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RASANTE MAHROBOTER


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Computer Bild - epaper ⋅ Ausgabe 18/2022 vom 26.08.2022

Mähroboter

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Bildquelle: Computer Bild, Ausgabe 18/2022

WORX LANDROID M 500 714 EURO

Was haben eine Herde Schafe und ein Schwung smarter Mähroboter gemeinsam? Beide haben einen unstillbaren Hunger auf wucherndes Gras! Doch natürlich holen sich die wenigsten für die Rasenpflege blökende Böcke und Lämmer in den heimischen Garten. Dann doch lieber ein kleiner, dezent rollender Rasentrimmer! COMPUTER BILD hat fünf Mähroboter zum Test auf die Wiese geholt und geprüft, wie gut und souverän sie sich um grüne Wohlfühloasen kümmern.

Was bringt smarte Rasenpflege?

Im Garten braucht vor allem der Rasen viel Zuneigung und Pflege, wenn er schön grün und dicht sein soll. Dazu gehört, dass Hobbygärtner im Sommer mindestens zwei- bis dreimal im Monat den ollen Rasenmäher schwitzend über die Grünflächen schieben müssen.Wer lieber in der Sonne auf der Terrasse chillt, lässt einen Mähroboter für sich arbeiten. Der erledigt fast alles von selbst, geht zur Freude der Nachbarn vergleichsweise ...

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... leise ans Werk und lässt sich bequem von der Liege aus per Smartphone steuern. Neben der Arbeitsersparnis bietet ein rollender Rasenroboter noch andere Vorteile: Weil er bei schönem Wetter jeden Tag unterwegs ist, wächst das Gras durch den ständigen Schnittreiz besonders dicht. Das sieht schick aus, obendrein haben Moos und Unkraut kaum Chancen.Die kurz geschnittenen Grasschnipsel müssen nicht zusammengeharkt und abtransportiert werden – sie bleiben einfach liegen, zersetzen sich mit der Zeit und geben dem Rasen wichtige Nährstoffe zurück. Das kann Gartenbesitzern zusätzliches Düngen ersparen. Mähroboter lohnen sich längst nicht mehr nur für große Anwesen. COMPUTER BILD testete daher günstige Geräte für kleine Gärten mit 250 und 500 Quadratmeter Rasenfläche. Die Preise bleiben im Rahmen: Bosch und Worx kosten gute 700 Euro, bei Gardena und Einhell gibt es das smarte Mähen bereits für unter 500 Euro, echte Sparfüchse greifen zumYard Force für gerade einmal 300 Euro.

Ohne Kabel geht hier gar nix!

Wichtig zu wissen: Keiner der Mäher im Test weiß von allein, wo das Blumenbeet anfängt oder der Garten aufhört. Alle brauchen einen Begrenzungsdraht. Den setzt die Ladestation des Roboters unter Spannung und erzeugt so einen kaum sichtbaren,virtuellen Zaun. Klingt gefährlich, ist aber ganz harmlos – und zeigt dem Mähroboter seinen Aktionsbereich: wo er mähen und wo er brav umkehren soll. Das erzeugte Magnetfeld ist so stark, dass der Draht auch einige Zentimeter unter der Erde Platz nehmen darf.

STARTKLAR: SO KLAPPT DER AUFBAU

Nicht immer schnell erledigt

Erfreulich: Im Test lieferten alle Hersteller viel Begrenzungsdraht sowie Plastiknägel zum Fixieren mit – immer genug, um die versprochene maximale Arbeitsfläche, aber auch Bäume und Beete einzuzäunen. Denn mangels passender Sensoren oder vorausschauender Kameras erkennen die Mäher auch diese „Hindernisse“ nicht ohne den helfenden Draht. Den zu verlegen ist in der Theorie schnell erledigt: auf den Rasen legen,hier und da per Nagel fixieren, in die Station einstecken, fertig. Der Haken: Die wenigsten haben den dafür erforderlichen gut gepflegten, englischen Rasen. Und so brauchte es auch beim unebenen Testgelände unzählige Nägel,bis der Draht keine Stolperfallen mehr bot oder die Klingen des Mähroboters ihn durchtrennten. Hier lohnt sich die Mühe, das Kabel einzubuddeln! Tipps zum Aufbau der Mähers und zum Verlegen des Kabels finden Sie links und auf Seite 70. Übrigens: Ganz ohne Draht klappt es erst im nächsten Jahr: Für 2023 sind smartere, aber auch deutlich teurere Mähroboter angekündigt, die sich dann per GPS, Kamera oder Satellit zurechtfinden sollen (siehe auch Seite 73).

