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PSYCHOLOGIE: Spinnt der?!


DOGS Today - epaper ⋅ Ausgabe 5/2020 vom 08.07.2020

Oftmals wundern wir uns über das eigenartige Verhalten unseres Hundes und sind ratlos. Ist das, was er da tut, womöglich eine Übersprunghandlung?


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Bildquelle: DOGS Today, Ausgabe 5/2020

Vermutlich sind auch Sie bereits Zeuge einer solchen Übersprunghandlung geworden. Sehr häufig passiert etwa Folgendes: Sie treffen beim Gassigehen auf einen Artgenossen. Ihr Hund freut sich wie verrückt, der andere will jedoch nichts von ihm wissen und weist ihn ab. Plötzlich beginnt Ihr Hund sich wie wild am Ohr zu kratzen. Macht überhaupt keinen Sinn, der Hund tut es trotzdem. Aber warum? Die Übersprunghandlung ist eine Verhaltensreaktion, die auf einen ...

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... inneren Konflikt folgt: Gibt es in einer Situation zwei Reaktionsmöglichkeiten und ist die Motivation für beide Verhaltensmöglichkeiten gleich stark, hemmen sie sich gegenseitig. Stattdessen wird ein drittes Verhalten gezeigt – sozusagen eine Art Ausweichmanöver. Diese Alternative hat mit der aktuellen Situation nichts zu tun. Das oft als seltsam wahrgenommene Verhalten tritt unerwartet auf und verfolgt keinen Zweck. Wie ein Hund auf solch einen inneren Konflikt reagiert, hängt von seiner Persönlichkeit und der Situ ation ab. Typischerweise entstehen Übersprunghandlungen in Situationen, in denen der Hund unsicher ist. Meist hat er dann kein klares Handlungskonzept oder es fehlt ihm ganz einfach die Erfahrung.

Verschiedene Verhaltensweisen

• Übersprungverhalten kann sich in unterschiedlichen Aktivitäten zeigen. In der Regel handelt es sich um Körperpflege oder Nahrungsaufnahme, zum Beispiel Kratzen, Putzen, Schütteln oder Grasfressen. Es können auch Sequenzen aus Jagd und Angriff gezeigt werden – so beispielsweise, wenn ein im Auto zurückgelassener Hund die Inneneinrichtung zerstört.
• Beim ambivalenten Verhalten konkurrieren nicht zwei gleich starke Verhaltensimpulse, sondern der Hund zeigt zwei entgegengesetzte Verhaltensweisen nacheinander. Ein Beispiel: Ein junger Hund entdeckt am Wegesrand ein Objekt, das er noch nie gesehen hat. Normalerweise würde er mit Annäherung und Rückzug reagieren – und zwar so lange, bis er am Objekt angekommen ist und erkennt, dass von der Plastiktüte keine Gefahr ausgeht. Die darauf folgende Erleichterung und ausgelassene Freude hat schon so manchen Hundebesitzer zum Lachen gebracht.

• Es kann auch zu umorientiertem Verhalten kommen, wenn ein Hund merkt, dass seine Bemühungen in einer bestimmten Situation nicht zum gewünschten Erfolg führen werden. Er erkennt beispielsweise, dass er einem ranghöheren Tier unterliegen würde, und dirigiert die Auseinandersetzung mit dem Stärkeren um auf ein schwächeres Rudelmitglied, das er angreift.

Übersprunghandlungen können völlig harmlos und Bestandteil des ganz normalen Verhaltensrepertoires sein. Allerdings können durch Ritualisierung aus Übersprunghandlungen Stereotypien bis hin zu ernsthaften Problemen entstehen, wie wir an den folgenden Beispielen sehen.

