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Rachel Brathen YOGA GIRL


Visionen Good Life - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 18.10.2019

„Wir alle durchleben die gleichen Dinge im Leben – nur nicht zur gleichen Zeit. Keiner von uns ist allein mit dem Kampf, dem Schmerz und wir müssen lernen, durch die Schattenseite von allem zu gehen, um das Licht wieder zu sehen.“


Artikelbild für den Artikel "Rachel Brathen YOGA GIRL" aus der Ausgabe 2/2019 von Visionen Good Life. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Visionen Good Life, Ausgabe 2/2019

Rachel Brathen ist so etwas wie der Guru vieler Yoga-Fans, wer in einer Suchmaschine nach Yoga sucht kommt an ihr fast nicht vorbei…

Bekannt wurde Rachel als „Yoga Girl“. Sie hat mit Instagram-Postings begonnen, als diese Social Media-Plattform noch ganz neu war. Nach einer Weile hat sie nicht nur spannende Yoga-Fotos vom Strand online geteilt, sondern auch ihre inneren ...

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... Gedanken, Zweifel und ihre Probleme. Die Zahl ihrer Instagram-Fans liegt mittlerweile bei über 2 Millionen und ihr Business, das daraus entstand, floriert. 2015 veröffentlicht sie ihr erstes Buch mit vielen tollen Fotos, Rezepten und Yoga-Übungen. Sie startete mehrere Websites, hilft herrenlosen Hunden auf Aruba und unterrichtet Yoga weltweit. Dann verliert sie innerhalb eines Jahres ihre beste Freundin, ihre Großmutter und ihren geliebten Hund. Trotzdem scheint nach außen hin alles gut zu laufen, aber innerlich kämpft sie mit der Trauer und dem großen Verlust. Jetzt, mit nur 30 Jahren, bringt sie ihre Memoiren auf den Markt. In diesem Buch verarbeitet sie ihren Schmerz, ihre verkorkste Kindheit, erinnert sich an ihre beste Freundin und erzählt, wie sie gelernt hat, mit der Trauer zu leben und das Leben wieder zu genießen.

Dieses Buch unterscheidet sich sehr von deinem ersten Buch. Es gibt keine Yoga-Übungen und keine Rezepte. Warum hast du es geschrieben?
Ich habe dieses Buch ich in meinem Kopf schon viele Male geschrieben. Seitdem ich meine beste Freundin verloren habe. Ich schreibe jeden Tag. Es ist eine gute Möglichkeit für mich, meine Emotionen zu verarbeiten. Aber immer, wenn ich über sie geschrieben habe, hat es sich ganz besonders angefühlt. Als würde ich einen anderen Teil von mir berühren. Es gab so viele wirklich unglaubliche Dinge, die passiert sind. Ich hatte einfach das Gefühl, dass ich das alles aufschreiben muss.

Das Buch zeigt den Lesern, wie man es durch schwere Zeiten schaffen kann?
Ja, und dabei wieder sein Ziel und seine Absicht zu finden. Ich denke, der schwierige Teil ist, dass man sich in schweren Zeiten sehr distanziert fühlt. Wir beginnen den Glauben an das Gute im Leben und die Güte des Universums zu verlieren. Man fühlt sich ziellos und denkt, das Leben ist gemein und die Welt ist schlecht. Aber wir können lernen, auf unser Herz zu hören, und unsere Ziele und unseren Weg wiederfinden. Wie findet man sein Lebensziel? Vor allem in schweren Zeiten?

Schreiben als Therapie: Rachel hat auch die Schattenseiten des Lebens kennen gelernt.


Man darf sich da nicht zu viel Druck machen, dieses eine Ziel zu finden. Es gibt ja vielleicht nicht nur ein Lebensziel. Ich denke, es gibt viele verschiedene Ziele, für verschiedene Phasen im Leben. Ich sehe das bei mir, ich habe viele verschiedene Ziele. Wenn ich in mich gehe und auf meine innere Stimme höre, kommen auch die Antworten. Anderen durch Bewegung, durch die Kunst des Yoga zu helfen und jetzt, Trost zu spenden für Menschen, die schwere Verluste erlebt haben und ihnen zu helfen, mit der Trauer umzugehen. Und ich bin mir sicher, dass ich in zwei Jahren etwas anderes finden werde, was sich wie ein gutes Lebensziel anfühlt.

Man spürt regelrecht deinen Schmerz in dem Buch. War es heilend, die Geschichte aufzuschreiben?
Es war extrem schmerzhaft. Es war als hätte ich alles noch einmal durchlebt, nur dieses Mal mit beiden Füßen fest auf dem Boden. Es war ein Heilungsprozess, aber sehr, sehr schmerzhaft.

