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Puntigrus, Pethia und Co.


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aquaristik - epaper ⋅ Ausgabe 6/2021 vom 06.10.2021

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Bildquelle: aquaristik, Ausgabe 6/2021

Gruppe der Zuchtform ?Neon? von Pethia conchonius.

Die aus Südostasien stammenden Karpfenfische gehören seit jeher zum ständigen Sortiment des Zoofachhandels. Dass sich nur wenige Aquarianer intensiver mit diesen Fischen beschäftigen, erkennt man auch an der übersichtlichen Anzahl an Publikationen über diese attraktive Fischfamilie. Im folgenden Bericht sollen die grundsätzlichen Pflegebedingungen besprochen und einige attraktive Arten in Text und Bild vorgestellt werden.

NAMENSWIRRWARR UND HERKUNFT

Nach zahlreichen Revisionen und Neubeschreibungen in den vergangenen Jahren musste man sich an neue Gattungsnamen gewöhnen. Viele sehr beliebte Arten wurden von den seit Jahrzehnten gewohnten Gattungen in neu aufgestellte überführt. Allein in den Jahren 2012 und 2013 kamen neue Gattungsnamen wie Puntigrus (Kottelat, 2013), Pethia und Haludaria (Pethiyagoda, Meegaskumbura & Maduwage, 2012) hinzu.

Die kleinbleibenden und sehr beliebten Arten der Barben ...

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... stammen aus Süd- und Südostasien. Die in der Aquaristik am häufigsten gepflegten Arten haben ihren Ursprung in Indien, Sri Lanka, Thailand und Vietnam und werden dort meist in großen Farmen gezüchtet und in die ganze Welt exportiert.

PFLEGEBEDINGUNGEN

Barben sind gesellige Fische und sollten in kleinen Gruppen ab acht Exemplaren gepflegt werden. Die Mindestgröße des Aquariums beträgt je nach Art 80 bis 100 Liter. Eine Wassertemperatur zwischen 20 °C und 26 °C, ein pH-Wert um den Neutralwert von 7 sowie eine gute Filterung sind Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Pflege.

Da viele Barbenarten an feinfiedrigen Pflanzen knabbern, ist nicht jede Art für ein begrüntes Aquarium geeignet. Die Gelegenheit zum Gründeln sollte auf jeden Fall gegeben sein. Ein zu sauberer Pflegebehälter hindert die Fische an ihrer natürlichen Nahrungsaufnahme. Sie brauchen nach Erfahrung einiger erfahre-ner Barben-Züchter die im Bodengrund befindlichen Bakterien, um die Nahrung besser zu verdauen. Das bedeutet auch, dass ein Bodengrund unbedingt vorhanden sein muss. Ein 30-prozentiger Wasserwechsel, mindestens alle 14 Tage, sollte eingehalten werden.

Bei der Vergesellschaftung sollten Fische mit gleichen Ansprüchen an die Wasserverhältnisse gewählt werden. Lebendgebärende (außer Hochtzuchtguppys) sind hierfür sehr gut geeignet. Bei der gemeinsamen Pflege mit lang- und fadenflossigen Fischen eilt den Barben der schlechte Ruf voraus, sie würden ständig an deren Flossen herumknabbern und so diese Beckeninsassen drangsalieren. Dies ist mittlerweile teilweise widerlegt worden – gilt aber für die Borneobarbe P. cf. anchisporus und deren Zuchtformen vielfach als bestätigt. Ungeeignete Haltungsbedingungen können auch die Ursache für ein solches Verhalten sein.

ERNÄHRUNG UND FORTPFLANZUNG

Barben sind Allesfresser. Zu einem vielseitigen Futterangebot gehört ein hochwertiges Flocken-oder Granulatfutter. Regelmäßige Gaben von Frostfutter in Form von Wasserflöhen, Mückenlarven und Artemia sollten das Angebot ergänzen. Barben sind auf pflanzliche Bestandteile in der Nahrung angewiesen. Ein ausreichender Anteil sollte im gereichten Futter vorhanden sein. Grünfutterflocken werden von allen namhaften Herstellern angeboten.

Zur Laichzeit zeigen die Männchen vieler Barbenarten einen Laichausschlag (weiße Knoten) am Kopf.

