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Publikum feiert Spitzenhengste: HOLSTEINER JUNGHENGSTKÖRUNG 2019


Pferd + Sport - epaper ⋅ Ausgabe 12/2019 vom 28.11.2019

Die Holsteiner Veranstaltungstage in Neumünster hatten in diesem Jahr einige Höhepunkte zu bieten. Die Junghengste begeisterten bereits am Donnerstag bei der ersten Vorstellung auf dem Außengelände der Holstenhalle. Weitere Highlights waren das überragende Freispringen am Freitag und die sehr emotionale Stimmung am Samstag bei der Verkündung der Körurteile und der Proklamation des Siegerhengstes.


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Bildquelle: Pferd + Sport, Ausgabe 12/2019

Ein starkes Team: Manfred von Allwörden und Trainer Ivan Ivanov mit dem Siegerhengst CAHIL v. Cornet Obolensky


Die Spitzenhengste

Einen außergewöhnlichen Hengstjahrgang konnte Manfred von Allwörden in diesem Jahr ...

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... zur Körung stellen. Von seinen neun zugelassenen Kandidaten erzielten fünf Hengste ein positives Körurteil. Darunter befanden sich auch der Sieger- und der Reservesieger: Cahil v. Cornet Obolensky-Contender sowie Chinchero v. Chopin-Clarimo. Der dritte Spitzenhengst des Jahrganges kam aus der Zucht von Magnus Redderberg und ist der Million Dollar-Cambridge-Sohn Milbridge.

Schon als Fohlen war der Siegerhengst Cahil eine Ausnahmeerscheinung und überzeugte im Fohlenchampionat des Körbezirkes auf dem Platz in Badendorf. Sein Pedigree beinhaltet eine besonders interessante und wertvolle Kombination von fremden Leistungsgenen mit sehr bewährten Holsteiner Blutführungen im Erfolgsstamm 776. Schon über seinen Vater Cornet Obolensky führt der Sieger das bewährte Cor de la Bryère-, Heartbreaker- und Ramiro-Blut in der zweiten und dritten Generation. Die französischen Gene von Cor de la Bryère tauchen auch sehr verdichtet über Calypso II, Caretino und Caletto II in der mütterlichen Abstammung auf, die in Verbindung mit den beiden für Holstein prägenden Vollblütern Marlon xx und Ladykiller xx den beim Siegerhengst deutlich erkennbaren Edelblutanteil erhält. Dieser auffällige Typ verkörpert das perfekte moderne Sportpferd, so wie es heute im Zuchtziel des Verbandes beschrieben wird. In Verbindung zu den gezeigten Leistungen am Sprung, die von besonderer Leichtfüßigkeit und großem Vermögen gekennzeichnet waren, ergibt sich ein Ausnahmepferd, das eindeutig die Spitze des Jahrganges verkörperte.

Der Siegerhengst CAHIL zeigte sich bei allen Präsentationen als überragende Jahrgangsspitze mit großen Aktionen in der Bewegung.


Einen außergewöhnlichen Hengstjahrgang konnte Manfred von Allwörden stellen.


Große Freude über seinen Zuchterfolg zeigte Manfred von Allwörden bei der Ehrung. Traditionsgemäß erhielt der Züchter des Siegerhengstes aus den Händen des Verbandsvorsitzenden Hinrich Köhlbrandt (r.) die Landgraf I-Statue. Für die Körkommission gratulierte Horst-Klaus Heleine (l.).


Der Abstammung entsprechend zeigte der Siegerhengst ganz großes Springpotential und überwand in Neumünster souverän jede Höhe.


