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Project Athena – Intel will eine neue Notebook-Generation definieren


Computerwoche - epaper ⋅ Ausgabe 5/2019 vom 21.01.2019

Auf der CES in Las Vegas hat Intel erste Details zu „Project Athena“ bekannt gegeben. Ziel ist es, gemeinsam mit Rechnerherstellern eine neue Generation von Mobilrechnern zu spezifizieren. Dabei soll es weniger um pure Leistung gehen als vielmehr um die richtige Balance für spezielle Einsatzzwecke.


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Bildquelle: Computerwoche, Ausgabe 5/2019

Gute Leistung, schnelle Reaktion, lange Betriebsdauer und ein kompaktes Format – so stellt sich Intel-Manager Josh Newman die neuen Athena-Notebooks vor.


Intel hat die CES-Bühne genutzt, um neue Chips sowie ein neues Rechnerprogramm anzukündigen. Unter dem Codenamen Project Athena will der Halbleiterhersteller ...

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... gemeinsam mit verschiedenen PC-Fabrikanten die kommende Plattform für Mobilrechner definieren und entwickeln. Vergleichbare Programme hatte Intel in der Vergangenheit schon mehrmals aufgelegt. „Centrino“-Rechner etwa mussten eine bestimmte Kombination aus Intel-CPU, -Chipsatz und WLAN-Modul verwenden. Mit den „Ultrabooks“, die Intel mit initiierte, entstand vor knapp acht Jahren eine Notebook-Generation, die sich vor allem durch schlanke Maße, geringes Gewicht und lange Betriebsdauer auszeichnete.

Project Athena soll nun zur nächsten Generation führen. Die Anwendungsgewohnheiten der Nutzer änderten sich, dafür brauche es Rechner, die die sich wandelnden Anforderungen der User berücksichtigten. Noch ist nicht klar, wie sich ein Athena-Notebook genau definiert. Allerdings scheint Intel mit einigen Dogmen der Vergangenheit zu brechen. Schrieb der Chipproduzent den Rechnerherstellern früher exakt vor, welche Merkmale etwa ein Ultrabook haben musste – es durfte beispielsweise nicht dicker als 21 Millimeter sein und nur ganz bestimmte Prozessoren verwenden –, soll es sich bei Athena allem Anschein nach weniger um technische Specs als um Einsatzszenarien drehen.

Intel gehe es nicht darum, Notebooks noch dünner zu machen. Vielmehr sollten Nutzer eine gute Leistung mit langer Laufzeit in einem möglichst kompakten Format bekommen, betonte Josh Newman, General Manager für den Bereich Mobile Innovation bei Intel. Dazu zähle beispielsweise ein blitzschneller Übergang vom Schlaf- in den Betriebsmodus per Tasteneingabe oder Sprachbefehl. Nutzer sollten nicht mehr ständig im Hinterkopf behalten müssen, dass es eventuell wertvolle Sekunden braucht, bis sich ein Rechner wieder aktiviert, sondern einfach den Bildschirm zuklappen können, wenn eine Aufgabe erledigt ist, sagte Newman.

Um die Leistung der Rechner zu ermitteln, soll nicht mehr maßgeblich sein, wie schnell der Prozessor theoretisch einzelne Threads abwickelt. Die Maßeinheiten rund um Operations per Second (OPS) rücken in den Hintergrund. Vielmehr will sich Intel daran orientieren, wie zügig die Systeme beim Hantieren verschiedener Daten-, Datei- und Anwendungstypen zurechtkommen. Ziel sei es, das Ladesymbol in Windows beziehungsweise den sich drehenden bunten Strandball bei den Macs los zu werden. Darüber hinaus sollen die Rechner intelligenter werden, kündigte der Intel-Manager an. Funktionen für künstliche Intelligenz würden in den kommenden Athena-Rechnern eine wichtigere Rolle spielen.

Auch bei der Laufzeit geht es Intel nicht mehr darum, weitere Minuten Betriebsdauer aus dem Akku herauszuquetschen, zumal sich die Einsatzszenarien sowieso grundsätzlich unterschieden und ganz unterschiedlich auf die Betriebsdauer auswirkten. Eine Powerpoint-Präsentation zu zeigen sei schließlich etwas ganz anderes, als den ganzen Tag Videos zu bearbeiten. „Es geht darum, bestimmte Konfigurationen herauszuarbeiten und dafür sparsame Komponenten zu verwenden sowie diese möglichst ideal miteinander zu kombinieren, um so die Akkulaufzeit in realen Anwendungsszenarien zu maximieren“, gab Newman als Ziel vor.

