Weiterlesen mit NEWS. Jetzt testen.
Lesezeit ca. 3 Min.

RAPHAËL


Wohn!Design - epaper ⋅ Ausgabe 5/2021 vom 01.09.2021

Artikelbild für den Artikel "RAPHAËL" aus der Ausgabe 5/2021 von Wohn!Design. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Wohn!Design, Ausgabe 5/2021

Renauds Werk ?Seoul? von 2019,

sein Vorname. Sein Nachname: Renaud. Seine Spezialität? Details und Lichtpunkte, die seine Malerei charakterisieren: „Es gibt diese Beziehung zwischen dem Kleinen und dem Großen, hinter jedem Lichtpunkt in einer Stadtlandschaft gibt es einen Ort, eine Geschichte“, erzählt der französische Künstler, der das Thema Natur erst entdeckte, als er Paris den Rücken kehrte und aufs Land zog. „Unter jedem Blatt oder Rindenstück wimmelt es dort genauso von Leben. Aber all diese Details sind vor allem eine formidable Spielwiese für einen Maler.“ Vom Land aus pendelt Renaud regelmäßig nach Berlin – natürlich wegen „der Liebe, aber auch wegen des Raumes, der Freiheit, den Brücken zwischen den einzelnen Disziplinen. Ich finde das alles sehr bereichernd.“ Große Städte haben ihn von jeher ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 4,99€
NEWS 30 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Wohn!Design. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1000 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 5/2021 von EIN SONNTAGNACHMITTAG IN DER REDAKTION. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
EIN SONNTAGNACHMITTAG IN DER REDAKTION
Titelbild der Ausgabe 5/2021 von STROH .... Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
STROH ...
Titelbild der Ausgabe 5/2021 von ATTENTION! EXPOSITION. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
ATTENTION! EXPOSITION
Titelbild der Ausgabe 5/2021 von BILDER AUS BÜCHERN. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
BILDER AUS BÜCHERN
Titelbild der Ausgabe 5/2021 von LIEBER BUNT _ MIT JULIANA VON GATTERBURG DIE RAUMWAHRNEHMUNG VERÄNDERN. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
LIEBER BUNT _ MIT JULIANA VON GATTERBURG DIE RAUMWAHRNEHMUNG VERÄNDERN
Titelbild der Ausgabe 5/2021 von DIE SUMME ALLER FARBEN _ REINES, ABSOLUTES WEISS. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
DIE SUMME ALLER FARBEN _ REINES, ABSOLUTES WEISS
Vorheriger Artikel
CARTE BLANCHE
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel KUNSTEDITION NO. 11
aus dieser Ausgabe

... fasziniert. „Ich habe viel an Megalopolis gearbeitet, an Stadtansichten, bei denen man keine Grenze mehr zur Stadt spürt. Es ist eine Faszination aus Kindertagen. Ich kam vom Land und entdeckte diese großen Gebäude in den Pariser Vorstädten, in die man mein ganzes Dorf stecken konnte. Später bin ich viel gereist, vor allem in Großstädte. Als ich anfing, Stadtansichten zu

malen, war ich sehr von Gerhard Richter inspiriert. Ich war sensibilisiert für das, was er in den Jahren in die Malerei einbrachte.“ Dennoch vermittelt Renauds Bildwerk den Eindruck, als sei der Impressionismus zurück. Oder eine neue Art Pointillismus? Wie würde der Maler seinen Stil beschreiben? „Einen, den ich nicht kenne. Ich würde eher von einer Assoziation und Einflüssen anderer Künstler sprechen. Als Student träumte ich davon, eine Verbindung von Gerhard Richter und Wayne Thiebaud herzustellen. Und ja, es gibt sicherlich einen starken Einfluss der Impressionisten, und ich bewundere die Qualität und Beobachtungen bestimmter Pointillisten. Ich habe viel Zeit im Musée d‘Orsay verbracht, als ich in Paris war.“ Und immer lockte die Malerei ... „Ich habe verschiedene Anstöße gehabt, zu malen. Am Anfang war es mehr die Suche nach dem Know-how, eine technische Herausforderung. Was aber eine treibende Kraft war und bleibt, ist die Magie des Bildes. Auch wenn ich immer eine sehr genaue Vorstellung davon habe, wie die Leinwand am Ende aussehen soll, gibt es diesen progressiven Bildaufbau, langsam Stück für Stück. Räume werden durch die Perspektive, die Farbe und das Spiel des Pinsels geformt. Bis zum letzten Pinselstrich gibt es diese gewisse Ungewissheit, ob es ein gutes Bild geworden ist.“

In seinem OEuvre bewegt sich Raphaël Renaud (*1974 in Blois) zwischen zwei vermeintlichen Antipoden: Stadt und Natur. In seinem Leben pendelt der Franzose zwischen seinem Atelier in Pontlevoy und Berlin. „Ich wollte schon sehr früh malen, ich war nicht sehr gesprächig. Es war wahrscheinlich ein Weg, auf mich aufmerksam zu machen“, so Renaud, der von dem US-amerikanischen Maler, Filmregisseur und Fotografen William Klein entdeckt und gefördert wurde.

Bis zu einem Monat arbeitet Renaud an einem Werk und nie an mehreren gleichzeitig. „Ich mache eins nach dem anderen.“

Motive findet der Franzose auf Reisen, aber auch im Netz. „Fotos als Inspirationsquelle zu verwenden, ist für mich kein Problem.

Was für mich zählt, ist die Endgültigkeit – Bilder zu machen, die während einer Ausstellung zu einem kohärenten und relativen Ganzen werden.“ Seine Stadtsilhouetten und Naturdarstellungen könnten als Stellungnahmen zu Ökologie oder Globalisierung interpretiert werden – „es sind Zeitthemen“, doch Renaud pflegt da eher eine gewisse Bescheidenheit – „wenn es darum geht, Engagement in der Malerei zu zeigen, was nicht bedeutet, dass ich mich nicht in meinem Leben engagiere. Es macht mir nur nichts aus, wenn mein Bild so leise ist wie das Sofa oder der Tisch, mit dem es zusammenleben wird, solange wir es mit ein wenig Einfühlsamkeit betrachten.“

Renaud holt Luft. „Und wenn ich meine Sensibilität allein durch das Betrachten einer Landschaft, eines Baumes oder einer Architektur teilen kann, ist das für mich schon ein kleines Engagement. Wenn wir empathischer und respektvoller mit dem umgehen würden, was uns umgibt, wären wir mehr Zuschauer und damit weniger Raubtiere“, so der Maler, der ein Werk dann für gelungen hält, „wenn ich es in meinem Wohnzimmer aufhängen und betrachten kann, ohne dass es mich zu schnell langweilt.“

Wir sind keineswegs von Ihrer Kunst oder Ihnen gelangweilt, Monsieur Renaud. Ganz im Gegenteil. Am Ende fesselt uns eine nicht zu greifende Melancholie, die Ihre Bildwelten durchzieht. „Wenn es sie gibt, dann liegt das wohl an der Abwesenheit von Figuren in meinen Bildern. Die Tatsache, ein menschenleeres Sujet zu wählen, löst vielleicht eine gewisse Einsamkeit beim Betrachter aus. Diese Vorstellung ist auch in der Malerei der Romantiker wie Friedrich oder Böcklin präsent, die ich viel studiert habe. Mein Farbauftrag ist heller, um vielleicht die Melancholie abzumildern“, antwortet ein Mann mit Tiefgang.

sd