Der Trainingsfloh

Lupo ist ein quirliger kleiner Terriermix. Mit seinem Frauchen besucht er die Welpenspielgruppe eines Hundevereins. Er liebt diese Welpengruppe, vor allem, weil er hier viele tolle Spielkameraden gefunden hat. Allerdings wandelt sich jetzt langsam seine Begeisterung, das vermutet zumindest seine Halterin Heidi. Denn schon auf dem Weg vom Parkplatz zur Gruppe zieht und bellt Lupo. Heidi erklärt sich dieses Verhalten mit seinem Temperament – und Lupos Durchfall regelmäßig nach der Hundeschule mit seiner Sensibilität. In der Junghundegruppe steht nicht mehr das Spielen im Vordergrund, sondern das Lernen der Grundkommandos. Während alle anderen brav mitmachen, ist das Stillsitzen für Lupo schwierig. Jedes Mal, wenn es an eine Übung geht, fängt er an, sich wie wild zu kratzen. Heidi vermutet eine Allergie, das würde auch zum Durchfall passen. Der Trainer meint, das sei der „Trainingsfloh“. Wer hat recht? Tatsache ist, dass Lupo einen inneren Konflikt hat. Aus der Welpengruppe ist er es gewohnt, dass auf dem Platz gespielt wird. Jetzt sieht er die Spielkameraden, kann wegen der Leine aber nicht zu ihnen. Noch dazu hängt ein Kommando in der Luft, das er schon lange nicht mehr wahrnehmen kann. Hier entsteht die Übersprungbewegung – in diesem Fall das Kratzen, das eigentlich zum Funktionskreis der Körperpflege gehört und nun eigentlich keinen Sinn ergibt. Wird die Trainingssituation für Lupo nicht verändert, kann das Kratzen zu einer Gewohnheit werden.
Fazit: Noch ist sein Verhalten harmlos, stört aber den Ausbildungserfolg.
Tipp: Kann durch weniger Ablenkung in der Trainingssituation behoben werden.

Kann Weimaraner Wilson nicht mehr an der Leine ziehen, sucht er sich Ersatz: Er frisst Gras


Gras fressen statt Leine ziehen

Wilson ist ein kerniger Weimaraner und kommt mit Herrchen Peter ins Einzeltraining einer renommierten Hundeschule. Zahlreiche Hundeschulen hat Peter bereits besucht, allesamt ohne Erfolg. Jetzt will er noch einmal sein Glück versuchen, bevor er endgültig aufgibt und sich damit abfindet, dass Wilson niemals gesittet an der Leine gehen wird. Und er hat wirklich alles ausprobiert, berichtet Peter der Trainerin: Stehen bleiben und warten, bis der Hund sich ihm zuwendet, Leinenruck, an der Leine Leckerchen füttern – und natürlich auch diverse Brustgeschirre, Halsbänder und Leinen. Dies ist sein letzter Versuch, da die Trainerin einen Ansatz vertritt, den Peter noch nicht kennt. Peter soll Wilson neben sich ins Sitz bringen, das klappt bestens. Nun soll er langsam losgehen, an einem Zaun entlang, um das Folgende zu erleichtern: Sobald Wilson im Begriff ist, Peter zu überholen, soll er ihm den Weg abschneiden. Diese Übung wiederholt Peter so lange, bis Wilson nicht mehr nach vorn drängelt. Peter ist beeindruckt, wie schnell Wilson auf die neue Methode reagiert. Nur eines kommt ihm beim Üben zu Hause komisch vor: Immer wenn Wilson auf seiner Höhe ist, beginnt er beim Gehen hektisch Gras zu fressen, wenn er welches zu fassen bekommt. Peter vermutet, Wilson sei schlecht – was ihn auch nicht verwundern würde, da Wilson alles frisst, wenn man nicht aufpasst. Doch wie bei Lupo handelt es sich hier um einen inneren Konflikt: Wilson ist es seit Jahren gewohnt zu ziehen, sobald er angeleint läuft. Er hat dieses Verhalten professionalisiert und ist durch keine Halsung oder Leine davon abzuhalten. Das Wegabschneiden bringt ihn aus dem Konzept und ist in seinem Fall eine sehr effektive Methode. Peter hat ein gutes Timing und ist fest entschlossen, dieses Verhalten abzustellen – und er ist hoch motiviert: Schließlich ist er bereits mit seiner Schulter in ärztlicher Behandlung wegen diesem Hund. Wilson kann nicht anders, als hinter Peter zu bleiben. Seine Übersprungbewegung kommt aus dem Funktionskreis Nahrungsaufnahme und ist nicht auf Übelkeit zurückzuführen.

Fazit: Noch harmlos, sollte sich aber mit der Zeit legen. Sie sollten das Verhalten im Blick behalten.

Angriff oder Flucht

Erst auffordern und dann meiden: Was meint der Hund damit?