Per Handy oder vollautomatisch

Alle Mähroboter im Test drehen ihre ersten Runden auf dem Rasen auch ohne Kontakt zum Smartphone. Die Geräte von Yard Force, Gardena und Einhell haben dafür ein paar Tasten an Bord. Worx und Bosch bieten zusätzlich ein kleines Display für mehr Infos und Feintuning beim Mähen. Smart wird es aber erst mit den passenden Apps.Alle Testkandidaten verbinden sich recht fix per Bluetooth mit dem Handy. Hier lassen sich etwa Zeitpläne zum automatischen Mähen des Rasens einstellen. Der Roboter dreht dann etwa immer montags, mittwochs und freitags von 10 bis 12 Uhr seine Runden (geht bei allen), passgenau je nach Arbeitsfläche (etwa Bosch und Worx) oder auch je nach Wachstum des Rasens (nur Gardena). Immer parat: der Ladestand des Akkus oder grundlegende Schalter für die Bedienung. Aber das smarte Steuern etwa von der Terrasse aus gelingt nur, solange Mäher und Handy in Bluetooth-Reichweite zueinander sind. Von unterwegs klappt es nur beim Worx, der sich per WLAN verbinden lässt, und beim Bosch, der Mobilfunk an Bord hat.

Langsam, aber sicher zum Ziel …

Aber wie schlagen sich die Mähroboter nun im heimischen Garten? Alle Geräte beackerten ihre Testfläche beharrlich, fuhren aber unstrukturiert umher, bis sie an Begrenzungsdraht oder Hindernis aneckten. Sie drehten dann um und schlugen einen anderen Weg ein, Irrfahrten inklusive. Nachteil: Das Mähen dauerte lange, und so manche Grasbüschel mussten sich bis zur nächsten Tour gedulden – nicht smart! Und so stellte sich der sichtbare Erfolg erst nach Tagen ein. Den schönsten Rasen gab es bei Gardena und Yard Force zu bewundern. Beide Mäher sorgten für ein einheitliches Schnittbild und ließen nichts aus. Auch der Bosch schlug sich wacker. Einhell und Worx werkelten dagegen etwas nachlässig: Hier blieben auch nach einem Monat an Ecken und Kanten, um Hindernisse herum, aber auch auf der freien Fläche ein paar Halme stehen. Wer lange nicht gemäht hat, sollte den Rasen nicht gleich auf zwei Zentimeter abrasieren lassen – lieber Stück für Stück. Dazu bringen alle Mäher einen Drehknopf oder Schalter mit, um die Schnitthöhe fix einzustellen. Automatisch justieren anhand der Rasenhöhe? Das kann keiner der Testkandidaten. Bei Gardena braucht es sogar Werkzeug, um die Schnitthöhe zu ändern – umständlich.

SO TESTET COMPUTER BILD

COMPUTER BILD wollte wissen, was die rollenden Rasentrimmer wirklich können. Dazu gehören sie nicht ins Testlabor, sondern raus vor die Tür! Dort waren die Geräte vier Wochen im Einsatz. Wer hat den Rasen gut im Griff, wer meistert souverän alle Hürden und Hindernisse?

Eine Wiese, fünf Mäher

Die Testwiese in einem Hamburger Garten mussten die Kandidaten gerecht unter sich aufteilen. Nur so sind gleiche Testbedingungen garantiert – und die Ergebnisse vergleichbar. Jeder von ihnen kümmerte sich einen Monat lang um etwa 100 Quadratmeter Fläche. Die Tester dokumentierten alle Auffälligkeiten und die Fortschritte bei der Rasenpflege.

Mähen nach Plan

Damit die Mäher in Abwesenheit der Tester nicht faul herumlungerten, mussten sie zu festen Arbeitszeiten ran. In der ersten Woche waren in den Smartphone-Apps täglich zwei Stunden programmiert. Danach ging es nur noch dreimal die Woche ans Werk, um den gestutzten Rasen kurz zu halten und ihn vor der Sommerhitze zu schützen.

Kinderbein und Schaufel

Wer Kinder oder Haustiere hat oder im Garten gerne mal was herumliegen lässt, freut sich, wenn die Mäher auf „Hindernisse“ reagieren. Das kann ernsthafte Verletzungen verhindern oder schont zumindest das Gerät. Dazu warf COMPUTER BILD den Mähern wiederholt Schuhe, Steine oder die Attrappe eines Kinderbeins zum Fraß vor.

In Hanglage fühlen sich die Mähroboter wohl: Alle schaffen Steigungen bis 25 Grad spielend. Für Yard Force, Einhell und Worx darf es gerne auch noch einen Tick steiler sein.

… und oft übers Ziel hinaus

Aufbauen, programmieren und nie wieder kümmern? Das bleibt bei den meisten Mähern im Test ein Wunschtraum. Nur der Gardena arbeitete durchweg selbstständig. Alle anderen leisteten sich Ausfälle und verlangten dann nach menschlicher Zuwendung. Der Einhell büchste immer wieder aus, rollte über seinen Begrenzungsdraht hinweg, bis Hecke und Gartenzaun ihn stoppten. Die meisten Störungen traten beim Worx auf: In 40 Arbeitsstunden blieb er 19 Mal stecken und verweigerte mitunter Steuerbefehle per Smartphone. Der Bosch dockte oft erst beim zweiten oder dritten Anlauf an der Ladestation an – oder gar nicht. Eine Übersicht der Zwischenfälle finden Sie auf der nächsten Seite. Immerhin störten die Betriebsgeräusche nicht die Harmonie im Garten. Der Gardena ging flüsterleise ans Werk, Einhell und Bosch waren lauter unterwegs. Trotzdem: Sie bleiben unter 60 Dezibel.

