Absatz zwischen den Betten im Heck steigt der Camper zwei 18 Zentimeter hohe Stufen hinauf. Hierdurch beträgt dort die Stehhöhe statt 198 nur 162 Zentimeter. Allerdings hält man sich dort auch in der Regel nicht allzu lange aufrecht stehend auf.

Schlafen und Sitzen

Die Kaltschaummatratzen der Einzelbetten über der Heckgarage liegen auf unterlüfteten und per Gasdruckdämpfer aufstellbaren Holzlattenrosten und ermöglichen erholsamen Schlaf. Unterm Mittelpolster lässt sich eine Holzlade nach vorne ziehen. Hier dann einfach noch ein zusätzliches Polster auflegen, schon ist die durchgehende Liegefläche fertig. Weil die beiden Stufen zum Bett recht weit vorne ansetzen, erübrigt sich auch nach dem Umbau zum Doppelbett eine Leiter.

Über eine Einhängeleiter geht es durch die Dachöffnung ins luftige Oberstübchen. Der Liegekomfort entspricht jenem in Campingbussen, doch ist die Aussicht durch die drei Zeltfenster einmalig.


Um eine möglichst hohe Heckgarage zu realisieren, befinden sich die Liegeflächen darüber entsprechend hoch im Innenraum. An sich würde das nicht stören, allerdings kommen hierdurch die Köpfe der Schlafenden der Unterseite des Oberschranks an der Heckwand recht nah, sodass sich unruhige Schläfer hier den Kopf stoßen könnten. Sehr ansprechend gestaltet ist das mit Stoff bezogene und von dimmbaren LED-Lichtleisten durchzogene Betthaupt. Zum Lesen installiert LMC unterm Oberschrank rechts und links je eine schwenkbare, helle LED-Lichtleiste, in deren Schein es sich sehr gut lesen lässt. Weiteres Licht steuern die beiden dimmbaren Leuchten im Rahmen der Dachhaube über den Betten bei.

Einzigartig bei einem Teilintegrierten ist das Dachbett im optionalen Aufstelldach. Der Urlauber löst zwei Spanngurte und drückt das Aufstelldach ein Stück nach oben. Den Rest übernimmt die von Gasdruckdämpfern unterstützte Scherenmechanik.

Über die zweiteilige Leiter oben angekommen, fällt der Blick auf die Liegefläche. Die neun Zentimeter dicken Polster liegen auf Roll-Holzlattenrosten. Zum Schlafen schiebt man die beiden Holzladen des Durchgangs zu und belegt sie mit einem Zusatzpolster. Der Liegekomfort reicht verständlicherweise nicht an den der Einzelbetten im Heck heran, sondern entspricht eher jenem im Aufstelldach eines Campingbusses. Einmalig hingegen: In keinem anderen Teilintegrierten genießt man auch nur annähernd so viel Weitsicht, etwa, wenn morgens die Sonne durch die seitlichen Folienfenster fällt. Nach vorne enscheidet der Camper durch Öffnen des entsprechenden Reißverschlusses, ob die Sonne direkt aufs Gesicht scheint oder durch eine Moskito- Gaze. Alle drei Fenster lassen sich mit dem grauen Stoff der Seitenwände blickdicht machen. Dann ist es auch tagsüber recht dunkel, sodass noch müde Camper im Oberstübchen nicht gleich vom ersten Sonnenstrahl geweckt werden. So richtig dunkel wird es dann aber nachts, denn LMC spendiert seinem Dachabteil weder Leuchte noch Stromanschluss. Vor Fahrtantritt zieht der Urlauber das Aufstelldach an einem langen Seil wieder nach unten. Im Stoff eingenähte Spannelemente verhindern, dass dabei der Stoff der Seitenwände einzwickt. Nun noch das Dach mit den Spanngurten sichern, und der LMC ist abfahrtbereit. Übrigens können zwei Schlafsäcke und zwei nicht zu hohe Kissen im abgesenkten Oberstübchen verbleiben. Mit 120 Kilogramm ist das Schlafdach das schwerste Extra des Testwagens. Doch schon alleine, dass dank ihm die Sitzgruppe stets nutzbar bleibt, macht diese Option sehr attraktiv.


„Dank der weitgehend dimmbaren Innenbeleuchtung bietet der LMC zu jeder Gelegenheit das passende Licht.“
Götz Locher, Elektromeister


Der Küchenblock ist mit selbstzündendem dreiflammigen Herd mit Gussrost und nicht allzu großer Spüle ausgestattet. Daneben steht der 141-Liter- Kühlschrank mit Eisfach und zusätzlichem unteren Auszug. Der Stauraum in Ober- und Unterschrank reicht auch für vier Reisende gut aus, allerdings sind die Auszüge im Unterschrank breit und sperrig. Zudem wären sechs schmalere statt drei breite Auszüge stabiler.