Das Zuchtbecken sollte üppig bepflanzt sein. Ein Absenken des Wasserstandes hat sich für eine erfolgreiche Zucht bewährt. Wenn man einen Laichrost auf dem Bodengrund anbringt, werden dadurch die abgelaichten Eier davor geschützt, dass die Elterntiere sie auffressen.

Die Weibchen legen, je nach Art und Größe, bis zu 300 Eier an Wasserpflanzen ab. Die ersten Larven schlüpfen, je nach Art, nach 25 bis 50 Stunden. Die Jungfische werden nach dem Aufzehren des Dottersacks zunächst mit Infusorien, feinem Tümpelfutter oder auch Artemia-Nauplien gefüttert.

PUNTIGRUS ANCHISPORUS „ALBINO“

Die Wildform dieser Art stammt aus Borneo und sieht der Sumatrabarbe P. tetrazona zum Verwechseln ähnlich, welche jedoch, nach neusten Erkenntnissen, noch nie eingeführt wurde. Die bis zu sieben Zentimeter groß werdende Zuchtform der Borneobarbe lässt sich mit vielen anderen Fischen problemlos vergesellschaften. Auf lang-und fadenflossige Beifische sollte man erfahrungsgemäß verzichten. Eine weitere beliebte Zuchtform dieser Art ist die Moosbarbe.

PETHIA CONCHONIUS – SCHLEIERPRACHTBARBE „ROT“; PRACHTBARBE „NEON“; PRACHTBARBE „ROT“

Diese drei Zuchtformen der Prachtbarbe werden im Aquarium ca. 8 bis 9 cm groß. Die Wildform stammt aus Indien und Pakistan. Sie lebt dort in Tümpeln und Flüssen. Für diese Art sollte das Aquarium mindestens 100 Liter fassen.

Die Schleierform zeichnet sich durch extrem verlängerte paarige und unpaarige Flossen aus. Die männlichen Tiere sind bei der Wildform und bei den hier vorgestellten drei Zuchtformen intensiver gefärbt als die Weibchen. Ein schwarzer Fleck, unmittelbar vor dem Schwanzstiel, ist bei allen Formen und beiden Geschlechtern sichtbar.

PUNTIUS TITTEYA – BITTERLINGSBARBE ODER KIRSCHBARBE „SUPERROT“

Die Wildform dieser Zuchtform stammt aus Sri Lanka und erreicht eine Gesamtlänge von etwa fünf Zentimetern. Die Männchen dieser Form sind gegenüber den Weibchen viel intensiver gefärbt. Diese Art ist der ideale Fisch für Einsteiger. 22 °C bis 26 °C, ein pH-Wert um den Neutralpunkt von 7 und eine Fütterung mit handelsüblichem Trockenfutter sowie kleinem Lebend- und Frostfutter sind gute Voraussetzungen für die Pflege dieser Barbenart. Ein dicht bepflanztes Aquarium mit einer Kantenlänge von 80 cm bietet ausreichend Platz für eine kleine Gruppe.

HALUDARIA FASCIATA – INDIANER - BARBE ODER AUCH GLÜHKOHLENBARBE

Diese sehr lebhafte und schwimmfreudige Barbenart stammt aus den südlichen Regionen Indiens bis zur Malaiischen Halbinsel. Sie wird ca. 8 bis 10 cm lang. Der Pflegebehälter sollte mindestens 200 Liter Wasser fassen, welches etwas weicher sein darf und einen pH-Wert von unter 7 haben sollte. Die Männchen unterscheiden sich von den Weibchen durch eine kontrastreichere Färbung.

TEXT UND FOTOS: WOLFGANG KOCHSIEK

LITERATUR

Stallneht, Helut (1994): Barben und Bärblinge – Die idealen Schwarm- und Gesellschaftsfische, Melle, Tetra Verlag, 151 pp.

Steinle, Christian-Peter (1998): Barben und Bärblinge, Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 95 pp.

Wolfgang Kochsiek beschäftigt sich hauptsächlich mit Lebendgebärenden Zahnkarpfen, Harnischwelsen und Wirbellosen. Vor allem die technischen Aspekte der Aquaristik nehmen bei ihm einen wichtigen Platz im Hobby ein