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Prospekt-Schwindel: ECHTE SCHNAPPCHEN ERKENNEN


PC Go - epaper ⋅ Ausgabe 6/2018 vom 04.05.2018

Trotz Online-Handels mit Gratisversand und Niedrigpreisen ist das klassische Ladengeschäft alles andere als tot. Prospekte sind gerade bei den großen Elektronikketten noch immer angesagt – doch wie gut sind die Prospektangebote tatsächlich? › von Stefan Schasche


Artikelbild für den Artikel "Prospekt-Schwindel: ECHTE SCHNAPPCHEN ERKENNEN" aus der Ausgabe 6/2018 von PC Go. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: PC Go, Ausgabe 6/2018

Erinnern Sie sich noch an den Tag, an dem Amazon antrat, um den deutschen Büchermarkt zu revolutionieren? Ob Sie es glauben oder nicht, im Oktober dieses Jahres wird sich dieser Termin bereits zum zwanzigsten Mal jähren. Aus der Websitetelebuch.de wurdeamazon.de und aus dem Buchhändler von einst wurde der größte Versandhändler der ...von ...

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Erinnern Sie sich noch an den Tag, an dem Amazon antrat, um den deutschen Büchermarkt zu revolutionieren? Ob Sie es glauben oder nicht, im Oktober dieses Jahres wird sich dieser Termin bereits zum zwanzigsten Mal jähren. Aus der Websitetelebuch.de wurdeamazon.de und aus dem Buchhändler von einst wurde der größte Versandhändler der westlichen Welt sowie ein Unternehmen mit mehr als einer halben Million Mitarbeiter. Bücher werden heute zwar noch immer verkauft, aber das Angebot umfasst inzwischen fast alles – von der Rasiercreme über Golfbälle bis zum Smartphone. Doch obwohl Amazon und die vielen anderen Online-Händler den klassischen stationären Handel in Bedrängnis gebracht und vielerorts leider auch verdrängt haben, existieren die großen Elektronikmärkte wie Media Markt, Saturn oder EP noch immer. Es gibt nämlich nach wie vor viele Gründe, die dafür sprechen, sein neues Notebook lieber im Laden zu kaufen statt im Web. Die großen Elektronikketten setzen im Grunde allesamt auf den klassischen Prospekt, um die Angebote unters Volk zu bringen. Diese Prospekte werden gedruckt und an die Anwohner verteilt, liegen Zeitungen bei oder sind als PDF von den Webseiten der Ketten downloadbar. Wir haben uns aktuelle Prospekte der großen Anbieter angesehen, um herauszufinden, wie gut die Angebote wirklich sind.

SCHNÄPCHEN-CHECK

1 Günstiges Angebot: Zu Ostern 2018 gab es im Media Markt (MM) eine externe Festplatte von WD zusammen mit einem USB-Stick (im Web ab acht Euro) für insgesamt 53 Euro. Nach Ostern verkauft der MM die Platte für 49 Euro, ohne Stick.


2 Lohnt sich: Der Preis der Fritz!Box 7490 hält mit der Online-Konkurrenz mit. Mit der Funksteckdose bildet sie ein preiswertes Paket, wenn man wirklich beides brauchen kann.


3 Betagt: Inklusive Gutschein ein tolles Angebot, auch wenn dieses Tablet-Modell von Samsung bereits zwei Jahre alt ist. Leider fehlt der Hinweis auf die installierte Android-Version, die aus diversen Gründen wie etwa Sicherheit wichtig ist.
4 Achtung Abo inklusive: Bei diesem HP-Drucker ist der MM-Preis ebenfalls gut, vor allem, weil zusätzliche Patronen inklusive sind. Diese sind allerdings mit einer Registrierung bei HP und einem Tinten-Abonnement verbunden, das man kündigen muss, wenn man keine Patronen mehr erhalten will.


Prospekt-Ärger durch fehlende Angaben und unerwünschte Abos

Wer die Prospekte studiert, kann im stationären Handel manche Artikel durchaus preiswerter erwerben als im Netz. Gute Beispiele finden Sie oben auf dieser Seite: Im Osterkatalog vom Media Markt gab es diverse Produkte zu Preisen, die sich vor denen der großen Onlinehändler nicht verstecken müssen. Interessant waren die Angebote durch „kostenlose“ Dreingaben wie Gutscheine, Druckertinte oder weitere Hardware. Das lohnt sich freilich nur, wenn man das „Geschenk“ wirklich gebrauchen kann.
Achtung: Gerade bei Notebooks und PCs sollte man die Kataloge genau studieren. Einige Geräte sind spezielle Modelle, die nur beim jeweiligen Händler zu bekommen sind. Das soll Kunden das Preisevergleichen erschweren. Zudem werden in Prospekten manchmal wichtige Details wie die Bildschirmauflösung unterschlagen. Ist die sehr gering, ist das vermeintliche Schnäppchen oft keines. Und wer einen Handyvertrag abschließt, weil das Smartphone nur einen Euro kostet, muss die Folgekosten genau ausrechnen.

