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Radio Agora


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Digital Fernsehen - epaper ⋅ Ausgabe 7/2022 vom 19.08.2022
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Bildquelle: Digital Fernsehen, Ausgabe 7/2022

Zudem ist es nicht nur der einzige nichtkommerzielle Radiosender Kärntens, sondern auch der mit der größten flächenmäßigen Ausdehnung und den meisten Senderstandorten in Österreich. Alleine in Kärnten wird das Programm über neun Sendeanlagen ausgestrahlt. Darunter auch der Grundnetzsender Dobratsch bei Villach, mit einer Leistung von 10 kW. Drei weitere Kleinleistungssender versorgen slowenischsprachige Regionen in der Steiermark.

Radio Agora

Radio Agora nahm seinen Sendebetrieb am 26. Oktober 1998 auf. Genau genommen reicht die Geschichte des Senders aber bis 1990 zurück. Schon damals nutzte der Verein Agora, der noch heute hinter dem Sender steht, ein slowenischsprachiges Programm aus dem benachbarten Italien nach Kärnten zu senden. Andere „österreichische“ Privatsender machten es ja schon vor, in dem sie über Sendeanlagen, teils nur wenige Meter hinter der Staatsgrenze von Italien nach Österreich ...

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... funkten. Der bekannteste Vertreter dieser Stationen war Radio Uno.

1990 war Agora auch einer der fünf Beschwerdeführer, die beim Europäischen Gerichtshof Beschwerde gegen das damals noch geltende österreichische Rundfunkmonopol eingebracht und somit dessen Fall wenige Jahre später mit ins Rollen gebracht hatten.

Nachdem sich 1997 neben dem Verein Agora auch ein kommerzieller Radioveranstalter die slowenische Minderheit im Visier hatte, gründeten beide eine Gesellschaft, um sich gemeinsam um eine Sendelizenz zu bemühen, die sie 1998 zugesprochen bekommen hatten. Wobei jeder der beiden Gesellschafter für je zwölf Stunden Programm verantwortlich zeichnete. Nachdem sich der Partner Radio Korotan zurückgezogen hatte, ist Radio Agora seit 2011 alleiniger Besitzer der Sendelizenz.

Links

https://www.agora.at/home/ Homepage von Radio Agora

Zusammenarbeit mit dem ORF

Bereits 2001 wurde, vorerst im Rahmen eines Pilotprojekts, eine Kooperation mit dem ORF zur Gestaltung eines gemeinsamen slowenischsprachigen Tagesprogramms unter dem Namen Radio Dva gestartet. Abends und nachts gestaltete

Radio Agora ein zwei- und mehrsprachiges Programm. Nachdem das Pilotprojekt Ende 2002 beendet wurde, gestaltete man bis zu einer neuen, 2004 geschlossenen Übereinkunft dennoch weiter das gemeinsame Tagesprogramm. Am Ende lag die Fortführung auch im Interesse des ORF, der seit Januar 2002 gesetzlich verpflichtet ist, ein angemessenes Programmangebot für anerkannte Minderheiten anzubieten. Wobei ihm auch eine Zusammenarbeit mit privaten Anbietern ausdrücklich gestattet wurde. Auf diese Weise entstand bei Radio Agora eine Kooperation, wie sie in Europa einmalig ist.

Slowenische Minderheit

Nüchtern betrachtet fällt es schwer, in Kärnten von einer Minderheit zu sprechen. Denn in der Region hat sich das Slawische mit dem Germanischen über die Zeiten hinweg vermischt. Eine klare Trennung beider Sprachen und Kulturen gibt es somit vielfach nicht. Viele Menschen in der Region fühlen sich zu beiden Volksgruppen zugehörig. Man spricht perfekt Slowenisch wie Deutsch. Gerade das macht es auch schwierig, die Größe der slowenischen Minderheit in Kärnten zahlenmäßig zu erfassen. Sie sind vor allem im Südosten des Bundesland beheimatet und stellen rund 10 bis zu 30 Prozent der Bevölkerung in den einzelnen Gemeinden.

Radio Agora heute

Genau genommen verfügt Radio Agora über eine doppelte Programmstruktur. Zwischen 6 und 18 Uhr wird gemeinsam mit dem ORF Landesstudios Kärnten und Steiermark ein primär slowenischsprachiges Tagesprogramm gestaltet. Für acht Stunden, konkret zwischen 6 und 10, 12 und 13, sowie zwischen 15 bis 18 Uhr, zeichnet der öffentlich-rechtliche ORF mit seinem Programm „ORF slovenski spored“ (slowenisches Programm) verantwortlich. Auch außerhalb dieser Zeiten steuert er im Tagesprogramm Nachrichten bei.

Die restlichen vier Stunden während des Tages strahlt Radio Agora ein eigenes zweisprachiges Programm aus. Wobei sich das Verhältnis zwischen slowenischund deutschsprachigen Inhalten bei etwa 60 zu 40 Prozent bewegt.