Kaum weniger an Ausstrahlung zeigt der Reservesieger Chinchero v. Chopin. Dieser mittelrahmige Braune war an Sportlichkeit und Agilität kaum zu übertreffen. Sein ganz großes Springpotential schöpft er aus einer ebenfalls besonders wertvollen Abstammung. Der Vater Chopin, ein Casall-Sohn, ist mittlerweile in der Global Champions Tour erfolgreich und die Olympiahoffnung seiner Reiterin Mathilda Karlsson (SWE). Chopins Abstammung wird stark von den Cor de la Bryère-Söhnen Caletto II, Corrado I und Caletto I geprägt. Noch stärker ist die mütterliche Abstammung mit dem Blut des Franzosen, der Holstein revolutioniert hat, angereichert. Der Muttervater Clarimo ist ein Sohn der Caletto II-Tochter Wisma. Die Stute Wisma ist auch Mutter des Capitol I-Sohnes Cassini I, der im Pedigree von Chinchero als Vater der Großmutter auftaucht. Hinzu kommt die Urgroßmutter Niveau, die vom Caletto II-Sohn Caretino abstammt und über Lord noch einmal direkt auf Cor de la Bryère zurückgeht. Diese Zusammenhänge verdeutlichen die relativ starke Linienzucht auf das „Corde-Blut“, das insgesamt sechs Mal im Pedigree dieses Ausnahmespringpferdes auftaucht.

Als perfekter Hengst zeigte sich auch der zweite Reservesieger Milbridge v. Million Dollar-Cambridge, dessen Züchter Magnus Redderberg aus dem Lager der aktiven Jungzüchter unseres Verbandes kommt und mit Unterstützung seiner Eltern einen großartigen Erfolg in Neumünster feierte. Dem Vater des Reservesiegers – Million Dollar – war damit gleich im ersten Jahrgang ein besonderer Erfolg gelungen. Zur Vorauswahl wurden etliche seiner Söhne vorgestellt, wobei sich dabei sein Vererbungsprofil noch etwas heterogen zeigte. Drei seiner Nachkommen schafften den Sprung nach Neumünster und hinterließen dort einen durchweg positiven Eindruck. Nun gilt es die nächsten Jahrgänge abzuwarten. Das souveräne Springpotential von Milbridge ist auf die Kombination des springbegabten Vaters mit der wertvollen und leistungserprobten Mutterlinie (Stamm 1866) zurückzuführen. Die wertvolle Blutführung des Vererbers Cambridge (Caletto I-Marlon xx) in Verbindung mit den Leistungsgenen von Calypso II, Capitol I und Ladykiller xx bilden das Fundament. Die Mutter Louise lieferte bereits mehrere Springpferde mit Erfolgen in der Klasse S.

Als überragender Typ und großartiger Leistungssportler, der sich hervorragend bewegen konnte, zeigte sich der Reservesieger CHINCHERO v. Chopin-Clarimo.


Der Sprungablauf des Reservesiegers CHINCHERO war einmalige Klasse. Das Publikum feierte den Spitzensportler mit Standing Ovations in Neumünster.


Die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein ehrte den Züchter des Reservesiegers CHINCHERO v. Chopin-Clarimo, Manfred von Allwörden, Grönwohld, mit der begehrten Kammerplakette. Die Auszeichnung nahm der Geschäftsführer Peter Levsen Johannsen vor.


Der Ablauf

In diesem Jahr erschienen 73 Körkandidaten im Katalog für die Veranstaltung in Neumünster. Mit nur zwei Ausfällen verblieben 71 vorgestellte Hengste. Ein großes Aufgebot, das sich zum einen durch die wieder gestiegene Anzahl der zur Vorauswahl vorgestellten Junghengste (250) und zum anderen durch die besonders gute Springqualität und Bewegungsstärke des Jahrganges ergab. Auch die Röntgengesundheit der Hengste hat sich verbessert und bei den anderen Gesundheitschecks ergaben sich keine Ausfälle.

Der erste Vorstellungstag in Neumünster wurde in diesem Jahr zu einem besonderen Highlight. Bei herrlichem Sonnenschein präsentierten sich die Hengste von ihrer besten Seite. Das sehr gute Gangpotenzial des gesamten Jahrganges konnte bei den optimalen Bedingungen bestens ausgespielt werden. Viele Besucher säumten die Außenbahn und gaben ihrer Begeisterung für die vorgestellte Qualität durch häufigen Applaus Ausdruck. Mit diesen Eindrücken und einer guten Stimmung konnten wir in den Freitag starten.

Das Freispringen

Der Test für den Ablauf des Freispringens am Freitag findet bereits am Mittwoch, dem Tag der Anlieferung in Neumünster, statt. Alle angereisten Körkandidaten lernen bei noch wenig angespannter Atmosphäre das „Innenleben“ der Holstenhalle kennen und verraten dabei schon ihren Konditions- und Vorbereitungszustand für ihre Auftritte an den Folgetagen. Etliche fachkundige Besucher begleiteten die Hengste an diesem Tag und erkannten, dass ein besonders qualitätsvoller Jahrgang zur Beurteilung anstand.

