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Protokoll: Jahrelang belogen: Die Bombe mit dem Betrug platzt an Weihnachten: „Mein Mann führte ein Doppelleben“


Lea - epaper ⋅ Ausgabe 51/2019 vom 11.12.2019

Plötzlich ist nichts mehr, wie es mal war. Vater, Geliebter, Vertrauter – alles Lüge? Lena erzählt


Artikelbild für den Artikel "Protokoll: Jahrelang belogen: Die Bombe mit dem Betrug platzt an Weihnachten: „Mein Mann führte ein Doppelleben“" aus der Ausgabe 51/2019 von Lea. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Lea, Ausgabe 51/2019

Lena grübelt noch immer viel. Gerade in der Weihnachtszeit kommen diese ganzen Gefühle in ihr hoch – doch sie blickt mit Zuversicht nach vorn


Die Adventszeit ist besonders schwer, die Erinnerung besonders quälend“, erzählt Lena (44) aus dem niedersächsischen Braunschweig. „Vor zwei Jahren war ich noch mit meinem Mann zusammen, hatte keine Ahnung, dass er mich hintergeht. Bis ausgerechnet am Weihnachtstag die Bombe platzte.“

Das große Familienglück beginnt für Lena 2010. Damals lernt die Kauffrau ihren Frank ...

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... (50), einen gut aussehenden IT-Fachmann kennen. Der charmante Mann war bereits dreimal verheiratet. Doch Lena stört das nur kurz. „Er hat mir gesagt, dass ich seine große Liebe wäre und er mit mir endlich die Richtige gefunden hätte. Ich habe ihm jedes Wort geglaubt.“

Glück zu dritt! Die kirchliche Heirat von Lena und Frank findet nach der Geburt von Sohn Lenny statt.


frisch verliebt und so glücklich. Lena glaubt, ihren Traummann gefunden zu haben


2011 wird Lena die vierte Ehefrau und hat dank Frank alles, was sie sich wünscht. „Ich fühlte mich rundherum geborgen. Er war nicht nur mein absoluter Traummann, sondern auch mein bester Freund und Vertrauter. Wir konnten über alles reden“, erklärt Lena und seufzt.

Nach der Geburt der beiden Söhne Lars (7) und Lenny (9) kauft Frank für die Familie ein großzügiges Haus. „Unser Nest“, wie der Familienvater damals sagt. Und das Zusammenleben klappt perfekt: Lena kümmert sich um die Kinder, Haus und Garten, Frank verdient das Geld und ackert dafür hart. Er ist viel unterwegs, besucht häufig Seminare und Firmenveranstaltungen. Lena ist trotzdem glücklich. „Unsere gemeinsame Zeit war einfach sehr schön und intensiv. Wir waren ein richtiges Dream-Team.“

Deshalb stört es sie auch nicht, als Frank 2016 ein Wochenende nach Wien fliegt – allein. Angeblich braucht er eine Auszeit vom stressigen Job. Lena versteht das. Zweifel? Fehlanzeige.

Als er zurückkommt, spricht er davon, ein zweites Haus zu bauen, das vermietet werden soll. „Er sagte damals, dass beide Söhne jeweils einmal ein Haus erben sollten. Ich war selbstverständlich damit einverstanden, habe dann auch den Kredit mit unterschrieben.“

Erst 2017 findet Lena ihren Frank „irgendwie komisch“. Er wirkt plötzlich abwesend, oft auch gereizt. Lena fragt nach. Sie macht sich Sorgen. Und Frank befeuert das noch. Angeblich wird er schon lange in der Firma gemobbt, die Umsätze brechen weg, er muss noch mehr arbeiten. Dazu ist der Hausbau stressig. Lena versteht das, wieder einmal. Zumal er ihre Zweifel einfach wegküsst. „Er hat mich immer liebevoll in den Arm genommen, mir gesagt, ich solle mir keine Sorgen machen, und auch im Bett stimmte nach wie vor alles“, verrät Lena, die zu diesem Zeitpunkt niemals an eine ernsthafte Krise denkt.

Bis Weihnachten 2017 bleibt sie völlig arglos. Damals sind ihre Eltern zu Besuch, und stolz zeigt Frank ihnen das endlich fertiggestellte Haus. Das Ungewöhnliche: Es ist teilweise eingerichtet. „Das hat mich irritiert“, erinnert sich Lena. Aber Frank hat wieder eine einfache Erklärung: Er möchte es möbliert vermieten.