Wer einen fünften Schlafplatz – oder ohne Schlafdach einen dritten – benötigt, ordert die Sitzgruppe zum Bett umbaubar. Die Sitzgruppe formiert sich aus der Zweier-Bank mit L-Schenkel, dem großen Tisch mit verschieb-, dreh- und höhenverstellbarer Platte und den dreh- und höhenverstellbaren Vordersitzen mit zwei Armlehnen. Die Sitzbank stattet LMC mit Dreipunkt-Sicherheitsgurten und mit Kopfstützen aus. Um an den Inhalt der Sitzbanktruhe zu gelangen, klappt der Urlauber einfach den Truhendeckel seitlich auf, ohne das Polster darüber abzuheben.

Das Bad ist dank Milchglasfenster schön hell. Auf der Drehtoilette hat man genügend Bewegungsfreiheit für Beine und Ellenbogen. Die Duschkabinentüren sind einfach zu handhaben und schließen gut. Die beiden LEDs bedient der Camper am Schalter außen neben der Badtür. Nicht mehr im Bild: die 230-Volt-Steckdose an der Sitzbank.


Die Heckgarage mit optionaler zweiter Tür für 490 Euro ist 114 Zentimeter hoch und bietet eine Durchreiche in den doppelten Boden zwischen den Einzelbetten. Beim Gasflaschenkasten mit schmaler Außentür muss zum Wechseln der hinteren Gasflasche die vordere raus. Der Sicherheits-Gasregler Truma Duo Control kostet 335 Euro.


„Die scharfkantigen Rahmenverlängerungen unterm Heckstoßfänger sollte LMC abrunden.“
Thomas Klingenstein, Dekra-Sachverständiger


Küche und Bad

Mit großem, dreiflammigem Herd und 141-Liter-Kühlschrank ist die Küche sinnvoll ausgestattet und zudem mit einer LED-Lichtleiste hell ausgeleuchtet. Die Spüle könnte etwas tiefer sein und statt der drei unpraktischen breiten Auszüge wären sechs schmalere besser. Die Arbeitsfläche lässt sich mit dem seitlichen Klappbrett erweitern.

Im Bad nutzt LMC den Platz sehr gut aus. Die Acrylglastüren der integrierten Dusche lassen sich einfach bedienen und beim Abbrausen hat der Urlauber genügend Bewegungsraum. Wasser und Schaum verlassen das Bad durch zwei vertiefte Abläufe der Duschtasse. Auf der Thetford-Drehtoilette haben große und kleine Camper genügend Platz. Durch das Milchglasfenster fällt angenehm viel Licht ins Bad. Praktisch auch, dass LMC außen nahe der gut schließenden, soliden Badtür eine 230-Volt-Steckdose montiert.

So überzeugt der LMC Cruiser T 662 G mit Aufstelldach auch in dieser Disziplin.

Typisch für den LMC sind die in einer Rundung bis ins Dach reichenden Seitenwände. Den Heckträger für drei Fahrräder gibt es für 460 Euro.