Mit einigen kleinen Veränderungen sollte der Ablauf in der Springbahn optimiert werden. Schon vor Anlieferung der Hengste wurde bei einem Probedurchlauf mit Pferden aus der Holstenhallen-Nachbarschaft geübt und für durchführbar gehalten. Geplant war das vollständige Freilaufen und selbstständige Einfädeln des Hengstes zur Sprungreihe. Hintergrund dieser Überlegungen war ein zügigerer Ablauf am Freitag (mit 71 Hengsten) und der Wunsch nach mehr Ruhe und Konzentration für die Hengste zum Ablassen in die Sprungreihe. Dafür wurden eigens neue Abgrenzungen und Fänge (Leihgabe vom Hannoveraner Verband) platziert, die den Hengsten den Zugang zur Sprungreihe erleichterten. Sie weiterhin anzuführen und nicht frei in die Sprungreihe laufen zu lassen, war der mehrheitliche Wunsch der Hengsttrainer und hat letztendlich dem reibungslosen Ablauf nicht geschadet. Nach vielen Jahren des Freispringens gab es in diesem Jahr wieder eine Steigerung. Der Jahrgang sorgte für Begeisterung beim Publikum, und etliche Hengste wurden für ihr Springvermögen mit kräftigem Applaus bedacht.

Bei den Dressurhengsten gab es einen Favoriten, der es bis auf den Prämienring schaffte. Der Fidertanz-Silvano-Sohn Fidano überzeugte bei allen Vorstellungen an der Hand. Steigerung erfuhr der Eindruck zum Hengst noch am Donnerstag, als die dressurbetonten Kandidaten an der Longe gezeigt wurden. Mit Abstand präsentierte sich dieser Hengst, der aus einer Zuchtversuchsanpaarung hervorgegangen ist, am besten. Seine überragenden Trabaktionen und der gewaltige Galoppsprung, verbunden mit einem akzeptablen Schritt, lassen eine große Dressurkarriere erhoffen.

Mit der Katalognummer acht begann das Feuerwerk der Springkunst. Der herrlich aufgemachte Balou du Rouet-Diarado-Sohn Baloubetto punktete durch Mut, eine sehr gute Art und gewaltiges Vermögen, was ihm in Kombination mit den Typwerten und dem kraftvollen Bewegungsablauf später auch das Prädikat Prämienhengst einbrachte. Ihm folgten zwei interessante Casall-Söhne, von denen der Casall-Lasino-Nachkomme Cannobio mit einer unglaublichen Kraft im Körper sprang. Der noch geschmeidigere Casall-Cassiano-Sohn Cocomax zeigte die perfekte Art und ganz große Leichtigkeit über dem Hindernis. Von den Casall-Söhnen überzeugte bei dieser Körung besonders Chopin mit seiner Nachzucht. In aller Munde war in Neumünster die Katalognummer 27, Chinchero v. Chopin. Der attraktive Braune zeigte in allen Phasen des Sprungablaufes ein Optimum und wurde vom Publikum schon am Freitag mit Szenenapplaus bedacht. Seine Spitzenstellung im Jahrgang konnte nach dem Freispringen schon festgemacht werden. Von ähnlich guter Qualität zeigte sich in Neumünster auch der Comme il faut-Contendro I-Sohn Charaktervoll. Ein ganz drahtiger Sportler, der am Freitag reell gutes Springen zeigte und dabei mit seinem Vermögen nicht hinter dem Berg hielt.

Im Zusammenhang mit den gut springenden Hengsten muss in diesem Jahr ein Züchter besonders hervorgehoben werden, und das ist Manfred von Allwörden, dem es gelungen war, sich mit neun Hengsten zur Körteilnahme in Neumünster zu qualifizieren. Einen absoluten Höhepunkt erreichte seine Hengstkollektion mit der Katalognummer 33, dem Cornet Obolensky-Contender-Sohn Cahil, dem späteren Siegerhengst des Jahrganges. Ein unglaublich attraktiver, sportlicher Typ, der auch am Sprung mit außergewöhnlichen Qualitäten überzeugen konnte.