Das Buch ist vollgepackt mit indirekten Yogi-Weisheiten und vielen guten Ratschlägen. Wie „Achte auf das, was echt ist und das, was Angst ist“.
Ja, sobald etwas Schlimmes passiert oder man jemanden verliert, verändert sich unsere bisher bekannte Realität. Plötzlich erscheint nichts mehr sicher, unsere Welt ist ungewiss. Und wenn wir in diesem Gefühl bleiben, kann es passie- ren, dass wir alle Entscheidungen aus diesem Ort der Unsicherheit treffen, aus diesem Gefühl der Angst. Man wartet förmlich darauf, bis wieder etwas Schlimmes passiert. Damit limitieren wir uns komplett.

Wenn das Yoga Girl auf Tournee geht, sind ihre Klassen immer ausgebucht.


„Schließe Frieden mit deiner Vergangenheit, stelle Fragen, ziehe die Schichten ab“, schreibst du im Buch. Wie macht man das?
Yoga zeigt uns, wie man sich mit Unangenehmen auseinandersetzt. Sich seines Körpers bewusst sein, ist wichtig. Aber der Prozess des Fühlens ist für viele Menschen immer noch eine völlig radikale Sache. Wir werden in der Gesellschaft irgendwie anders herum aufgezogen. Wenn du dich traurig fühlst, musst du es verstecken oder wenn du wütend bist, dann ist das beschämend. Wir sollen uns glücklich fühlen und sagen, dass es uns immer gut geht. So leben wir also unser Leben. Und wenn dann etwas wirklich Schweres auf uns zukommt, wissen wir nicht, wie wir damit umgehen sollen. Wenn wir dann die Fähigkeit haben, oder zumindest die Übung, täglich unseren Gefühlen nachzuspüren, kann uns das ungemein helfen. Wenn ich traurig bin, wie kann ich mir Raum geben? Einfach zurücklehnen und traurig sein. Und das Gleiche mit Freude und mit Frustration oder was auch immer aufkommt. Wir verarbeiten unsere Gefühle und lassen diese Energie durch den Körper wandern, anstatt sie zu unterdrücken. Dann haben wir bereits Übung darin, wenn uns dann etwas wirklich Schweres in den Weg kommt. Es wird zwar immer noch wehtun, aber zumindest wissen wir, wie man heilt. Es ist wichtig, sich mit dem Schmerz auseinanderzusetzen.

Wie können Yoga und Meditation helfen, damit wir durch die Schatten und durch das Feuer kommen?
Eine Yoga- oder Meditationsübung ist eine wirklich gute Möglichkeit, sich selbst kennenzulernen. Yoga lehrt Selbstbewusstsein und Reflektion. Wie fühlen wir uns in dieser Pose? Wo sucht der Körper nach mehr Balance, wo halten wir die Spannung? Wo halten wir Emotionen fest? Es öffnet uns und zeigt uns, was wir brauchen. Je feinfühliger wir für das, was wir brauchen, werden, desto einfacher ist es, das Gefühl von der Yogamatte mit in den Tag zu nehmen. Anstatt den ganzen Tag nur zu reagieren. Ein wenig Raum zum Durchatmen finden und tatsächlich darüber nachdenken und zu verstehen, woher das alles kommt. Was ist mein Bedarf im Moment? Was ist hier die Wahrheit? Was sagt mir mein Körper? Ich denke, es ist wirklich wichtig, uns selbst kennenzulernen, damit wir mit unserem Handeln bewusster werden können. Das ist sehr wertvoll. Abgesehen von den körperlichen Vorteilen und dem Stressabbau, die Yoga und Meditation mit sich bringen. Aber es ist eine entscheidende Sache, uns selbst wirklich kennenzulernen.

Wie können wir alle die Welt etwas besser machen?
Herausfinden, was unsere größten Wunden sind. Wir alle haben Dinge in uns, die etwas Aufmerksamkeit erfordern. Vielleicht nichts traumatisches oder riesiges im Moment. Aber wir alle haben Auslöser und alte Erfahrungen, die noch in uns existieren, die das Leben manchmal schwerer machen. Wenn wir auf diese Reise der inneren Heilung gehen, der Heilung des Herzens, und wir das Kapitel der alten offenen Wunden schließen, verwandelt es uns in bessere Menschen und macht das Leben leichter. Denn wir alle haben eine wirklich einzigartige Fähigkeit, die Welt zu verändern.

Rachel Brathen lebt mit ihrem Mann Dennis und ihrer Tochter Lea Luna auf Aruba. Sie unterrichtet dort in ihrem Yoga Studio „Island Yoga” und veranstaltet Retreats und bietet Yogalehrer-Ausbildungen an. Ihren erfolgreichen Podcast kann man jetzt täglich hören und Yoga mit Rachel kann man online aufwww.yogagirl.com machen. „To Love and Let Go: A Memoir of Love, Loss, and Gratitude“ erscheint im September 2019.

Rachel Brathen To Love And Let GoGallery Books, In Englisch, € 24,90


„Beginne, wo du bist. Nutze, was du hast. Tu, was du kannst.“