Weiterlesen mit NEWS. Jetzt testen.
Lesezeit ca. 11 Min.

PROFITEST: Model-Maß


Reisemobil International - epaper ⋅ Ausgabe 8/2019 vom 05.07.2019

Der überarbeitete Carthago C-Compactline wiegt nun noch weniger – und bietet dabei erstaunlich viel an Ausstattung und an technischen Finessen.


Carthago C-Compactline I 143 LE

EXKLUSIV von 5 EXPERTEN geprüft

Artikelbild für den Artikel "PROFITEST: Model-Maß" aus der Ausgabe 8/2019 von Reisemobil International. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Reisemobil International, Ausgabe 8/2019

Schmal, Schmalhans, Schmalspur – zuweilen ist das Wort schmal negativ behaftet. Nicht ganz voll zu nehmen – schmal eben.

Doch schmal hat auch viele Vorteile. Schmal beim Reisemobil bedeutet zwar weniger Innenbreite, aber eben auch weniger Raumbedarf beim Fahren, Rangieren und Parken. Und schmal bedeutet beim Aufbau auch weniger Masse.

Und hier tritt der neue Carthago C-Compactline I 143 LE mit dem ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 3,99€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Reisemobil International. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1000 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 8/2019 von LESERBRIEFE: Ihre Meinung. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
LESERBRIEFE: Ihre Meinung
Titelbild der Ausgabe 8/2019 von VERGLEICH: Stern mit Zugkraft. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
VERGLEICH: Stern mit Zugkraft
Titelbild der Ausgabe 8/2019 von PROBEFAHRT: VW Grand California 600. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
PROBEFAHRT: VW Grand California 600
Titelbild der Ausgabe 8/2019 von KOMPAKTE Camper: PREMIERE FLOWCAMPER Frieda Luftig. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
KOMPAKTE Camper: PREMIERE FLOWCAMPER Frieda Luftig
Titelbild der Ausgabe 8/2019 von PREMIERE: FIAT DUCATO Konter der Nummer eins. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
PREMIERE: FIAT DUCATO Konter der Nummer eins
Titelbild der Ausgabe 8/2019 von PREMIERE: WEINSBERG CaraCore. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
PREMIERE: WEINSBERG CaraCore
Vorheriger Artikel
LESERBRIEFE: Ihre Meinung
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel VERGLEICH: Stern mit Zugkraft
aus dieser Ausgabe

... Namens-zusatz Super-Lightweight auf den Plan. 6,95 Meter lang, misst der integrierte Aufbau des Dreieinhalbtonners auf Fiat Ducato mit Al-Ko-Chassis nur 2,12 Meter in der Breite. Klassischer Grundriss: zwei Einzelbetten über der Heckgarage, kompaktes Bad und Küchenblock davor und die Sitzgruppe im vorderen Fahrzeugteil samt Hubbett darüber – dies alles jedoch bei nur 2,05 Meter Innenbreite. Doch Cartha go schafft es, dass der C-Compactline I 143 nicht eng wirkt. Darüber hinaus bietet der Integrierte dank beheiztem, isoliertem, von innen wie außen zugänglichen Doppelboden und dank der großen Heckgarage viel Stauraum.

Trotz der vergleichsweise geringen Aufbaubreite von 2,05 Metern hat Carthago in seinen neuen Integrierten eine bequeme, recht großzügige Sitzgruppe hineingezaubert. Über der Sitzbank: das gut kaschierte TV-Fach.


DIE EXPERTEN

Männer vom Fach, die unserer Test-Redaktion hilfreich zur Seite stehen.

Götz Locher, Elektromeister Das Elektrohandwerk liegt bei Lochers in der Familie. Der Vater war Obermeister der Elektroinnung Stuttgart, er selbst jahrelang Mitglied der Meisterprüfungskommission.

Alfred Kiess, Schreinermeister Mit seinem Unternehmen hat sich Alfred Kiess auf die Fertigung hochwertiger Möbel- und Einzelstücke mit edlen Intarsienarbeiten sowie auf den Innenausbau von Yachten und Luxus-Mobilen spezialisiert.

Heinz Dieter Ruthardt, Wasser- und Gasexperte Seit den 1960er-Jahren ist Heinz Dieter Ruthardt Fachhändler für Campingzubehör und Sachverständiger für die Installation von Gas- und Wasseranlagen in Reisemobilen.