Erst als die Eltern am 1. Weihnachtstag abreisen, wird die Stimmung plötzlich richtig eisig. Als Lena dieses Mal nachfragt, lässt Frank die Bombe platzen: „Ich liebe dich nicht mehr. Es ist aus. Ich verlasse euch jetzt.“

Lena steht unter Schock. Doch instinktiv fragt sie: „Gibt es eine andere?“ Frank nickt. Eine Kollegin, angeblich kennt er sie seit drei Monaten. Dann geht alles ganz schnell und unspektakulär. „Er hat seine Sachen gepackt, den Kindern Tschüss gesagt und ist gegangen.“ Lena kann bis heute nicht beschreiben, wie sie sich damals gefühlt hat. „Ich habe es gar nicht richtig begriffen, wie in Trance die Kinder ins Bett gebracht und mich ins Wohnzimmer gesetzt und nur noch geweint. Ich konnte nicht verstehen, dass er sich nach so kurzer Zeit mit einer anderen Frau von seiner Familie trennt, ausgerechnet in der Weihnachtszeit.“

Doch dann sieht sie Franks iPad auf dem Tisch liegen. Offenbar hat er in der Eile vergessen, es mitzunehmen. Aufgewühlt beginnt sie, seine Mails zu durchsuchen. Was sie dann liest, ist der noch größere Schock: „Frank hat seit mehreren Jahren ein Doppelleben geführt – mit der anderen Frau ein neues Leben geplant. Sie hat ein Kind, und das neue Haus war von Anfang an als gemeinsames Zuhause gebaut worden. Die Frau hat es sogar selber eingerichtet.“

Lena bricht komplett zusammen, alarmiert ihre besten Freunde, die sofort bei ihr sind. „Ich habe am ganzen Körper gezittert und wusste nicht mehr, wer der Mann ist, den ich geheiratet hatte. Das hat mich im tiefsten Inneren erschüttert.“


„Er hat seine Sachen gepackt, hat den Kindern Tschüss gesagt und ist gegangen!“


Zu viel für ihre Seele. Tagelang weint sie durch. Schließlich rappelt sie sich mühsam wieder auf, geht zum Anwalt und lässt sich ausführlich beraten. „Ich wusste, dass es kein Zurück mehr gibt, und ich wollte diesen Mann nur noch aus meinem Leben haben.“

Heute, genau zwei Jahre später, ist das gemeinsame Haus verkauft, der Erlös geteilt. Lena lebt mit den beiden Jungs in einer Mietwohnung. Frank sieht seine Kinder regelmäßig. Und er wohnt mit seiner neuen Partnerin wie geplant im neu gebauten Haus. „Bestimmt soll sie bald seine fünfte Ehefrau werden“, glaubt Lena. „Vermutlich sagt er ihr auch, dass sie endlich die Richtige ist. Das ist wohl seine Masche.“

Ein Bild aus unbeschwerten Tagen, als die Familie noch komplett war. Was geblieben ist: Ihre Söhne Lenny (l.) und Lars sind Lenas ganzer Stolz, ihr Ein und Alles


Ab und zu trifft Lena ihren Noch-Ehemann in der Stadt. Aber sie lehnt jedes Gespräch mit ihm ab, das sich nicht auf die gemeinsamen Kinder bezieht. „Ich bin bis heute von der Enttäuschung und dem Schock gezeichnet. Ich schlafe sehr schlecht und grübele immer noch viel. Ich kann einfach nicht verstehen, dass mich der wichtigste Mann in meinem Leben, der Vater meiner Kinder und mein engster Vertrauter, jahrelang so brutal belogen und hintergangen hat. Ich brauche noch viel Zeit, um das alles zu verarbeiten. Aber Weihnachten werde ich dieses Jahr auch ohne ihn genießen.“

Psychologie: Wie ist ein Mensch zu so etwas fähig?

Ist eine Affäre der Beginn?
In den allermeisten Fällen entsteht so ein Doppelleben tatsächlich aus einer heimlichen Affäre. Wird das Abenteuer aber zu einer ernsteren Beziehung, sollte für klare Verhältnisse gesorgt werden. Kommen Kinder mit ins Spiel, sind Konsequenzen schwerer durchzusetzen, aber umso dringender notwendig. Oft weiß die Affäre nicht einmal was davon, dass der Sexpartner vergeben ist. Dann ist nicht nur die Ehefrau die Betrogene.

Wer macht das denn?
Ein Doppelleben wird häufiger von Männern geführt. Ihr Argument: Ich liebe beide und will niemanden verlieren. Psychologen wissen: Männer mit zwei Familien bestehen oft über viele Jahre, ohne dass die beiden Partnerinnen oder etwa die Kinder voneinander wissen. Der Mann schafft es meist durch seine zuvorkommende und extrem charmante Art, beiden Frauen ein besonders gutes Gefühl zu geben – und sie nicht misstrauisch werden zu lassen.

Ist das noch normal?
In der Tat sprechen Psychologen in einigen Fällen, in denen ein Mann zweigleisig lebt, von einer psychopathischen und narzisstischen Tendenz der „Täter“. Sie brauchen zwei oder mehr Familien, um alle ihre Bedürfnisse zu befriedigen und das eigene Selbstwertgefühl zu heben. Fliegen sie auf, geben sie meist einer der Frauen die Schuld, nie sich selbst.


Fotos: MPR-Micus/Blum, Namen und Orte zum Schutz der Betroffenen geändert