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R: „Wie kann ein Mann so liebevoll und gleichzeitig so verlogen sein?“


Lisa - epaper ⋅ Ausgabe 6/2019 vom 30.01.2019

Zwei Jahre lang führte der Mann von Lena (43) ein Doppelleben mit einer anderen Frau – und sie ahnte von nichts


Artikelbild für den Artikel "R: „Wie kann ein Mann so liebevoll und gleichzeitig so verlogen sein?“" aus der Ausgabe 6/2019 von Lisa. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Lisa, Ausgabe 6/2019

Lena und Frank lernten sich 2010 kennen


„Ich hoffe, ich kann irgendwann wieder einem Mann vertrauen“, sagt die 43-Jährige


Nein, das konnte nicht sein. Hatte er sie wirklich so belogen? Zwei Jahre lang? Jedes Wort ihres Mannes, jede Liebkosung – alles nur vorgespielt und nichts wert? „Ich stand völlig neben mir“, sagt Lena*, wenn sie sich an den Tag erinnert, der ihr Leben einstürzen ließ wie ein Kartenhaus. „Ich starrte auf den Laptop und konnte es nicht fassen“, erzählt die 43-Jährige. „Mein ...

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... Herz raste, ich bekam kaum noch Luft – und mir wurde klar: Mein Leben war eine einzige Lüge.“

Lena ringt um Fassung. „Hätte mir vor ein paar Jahren jemand gesagt, dass mein Mann ein Doppelleben führt, hätte ich nur gelacht. Denn nichts sprach dafür. Im Gegenteil. Wir waren für alle eine Bilderbuchfamilie.“

Lena glaubt an das große Glück – und als die Kauffrau 2010 den gut aussehenden Bankkaufmann Frank kennenlernt, ist sie überzeugt, es mit ihm gefunden zu haben. Der charmante Mann war bereits dreimal verheiratet. Doch Lena stört das nur kurz. „Er hat mir gesagt, dass ich seine große Liebe sei und er mit mir endlich die Richtige gefunden habe. Ich glaubte ihm jedes Wort.“

2011 heiratet sie ihren Traummann. „Ich fühlte mich bei Frank rundum geborgen.“ Sie lacht bitter, denn heute ist nichts mehr so, wie es schien. „Aber damals dachte ich, meinen Seelenverwandten gefunden zu haben.“

Als die Söhne Niklas (heute 6) und Leander (heute 8) auf die Welt kommen, kauft Frank ein Haus. „Unser Nest“, wie der Familienvater sagt. Und das Zusammenleben klappt perfekt: Lena kümmert sich um Kinder, Haus und Garten, Frank verdient das Geld. Er ist viel unterwegs, besucht Seminare und Fortbildungen. Lena ist trotzdem glücklich. „Unsere gemeinsame Zeit war sehr schön und intensiv.“

Deshalb stört es sie nicht, als Frank Anfang 2016 ein Wochenende nach Barcelona fliegt. Allein. Angeblich braucht er eine Auszeit vom Job. Lena versteht das. Zweifel? Fehlanzeige.

Als er zurückkommt, spricht er davon, ein zweites Haus zu bauen, das vermietet werden soll. „Er sagte damals, dass beide Söhne einmal ein Haus erben sollten. Ich war natürlich einverstanden, habe auch den Kredit mit unterschrieben.“

Lena mit ihren Söhnen Leander (l.) und Niklas


2011 haben die beiden geheiratet, da war Leander schon auf der Welt


Doch plötzlich ändert sich Franks Stimmung. Er wirkt abwesend, ist oft gereizt oder verhält sich abweisend. Lena fragt nach. Sie macht sich Sorgen. Frank erzählt ihr, er werde in der Firma gemobbt, die Umsatzlage sei schwierig und er müsse noch mehr arbeiten als zuvor. Dazu der stressige Hausbau. Lena versteht das. Natürlich. Zumal er ihre Zweifel einfach wegküsst. „Und auch im Bett stimmte immer noch alles“, verrät Lena. So denkt sie nicht an eine ernste Krise.

Bis Weihnachten 2017 bleibt sie arglos. Damals sind ihre Eltern zu Besuch und stolz zeigt Frank ihnen das fertige Haus. Das Ungewöhnliche: Es ist teilweise eingerichtet. „Das hat mich irritiert“, so Lena. Aber Frank hat eine einfache Erklärung: Er möchte es möbliert vermieten.

Als die Eltern abreisen, platzt die Bombe. Frank sieht seine Frau an, als sei sie eine Fremde und sagt drei Sätze, die sich wie Pfeile in Lenas Herz bohren: „Ich liebe dich nicht mehr. Es ist aus. Ich verlasse euch.“ Lena steht unter Schock, doch instinktiv fragt sie, ob es eine andere gibt. Frank nickt. Eine Kollegin, angeblich kennt er sie erst seit drei Monaten.