Rudi Stahl, Karosseriebaumeister Der Experte in Sachen Aufbau und Fertigungsqualität beurteilt mit seiner langjährigen Erfahrung im Karosseriebereich das optische Erscheinungsbild sowie die Kabinenanpassung der Testmobile.

Karosserie

Beim Aufbau lassen sich auch beim neuen C-Compactline I 143 LE typische Merkmale eines Carthago finden:

Zunächst fällt die tief heruntergezogene Windschutzscheibe vor dem nach vorne abfallenden Armaturenbrett auf. Hierdurch genießt der Fahrer eine gute Sicht nach vorne. Als zweites fällt auf, dass der Hersteller an Fahrer- und Aufbautür eine Regenrinne montiert hat. Eine Kleinigkeit, die aber zeigt, dass die Fahrzeuge aus Aulendorf zu Ende gedacht sind. Weiteres typisches Merkmal sind die über eine sanfte Rundung bis ins Dach gezogenen Seitenwände. Carthago fertigt sie aus 38 Millimeter starkem Alu-Sandwich. Das Dach besteht aus 38 Millimeter starkem Sandwich mit GfK-Oberseite und Aluminium-Unterseite. In Verbindung mit leitenden Elementen im Aufbau bietet der Carthago dadurch bei Gewitter den Schutz eines Faradayschen Käfigs, was Reisemobil International 2017 im Labortest zusammen mit der Universität Stuttgart bestätigen konnte.

Den Unterboden erstellen die Aulendorfer aus 33 Millimeter starkem GfK-Sandwich. Der Fußboden ist 28,5 Millimeter dick. Dazwischen lädt der Urlauber Gepäck in einen 22 bis 46 Zentimeter hohen Zwischenraum – entweder über Bodendeckel oder von außen über Stauraumklappen. Isoliert ist der holzfreie Aufbau mit wasserabweisendem RTM-Schaum.

Mit Ausnahme der beim getesteten Prototypen nicht ordentlich justierten GfK-Motorhaube präsentiert sich der gesamte Aufbau sehr gut verarbeitet. Auch ist anhand der akkuraten Dichtnähte etwa am Unterboden zu erkennen, dass Carthago das Fahrzeug für einen langjährigen Ein satz vorsieht. Die Aufbautür verriegelt nur einfach, ist aber mit Fenster und Gasdruckdämpfer als Anschlag ausgestattet. Die doppelt verriegelnde Fahrertür stattet Carthago mit elektrischem Fensterheber aus. Rahmenfenster sind ebenso Serie. Die neu gestaltete Bugpartie zieren nun LED-Tagfahrlichter. Die stabilen Aufbauschürzen bestehen aus Aluminium. Sehr schön: der mit einem lackierten Blechdeckel perfekt in die Seitenwand eingelassene Diesel-Tankstutzen. Hier hat Carthago Platz für spätere Motorvarianten mit Adblue-Einfüllstutzen vorgesehen. Somit überzeugt der Aufbau des neuen C-Compactline – wie dies auch schon bei der bisherigen Baureihe der Fall war.



Innenausbau

Das erste, was im Inneren auffällt, ist der bis zu den Bettstufen durchgehend ebene Fußboden. Auch zum Fahrerhaus hin stört kein Absatz. Die Möbel, besonders der Korpus des Bads, lassen den schmalen Integrierten etwas gedrungen erscheinen. In der Praxis zeigt sich aber, dass im Carthago genügend Bewegungsraum vorhanden ist. Zudem bietet das Fahrzeug eine gute Raumökonomie: Das kompakte Bad mit integrierten Duschtüren spart ebenso entscheidende Zentimeter wie der Küchenblock. Dessen Arbeitsfläche kann der Koch mit dem Spülendeckel an der Wand als eingehängtes Regal nutzen. Auch Staumöglichkeiten, nicht nur in der Küche, sind genügend vorhanden.



Die komfortablen Matratzen der Einzelbetten über der Heckgarage ruhen auf in Gummi gelagerten Holzlattenrosten mit aufstellbaren Kopfteilen. Sogar unterm Mittelpolster hat Carthago einen Lattenrost montiert. In beiden Fußenden findet sich je ein Kleiderschrank. Im Nu sind die Betten zur durchgehenden Liegewiese erweitert.


Ob die am Kopfende aufstellbaren Holzlattenroste der Einzelbetten, der Mechanismus für die Erweiterung zum Doppelbett, die gut zugänglichen Kleiderschränke in den Bettkästen, oder die ambitionierte Verarbeitung – der Ausbau des C-Compactline I 143 LE gefällt.