In Sachen Formfaktor will Intel mit Athena nicht an den bewährten Formaten rütteln. Neben den klassischen Klapp-Laptops wird es weiter 2-in-1-Geräte geben, die sich als Notebook wie als Tablet nutzen lassen. Allerdings sollen neue Ideen wie faltbare Displays oder Geräte mit virtueller Tastatur auf einem zweiten Touchdisplay nicht von vornherein ausgeschlossen werden.

In einem Punkt wollen die Intel-Verantwortlichen allerdings nicht mit sich diskutieren lassen: Athena-Geräte müssen mit Intel-Prozessoren rechnen. Doch anders als bei den Ultrabooks, die je nach Ausbaustufe mit ganz bestimmten Intel-CPUs ausgestattet sein mussten, sollen die Vorgaben bei Athena nicht mehr so strikt ausfallen. Neben den neuen Chips aus der kommenden Generation „Ice Lake“ können auch bereits bekannte Low-Power-Prozessoren aus den U- und Y-Serien zum Einsatz kommen. Schließlich plant Intel mit Athena für eine breite Einsatzpalette, die vom Highend-Notebook bis zum Low-Budget-Chromebook reicht. So findet sich in der Liste von Intels Athena-Partnern neben altbekannten Weggefährten wie Acer, Asus, Dell, HP, Lenovo und Samsung auch der Name Google. Wenn der Suchmaschinenspezialist als Rechnerproduzent in Erscheinung tritt, dreht es sich meist um günstige, leichtgewichtige Chromebooks. Wie der weitere Athena-Fahrplan aussehen wird, ist noch nicht bekannt. In den kommenden Monaten werden die beteiligten Hersteller die Spezifikationen im Detail erarbeiten. Erste Athena-Notebooks könnten zum Weihnachtsgeschäft 2019 in den Verkaufsregalen stehen.

Intel geht auf Zehn-Nanometer-Fertigung

Intel gab auch Neuigkeiten zur künftigen Chipgeneration Ice Lake heraus, dem Nachfolger von „Cannon Lake“. Beide Varianten werden im Zehn-Nanometer-Verfahren hergestellt. Intel hatte bereits 2017 erste Informationen zu Ice Lake durchsickern lassen. In der Folge war es allerdings ruhig geworden um den neuen Chip. Spekulationen kamen auf, Intel habe Probleme mit dem neuen Fertigungsprozess. Doch nun wird es offensichtlich konkreter, wobei Intel seinen sonst gewohnten Takt unterbricht, abwechselnd neue Architekturen und neue Chips herauszubringen. Jetzt wird beides erneuert.

Ice Lake basiert auf der Architektur „Sunny Cove“, die Intel im Dezember 2018 vorgestellt hatte, ohne allerdings Details zu verraten. Neben Thunderbolt 3, einer neuen Gen-11-Grafik sowie WI-FI 6 enthält Sonny Cove einen sogenannten DL Boost, der auf dem Chip laufende KI-Funktionen beschleunigen soll. Was die Zahl der Rechenkerne beziehungsweise die Taktraten betrifft, hüllen sich die Intel-Manager noch in Schweigen. Die Orientierung an reinen Leistungsdaten scheint auch hier nicht mehr höchste Priorität zu haben. „Wir mussten weit über die CPU hinausgehen und auf Plattformebene denken“, ließ Gregory Bryant, Senior Vice President und General Manager von Intels Client Computing Group, in Las Vegas durchblicken.

Spezialchips

Mit „Lakefield“ hat Intel auf der CES eine Chipplattform präsentiert, auf deren Basis sich besonders kompakte Rechner designen lassen sollen. Die erste Version besteht aus vier aufeinandergestapelten Atom-Chips sowie dem noch nicht näher spezifizierten Prozessor Sunny Cove. Die Stapelbauweise erlaubt Intel die Produktion kleinerer „Dies“. Normalerweise werden die einzelnen Rechenkerne flächig nebeneinander angeordnet. In der Platine integriert sind Grafikeinheit und Arbeitsspeicher. Lakefield soll im Lauf des Jahres in Produktion gehen.

Intel arbeitet zudem an dem speziell auf die Anforderungen in neuronalen Netzen ausgelegten Prozessor „Nervana“ und will 2019 die neuen Xeon-CPUs „Cascade Lake“ sowie 2020 Server-Versionen von Ice Lake herausbringen. Mit „Snow Ridge“ hat Intel darüber hinaus ein System on Chip (SoC) für die kommenden 5G-Netze in der Pipeline.

All diesen Prozessoren ist gemein, dass sie im Zehn-Nanometer-Verfahren gefertigt werden. Damit will Intel wohl auch Spekulationen um mögliche Probleme mit dem neuen Fertigungsverfahren ausräumen.