AUF DER TESTSTRECKE

Der LMC Cruiser T 662 G rollt als 3,5-Tonner mit originalem Tiefrahmenchassis aufs Testgelände. Mit Markise (50 kg/1.420 Euro) und dem Aufstelldach (120 kg/4.350 Euro) hat das Fahrzeug zwei Extras, die den Schwerpunkt deutlich erhöhen. Dennoch absolviert der 6,99 Meter lange Teilintegrierte den Testparcours recht passabel. Den doppelten Fahrspurwechsel durchfährt das Mobil mit 55 km/h und liegt damit im Durchschnitt. Beim 18-Meter-Slalom erreicht der LMC 50 km/h und bleibt damit rund zehn Prozent unter dem Mittel. Grund hierfür ist die untersteuernde Vorderachse und die leicht übersteuernde Hinterachse – ein häufig auftretendes Phänomen bei Reisemobilen mit langem Hecküberhang. Diese Fahrzeugreaktionen sind für den Fahrer gut absehbar und leicht zu korrigieren. Zudem greift das ESP stets ein, bevor eine kritische Situation entsteht. Auf Seitenwind reagiert der LMC kaum, auch zeigt er sich ziemlich spurstabil. Bei der Komfortmessung leitet die Vorderachse Stöße aus Fahrbahnunebenheiten, insbesondere von Querrillen, recht deutlich bis in die Vordersitze des Fiat Ducato ein. Die an Längsblattfedern geführte hintere Starrachse bügelt Schlaglöcher etwas besser weg. Antriebsgeräusche dringen in dem für den Fiat Ducato üblichen Umfang in den Innenraum vor. Die Windgeräusche bleiben auf sehr niedrigem Niveau. Der Möbelbau gibt bei schlechter Fahrbahn leichte Kappergeräusche von sich, und auch vom Aufstelldach dringt bei starken Verwindungen des Aufbaus auf Schlechtstraße schon einmal ein Knarzen nach unten. Nichts aber, worüber man sich Sorgen machen müsste. Mit dem optionalen 140-PS-Turbodiesel ist der Teilintegrierte ausreichend motorisiert, auch dann noch, wenn das Mobil vollbeladen längere Steigungen bezwingen soll. Der 120-PS-Serienmotor dürfte sich hier deutlich schwerer tun. Die Sicht im LMC Cruiser T 662 G ist nach vorne, nach rechts und links sowie nach links hinten gut. Beim Blick nach rechts hinten hilft das serienmäßige Aufbautürfenster, nach hinten die Rückfahrkamera.

DAS INNENLEBEN AUF EINEN BLICK

DIE KONKURRENTEN

Adria Matrix Axess 600 SL

Zurzeit ist der LMC Cruiser T 662 G mit Hubdach ohne direkten Konkurrenten. Einen Teilintegrierten mit vergleichbarem Grundriss und Hubbett über der Sitzgruppe hat unter anderem Adria mit dem gut ausgestatteten Matrix Axess 600 SL im Programm. Neben den regulären Matrix-Axess-Modellen auf Fiat Ducato mit 120 PS bietet der Hersteller seine Matrix-Sondermodelle mit dem Namenszusatz All-in an. Diese basieren auf dem nahezu baugleichen Citroën Jumper mit 140 PS und bieten eine erweiterte Serienausstattung bei gleichzeitig niedrigerem Grundpreis.

Basisfahrzeug: Fiat Ducato 2,3 l Multijet mit 120-PS-Turbodiesel; Sechsgang-Schaltgetriebe; Frontantrieb; Euro 6d TEMP AdBlue

Maße, Massen: zul. Gesamtmasse: 3.500 kg, Masse fahrbereit: 3.040 kg; Maße (L x B x H): 699 x 230 x 289 cm, Innenhöhe: 204 cm, Einzelbetten: 195 und 190 x 83 cm; Hubbett: 190 x 130/110 cm

Basisausstattung: Heizung: Truma Combi 4 CP Plus, Absorberkühlschrank: 140 l, Frisch-/Abwasser: 140/85 l, Gas: 2 x 11 kg Grundpreis: 58.399 €

www.adria-mobil.com

Knaus Boxstar 600 Lifetime

Wem das Aufstelldach mit Dachbett zusagt, der klassische Campingbus jedoch zu puristisch ist, für den könnte der Knaus Boxstar 600 Lifetime eine Alternative sein. Der ausgebaute Fiat-Ducato-Kastenwagen bietet mit Halbdinette, Küchenblock an der Schiebetür und Bad gegenüber sowie Längsbetten im Heck einen typischen Grundriss. Mit Knaus-Aufstelldach CUV ist auch dieses Fahrzeug für vier Reisende geeignet. Das Aufstelldach samt Dachbett wiegt 136 Kilogramm und kostet 3.898 Euro, die fürs Aufstelldach erforderliche Auflastung auf 3.500 kg 634 Euro.

Basisfahrzeug: Fiat Ducato 2,3 l Multijet mit 120-PS-Turbodiesel; Sechsgang-Schaltgetriebe; Frontantrieb; Euro 6d TEMP AdBlue

Maße, Massen: zul. Gesamtmasse: 3.500 kg (Serie: 3.300 kg); Masse fahrbereit: 2.933 kg; Maße: (L x B x H): 636 x 205 x 258 cm; Innenhöhe 190 cm, Heckbetten: 200 und 180 x 85 cm; Dachbett: 200 x 135 cm

Basisausstattung: Heizung: Truma Combi 4, Kompressorkühlschrank 70 l, Frisch-/Abwasser: 102/90 l, Gas: 2 x 11 kg