Sitzen und schlafen

Die Sitzgruppe vorne im Fahrzeug formiert sich aus der L-Sitzbank, dem Tisch mit Zentralfuß, den drehbaren Vordersitzen und dem Seitensitz. Bemerkenswert: Dem Ensemble ist nicht anzumerken, dass die Innenbreite knapp 15 Zentimeter geringer ist als bei herkömmlichen Integrierten. Vier bis fünf Urlauber sitzen bequem. Sehr gut: Carthago stattet die Sitzbank mit einem klappbaren Polster und darunter mit einem entsprechend angelenkten Sitztruhendeckel aus. So gelangt der Camper mühelos an den Stauraum, ohne Lehnen- und Sitzpolster entfernen zu müssen. Weiterhin ist die Bank mit zwei Dreipunkt-Sicherheitsgurten und einer durchgehenden höhenverstellbaren Kopfstütze ausgestattet. Die bequemen drehbaren Fahrerhaussitze von Aguti sind in Höhe und Neigung verstellbar.

Für mehr Beinfreiheit unterwegs lässt sich der Längsschenkel der Sitzbank demontieren. Nach dem Entnehmen der Polster und einer Holzplatte entfernt man die Front-Blende der Truhe darunter wie ein Schott nach oben. Damit die Füße des Passagiers nicht im Doppelboden bau- meln, andererseits der große Stauraum nicht eingeschränkt wird, liefert Carthago einen Boden zum Einlegen. Ist die Demontage des L-Schenkels schon nicht besonders kommod, so gestaltet sich das Wieder-Einsetzen der Frontblende als Geschicklichkeitsübung, denn der Camper muss das Brett mit seinen Nuten über vier bewegliche Passfedern schieben. Pluspunkte gibt‘s für den Tisch: Wie bei Carthago bewährt, lässt sich seine Platte per Druck auf einen Fußtaster entriegeln, dann verschieben und drehen. Hebt der Camper seinen Fuß, ist die Platte wieder arretiert.



Das Hubbett über Sitzgruppe und sehr harmonisch gestaltetem Fahrerhaus entriegelt der Urlauber an einem selbst einrastenden Zentralverschluss. Die neun Zentimeter starke Matratze liegt auf Holzlattenrosten auf. Entsprechend gut ist der Liegekomfort. Das Bett entern Urlauber bequem über den Seitensitz. Zwei LED-Spots spenden gutes Leselicht. Allerdings verzichtet Carthago hier bei der Serienausstattung auf eine Dachhaube.

Das Schlafzimmer überzeugt auf ganzer Linie: Die Sieben-Zonen-Kaltschaum- matratzen der beiden Einzelbetten liegen auf Holzlattenrosten mit aufstellbaren Kopfteilen. Sogar dem Mittelpolster spendiert Carthago einen Rost. Die Fußenden beider Betten lassen sich aufstellen; darunter kommt je ein Kleiderschrank mit Tür zum Vorschein. Beim beifahrerseitigen lässt sich ein Zwischenboden einlegen. Für diesen und für das Zusatzpolster der Betterweiterung hat Carthago extra einen Spanngurt montiert.

Die Betten lassen sich mit dem Zusatzpolster und einem soliden Mechanismus zum Doppelbett erweitern. Hierzu öffnet man eine Klappe mit Push-lock und zieht eine stabile Holzleiter mit daran befestigter Lade heraus. Polster auflegen – fertig.

Das Bad gefällt mit effizienter Raumeinteilung. Toilette, Dusche, Waschtisch lassen sich gut nutzen.


Küche und Bad

Dass Carthago im schmalen C-Compactline I 143 LE statt einer raumgreifenden Winkelküche einen geraden Küchenblock einbaut, ist konsequent. Der auch als Schneidebrett verwendbare Deckel der großen Rundspüle neben dem elektrisch zündenden Dreiflamm-Herd lässt sich an der Wand zum Kühlschrank hin als Ablage einhängen. Die Abdichtung der Arbeitsplatte überzeugt ebenso wie das Angebot an Stauraum im Oberschrank und in den stabilen Auszügen.

Stimmiges Möbeldesign, gute Beleuchtung und genügend Platz machen den Innenraum des Carthago aus.