Ebenfalls aus der Zucht von Manfred von Allwörden kommt der Hengst mit dem wohl wertvollsten Pedigree. Der Diamant de Semilly-Caretino-Sohn Diano stammt aus einer direkten Vollschwester des Jahrhundertvererbers Casall und konnte diesem Erbe auch am Sprung gerecht werden. Mit den Söhnen von Diarado rückt das Leistungsblut des Diamant de Semilly schon in die zweite Reihe, wo es aber immer noch für besondere Qualität am Sprung sorgen kann. Der Diarado-Cassini I-Sohn Daverio gehörte in Neumünster mit zu den am vermögensten springenden Junghengsten.

Mit dem Levisto-Casall-Sohn Le Casall trat ein Vertreter der einst so erfolgreichen L-Linie wieder in den Vordergrund. Der sehr sympathische und kompakte Hengst sprang ohne viel Aufwand jede Höhe, wobei sein Vermögen noch reichliche Reserven in Neumünster erkennen ließ. Ebenfalls zu den Vertretern der L-Linie gehörte Lov-Boy v. Livello-Campesino. Der elegante Schimmel erinnerte stark an seinen Urgroßvater Landgraf I und dessen blutgeprägte Vererbung. Am Sprung wurde die gelungene Kombination von L- und C-Linie wieder deutlich und ließ eine große sportliche Zukunft erkennen. Mit Million Colours, einem Million Dollar-Singulord Joter-Sohn, gelang der Züchterin Carmen Eißfeldt und dem Aufzüchter Harm Thormählen ein ganz besonderer Körerfolg. Die Mutter dieses auffällig gezeichneten Junghengstes, Bona, lieferte bereits ihren dritten gekörten Sohn, der auch wieder das Format für den Spitzensport besitzt. Im Pedigree des Prämienhengstes Soleto v. Somersby-Contender aus dem Stamm 741 zeigt sich eine für Holstein eher seltene, dafür aber vielleicht sehr wertvolle Blutkombination. Das Einfließen fremder Gene liegt momentan im Bestreben des Verbandes, damit neue Linien entwickeln werden können und die erforderliche genetische Variation erreicht wird. Der Zuchtversuch mit dem in Hannover sehr populären Stakkato ist in Holstein bisher noch von wenig Erfolg gekrönt worden. Mit diesem talentierten Junghengst könnte die Einschmelzung von Stakkato-Blut gelingen. Am Sprung bringt Soleto jedenfalls enormes Potential mit und ist zudem genetisch über die wertvolle Mutterlinie abgesichert.

Der zweite Reservesiegerhengst MILBRIDGE v. Million Dollar-Cambridge fiel durch sein typvolles Auftreten und sein kraftvolles Abfußen bereits am Donnerstag der Kommission und dem Publikum auf.


Dass dieser klassische Holsteiner Typ zur Jahrgangsspitze gehört, wurde auch beim Freispringen am Freitag deutlich. Mit überragender Manier und viel Vermögen stellte er sich jeder Anforderung.


Zu einem richtigen Familienfest wurde die Siegerehrung für den MILBRIDGE-Züchter Magnus Redderberg (l.), seinen Vater Volker (2.v.l.) und Mutter Susanne Redderberg, Ahrensbök (r.). Eingerahmt wurde die Mitbesitzerin Inke Nolte, Lübeck, die für den großartigen Zuchterfolg die FN-Medaille in Silber erhielt. Vorgestellt wurde MILBRIDGE von Roland Metzler.