Grundpreis: 50.825 € (inkl. Aufstelldach u. Auflastung)

www.knaus.com

TECHNISCHE DATEN & LADETIPPS

HERSTELLER

LMC Caravan GmbH & Co. KG,
Rudolf-Diesel-Straße 4
48336 Sassenberg
02583/27-0
www.lmc-caravan.de

Basisfahrzeug: Fiat Ducato 2,3 l Multijet mit originalem Tiefrahmenchassis; vorn: Einzelradaufhängung mit McPherson-Federbeinen; hinten: Starrachse an Längsblattfedern mit Stoßdämpfern; Frontantrieb; Reifen vorn/hinten: 225/75 R16C 121/120R

Motor und Getriebe: Vierzylinder- Turbodiesel mit AdBlue; Hubraum: 2.287 cm3; Leistung: 104 kW (140 PS) bei 3.500/min; max. Drehmoment: 350 Nm bei 1.400 - 2.500/ min; Neungang-Automatikgetriebe

Abgasnorm: Euro 6d TEMP

MASSE UND MASSEN

Zul. Gesamtmasse: 3.500 kg; Masse in fahrber. Zustand: 2.915/3.035kg (ohne/mit Aufstelldach); Außenmaße (L x B x H): 699 x 232 x 269 /282 cm (ohne/mit Aufstelldach) cm; Radstand: 403,5 cm; Spur v./h.: 182/198 cm; Anhängelast gebremst/ ungebremst: 2.000 kg/750 kg

Aufbau: Fahrerhaus original Fiat; Boden: GfK-Sandwich 40 mm mit PU-Leisten und wasserabweisendem XPS-Schaum; Dach und Heckwand: GfK-Sandwich 30 mm mit EPS-Schaum als Isolierung, Seitenwände: Alu-Sandwich 30 mm mit EPS-Schaum als Isolierung; Bodenplatte holzfrei, übriger Aufbau mit Holzleisten; optionale Rahmenfenster statt vorgehängter Fenster, Aufbautür einfach verriegelnd, jedoch mit Fenster; Aufstellfenster in Dachhutze; 2 x Dachhaube; Bad mit Fenster; Aufstelldach mit Dach verklebt, Seitenwände Stoff, Dachteil GfK, Zustieg durch mit Brettchen verschließbare Öffnung im Dach

Wohnraum: Innenmaße (L (B-Säule bis Heckwand) x B x H): 468 x 218 x 198 cm; Fußboden unter Sitzgruppe 14 cm hoch aufgedoppelt, zwei Stufen zum Bett je 18 cm hoch; Möbel: Sperrholz/Multiplex; Metallaufsteller

INSTALLATION

Gas-Luftheizung Truma Combi 6 CP Plus unter Einzelbett; Frostschutzventil in Servicefach installiert;

LADETIPPS

Der getestete LMC Cruiser T 662 G rollt mit Extras auf die Waage, die zusammen rekordverdächtige 318 Kilogramm wiegen. In dieser Konfiguration ist das Fahrzeug mit vollem Frischwasser-, Gas- und Dieselvorrat, Inventar und zwei Personen samt Gepäck bereits um 30 kg überladen. Mit vier Campern an Bord sind es sogar 200 kg. Den größten Anteil daran hat das Aufstelldach mit 120 kg. Wer es ordert, um zu viert zu verreisen, kommt, selbst bei äußerster Zurückaltung bei den übrigen Extras, um eine Auflastung kaum herum. Günstigste Variante: 3.650 kg zulässige Gesamtmasse für 185 Euro.

ELEKTRIK

Der LMC Cruiser T 662 G ist mit 230-V-Anlage (Wechselspannung AC) und 12-V-Anlage (Gleichspannung DC) ausgestattet. Die Einspeisung erfolgt über einen CEE-Stecker in der linken Seitenwand. Die 230-V-Anlage ist mit einem 16-A-Sicherungsautomaten mit FI-Schutzschalter abgesichert. Dieses Bauteil befindet sich im fahrerseitigen Bettkasten. Die Schnittstelle zum 12-VBordnetz bildet das Ladegerät EBL 630 B von Schaudt mit 18 A Ladestrom. Es ist in der Konsole des Fahrersitzes eingebaut. Die 95-Ah-AGM-Bordbatterie von Varta findet der Camper in der Konsole des Beifahrersitzes. 230-V-Steckdosen: 1 x Sitzgruppe, 1 x Sitzbank, 2 x Küche, 2 x Schlafzimmer, 1 x Heckgarage, 1 x TV-Außensteckdose; USB-Steckdosen: 1 x Armaturenbrett, 1 x Küche (Doppel-USB); 12-V-Steckdosen: 1 x Armaturenbrett, 1 x TV-Außensteckdose.