Auch bei der Küche hat Carthago drauf geachtet, keinen Platz zu verschwenden. Im Fach neben dem Küchenoberschrank ist Platz für eine Kaffeemaschine.


Das Besteckfach aus Holz sieht zwar im Neufahrzeug gut aus, pflegeleichter wäre aber ein Besteckeinsatz aus Kunststoff.

Auch im Bad nutzt Carthago jeden Zentimeter und integriert hier die gut nutzbare Dusche mit leichtgängigen, sauber schließenden halbrunden Duschkabinentüren. Deren Führungsschiene endet in Kopfnähe groß gewachsener Camper, ist aber mit einem Kunststoffendstück entschärft.

Das nur neun Zentimeter hohe, durch den Radkasten bedingte Podest unmittelbar vorm angenehm großen Waschtisch stört weder beim Duschen noch beim Waschen. Die Drehtoilette von Thetford ist für große wie kleine Camper gleichermaßen gut geeignet. Frische Luft gelangt über eine Dachhaube ins Bad.

Unterwegs

Während der Fahrt gefällt der C-Compactline I 143 LE mit seinem hervorragenden Sichtfeld nach vorne zu den Seiten und dank guter Rückfahrkamera nach hinten. Das Aufbautürfenster erschließt den Verkehrsraum rechts des Fahrzeugs. Störend ist der große, doch ungünstig platzierte linke Außenspiegel: je nach Blickwinkel verdeckt er etwa in Verkehrskreiseln ganze Pkw. Hell und homogen: Das Abblend- und das Fernlicht.

Motoren-, Antriebs- und Windgeräusche gelangen nur in geringem Umfang an die Ohren der Reisenden. Die Möbelgeräusche sind für einen Carthago noch recht präsent; hier zeigt sich der Prototypenstatus. Besonders bei unbeladenem Fahrzeug gefällt die Spurtreue und die geringe Seitenwindanfälligkeit. Serienmäßig ist der Carthago C-Compactline I 143 LE mit Fahrer- und Beifahrerairbag, ESP mit Traction Plus, ASR, Hill Holder und Hill Descend Control ausgestattet. Der Grundpreis des sehr gelungenen schlanken Integrierten beträgt 83.990 Euro.



Dank Modifikationen am Mobiliar, etwa am Hubbett, wiegt der neue Carthago C-Compactline I 143 LE rund 20 Kilogramm weniger als der bisherige. Typisch: die oben gerundeten, bis ins Dach reichenden Seitenwände.


AUF DER TESTSTRECKE

Das Testgelände befährt der Carthago C-Compactline I 143 LE voll beladen auf seine zulässige Gesamtmasse von 3.500 Kilogramm. Während das 6,95 Meter lange Fahrzeug beim 18-Meter-Slalom mit 50 km/h ziemlich genau im Mittelfeld liegt, schneidet es beim doppelten Spurwechsel mit maximal 52 km/h leicht unterdurchschnittlich ab. Ursache hierfür ist der in Relation zum relativ kurzen Radstand von 3,80 Meter recht lange Hecküberhang von 2,22 Meter. Erreicht der Carthago seinen Grenzbereich, untersteuert er über die von der Federung her recht straff ausgelegte Vorderachse und übersteuert über die eher komfortabel ausgelegte Hinterachse. Beide Reaktionen bahnen sich für den Fahrer an und sind somit gut zu beherrschen und zu korrigieren. Zudem greift das serienmäßige ESP wohldosiert und effektiv ein, indem es gezielt einzelne Räder abbremst, um das Fahrzeug wieder auf Kurs zu bringen. Erfreulich gering ist die Seitenwindanfälligkeit. Bei der Komfortmessung bestätigt sich der Eindruck, der bereits zwischen den Pylonen entstand: Die Vorderachse leitet Fahrbahnstöße für die Insassen deutlich spürbar ins Fahrzeuginnere, während die Hinterachse die Unbilden der Straße vergleichsweise gut absorbiert. Bei der Geräuschmessung liegen bei Integrierten die Werte in der Regel etwas höher als bei anderen Aufbauarten. Hinzu kommt, dass der getestete Carthago der erste seiner Art ist. Hierdurch erklärt sich das gemessene, für einen Carthago recht hohe, aber im Vergleich zu vielen Integrierten anderer Hersteller durchaus akzeptable Geräuschniveau. Die Fahrdynamik des Carthago ist ob seiner niedrigen Eigenmasse, seines aufgrund der geringeren Außenbreite kleineren Windwiderstands und dank des optionalen 150-PS-Turbodiesels durchaus ansprechend. Beim Spurt aus dem Stand auf 100 km/h passiert die Tachonadel die 100er-Marke nach 22,3 Sekunden. Auch das Durchzugsvermögen im fünften Gang von 50 auf 80 und von 50 auf 100 km/h ist gut. Der Verbrauch an Diesel liegt mit 11,5 l/100 km im Bereich des Üblichen.