Fotos: Janne Bugtrup

Die gekörten Hengste

Die 20 gekörten Hengste aus dem Jahrgang 2017 weisen eine hervorragende, für Holstein wichtige Abstammungsvielfalt auf. Neben den für uns neuen Genen des Dressurhengstes v. Fidertanz gibt es eine ganze Reihe von wertvollen springbetonten Abstammungen, die eine Leistungserweiterung ermöglichen. Führende Linien der europäischen Springpferdezucht waren durch die Väter Balou du Rouet (Baloubet du Rouet, SF), Comme il faut (Cornet Obolensky, BWP), Diarado (Diamant de Semilly, SF), Million Dollar (Plot Blue, KWPN), Somersby (Stakkato), Uriko (Untouchable, KWPN) und Vagabond de la Pomme SBS (Vigo d'Arsouilles, BWP) bei dieser Körung erfolgreich präsent gewesen. Die bewährten Holsteiner Linien C und L wurden durch Casall und seine Söhne und Enkel wieder gut repräsentiert. Dabei standen Chopin als Casall-Sohn sowie der Casall-Enkel Charleston im Fokus der Besucher. Das L-Blut kam bei dieser Körung nicht zu kurz. Mit Söhnen von Levisto, Livello und Lord Z konnten drei veranlagte Vertreter der Ladykiller xx-Linie ein positives Körergebnis verzeichnen. Dem Vollblüter Ibisco xx, ein Vertreter der jüngsten Veredelungsphase in Holstein, war es mit seinem Sohn und Reservesieger der Körung 2014, Ikarus Son, gelungen, einen sehr typvollen und ausgesprochen sportlichen Enkel zur diesjährigen Körung zu stellen. Dieser bewegungsstarke Hengst ließ vor allem die Herzen der Vielseitigkeitsreiter höherschlagen.

Die sechs Prämienhengste

Fidano v. Fidertanz-Silvano
Züchter: ZG Pflügler & Ahrens, 25795 Weddingstedt Aufzüchter und Eigentümer: Holsteiner Verband Hengsthaltungs GmbH, 25336 Elmshorn

Baloubetto v. Balou du Rouet-Diarado
Züchter: Klaus-Peter Wiepert, 23758 Neuratjensdorf Aufzüchter und Eigentümer: Johan Ifverson, 26363 Viken, Schweden

Chinchero v. Chopin-Clarimo
Züchter, Aufzüchter und Eigentümer: Manfred von Allwörden, 22956 Grönwohld

Cahil v. Cornet Obolensky-Contender
Züchter, Aufzüchter und Eigentümer: Manfred von Allwörden, 22956 Grönwohld

Milbridge v. Million Dollar-Cambridge
Züchter: Magnus Redderberg, 23623 Ahrensbök Aufzüchter und Eigentümer: Volker Redderberg, 23623 Ahrensbök & Inke Nolte, 23568 Lübeck

Soleto v. Somersby-Contender
Züchter, Aufzüchter und Eigentümer: Witt Pferdezucht GbR, 25746 Wellinghusen

TRANSLATION

Public celebrates top stallions Holsteiner licensing of young stallions 2019

This year, the Holsteiner events of Neumünster had several highlights on offer. The young stallions thrilled already during their first presentation in the outdoor area of Holstenhalle on Thursday. Other highlights were the excellent free jumping on Friday and the always emotional atmosphere at saturday’s winners’ presentation.
The top stallions Manfred von Allwörden presented a truly extraordinary stallion generation for the licensing this year. Out of the nine of his candidates admitted for the licensing five were acknowledged positively. The winner and the reserve winner were among them: Cahil by Cornet Obolensky-Contender plus Chinchero by Chopin-Clarimo. The third top stallion of this generation was bred by Magnus Redderberg. It is the son of Million Dollar-Cambridge, Milbridge.

Even when he was only a foal the winning stallion, Cahil had been an extraordinary type convincing the jury of the licensing district at Badendorf. His pedigree combines a very interesting and special combination of international performance genes with very well proven Holsteiner bloodlines of the successful line 776. Via his sire, Cornet Obolensky, the winner carries the well tried and tested genes of Cor de la Bryère, Heartbreaker and Ramiro in this second and third generation. Cor de la Bryère’s French genes are well condensed via Calypso II, Caretino and Caletto II on the dam’s side. In connection with the two thouroughbreds, Marlon xx and Ladykiller xx, both typical for the Holsteiner horse, they form an easily recognizable share of noble blood. His striking type embodies the perfect modern sport horse as it is described as the Verband’s breeding goal today. Combined with his performance over jumps, with extraordinary light-footedness and huge ability, the result is an exceptional horse that was clearly at the top of his generation.