DER PREISVERGLEICH FÄLLT SCHWER

1 Kein Schnäppchen: Der Preis dieses HP-Notebooks liegt etwa 50 Euro über dem durchschnittlichen Online-Preis des Gerätes. Ab 533 Euro ist der 15-Zöller dort schon zu haben. Leider fehlen im Prospekt die Infos zur installierten Version von Windows 10, zu den Schnittstellen, zur Auflösung und auch zum Gewicht.


2 Einzelstück: Dieses Gerät haben wir in dieser Ausstattung nur bei diesem Anbieter gefunden, der Preis ist also kaum vergleichbar. Der Prozessor gehört eher zu den langsameren, acht GByte RAM sind knapp bemessen und Infos zur Windows-Variante fehlen. Für die Office-Versionen finden sich im Netz zwar deutlich billigere Angebote, doch sind die oft fragwürdig.


3 Konkurrenzfähig: Der Preis für dieses Notebook kann mit der Online-Konkurrenz mithalten und die angegebenen Details zur Ausstattung sind ausführlich, auch wenn eine Gewichtsangabe fehlt. Recht preiswert ist das Angebot für das Office-Paket, das im Web meist mehr kostet.


NICHT GANZ TAUFRISCH

Normalpreis: Das Galaxy A5 gehört im Samsung-Portfolio eher zu den Einsteigergeräten. Nichts desto trotz ist es brauchbar und auch gut verarbeitet. Der Prospektpreis liegt zwar deutlich unter dem Listenpreis von knapp 400 Euro, doch im Netz bekommt man das Gerät brandneu ebenfalls für 250 Euro. Der Tarifpreis ist recht günstig, allerdings ist das Inklusivvolumen ebenso wie die LTE-Geschwindigkeit gering. Das Ganze ist also eher ein Einsteigerpaket für Wenig-Surfer.


Naja: Das Galaxy-Tab ist in zwei Versionen verfügbar. Die günstigere Variante ist mit WLAN ausgestattet, die teurere darüber hinaus mit LTE. Beide Versionen findet man im Internet ohne große Suche etwas preiswerter. Wer finanzieren möchte, sollte in sechs Monaten abbezahlen: So lange betragen die Zinsen 0,0 Prozent. Danach werden satte 15,9 Prozent Jahreszins fällig!


Geht so: Dieses Angebot ist wirklich kein besonderes Schnäppchen, denn dieses bereits etwas betagte Tablet von 2016 gibt es im Web etwa 20 Euro preiswerter. Ein Cover von Samsung für dieses Tablet kostet etwa 12 Euro, daher ist dieses Tablet auch inklusive Cover nicht wirklich preiswert.


KAUFEN IM LADEN: LOHNT SICH DAS HEUTE NOCH?

VORTEILE

Sie kaufen noch immer gern im Geschäft ein? Dafür gibt es jede Menge guter Gründe.

• Ansehen und anfassen
So gut die Bilder im Web auch sind: Anfassen und begutachten können Sie die Ware nur in einem Geschäft. Vor allem bei teureren Anschaffungen ist das empfehlenswert.

• Beratung inklusive
Auch uns ist klar, dass die Beratung im Fachmarkt nicht immer spitze ist. Doch gerät man an einen gut ausgebildeten Verkäufer, kann die Beratung einen Aufpreis wert sein.

• Den Überblick bekommen
Wer eine konkrete Kaufabsicht hat und das Gerät kennt, der kann es natürlich auch im Web kaufen. Ansonsten ist es aber praktisch, sich im Geschäft einen Überblick zu verschaffen und die Geräte zu vergleichen.

• Sofort mitnehmen
So schnell der Internethandel inzwischen auch ist: Gleich mitnehmen geht nur im Geschäft vor Ort.

• Eigene Modelle
Große Handelsketten lassen zum Beispiel von Notebookherstellern Modelle fertigen, die nur sie im Angebot haben. Diese Geräte findet man dann auch nicht im Web.

NACHTEILE

So einiges spricht für einen Online-Einkauf, teilweise auch wegen der Gesetzeslage.

• Höhere Preise
Tatsächlich sind die Preise im Web schnell vergleichbar und oft auch günstiger als im Geschäft. Das gilt allerdings nicht immer, wie etwa die Beispiele oben deutlich zeigen.