DAS INNENLEBEN AUF EINEN BLICK

DIE KONKURRENTEN

Hymer Exsis-i 588

Mit dem Exsis-i hat auch Hymer eine Baureihe schmaler Integrierter im Angebot. Wie der Carthago basiert der Exsis-i auf dem Fiat Ducato mit Al-Ko-Chassis. Direkter Konkurrent ist der Exsis-i 588. Den holzfreien Aufbau fertigt der Hersteller aus Bad Waldsee in seiner bewährten PUAL-Bauweise: Bei ihr besteht das Sandwich für Dach, Wände und Boden aus Aluminiumblech an der Außen- und Innenseite und dazwischen aus einem wasserabweisenden PU-Schaum. Wesentlicher Unterschied zum Carthago: Der Hymer Exsis-I hat keinen Doppelboden.

Basisfahrzeug, Grundausstattung: Fiat Ducato Multijet mit Tiefrahmenchassis, 2,3-l-Turbodiesel mit voraussichtlich 120 oder 140 PS, Sechsgang-Schaltgetriebe und Frontantrieb; Euro 6
Maße und Massen: zulässige Gesamtmasse: 3.500 kg, Maße (L x B x H): 699 x 222 x 277 cm, Innenhöhe: 198 cm, Einzelbetten: 200 und 190 x 80 cm, Hubbett: 188 x 150 cm
Basisausstattung: Heizung: Truma Combi 6, Absorberkühlschrank: 90 l, Frisch-/Abwasser: 115/105 l, Gas: 2 x11 kg, Bordakku: 95 AhGrundpreis: ca. 74.000 €
www.hymer.com

Knaus Van I 650 MEG

Auch Knaus mischt kräftig im Markt der schmalen Integrierten mit und schickt als Konkurrenten den Knaus Van I 650 MEG ins Rennen. Im Gegensatz zu Carthago und Hymer bedient sich der Hersteller aus dem bayrischen Jandelsbrunn des originalen Tiefrahmenchassis des Fiat Ducato. Wände und Boden entstehen aus Alu-Sandwich, das Dach aus GfK-Sandwich. Wie bei Carthago und Hymer sind Rahmenfenster am Aufbau Serie. Und wie Hymer verzichtet auch Knaus auf einen durchgehenden Doppelboden. Hier hebt sich der Carthago deutlich ab.

Basisfahrzeug, Grundausstattung: Fiat Ducato 2,3 l Multijet mit originalem Tiefrahmenchassis, 2,3-l-Turbodiesel mit 120 PS, Sechsgang-Schaltgetriebe und Frontantrieb; Euro 6
Maße und Massen: zul. Gesamtmasse: 3.500 kg, Maße (L x B x H): 700 x 220 x 276 cm, Innenhöhe: 196 cm, Einzelbetten: 201 und 189 x 81 cm; Hubbett: 185 x 150 cm
Basisausstattung: Heizung: Truma Combi 6, Absorberkühlschrank: 142 l, Frisch-/Abwasser: 95/95 l, Gas: 2 x 11 kg; Bordakku: 80 Ah.
Grundpreis: 73.680 €
www.knaus.com

TECHNISCHE DATEN & LADETIPPS

HERSTELLER

Carthago Reisemobilbau GmbH Carthago Ring 1, 88326 Aulendorf Tel.: 07525/9200-0, www.carthago.com

Basisfahrzeug: Fiat Ducato Multijet mit Tiefrahmenchassis von Al-Ko; vorn: Einzelradaufhängung mit McPherson-Federbeinen; hinten: Drehstabfederachse an Stoßdämpfern; Frontantrieb; Reifen vorne/ hinten: 225/75 R16 CP

Motor und Getriebe: Vierzylinder-Turbodiesel, Hubraum: 2.287 cm3, Leistung: 110 kW (150PS) bei 3.600/ min, max. Drehmoment: 380 Nm bei 1.500/min, Sechsgang-Schaltgetriebe; Testwagen mit noch aktuellem 150-PS-Motor; Motoren neues Modelljahr: 120, 140, 160 PS