Lisa ist eine Mischlingshündin aus Spanien und seit zwei Wochen in ihrer neuen Familie. Alle sind überglücklich mit dem neuen Familienzuwachs. An einem sonnigen Sommertag beschließt die Familie, an einem kleinen Weiher zu picknicken. Was die Familie nicht ahnen kann: Lisa hat noch nie in ihrem Leben ein Gewässer gesehen und hat ihr bisheriges Leben in einem spanischen Tierheim im Landesinneren verbracht. So staunt die Familie nicht schlecht, als Lisa zunächst bellend Richtung Ufer läuft, um im nächsten Moment mit eingezogenem Schwanz wegzulaufen. Sie befürchten schon, Lisa würde abhauen. Aber nein, im nächsten Moment dreht sie um und rennt zurück zum Wasser, um es mächtig anzubellen. Dieses Verhalten wiederholt sie mehrmals, bevor sie zum Schluss kommt, dass das Wasser nicht gefährlich ist. In diesem Beispiel sind Flucht und Angriff kurz hintereinander geschaltet. Zwei nicht zusammenpassende Reaktionen wechseln sich ab.
Fazit: Es handelt sich um normales Verhalten bei Hunden, die neugierig sind und etwas entdecken.
Tipp: Entdecken Sie das Neue doch gemeinsam mit dem Hund. Das stärkt die Bindung und gibt Ihrem Vierbeiner Sicherheit.

Spielen oder Meideverhalten?

Bordercollie Bruno lebt seit fünf Jahren bei Nina, einer ambitionierten Hundeführerin in einer Rettungshundestaffel. Nachdem Bruno seine zweite Flächenprüfung abgelegt hat, schafft Nina einen zweiten Hund an, der in Brunos Fußstapfen treten soll. So zieht Flipper ein, ebenfalls ein Bordercollie.
Eines Nachmittags beobachtet Nina ein interessantes Schauspiel: Bruno liegt vor einem Ball und starrt diesen an. Währenddessen bellt Flipper den Ball an, geht in Oberkörper-Tiefstellung, wendet kurz darauf den Blick ab und springt zurück, weg von Bruno, um gleich darauf wieder mit Gebell in die Oberkörper-Tiefstellung zu gehen. Es wechseln sich ab: Spielaufforderung und Meideverhalten. Ganz klar: Flipper will unbedingt den Ball – ist aber schlau genug, sich nicht mit dem erwachsenen Rüden anzulegen. Auch hier werden zwei miteinander unvereinbare Verhaltensweisen in wiederholter Abfolge kurz hintereinander gezeigt.
Fazit: Normales Verhalten, noch unproblematisch.
Tipp: Die Situation im Blick behalten und gegebenenfalls beenden, falls sich der Junghund zu sehr in die Situation hineinsteigert und der Ausgewachsene ihn nicht korrigieren kann.

Zerlegte Sofalandschaft

Der kleine Dackelmix Mirco ist ein sehr anhänglicher Zeitgenosse, was seinem Herrchen Andreas schmeichelt. Er mag das. Als Mitarbeiter einer Agentur kann er Mirco überallhin mitnehmen, und bald ist Mirco im Büro der erklärte Liebling aller. Wenn Andreas Mirco mal nicht mitbringt und ihn stattdessen zu seiner Mutter gibt, die ebenfalls vernarrt in Mirco ist, wird er von den Kollegen ständig nach dem Hund gefragt: Wo ist er denn, warum hast du ihn nicht dabei, fehlt ihm was? Doch dann geschieht etwas, das Mirco und Andreas aus ihrer Routine reißt. Andreas’ Mutter bricht sich ein Bein und tritt nach der Operation eine Reha an. Andreas arbeitet zu dieser Zeit an einem Projekt in der Pharmaindustrie und muss täglich einige Stunden vor Ort sein. Hunde sind in diesem Unternehmen nicht erlaubt. So bleibt ihm nichts anderes übrig, als Mirco ein paar Stunden am Tag allein zu Hause zu lassen. Als er am ersten Tag nach Hause kommt, traut er seinen Augen nicht: Mirco hat alle Sofakissen ausgeweidet und einige Schuhe angebissen. Die Wohnung gleicht einem Schlachtfeld. So kennt Andreas seinen Mirco nicht, so kann das nicht weitergehen. Noch am selben Abend kontaktiert Andreas eine Tierpsychologin. Schnell ist die Ursache gefunden: Mirco ist daran gewöhnt, Andreas auf Schritt und Tritt zu verfolgen. Das war Andreas noch nie aufgefallen, aber ja, die Tierpsychologin hatte recht. Mirco musste auch nie alleine sein – er war im Büro dabei oder bei Andreas’ Mutter. Und nun der Schock – Mirco allein zu Haus, kein Andreas weit und breit, dem er folgen könnte. Dieser Konflikt brachte den Dackelmix dazu, Kissen und Schuhe zu zerlegen. Da Nachlaufen nicht mehr möglich war, zeigte er umorientiertes Verhalten.

