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RADELN OHNE WINTERBLUES


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selbermachen - epaper ⋅ Ausgabe 1/2022 vom 03.12.2021

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Bildquelle: selbermachen, Ausgabe 1/2022

SICHER RADFAHREN

Tipps für die dunkle Jahreszeit

Seien wir ehrlich: Es gibt Angenehmeres, als im Winter Rad zu fahren. Klar, das Radfahren hält fit und schont noch dazu Umwelt wie Geldbeutel. Drei zu null für den Drahtesel – natürlich immer vorausgesetzt, man genießt überhaupt das Privileg, in radelbarer Distanz zum Arbeitsplatz zu wohnen. Doch wie es halt so ist mit den guten Vorsätzen: Dann klingelt der Wecker und draußen warten Kälte, Wind, Schneematsch und Dunkelheit. Da mag man sich noch so sehr als „eingefleischter Radfahrer“ verstehen. Spätestens ab der Zeitumstellung Anfang November liebäugelt jeder mal mit einer Pendelfahrt im eigenen Pkw – Stau hin oder her. Und oft genug macht der Pkw das Rennen.

Nun, beim täglichen Kampf gegen den inneren Schweinehund kann Ihnen niemand helfen. Aber Sie können sich selbst dabei helfen, bei der Stange zu bleiben, indem Sie dem ...

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... Schweinehund wenigstens einige seiner guten Argumente entziehen.

Das fängt an mit der richtigen Kleidung. In Zeiten von Gore-Tex, Softshell & Co gilt der alte Spruch „Es gibt kein schlechtes Wetter“ mehr denn je. Des Schweinehundes bestes Argument für das Auto ist jedoch ein schlecht funktionierendes oder gar kaputtes Fahrrad. Und diese Gefahr ist leider real. Gerade im Winter, angesichts von Dreck und Tausalz, ist der Weg von „läuft wie geschmiert“ bis „völlig verrostet“ leider ein kurzer. Da helfen nur Dranbleiben, Wartung und Pannenprophylaxe. Ein Aufwand, der sich lohnt und der mit den Tipps auf diesen Seiten auch überschaubar bleibt. Bleiben Sie dran! Schließlich investieren Sie mit einer regelmäßigen Wartung nicht nur in den Werterhalt des Fahrrades. Mehr noch: Wenn der Drahtesel läuft, ist man auch motiviert, ihn zu bewegen!

LÄUFT WIE EIN GEÖLTER BLITZ

Anhaftender Straßenschmutz lässt Fahrräder im Nu korrodieren. Das passende Gegengift: Wasser, Fett, Öl und Wachs.

Boxenstopp: Eine Portion Heißwachs zwischendurch ist eine gute Barriere gegen Straßendreck

Dass ein sauberes Fahrrad weniger schnell verschleißt, dürfte jedem einleuchten. Doch wer hat schon die Energie, nach einer Fahrt durch die Kälte das Rad zu putzen? Die beste Winterstrategie besteht darin, den Dreck erst gar nicht dort ankommen zu lassen, wo er Schaden anrichten kann. Ölen Sie regelmäßig und reichlich alle beweglichen Teile. Lager sollten im Winter eine Extraportion Fett weg bekommen. Und auch der Fahrradrahmen freut sich, genau wie der Lack Ihres Autos, über eine regelmäßige Schicht Heißwachs. Letzteres lässt sich mit Glück auch „zwischendurch“ erledigen – zumindest, wenn sich auf Ihrem Arbeitsweg eine SB-Waschanlage befinden sollte. Hierfür lohnt auch ein kleiner Umweg. Denn der beste Dreck ist der, der sich gar nicht erst auf dem Fahrrad sammelt!

Ketten aus rostfreiem Stahl wie die e12EPT von KMC sind eine gute Investition

Bei Eisglätte und Schnee helfen Spike-Reifen. Bei Autos sind diese verboten, für Fahrräder aber offiziell erlaubt

Neopren-Abdeckungen für Motor und Batterie halten bei E-Bikes Spritzwasser von elektronischen Komponenten fern

Fahren Sie im Winter mit dem niedrigsten zugelassenen Reifendruck. Dieser ist auf der Reifenflanke vermerkt

(E-)BIKEN IM WINTER

TIPP

• Neopren-Schutzhüllen für E-Bikes schützen Motor und Akku zwar nicht vor Kälte, aber vor Spritzwasser. Wichtig: Lassen Sie das Rad nicht mit nassen Schutzhüllen stehen, sonst droht erst recht Korrosion!

• Parken Sie Ihr Rad nicht im Freien, sondern an einem trockenen und gut belüfteten Ort. Legen Sie zum Abtropfen einen Karton oder eine Decke unter.

• Setzen Sie Ihr Rad nicht zu großen Temperaturunterschieden aus. Sonst kann es zur Bildung von Kondenswasser innerhalb von Bauteilen und im Rahmen kommen. Dann droht Korrosion! Orte wie ein Heizungskeller sind daher als Lagerplatz im Winter ungeeignet.

• Starten Sie bei Kälte mit der größten Unterstützungsstufe. Die hohe Stromentnahme bringt Akku und Motor schnell auf Betriebstemperatur.

Angepasste Fahrweise: bei glatter Fahrbahn sollten Sie stärker mit dem Hinterrad bremsen. Üben Sie regelmäßig!