The reserve winner, Chinchero by Chopin owns no lesser positive radiance. This medium-framed bay was hardly to be topped regarding athleticism and agility. He takes his very large jumping potential from a very valuable pedigree, too. The sire, Chopin was only recently licensed in Holstein. This son of Casall is successful at the Global Champions Tour and carries the Olympic ambitions of his rider, Mathilda Karlsson (SRI). Chopin’s pedigree is coined strongly by the sons of Cor de la Bryère, namely Caletto II, Corrado I and Caletto I. The dam’s line is even stronger enriched by the French blood that had revolutionized Holstein. The dam’s sire, Clarimo is a son of Wisma, being a daughter of Caletto II. With Capitol I, this mare Wisma is also the dam of Cassini I, who is listed in Chinchero’s pedigree as the granddam’s sire. Add to this the great-granddam, Niveau. She is by Caretino, a son of Caletto II, and goes directly back to Cor de la Bryére via Lord. This listings make it obvious how strong the ”Corde“ blood influences the line breeding of this extraordinary jumper. His pedigree lists it six times.

The second reserve winner, Milbridge by Million Dollar-Cambridge presented as the perfect stallion, too. His breeder, Magnus Redderberg rose out of Holstein’s group of young breeders and celebrated a huge success at Neumünster, supported by his parents. For the reserve winner’s sire, Million Dollar, it is a special success produced in his first licensing generation. A lot of his sons had been presented at the selection trials and his hereditary profile seemed to be slightly varied then. Three of his offspring made it to the licensing, all leaving a positive impression. The task is now to observe the next generations. Experience says that the results will improve when breeders refine their matches. Milbridge’s confident jumping potential results from the combination of a talented sire with valuable and performance proven genes of the dam’s line 1866. The valuable blood of sire Cambridge (Caletto I-Marlon xx) in connection with the performance genes of Calypso II, Capitol I and Ladykiller xx form the base. The dam, Louise, delivered several advanced jumping horses already.

Prämienhengst SOLETO v. Somersby-Contender stammt aus der Zucht der Witt Pferdezucht GbR, Wellinghusen. Tjark Witt nahm den Ehrenteller des Verbandes entgegen und Sören Neumann stellte den Hengst vor.


SOLETO gehörte zu den sprungbegabtesten Hengsten in Neumünster. Mit viel Energie und ganz großem Vermögen, bei bester Technik, begeisterte er das Publikum.


Bei großem Rahmen und bester Bergauf-Bewegung konnte SOLETO mit großer Übersetzung und guter Motorik überzeugen.


Groß war die Freude bei Klaus-Peter Wiepert und Sabine Teutsch, den Züchtern vom Prämienhengst BALOUBETTO v. Balou du Rouet-Diarado, der aus dem Besitz von Johan Ifverson, Schweden, in Neumünster vorgestellt wurde. Für ihn nahm Willi Brunckhorst (r.) den Ehrenteller des Verbandes entgegen.


Mit großem Mut und hervorragender Einstellung meisterte der Balou du Rouet-Sohn jede Höhe in Neumünster.


Ein Prämienhengst in Holstein muss neben den Leistungsschwerpunkten am Hindernis auch einen auffallenden Typ und bestes Bewegungspotential verkörpern. Eigenschaften, die BALOUBETTO bestens in sich vereint.


The schedule
This year, 73 candidates hopeful to be licensed were listed in the catalogue for the Neumünster event. After only two scratches 71 stallions were presented. This was quite a large lot resulting from again a rising number of selectioning candidates (250) plus a generation being especially remarkable because of its very high jumping qualities and good movements. The x-raying results have improved and the other healths examinations remained negative as well. The first day of presentation turned into a special highlight this year. The stallions put their best foot foward with the sun shining brilliantly. With top conditions like these the whole generation could show off its very good potential of movement. Many spectators lined the arena and did not hold back their applause. With excellent impressions and a positive atmosphere we could start into Friday.

The free jumping
The test for Friday’s program took place already on Wednesday, the day when the stallions arrived at Neumünster. All candidates could soak up the atmosphere at Holstenhalle while it was still rather quiet and let observers know about the status of their stamina and preparation for the days to come. A lot of knowledgeable spectators followed the presentation on Wednesday already. They became aware that there was a generation of high quality about to be judged.

