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PSYCHISCHE FAKTOREN in der INTER-AKTION mit dem PFERD


Feine Hilfen - epaper ⋅ Ausgabe 34/2019 vom 12.04.2019

Was haben die Körperarbeit von Jim Masterson und der Sprachkurs Pferd von Sharon Wilsie gemeinsam? Eine ganze Menge, findet FEINE-HILFEN-Chefredakteurin Agnes Trosse. Sie sprach mit beiden amerikanischen Autoren auf der Equitana über die Psyche des Pferdes und wie man diese am besten erreichen kann.


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Jim Masterson berührt Pferde sanft, um Spannungen zu lösen.


(Foto: Agnes Trosse)

Nur wenn wir das natürliche Verhalten und die Kommunikationsmöglichkeiten von Pferden kennen, können wir selbst sinnvoll mit dem Pferd kommunizieren. Aber genau da liegt das Problem: Wir ...

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... Menschen nehmen vieles, was uns die Pferde mitteilen, gar nicht wahr.

Sozialer als gedacht

Tatsächlich sind Pferde von Natur aus viel sozialer, als wir bisher zu wissen glaubten. Sie bilden komplexe Herdenstrukturen, denen man mit der Vorstellung einer linearen Hierarchie nicht gerecht wird. Pferde interagieren: Sie sind familiär, nachsichtig, sanft, lustig oder auch mal streng, aber immer klar. Sie verteilen Aufgaben und wechseln sich bei der Ausführung ab. Sie folgen nicht dem Stärksten, sondern dem, der die meiste Sicherheit verspricht. Ihre Interaktionen laufen dabei meist ohne Druck ab, denn Pferde lieben innere Ruhe. Sie benötigen Sicherheit, Harmonie und Klarheit. Das liegt schon in ihrem Naturell als Fluchttier und Pflanzenfresser begründet. Wie blöd wäre es, wenn Herdenmitglieder untereinander ständig für Stress sorgen würden. Beim Fluchttier sollte das sympathische Nervensystem möglichst nur in wirklichen Gefahrensituationen die Oberhand gewinnen, um dann die Energie des Körpers in die richtigen zielgerichteten Entscheidungen und die schnelle Flucht investieren können. Bei ständigem Stress würde die Verdauung nicht mehr adäquat ablaufen. Außerdem würde das zu viel Energie rauben, die für den Ernstfall einer notwendigen Flucht vor einem Jäger aber gebraucht wird. Das macht also wenig Sinn.

War es zunächst Mark Rashid, der mit Aikido und seinen Büchern den Reitern das Prinzip der Widerstandslosigkeit näherbrachte, so ist heute Jim Masterson ein Name, den wir ganz eng mit diesem Prinzip verbinden. Er nutzt es, um Spannungen im Pferd zu lösen.

Körpersprachliche Künstler

Seine Körperarbeit nach der von ihm entwickelten Masterson-Methode setzt dabei ganz intensiv auf die Interaktion mit dem Pferd über die Wahrnehmung von Veränderung in der Mimik des Pferdes. Pferde sind wahre Körpersprache-Künstler: Kleinste Gesten erlauben es ihnen, sich ihren Artgenossen sehr klar und deutlich mitzuteilen. Wir Menschen haben oft große Probleme, diese Gesten überhaupt wahrzunehmen, geschweige denn korrekt einzuordnen. Die Stimmung von Artgenossen zu erkennen ist für Pferde für die Interaktion in der Herde enorm wichtig. Interessanterweise gelingt es Pferden auch, unsere menschliche Mimik zu deuten und entsprechend dem, was sie wahrgenommen haben, zu reagieren. Das belegen jetzt Studien, die an der University of Sussex in Brighton durchgeführt wurden.

Pferdetrainerin und Tiertherapeutin Sharon Wilsie aus Amerika stellte außerdem fest, dass Pferde auch erkennen können, wenn wir versuchen, pferdische Körpersprache zu erlernen und einzusetzen. Ihre Erkenntnisse, wie Pferde kommunizieren, wie sie auf uns reagieren und wie die von ihr dekodierte Sprache auch in der Arbeit mit traumatisierten Pferden helfen kann, hat sie in einem Buch zusammengestellt. Auch sie nutzt bei der Kommunikation mit Pferden das Prinzip der Widerstandslosigkeit als Zeichen an das Pferd, dass keine Gefahr droht. Die Erkenntnisse von Wilsie und Masterson sind sicher ein weiterer Schritt hin zu einem noch achtsameren Umgang mit dem Pferd und eröffnen neue Denkansätze. Ich bedanke mich bei beiden für die spannenden Interviews.