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Rasen(d) schön


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Liebes Land - epaper ⋅ Ausgabe 3/2022 vom 06.04.2022
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Bildquelle: Liebes Land, Ausgabe 3/2022

Unkraut entfernt man am schonendsten von Hand.

Möchte man einen Rasen wie bei einem englischen Landhaus, dennoch für Sonnenliege und spielende Kinder geeignet, so muss man zunächst einmal die Lage des anvisierten Standorts sowie seine Bodenbeschaffenheit genau bestimmen. Der Wunsch ist auch, dass der Rasen gut gedeiht und akkurat geschnitten werden kann, dennoch keine übermäßige Pflege braucht. Dafür gibt es im Fachhandel Samenmischungen für Rasentypen: Zierrasen, Gebrauchs-oder Hausrasen, besonders strapazierfähiger Rasen, Schattenrasen, Gitter-oder Schotterrasen bis hin zu Kräuterrasen oder Blumenwiese-Mischungen.

Die richtige Mischung

Für jeden Standort, für jede Nutzung, für jeden Gartengestaltungswunsch gibt es die passende Kombination der heute gängigsten Grassorten. Für Zierflächen kann man Mischungen aus weniger belastbaren, aber konkurrenzstarken Straußgräser-Arten(Agrostis) wählen, oder auch Schwingel-Arten (Festuca), die besser mit ...

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... Trockenphasen zurechtkommen und feines Laub haben. Als strapazierfähige Gräser für Flächen, auf denen viel gespielt wird oder die im Schatten liegen, bieten sich Mischungen an, die das robuste, feuchtigkeitsliebende Weidelgras (Lolium perenne) oder das trittfeste, gegen Trockenheit recht unempfindliche Wiesen-Rispengras (Poa pratensis) beinhalten. Nun gilt es den Boden gründlich vorzubereiten. Je mehr Mühe man zu diesem Zeitpunkt aufwendet, desto mehr erspart man sich später. Rasen ist zumeist eine auf Dauer zielende Anlage. Mit den Jahren wird der Boden durch die Nutzung verdichtet, soll aber den Graspflanzen über Jahre gute Wachstumsbedingungen bieten.

Schädlinge im Rasen

Vorbereiten und anlegen

Graswurzeln brauchen einen gut durchlüfteten Boden, ansonsten droht er zu versauern – was gut für Moos, aber schlecht fürs Gras wäre. Will man im Frühjahr aussäen, beginnt die Bodenvorbereitung bereits im Herbst davor. Auf dem gut aufgelockerten Boden wird eine Schicht verrotteter Tiermist oder abgelagerte Komposterde gleichmäßig verteilt und untergegraben. Über den Winter wird sich der Boden setzen, im Frühjahr wird er glatt geharkt und von eventuell noch unverrotteten Resten befreit. Möchte man später möglichst wenig Unkraut im Rasen haben, lässt man die Fläche nun zwei Wochen ruhen, gießt sie aber nötigenfalls. In dieser Zeit keimen alle unerwünschten Samen, die noch in der Fläche liegen. Diese Unkrautpflänzchen lassen sich leicht entfernen, bevor man den Rasen einsät. Ideal für die Rasensaat ist ein trüber, windstiller Tag, am besten nach einem Regenschauer, wenn die Bodenoberfläche wieder leicht abgetrocknet ist. Prinzipiell kann man ab Ende April bis Mitte Oktober Rasenflächen anlegen, am besten keimt Gras bei milder Witterung. Hitze schadet. Engländer halten den September für die beste Aussaatzeit, da die Rasenfläche so den ganzen Winter Zeit hat, um richtig anzuwachsen, bevor sie täglich betreten wird. In kalten Gegenden oder auf schweren, nassen Böden ist jedoch das Frühjahr geeigneter. Zur Rasenpflege gehört das Mähen. Es fördert zwar grundsätzlich das Wachstum in die Breite, also die Rasendichte, dennoch sollte man Geduld haben und neu angesäten Rasen niemals zu früh mähen. Mähfrequenz und Schnitthöhe sind von der Jahreszeit und dem Klima abhängig. Bei geringem Wachstum oder im Frühjahr und im Herbst reicht es meist sogar aus, nur alle 14 Tage zu mähen. Bis im Frühjahr der Boden ausreichend abgetrocknet ist, stehen manche Grasbüschel schon sehr hoch. Diese sollte man vorab mit der Rasenschere oder mit einem Rasentrimmer einkürzen. Denn dadurch wird der anschließende Schnitt mit dem Mäher gleichmäßiger. Welche Art Rasenmäher man wählt, hängt sicher