120-l-Frisch- und 95-l-Abwassertank unterflur montiert, isoliert und beheizt; Gas-Absperrhähne in Küchenunterschrank

AUSSTATTUNG IM TESTWAGEN (AUSZUG)

• Fahrerairbag, ABS Serie
• ASR, ESP mit Traction+ Serie
• Aufbautür mit Fenster u. ZV Serie
• Rückfahrkamera (o. Display) Serie
• Rauchmelder Serie
• 140 PS statt 120 PS (0 kg) 950 €
• Automatikgetriebe (18 kg) 3.450 €
• Chassis-Komfort-Paket mit Beifahrerairbag, Fahrerhaus- Klimaautomatik,Tempomat, Bediensatelliten am Lenkrad und elektr. einstell- u. beheizbaren Außenspiegeln (25 kg) 1.990 €
• Avantgarde-Paket u. a. m. Insektenschutzplissee an Aufbautür, Skyroof in Dachhutze, Vorbereitung für Klima, Sat, Solar (28 kg) 2.490 €
• Chassis-Design-Paket u. a. m. Alufelgen (6 kg) 1.290 €
• Aufstelldach (120 kg) 4.350 €

WAS UNS AUFFIEL

+ An die Sitztruhe gelangt man, ohne das Sitzpolster abnehmen zu müssen.


+ Frisch- und Abwassertank sind serienmäßig beheizt und isoliert.


+ Praktisch: Servicefach mit Schalter für den elektrischen Abwasserhahn.


+ Die Gasheizung ist hinter einer Tür in der Heckgarage sehr gut zugänglich.


- Versteckte Stromfresser: die beiden Halogenlampen in der Heckgarage.


- Die Stehhöhe zwischen den Betten beträgt nur 162 Zentimeter – zu wenig für Kollege Simon Ribnitzky.


- Wie so oft: Der Toilettenschacht ist nicht gegen Flüssigkeit abgedichtet.


- Die scharfen Kanten der Rahmenverlängerung sollte LMC abrunden.


TESTFAZIT

Der LMC Cruiser T 662 G ist ein durchdachter Teilintegrierter mit gut verarbeitetem Aufbau und ansprechendem Innenausbau. In der Regel erfreuen sich an ihm zwei Reisende. Doch mit dem optionalen Aufstelldach wird das mit 6,99 Meter Länge noch kompakte Fahrzeug auch interessant für vier Leute – insbesondere für Eltern mit nicht mehr ganz kleinen Kindern. Denn für junge Camper ist das Dachbett ein tolles eigenes Reich. Und anders als bei Fahrzeugen mit Hubbett bleibt die Sitzgruppe stets uneingeschränkt nutzbar. Allerdings: Wer das Hubbett ordert und zu viert verreist, kommt um eine Auflastung kaum herum. Doch dürfte den meisten Käufern je nach Konfiguration des Fahrzeugs die Auflastung auf 3,65 Tonnen zulässige Gesamtmasse für 185 Euro ausreichen.
Mathias Piontek

DIE EXPERTEN

Männer vom Fach, die unserer Test-Redaktion hilfreich zur Seite stehen.

Götz Locher, Elektromeister Das Elektrohandwerk liegt bei Lochers in der Familie. Der Vater war Obermeister der Elektroinnung Stuttgart, er selbst jahrelang Mitglied der Meisterprüfungskommission.


Alfred Kiess, Schreinermeister Mit seinem Unternehmen hat sich Alfred Kiess auf die Fertigung hochwertiger Möbel- und Einzelstücke mit edlen Intarsienarbeiten sowie auf den Innenausbau von Yachten und Luxus-Mobilen spezialisiert.


Rudi Stahl, Karosseriebaumeister Der Experte in Sachen Aufbau und Fertigungsqualität beurteilt mit seiner langjährigen Erfahrung im Karosseriebereich das optische Erscheinungsbild sowie die Kabinenanpassung der Testmobile.


Thomas Klingenstein, Dekra-Sachverständiger Thomas Klingenstein arbeitet seit 2004 bei der Dekra. Sein Spezialgebiet sind Nutz-, Wohn- und Sonderfahrzeuge sowie Allradler vom 4x4 bis hin zum 8x8. Doch damit nicht genug: Klingenstein ist begnadeter Camper und scheut sich auch nicht vor Fernreisen im Wohnmobil.


Fotos: Hardy Mutschler

Foto: Mathias Piontek