Abgasnorm: Euro 6

MASSE UND MASSEN

Zul. Gesamtmasse: 3.500 kg, Masse in fahrber. Zustand: ca. 2.900 kg, Außenmaße (L x B x H): 695 x 212 x 289 cm, Radstand: 380 cm, Spur v./h.: 182/188 cm,

Karosserie: Dach: 38 mm Sandwich mit GfK-Ober- und Alu-Unterseite, Wände: 38 mm Sandwich mit Alu-Außen- und Innenseite, Unterboden: 33 mm Sandwich mit GfK-Ober- und Unterseite; Fußboden: 29 mm; Isolierung: wasserabweisender RTM-Schaum; isolierter, beheizter Doppelboden 22-46 cm hoch, Aufbau holzfrei und mit Funktion als Faradayscher Käfig

Wohnraum: Innenmaße (L (B-Säule bis Heckwand) x B x H): 456 x 205 x 197 cm, durchgehend ebener Fußboden; Möbel: Sperrholz/Multiplex mit Dekorfolie, Möbel hinterlüftet; solide Metallaufsteller, Schubladen mit Soft-Einzug, Kompaktbad, Raumteilung mit Badtür

INSTALLATION

Gas-Luftheizung Truma Combi 6 CP Plus hinter Möbelblende unterm Kühlschrank montiert; Fostschutzventil Frost Control und Hebel für Abwasserhahn in Bilgenfach am Einstieg installiert; 150-l-Frischwassertank und 140-l-Abwassertank frostgeschützt in Doppelboden montiert; 6 x 230-V-Steckdose, 1 x 12-V-Steckdose Fiat Ducato,

Messwerte der Redaktion

LADETIPPS

Der noch im Prototypenstatus befindliche C-Compactline I 143 LE rollt mit rund 150 Kilogramm an Extras auf die Waage. Hinzu kommt, dass der Frischwassertank üppige 150 Liter fasst. Kommen zwei volle Stahl-Gasflaschen, der komplette Vorrat an Diesel und 70 Kilogramm an Inventar hinzu, bleibt bei zwei Reisenden samt Gepäck eine Restzuladung von 92 Kilogramm. Mit vier Urlaubern samt Gepäck an Bord wäre dieses Exemplar um 78 Kilogramm überladen. Weil die Masse der Serienfahrzeuge geringer sein dürfte, sollte das 3,5-Tonnen-Chassis bei sorgfältiger Auswahl der Extras ausreichen. Auflastung wird aber möglich sein.

ELEKTRIK

Der Carthago C-Compactline ist mit einer 230-V-Anlage (Wechselspannung AC) sowie einer 12-V-Anlage (Gleichspannung DC) ausgerüstet. Die Einspeisung geschieht über einen CEE-Stecker in der rechten Seitenwand. Der 230-V-Stromkreis ist mit einem Sicherungsautomaten mit FI-Schutzschalter abgesichert und befindet sich perfekt geschützt und ebenso zugänglich in einem Kasten mit Lochblech als Schutz an der Vorderwand der Heckgarage. Hier sind auch das 16-A-Ladegerät CB-516 von CBE, das die Schnittstelle von 230-V- und 12-V-Anlage bildet, sowie die 12-V-Sicherungen eingebaut. Die 80-Ah-Gel-Bordbatterie montiert Carthago in einem vertieften Fach mit Deckel im beheizten und isolierten Doppelboden. Hier ist Platz für einen zweiten Akku. Künftig wird Carthago als Extra auch eine Lithium-Ionen-Batterie anbieten. Auffällig an der gesamten elektrischen Anlage: die akkurate Installation.

WAS UNS AUFFIEL

TESTFAZIT

Mit seinem schmalen Aufbau in Verbindung mit dem vollwertigen, durchgehenden Doppelboden bietet der Carthago C-Compactline I 143 LE schon fast ein Alleinstellungsmerkmal. Dass der knapp sieben Meter lange Integrierte dennoch als 3,5-Tonner durchgehen kann, zeugt von konsequentem Leichtbau, zumal der Prototyp den Test sehr gut ausgestattet antrat. Auch die gekonnte Verarbeitung spricht für das Mobil aus Aulendorf. Und so reist man trotz schmalem Aufbau klar in einem Oberklasse-Mobil.
Mathias Piontek