„Ich weinte nur noch, wollte nicht mehr leben“


Dann geht alles ganz schnell und unspektakulär. „Er hat seine Sachen gepackt, den Kindern, Tschüss‘ gesagt und ist gegangen.“

Lena kann bis heute nicht beschreiben, wie sie sich damals gefühlt hat. „Ich habe es gar nicht begriffen, wie in Trance die Kinder ins Bett gebracht, mich ins Wohnzimmer gesetzt und nur noch geweint. Ich konnte nicht verstehen, dass er sich nach so kurzer Zeit mit einer anderen Frau von seiner Familie trennt.“

Doch dann sieht sie Franks Laptop auf dem Tisch. Offenbar hat er es in der Eile vergessen.

Aufgewühlt durchsucht sie seine Mails. Und was sie dann liest, ist der noch größere Schock: „Frank hat seit mehreren Jahren ein richtiges Doppelleben geführt, mit der anderen Frau ein gemeinsames Leben geplant. Sie hat ein Kind – und das neue Haus war von Anfang an als gemeinsames Zuhause gebaut worden. Sie hat es sogar selber eingerichtet.“

Sie bricht zusammen. „Ich habe am ganzen Körper gezittert und wusste nicht mehr, wer der Mann ist, den ich geheiratet habe. Das hat mich im tiefsten Inneren erschüttert.“ Zu viel für ihre Seele. Tagelang weint sie nur. Schließlich rappelt sie sich mühsam wieder auf, geht zum Anwalt und wickelt ihr altes Leben ab. „Ich wusste, dass es kein Zurück mehr gibt und wollte diesen Mann nur noch aus meinem Leben haben.“

Mittlerweile ist das gemeinsame Haus verkauft. Lena lebt mit den Jungs in einer Mietwohnung. Frank holt sie regelmäßig zu sich, wohnt mit seiner neuen Partnerin wie geplant im neugebauten Haus. „Bestimmt soll sie bald seine fünfte Ehefrau werden“, glaubt Lena. „Vermutlich sagt er ihr auch, dass sie endlich die Richtige ist. Das ist wohl seine Masche.“

Lena leidet bis heute. Ab und zu trifft sie ihren Noch-Ehemann in der Stadt. Aber sie lehnt jedes Gespräch mit ihm ab, das sich nicht auf die gemeinsamen Kinder bezieht. „Ich habe den Schock und die Enttäuschung noch nicht überwunden“, gibt sie zu und schlingt die Arme um sich, so als könne sie sich damit trösten. Die 43-Jährige wirkt sehr verwundbar, als sie fortfährt. „Ich kann nicht verstehen, dass mich der wichtigste Mann in meinem Leben, der Vater meiner Kinder und mein engster Vertrauter, so belogen und hintergangen hat.“ Traurig schweift ihr Blick in die Ferne und sie sagt leise: „Ich brauche noch viel Zeit, um das alles zu verarbeiten.“

Infos und Fakten

AKTUELL:Wenn Lügen „normal“ werden …

• Psychologie des Geheimhaltens Geheimnisse gehören zu jedem Leben. Wir brauchen sie, um unsere Identität aufzubauen, bei der wir selbst entscheiden, was wir vor anderen von uns preisgeben und was nicht. Das ist normal. Doch manche Menschen bauen um sich ein wahres Lügengebäude auf – und verletzen damit nicht nur die Personen, die sie betrügen. Denn ein großer Teil ihrer Gedanken und Taten dreht sich nämlich nur noch darum, diese Lügen vor anderen zu verstecken. Der Druck, der dabei entsteht, ist purer Stress für die Betroffenen, der aufs Gemüt schlagen kann. Ähnlich liegt der Fall von Dschungelcamp-Teilnehmern und Ex-Paar Evelyn Burdecki (30) und Domenico de Cicco (35). Sie wirft ihm vor, ihr eine schwangere Freundin verschwiegen zu haben – er streitet das ab und behauptet, sie hätte sogar sechs Männer gleichzeitig gehabt. Wo liegt hier die Wahrheit?

„Agent“ entpuppt sich als Bigamist

• Alles schien perfekt Jahrelang ahnt die Schottin Mary Turner Thomson nicht, dass mit ihrer Ehe etwas nicht stimmt: Sie hat einen liebevollen Mann und tolle Kinder. Das einzige Manko: Ihr Mann ist häufig unterwegs, denn der Amerikaner arbeitet als CIA-Agent. Zumindest hat er ihr das erzählt. Doch Jahre später findet Mary heraus, dass ihr Ehemann gar kein Geheimagent ist…Er tarnte damit nur, dass er noch fünf Freundinnen und insgesamt 13 Kinder hat.

Von wegen Agent – alles war nur gelogen!


* Name von der Redaktion geändert; Fotos: MG RTL D/Stefan Menne, MPR-Micus/Blum, privat (3), TV Now