Zerstört der Hund Sachen, tut er das womöglich nicht nur aus Langeweile


Fazit: Das Verhalten ist nicht ganz harmlos und könnte auf Dauer teuer werden.
Tipps: Erstens rechtzeitig den Hund ans Alleinesein gewöhnen. Zweitens den Hund in einem Raum unterbringen, in dem er nichts kaputt machen kann und sich wohlfühlt. Ohne systematisch aufgebautes Training wird es vermutlich schwierig werden. Am besten Unterstützung bei Fachleuten holen, um ein solches Training zu etablieren!

Beißen statt Sozialkontakt

Eine völlig überforderte Halterin übergibt den Hütehundmix Nelly nach mehreren Beißunfällen schweren Herzens dem Tierheim. Ausführlich schildert sie ihren gemeinsamen Werdegang: Nelly kam von einer Tierschutzorganisation aus Rumänien. Sie war von Anfang an ängstlich, und ihre Halterein traute sich nicht, sie von der Leine zu lassen. Mit der Zeit begann Nelly, alle Hunde anzubellen, denen sie begegneten. Die Halterin war enttäuscht, hatte es doch in der Anzeige geheißen, der Hund sei gut sozialisiert. Das Verhalten von Nelly wurde immer schlimmer, sodass die Halterin nur noch spät abends oder sehr früh mit ihr rausging. Mehrfach schnappte Nelly auch nach der Besitzerin – anfangs dachte sie, es handle sich um ein Versehen, doch die Vorfälle häuften sich. Sie berichtete im Tierheim: „Nelly macht das immer, wenn sie einen anderen Hund sieht. Erst reißt sie an der Leine, tobt, bellt und steigt wie ein wildes Pferd. Danach dreht sie sich im Kreis, fährt herum und beißt mich schlimmstenfalls ins Bein. Deshalb weiß ich keinen anderen Ausweg mehr, als mich von ihr zu trennen, obwohl ich sie wirklich von ganzem Herzen liebe. Aber damit komme ich nicht klar.“
Was ist hier falsch gelaufen? Nelly hat in der für sie sehr frustrierenden Situation mit einer umorientierten Bewegung reagiert. Ihre Absicht war vermutlich zunächst, näher an die anderen Hunde heranzukommen. Da das durch die Leine verhindert wurde, steigerte sich ihr Drang, und die Halterin traute sich immer weniger, den Hund freizulassen, der schließlich mit Zwicken reagierte. Dies ist ein sehr tragisches Beispiel für umorientiertes Verhalten – aber leider nicht selten.
Fazit: Schlimmstmögliche Wendung.
Tipp: Solche Fälle gehören in die Hände eines erfahrenen Hundehalters. Nelly benötigt systematisches Training mit problemhundeerfahrenen Fachleuten, damit das Verhalten nicht automatisiert wird.

Anwenden im Trainingsalltag

Übersprunghandlungen gehören zum Normalverhalten.
Bestrafung hilft nicht weiter und würde im Zweifel die
auslösende Unsicherheit verstärken. Im Training können
Übersprunghandlungen den Lernerfolg behindern
– deshalb sollte man sie frühzeitig erkennen und die
Ursachen beseitigen. Es ist wie bei uns Zweibeinern:
Ein gestresstes Gehirn lernt nicht gern. Achten Sie im
Trainig auf folgende Punkte, um Übersprunghandlungen
vorzubeugen:
• Die Übungen einfacher gestalten, sodass der Hund sie besser bewältigen kann.
• Gemeinsam Gefahrensituationen überwinden und dem Hund dadurch Sicherheit vermitteln.
• Ablenkungen verringern, miteinander konkurrierende Reize vermeiden.
• Motivation steigern durch Spiel oder Futter.
• Im Training kleinere Zwischenschritte einbauen, um Erfolgserlebnisse zu schaffen.


Fotos: istockphoto.com (2), Shutterstock