Spezielle Pflege- mittel fürs Fahrrad helfen beim Reinigen und Konservieren

DIE KLEINE ZEHN-MINUTEN-PFLEGE

1 Mit einem biologisch abbaubaren Reiniger fürs Fahrrad, viel Wasser und einem Schwamm wird der Schmutz entfernt.

2 Für die Grundreinigung von Kassette und Kette sprühen Sie reichlich Hochdruck- Entfetter auf. Einwirken lassen.

3 Hartnäckige Verschmutzungen zwischen den Ritzeln lassen sich mit einer speziellen Reinigungsschnur entfernen.

4 Schmieren Sie die Kette danach mit einem zähflüssigen, synthetischen Kettenöl. Tragen sie das Öl großzügig auf!

5 Riemenantriebe sind fast wartungsfrei. Spezielle Mittel auf Silikonbasis halten den Riemen dauerhaft geschmeidig.

6 Zum Abschluss sprühen Sie reichlich Sprühwachs auf alle Lack-und Metallteile (außer den Bremsen!) auf. Fertig!

SEHEN UND GESEHEN WERDEN

Der Witterung zu trotzen ist das eine. Beim Radfahren in der Dunkelheit wird man zudem leicht übersehen. Tun Sie daher mehr, als die Straßenverkehrsordnung von Ihnen verlangt. Anderen sofort ins Auge zu fallen, liegt in Ihrem ureigenen Sicherheitsinteresse!

Die Straßenverkehrsordnung formuliert sehr genaue Mindestvorgaben für die Lichtanlage an Fahrrädern. Das Zauberwort hier heißt „mindestens“. Wenn wenig Verkehr herrscht, mögen Sie mit Ihrem Radlicht für andere Verkehrsteilnehmer gut zu erkennen sein. Bei Gegenverkehr oder wenn die Frontscheibe des hinter Ihnen fahrenden Autos verschmutzt sein sollte, gehen Sie mit Ihrer kleinen Funzel aber sehr schnell unter. Sich in die Perspektive anderer Verkehrsteilnehmer hineinzudenken, ist daher kein vorauseilender Gehorsam. Machen Sie sich bewusst, dass Sie als Radfahrer bei einem Unfall auf jeden Fall den Kürzeren ziehen. Tragen Sie daher im eigenen Interesse dafür Sorge, Ihre Sichtbarkeit zu erhöhen. Schon eine simple Warnweste macht einen großen Unterschied! Wenn Sie Wert auf Stil legen, gibt es zudem spezielle Radjacken, denen man die reflektierenden Eigenschaften nicht auf den ersten Blick ansieht.

Ralf Glaser, Dauerradfahrer und Redakteur bei selber machen

„Wer andere blendet, gefährdet auch sich selbst. Das Frontlicht richtig einzustellen, ist essenziell!“

1 Sichten Sie die Beläge regelmäßig. Diese hier sind okay, ab dem letzten Millimeter Belagdicke ist ein Austausch fällig

VERZÖGERUNGS TAKTIK

Scheibenbremsen sind inzwischen bei hochwertigen Rädern Standard. So bleiben diese gut in Schuss!

Von allen Fahrrad-Bremssystemen bieten Scheibenbremsen die besten Verzögerungswerte. Dies gilt vor allem bei nasser Fahrbahn – Felgenbremsen müssen dann zuerst einen Wasserfilm abstreifen, bevor der Bremsklotz überhaupt zu greifen beginnt. Durch diese Verzögerung kann sich der Anhalteweg leicht verdoppeln. Scheibenbremsen sind jedoch alles andere als wartungsfrei. Ursache für nachlassende Bremsleistungen sind meist abgefahrene Beläge. Ist dies der Fall, lässt sich das meist nicht nur erspüren, sondern auch hören. Am Ende ihres Lebenszyklus beginnen Beläge erst zu quietschen, um dann knirschende Geräusche von sich zu geben. Dann wird es höchste Eisenbahn für einen Belagwechsel. Andernfalls gibt bald auch die Bremsscheibe den Geist auf und muss ausgetauscht werden. Sind die Beläge okay, kann auch Luft in der Hydraulik Ursache nachlassender Bremsleistung sein. Ziehen Sie am Bremshebel, bis Sie einen klar definierten „Druckpunkt“ spüren. Stattdessen fühlt es sich schwammig an? Dann müssen die Leitungen entlüftet werden. Auch dies ist kein Hexenwerk, doch die Vorgehensweise unterscheidet sich von Hersteller zu Hersteller. Überlassen Sie das Entlüften dem Fachhändler. Was Sie selbst machen können zeigen wir Ihnen hier.

2 Die Beläge werden durch eine Schraube gehalten. Diese kann man entfernen und die Beläge nach außen ziehen

3 Bei diesen Belägen verursachten „Verglasungen“ Quietschgeräusche. Dem lässt sich mit Schleifpapier abhelfen

Ralf Glaser, Mountainbiker und Redakteur bei selber machen

„Warten Sie nicht zu lange mit dem Belagwechsel. Sonst wird die Scheibe beschädigt und dann wird’s teuer!“

Wenn sich der Bremshebel schwammig anfühlt, muss die Hydraulik entlüftet werden – ein Fall für den Fachhändler!

4 Für die gründliche Reinigung bauen Sie das Laufrad aus und sprühen die Bremszange großzügig mit Bremsenreiniger ein.

5 Mit einem weichen Lappen entfernen Sie dann anhaftenden Belagabrieb von den Bremskolben.

6 Mit einem Ringschlüssel werden nun die Kolben in die Zange gedrückt. Mehrfach am Hebel ziehen und wieder eindrücken.

7 Sind die Bremskolben wieder leichtgängig, wird nun auch die Bremsscheibe gründlich mit Bremsenreiniger von Staub befreit.

8 Verschleiß an der Bremsscheibe ist normal. Sie darf aber nicht dünner sein als das aufgedruckte „wear limit“.

9 Lockere Bremsscheiben sind eine häufige Fehlerquelle. Beachten Sie beim Anziehen das aufgedruckte Drehmoment!