Auch wenn Agora und der ORF ihre Inhalte über das Sendernetz von Radio Agora ausstrahlen, so werden die Inhalte von beiden vollkommen unabhängig voneinander gestaltet. Freilich kennen sich die Radiomacher in beiden Redaktionen und sind auch freundschaftlich miteinander verbunden. Dennoch kann jeder machen, was er will. Während der ORF während seiner Sendezeit, stark vereinfacht ausgedrückt, in etwa eine slowenische Version von ORF Radio Kärnten veranstaltet, sind die Macher von Radio Agora bestrebt, den Zuhörern Sendungen mit Tiefgang zu präsentieren. Sich ausführlich den Themen der Zeit zu widmen und auch vertiefende Hintergründe zu bieten, eben anspruchsvolles Radio zu machen, das ist die große Leidenschaft des Senders, der mit seinem elfköpfigen Stammteam wahrlich beachtliches auf die Beine stellt.

Radio Agora ist nichtkommerziell und somit frei von Werbung sowie unabhängig von politischen Parteien und religiösen Institutionen. Den einzigen, denen sich somit der Sender verpflichtet fühlt, sind seine Hörerinnen und Hörer. Für sie geben acht fixe Redakteure und rund 90 ehrenamtliche Sendungsmacher ihr Bestes und sorgen Tag für Tag für ein abwechslungsreiches und unterhaltendes Programm. Für Abwechslung und Vielfalt ist gesorgt und als Hörer darf man sich freuen, immer wieder Neues zu entdecken.

Freies Radio

Zwischen 18 Uhr und Mitternacht übernimmt Radio Agora die Funktion eines klassischen freien Radios. Hier werden am Radiomachen interessierte nicht einfach unvorbereitet aufs Mikrofon losgelassen, sondern man bietet den Interessenten Schulungen an, bei denen ihnen alles beigebracht wird, um künftig selbst eigenverantwortlich Sendungen produzieren zu können. Eine Maßnahme, von der alle profitieren und die man auch an der Qualität der ausgestrahlten Sendungen hört. Auch während der Sendestunden des freien Radios dominiert die sprachliche Vielfalt. Manche sind nur in Deutsch, andere nur in Slowenisch, wieder andere mehrsprachig, oder in Englisch, Polnisch, Russisch und weiteren Sprachen.

Nachtschiene

Während der Nachtschiene zwischen Mitternacht und 6 Uhr, wird, wie auch von anderen Sendern quer durch Europa gewohnt, nur Musik von der Festplatte gespielt. Wobei auch hier gilt, dass andere Musik gespielt wird, als man sie sonst zu hören bekommt. Damit überrascht Radio Agora auch während der Nachtstunden.

Musik

Radio Agora ist es allein wegen seiner Musikauswahl wert, eingeschaltet zu werden. Üblichen Mainstream bekommt man hier genauso wenig zu hören wie deutschen oder slowenischen Schlager. Dafür vor allem Titel, die man sonst im Radio kaum hört. Die Palette reicht von slowenischen Interpreten mit absolut hörenswerten Aufnahmen über deutschsprachige Gruppen, die über Radio Agora einen größeren Hörerkreis erreichen, bis hin zu Weltmusik. Natürlich finden, vor allem auch während der Abendstunden, die freien Radiomachern offen stehen, auch alle erdenklichen Musikrichtungen Berücksichtigung. Womit man so richtig weit entfernt von einem Formatradio ist.

Wie viele Hörer?

Die technische terrestrische Reichweite von Radio Agora liegt bei rund 600000 Personen im Sendegebiet. Wie viele den Sender einschalten, weiß man nicht. Sehr wohl aber weiß man, dass die Zuhörerschaft zwischen rund 20 und 80 Jahren alt ist. Über den Livestream erreicht man 3 600 regelmäßige Hörer.

Fazit

Radio Agora ist schwer zu beschreiben, da es sich in keine Schublade stecken lässt. Vielfach wird es „nur“ als Minderheitensender für die slowenische Minderheit im Lande wahrgenommen. Tatsächlich wendet sich der Sender aber auch genauso an die deutsch sprechende Mehrheit und hat für alle viel mehr zu bieten, als man zunächst glauben würde. Sich mit dem Sender zu beschäftigen, zahlt sich jedenfalls aus. Selbst wenn man nicht Slowenisch spricht, kann der Sender mit viel für uns neuer Musik, begeistern.