MÄH-TALENTE: WER KANN WAS?

Drei Räder, scharfe, rotierende Klingen, Motor und Akku, alles schön verpackt in ein buntes Plastikgehäuse – auf den ersten Blick unterscheiden sich die getesteten Mähroboter nicht sonderlich voneinander. Doch wer genauer hinschaut, bemerkt schnell: Jeder hat ganz eigene Funktionen und Ausstattungsmerkmale, die das Mähen etwas smarter machen können als bei der Konkurrenz. COMPUTER BILD stellt hilfreiche Talente der Testkandidaten vor:

DER DRAHT: TIPPS ZUM VERLEGEN

Drauf oder drunter?

Das Signalkabel ist fix verlegt und mit Plastiknägeln fixiert. Doch Vorsicht: Bei Bodenwellen und Löchern im Garten ist der Draht unter der Erde besser aufgehoben.

Steht die Verbindung?

Alles fixiert oder eingegraben, aber das Signal fehlt? Ärgerlich! Besser: Zur Probe das Kabel locker auslegen, in die Station einstecken und prüfen, ob Strom fließt.

Kaputt, was tun?

Haben Mäher oder Spaten den Draht durchtrennt, geht nichts mehr. Per Kabelverbinder flicken Sie das „Leck“, dank Zusatzgerät (siehe oben) finden Sie es.

„Die Mäher mögen englischen Rasen, weniger die Buckelpiste im Garten.“

Timo Schurwanz Redakteur

Das ist weniger Lärm als ein normales Gespräch oder ein brummender Kühlschrank.

Kind und Kegel in Gefahr!

Zwar weisen die Hersteller darauf hin, die Mäher nicht unbeaufsichtigt fahren zu lassen. Dank automatischer Zeitpläne ist die Versuchung aber groß, den Robotern den Garten zu überlassen.Welche Gefahren das birgt, prüfte COM-PUTER BILD anhand einiger Gegenstände, die die Tester den ge- fräßigen Geräten vor die Nase legten. Alle rollten ungeniert über das ausgelegte Stromkabel, alle außer Gardena über die herumliegende Schaufel. Was die Robos nicht überrollten, schoben sie durch die Gegend – oft bis der Begrenzungsdraht die Fahrt stoppte. Das alles schädigt im Zweifelsfall den Mähroboter, aber die eingebaute Vorfahrt kann auch ernsthafte Verletzungen bescheren. Bei Bosch geriet ein Schuh unters Messer, bei Yard Force die Attrappe eines Kinderbeins, bei Worx sogar beides. In solchen Unfallsituationen helfen auch die großen Stopp-Tasten oder die verbauten Hubsensoren nicht mehr, mit denen alle Geräte die rotierenden Klingen sofort stoppen.

Die Rasenpfleger wollen Pflege

Bei den Testfahrten sammelte sich in Mähwerk, Gehäuse und Ladestation immer wieder einiges an Gras und Dreck an. Da ist eine regelmäßige Reinigung fällig. Nur der Worx lässt sich mit einem Gartenschlauch abspritzen, bei den anderen ist Zuppeln und Schrubben gefragt. Besonders schmutzig wird es bei nassem Rasen. Einen Sensor, der die Mäher bei Regen nach Hause schickt, bringen nur Worx und Einhell mit. Übrigens: Ums messerscharfe Mähen kümmert sich bei allen Robotern eine Drehscheibe mit drei Rasierklingen. Die halten keine Ewigkeit, sind aber fix und kostengünstig ersetzt.

[tsz]

FAZIT

Mit dem Gardena mäht es sich am smartesten. Leise und ohne Störungen kümmerte sich der kompakte Mäher im Test um einen schicken Rasen und sicherte sich so den Testsieg. Er patzte aber wie alle Testkandidaten beim Sicherheits-Check mit Schuh und Kinderbein-Attrappe. Verletzungsgefahr! Für Sparfüchse ist der Yard Force für gerade mal knapp 300 Euro interessant. Auch er bietet eine gute Mähleistung, aber weniger clevere Funktionen.

DAS STÖRT DIE RUHE!

Ein guter Mähroboter sollte geräuscharm und zuverlässig arbeiten. Das gelang nur dem Gardena – er schonte so die Nachbarn und die Nerven des Besitzers, der bei Problemen eingreifen müsste. Alle anderen Geräte waren lauter unterwegs, verließen gerne mal den begrenzten Bereich, reagierten nicht auf Smartphone-Befehle oder blieben stecken. Wer im Test mit welchen Störungen zu kämpfen hatte und welchen Lärmpegel verursachte, zeigt der Überblick:

IM DAUERBETRIEB

Vier Wochen Härtetest haben Mensch und Maschine einiges abverlangt. Welcher Roboter machte den Rasen schön und zeigte sich selbst von seiner schönsten Seite?