Some little changes were introduced to improve the flow in the jumping arena. A test run with horses from neigbouring stables had been held and thought to be workable. The plan was to leave the stallions completely alone and let them find the entrance into the jumping row on their own. The aim was to achieve a timely flow for the large number of 71 stallions and allowing for more quiet and concentration for the stallions when being led toward the obstacles. New boundary rails and wings (on loan from the Hanover Verband) were put in place to ease the stallions’ entry into the jumping row. Some of these test results were put in place and they made the job easier for the horses. The majority of trainers had wanted to stick with leading the stallions instead of letting them canter on their own towards the jumps. In the end this did not interfere with the flow. Following many years of great free jumpings this year was even better. This generation thrilled the public and many stallions received extra loud applause for their jumping ability.

Hervorragendes Dressurblut für Holstein: Der Prämienhengst FIDANO v. Fidertanz-Silvano stammt aus der Zucht der ZG Pflügler und Ahrens, Weddingstedt, und wurde von der Holsteiner Verband Hengsthaltungs GmbH in Neumünster vorgestellt. Frank Pflügler und Norbert Boley nahmen die Ehrung entgegen.


Uwe Benzin vom Hengststall des Verbandes hatte FIDANO für den Auftritt in Neumünster vorbereitet und hervorragend in Szene gesetzt. Das bedeutende Exterieur des Hengstes wurde durch einen ganz hervorragenden, dressurbetonten Bewegungsablauf noch untermauert.


The dressage stallions had a favourite as well who made it into the premium ring in the end. Fidano, a son of Fidertanz-Silvano, convinced in all presentations in hand. This impression was even improved on Wednesday when the dressage candidates were shown at the lunge line. This stallion, resulting from a breeding test match, was by far the best. His extraordinary trot and enormous canter, added to an acceptable walk, give hope for a great career in the dressage arena.

Catalogue number eight opened the fireworks of the jumpers. The marvelously made Baloubetto by Balou du Rouet-Diarado impressed with bravery, a very good technique and huge ability. Combined with his high scores for type and powerful movement it brought him the title of premium stallion in the end. Two interesting sons of Casall followed. The Casall-Lasino offspring jumped with sheer unbelievable power. The Casall-Cassiano was even more elastic, showing a perfect technique and lightness in his springiness over the jumps. Among all the sons of Casall, it was Chopin whose progeny convinced especially during this licensing. In Neumünster everybody talked about catalogue number 27, Chinchero. The attractive bay showed the optimum in every phase of the jump and earned special applause already. His ranking at the top of his generation was already obvious after the free jumping. Charaktervoll, by Comme il faut-Contendro I, presented an almost similar quality. He is quite a wiry athlete and showed solidly and honestly real good jumping, letting his ability shine.

When mentioning stallions jumping excellently, there is one breeder that stands out this year. Manfred von Allwörden managed to get nine stallions qualified for the licensing at Neumünster. His collection saw the absolute top with catalogue number 33, Cahil, by Cornet Obolensky-Contender who was crowned the winning stallion later. Cahil is unbelievably attractive, an athletic type who convinces with extraordinary quality over jumps as well as on the flat.

The stallion showing the probably most valuable pedigree is bred by Manfred von Allwörden as well. Diano by Diamant de Semilly-Caretino comes from a direct full-sister to Casall, the stallion of the century, and he showed his heritage over jumps. Via the sons of Diarado the performance tested blood of Diamant de Semilly is listed only secondary by now but it can still show off with special quality over jumps. Daverio by Diarado-Cassini I had been among the young stallions jumping with the best abilities.

Le Casall by Levisto-Casall brought the formerly hugely successful L-line back into the spot light. Without any effort this very likeable and compactly built stallion jumped every height letting everybody know that there was still a lot more ability available. Lov-Boy by Livello-Campesino represented the L-line, too. The elegant grey reminds strongly of his great-grandfather Landgraf I and his thoroughbred heritage. Over the jumps this successful combination of the L- with the C-line became obvious and thus allows great expectations for the future in the sport. Million Colours, by Million Dollar-Singulord Joter, is a very special success for breeder Carmen Eisfeldt and rearer Harm Thormählen. This strikingly coloured young stallion’s dam, Bona, has delivered her third licensed son already who again shows the format for the sport at top level. Premium stallion Soleto by Somersby-Contender comes from line 741 and his pedigree shows a combination that is rare in Holstein but might be extra valuable. At the moment the Verband aims for introduction of outside genes to be able to create new lines with the necessary genetic variety. The breeding test with Stakkato who is a big favourite in Hanover, so far has not brought much success in Holstein. This talented young stallion could change this and introduce stakkato’s genes. Soleto has enormous potential over jumps and his valuable dam line guarantees genetic stability.