THOMAS RIEGLER

Blick ins Studio

Neues TRT Paket

Das türkische staatliche Fernsehen TRT hat auf dem Satelliten Türksat 3A über den Europabeam ein neues Digitalpaket bestehend aus vier Sendern in Betrieb genommen. Auf der Frequenz 11,461 GHz vertikal (SR 8400, FEC 3/4, DVB-S2 8psk) starten die Sender TRT Avaz, TRT Eba TV İlkokul, TRT Eba TV Ortaokul und TRT Eba TV Lise uncodiert. www.trt.tr

Neuer Musiksender

Classic Hits heißt ein neuer Musiksender, der ab sofort uncodiert auf Astra 2 auf 28,2 Grad Ost zu finden ist. Liebhaber von Musik aus den 1960er bis 1990er Jahren finden auf der Frequenz 11,582 GHz horizontal (SR 22000, FEC 5/6) den passenden Sender. Classic Hits wird von der britischen Fernsehgesellschaft That‘s TV betrieben. www.thats.tv

Erster Klima-Sender

Eine weitere Neuaufschaltung auf der zweiten Astraposition ist EarthxTV. Der Sender behandelt Themen rund ums Klima, Biodiversität, Gemeinschaft oder Nachhaltigkeit. Erstaunliche Diskussionen mit Weltführern, preisgekrönte Unterhaltungs- und Lehrfilme. Er sendet uncodiert in HD-Auflösung auf 11,671 Ghz horizontal (SR 23 000, FEC 2/3, DVB-S2 8psk). www.earthx.org

Frequenzwechsel abgeschlossen

Die beiden algerischen Sender Canal Algerie 2 und Algerie 3 sowie der religiöse Sender SBN International haben ihren Frequenzwechsel auf Astra 19,2 Grad Ost abgeschlossen und können fortan nur noch auf der Frequenz 12,552 GHz vertikal (SR 22 000, FEC 5/6) des Satelliten empfangen werden. www.sonlifetv.com

Albanica Sat uncodiert

Das komplette Programmangebot des Anbieters Albanica Sat ist seit einigen Wochen uncodiert auf der Satelliten-Position 16 Grad Ost verfügbar. Die Sender KTV Kohavision, RTV 21 Sat, ATV Kosova, RTV 21 Macedonia, Zico TV, T7, Arta und First Channel senden auf der Frequenz 12,537 GHz vertikal (SR 13,465, FEC 3/4, DVB-S2 8psk).

k.A.

Uncodierter Musiksender

Die polnische MWE Networks-Gruppe hat mit der Ausstrahlung ihres fünften Free-To-Air-Programms auf Hotbird 13 Grad Ost begonnen. Nuta Gold ist ein Musiksender der vor allem Hits der zurückliegenden Jahrzehnte ausstrahlt. Gesendet wird auf der Frequenz 10,892 GHz horizontal (SR 27500, FEC 3/4, DVB-S2 8psk).

k.A.

Rückzug

Das in der Ukraine seit Jahresbeginn nichts mehr wie früher ist, ist weitreichend bekannt. Doch im Juli gab es auch ein Beben in der Medien-Branche und ausnahmsweise waren die russischen Truppen um Vladimir Putin diesmal nicht verantwortlich. Vielmehr war es die ukrainische Regierung selbst, die mit einem neuen Gesetz für Unmut sorgte. Oligarchen mit Verbindungen in die Politik dürfen ab sofort nicht mehr als Medienvertreter auftreten. Dies betrifft unter anderem auch den Besitzer der ukrainischen Mediagroup Ukraine, Rinat Akhmetov. Er gab alle Lizenzen zurück wodurch seine TV-Sender Ukraine HD, NLO HD, Indigo HD, Ukraina 24 HD, Donbas TV SD, 34 kanal SD, Futbol 1 SD, Futbol 1 HD, Futbol 2 SD, Futbol 2 HD, Futbol 3 SD und Futbol 3 HD kurzerhand abgeschaltet wurden. Auch die von ihm betriebene Xtra.tv-Plattform ist von der Bildfläche verschwunden. Die beiden angemieteten Hotbird-Transponder auf 13 Grad Ost stehen nun leer.

k.A.

Wechselzeitpunkt steht

Die Gerüchte existieren seit Jahresbeginn, doch nun gibt es auch die Bestätigung vom Anbieter selbst: Digitürk wird ab November nicht mehr über die Eutelsat-Plattform auf 7 Grad Ost zu empfangen sein. Darüber informiert der Anbieter seine Kunden in persönlichen Schreiben. Nach 23 Jahren endet somit eine Ära auf der Position 7 Grad Ost. Insgesamt betreibt der Anbieter aktuell noch 15 Multiplexe über das aus zwei Satelliten bestehende Satellitensystem des europäischen Betreibers Eutelsat. Ab November verliert die Position somit an Bedeutung im europäischen Empfangsraum, denn auch wenn ein Großteil der Pakete codiert ausgestrahlt wurde, waren sämtliche staatlichen TRT Programme uncodiert im Paket empfangbar. Ab November wird Digitürk, welches zur Be-In-Gruppe aus Katar gehört, ausschließlich über Türksat zu empfangen sein. Die Kapazität des neuen Türksat 5B soll sicherstellen, dass die Inhalte der Pakete auch in Europa weiterhin mit kleinen Sat-Antennen empfangbar sind. 

www.digitürk.de