• Kein Rückgaberecht
Bei Einkäufen im Netz hat der Kunde ein 14-tägiges Rückgaberecht, und zwar ohne Angabe von Gründen. Ein generelles Umtauschrecht gibt es im Geschäft dagegen nicht.

• Benutzerbewertungen
Vermutlich lesen Sie bei Amazon auch die Bewertungen der Nutzer vor dem Kauf. Auch wenn man hier skeptisch sein muss, geben Sie zumeist doch Anhaltspunkte.

• Kleinere Auswahl
Das Ladengeschäft kann einfach nicht dasselbe Angebot bieten wie ein großer Onlinehändler. Wer also ein bestimmtes Produkt will, muss oft mehrere Geschäfte besuchen.

• Ladenöffnungszeiten
Nicht jeder hat Zeit, ein Geschäft während der Öffnungszeiten zu besuchen. Webshops haben dagegen immer auf und liefern zumeist innerhalb von zwei Tagen.

SPARTARIF ODER KOSTENFALLE?

Telefontarif inklusive: Der Media Markt bot in seinem Osterkatalog ein leistungsfähiges Huawei-Smartphone zum Preis von einem Euro an, dazu gab es gratis ein Tablet des gleichen Herstellers. Voraussetzung war allerdings der Abschluss eines Mobilfunkvertrages bei mobilcom-debitel, für den monatlich 36,99 Euro fällig werden. Ist dieses Angebot wirklich günstig oder am Ende eine Kostenfalle?
Wer sich ein Huawei Mate 10 Pro anschaffen möchte, der muss derzeit dafür etwa 625 Euro bezahlen. Zusammen mit dem Tablet fallen etwa 800 Euro an. Teilt man diese Summe durch die 24 Monate Vertragslaufzeit des Mobilfunkvertrages, wären das etwa 33 Euro monatlich. Zieht man diese 33 Euro von den monatlichen Kosten des Mobilfunkvertrages ab und addiert die 40 Euro Anschlusspreis anteilsmäßig, entstehen monatliche Kosten in Höhe von etwa 5,20 Euro. Im Netz haben wir unwesentlich billigere Tarife inklusive Huawei Mate 10 Pro gefunden – allerdings ohne das Tablet. Ob das Smartphone über Simlock verfügt, steht im Katalog leider nicht. Mit Simlock lässt es sich etwas schlechter oder nur zu einem etwas niedrigeren Preis verkaufen. Angebote bei Ebay starten bei 529 Euro. In den Genuss des neuen und schnellen LTE-Max mit maximal 500 Mbit/s im Download kommt man bei diesem Tarif allerdings nicht. Bei 42,2 Mbit/s ist hier Schluss. Trotzdem hat der Media Markt hier ein attraktives Angebot für Neukunden geschnürt.

IHR GUTES RECHT

Beim Einkauf im stationären Handel sollte man einige Dinge beachten. So gibt es etwa kein grundsätzliches Rückgaberecht.

RÜCKGABE Beim Online-Kauf existiert ein 14-tägiges Rückgaberecht. Der Grund dafür ist einfach: Online bestellte Ware kann man sich nicht ansehen und nicht prüfen. Dieses Rückgaberecht gilt beim Kauf in einem Ladengeschäft grundsätzlich nicht. Nehmen Händler gekaufte Ware zurück und erstatten den Kaufpreis, handelt es sich hierbei ausschließlich um Kulanz und kein gesetzliches Recht.

GEWÄHRLEISTUNG Grundsätzlich hat der Käufer ein Recht auf mängelfreie Ware, und es gilt eine gesetzliche Gewährleistungspflicht für Händler oder Hersteller. Der Zeitraum hierfür beträgt zwei Jahre ab Kaufdatum. Tritt ein Mangel innerhalb von sechs Monaten ab Kaufdatum auf, muss der Käufernicht beweisen, dass er den Mangelnicht selbst verursacht hat. Er hat ein Recht auf eine Reparatur oder auf Ersatz. Ist eine Reparatur zweimal erfolglos, besteht ein Recht auf Rücktritt vom Kauf beziehungsweise Minderung des Kaufpreises. Nach sechs Monaten kehrt sich die Beweispflicht um, und derKäufer muss beweisen, dass der Mangel schon beim Kauf bestand.

GARANTIE Eine Garantie ist eine freiwillige, zusätzliche Dienstleistung von Händlern oder Herstellern, welche die gesetzliche Gewährleistung nicht verringern darf. Die Bedingungen sind individuell unterschiedlich und sollten vor dem Kauf genau studiert werden.