The licensed stallions
The twenty stallions of the licensing generation 2019 show an excellent variety of pedigrees that is so important for Holstein. Apart from the genes of dressage stallion Fidertanz, new for Holstein, there is a whole series of valuable jumping pedigrees that enable to enlarge the possibilities for performance. The leading lines of European jumping horse breeding are represented successfully at this licensing via the sires Balou du Rouet (Baloubet du Rouet SF), Comme il faut (Cornet Obolensky BWP), Diarado (Diamant de Semilly SF), Million Dollar (Plot Blue WPN), Somersby (Stakkato), Uriko (Untouchable WPN) and Vagabond de la Pomme SBS (Vigo d'Arsouilles BWP). Holstein’s well proven lines C and L were well represented by Casall and his sons and grandsons. The public was especially focused here on Chopin as a son and Charleston as a Casall-grandson. There was no shortage of L-blood at this year’s licensing. The licensed Levisto, Livello and Lord Z are three talented representatives of the L-line formed by Ladykiller xx. The thoroughbred Ibisco xx had been introduced in Holstein’s youngest reforms to achieve more fineness and nobility. His son, Ikarus Son had been the reserve winner of the licensing 2014. Five years later, Ikarus Son presented a very typey and athletic son for the licensing. This stallion’s very strong movements thrilled especially the eventing fans.

DR. THOMAS NISSEN

DAVIERO v. Diarado-Cassini I, Züchter: Dr. Roland Wünschel, Bakum, Besitzerin: Patrizia Pannier, Lohne


CHARAKTERVOLL v. Comme il faut-Contendro I, Züchter und Besitzer: Manfred von Allwörden, Grönwohld


DUBLINER v. Dinken-Canturo, Züchter: Philipp Freier, Landau, Besitzer: Holsteiner Verband Hengsthaltungs GmbH, Elmshorn


CDU-Landtagsabgeordneter Heiner Rickers überbrachte die Grüße der Landesregierung und nahm Bezug auf die Videobotschaft des Ministerpräsidenten.


Der Verbandsvorsitzende Hinrich Köhlbrandt begrüßte die vielen Besucher aus dem In- und Ausland, sowie besondere Ehrengäste.


CHAVAROS v. Charleston-Con Air, Züchter: Reimer Detlef Hennings, Bendorf, Besitzer: Reimer Detlef Hennings, Bendorf und Dieter Mehrens, Sievershütten


Die Körkommission des Holsteiner Verbandes wurde in diesem Jahr ergänzt durch den Berichterstatter Rob Ehrens (l.) aus den Niederlanden. Daneben waren Horst-Klaus Heleine, Jens Hauschildt, Dr. Thomas Nissen, Michael Gonell und Wulf-Hinrich Hamann in Neumünster tätig.


IMAGINE v. Ikarus Son-Cormint, Züchter: Hans Jacobsen, Behrendorf, Besitzer: Hans Jacobsen und Holger Thomsen, Behrendorf


LORD LUZIUS v. Lord Z-Companiero, Züchter und Besitzer: Sven Völz, Bienenbüttel/ Edendorf


MILLION COLOURS v. Million Dollar-Singulord Joter, Züchterin: Carmen Eißfeldt, Sparriershoop, Besitzer: Harm Thormählen, Kollmar


Der Blick in die Holstenhalle zeigt das große Publikumsinteresse an den Holsteiner Pferden auf und spiegelt die besondere Nähe der Besucher zum Geschehen in der Halle wider.


COCOMAX v. Casall-Cassiano, Züchter: Manfred Birchler, SUI-Bilten, Besitzerin: Jekaterina Melnika, LVA-Latvia


URTHAGO v. Uriko-Mylord Carthago, Züchter und Besitzer: Hyperion Stud LLC, USA-Barboursville


LOV-BOY v. Livello-Campesino, Züchter und Besitzer: Egon Jessen, DEN-Aabenraa


FOTOS JANNE BUGTRUP

Fotos: Janne Bugtrup

Fotos: Janne Bugtrup

Fotos: Janne Bugtrup

Fotos: os: Janne Bugtrup