von der Rasengröße und der persönlichen Fitness ab. Für kleine Rasenflächen kann man Handschiebemähern den Vorzug geben, auch weil sie zu einem sehr guten Schnittbild verhelfen. Die äußeren Rasenkanten versäubert man am leichtesten mit einem halbmondförmigen Rasenkantenstecher. Zu Beginn des Rasenjahres arbeitet man mit einem hoch eingestellten Messer. Denn würde man eine hochgewachsene Grasfläche sofort stark einkürzen, wäre das ein Schock für die Pflanzen. Erst mit der Zeit senkt man das Messer Stück für Stück auf ein bis zwei Zentimeter Halmlänge ab. Damit der Rasen nach dem Mähen gut abtrocknen kann, sollte man beim ersten Mähen im Frühjahr stets einen Fangkorb benutzen oder die Fläche sorgfältig abrechen. Wächst das Gras nur wenig oder mäht man oft, kann der Grasschnitt als eine Art Gründüngung auf der Fläche verbleiben. Mehr als ein Zentimeter Zuwachs sollte aber unbedingt entfernt werden, da dieses „Heu“ den Graspflanzen sonst Licht und Luft nehmen würde. Wer in der Rasenfläche früh blühende Zwiebelblumen wie etwa Osterglocken haben möchte, kann diese in klar umgrenzten Tuffs pflanzen, um so das Mähen um sie herum zu erleichtern. Für die Mahd um einen Baum greift man entweder zur Rasenkantenschere oder zum Trimmer. Dabei sollte jedoch sehr vorsichtig vorgegangen werden, um die Baumrinde nicht zu verletzen. Alternativ bietet sich auch eine Baumscheibenbepflanzung an. Zur Rasenpflege gehört darüber hinaus die ausreichende Versorgung mit Wasser und Nährstoffen. Für ihr Wachstum entziehen Graspflanzen dem Boden Nährstoffe. Wird der Rasenschnitt abgeräumt, gehen die darin gebundenen Nährstoffe verloren. Darum sollte nach jedem vierten bis fünften Schnitt gedüngt werden, doch niemals an einem heißen, trockenen Tag. Dies kann unter Verwendung eines handelsüblichen Volldüngers geschehen und im Winter mit einer Vorratsdüngung ergänzt werden. Wer auf chemische Hilfen verzichten will, sollte darauf achten, dass dem Dünger kein Unkraut-oder Moosvernichter beigemischt ist. Denn Rasenkrankheiten kann man auch auf andere Art und Weise beikommen oder vorbeugen. Moosbildung ist ein Zeichen für einen hungrigen, zu sauer gewordenen Boden. Abhilfe bringt eine Kalkgabe im Herbst und Vertikutieren im Frühjahr mit anschließender Ausbringung eines gut verrotteten Humusdüngers. Sobald der Regen diesen in den Boden eingeschwemmt hat, werden grobe Reste abgeharkt und das Gras kann anschließend frisch gestärkt wachsen.

Gesund und schön erhalten

Die schonendste Maßnahme gegen störendes Unkraut ist es, die Pflanzen von Hand auszustechen. Das macht zwar mehr Mühe als das Ausbringen eines chemischen Unkrautvernichters, schont aber Insekten. Sogenannte Hexenringe sind ein bei Rasenliebhabern ungeliebtes, im Spätsommer nach kräftigen Regenfällen auftretendes Pilzwachstum. Regelmäßiges Vertikutieren und die Gabe kaliumreichen Düngers beugen solchen Erscheinungen im Rasen meist zuverlässig vor. Zeigen sich dennoch Pilze, kann man ihnen mit einer Gartenkalk-Quarzsand-Mischung, die den Boden basischer werden lässt, den Garaus machen, ohne dem Rasen zu schaden. Denn der letzte Ausweg wäre es, den betroffenen Boden auszutauschen.

Rasen-Know-how

Besondere Pflege

Auf den ersten Blick eklig sind glänzend grün-schwarze, schmierige Flecken. Die betroffenen Stellen liegen oft im Schatten, der Boden ist hier schon stark verdichtet und der Rasen vorgeschädigt und abwehrschwach. Die Ursache sind meist Grünoder Blaualgen, die in feuchten Jahren solche Stellen befallen können. Gefährdete Rasenflächen sollten vorbeugend gelockert werden. Bringt man zudem Sand aus, fördert dieser ein schnelleres Abtrocknen. Haben sich erst einmal Algen gebildet, entfernt man sie mit der Rasenharke. Verbliebene Reste trocknen am nächsten sonnig-warmen Tag aus.

Ein weiteres Problem für den Traumrasen könnten tierische Gäste sein. Nicht alle Rasenliebhaber sehen die Nützlinge, die diese auch sein können, obwohl ein friedliches Miteinander möglich ist. Maulwürfe stehen unter Naturschutz, weswegen man sie keinesfalls bejagen darf. Sie leben von tierischer Nahrung, etwa anderen Schädlingen wie Schnecken und Schnakenlarven. Der Maulwurf ist deshalb eigentlich ein ausgesprochener Nützling im Garten, sein Erscheinen ein Zeichen für einen gesunden, artenreichen Boden. Stören die Maulwurfshaufen zu sehr, darf man sie regelmäßig abheben und die Erde locker über die Rasenfläche verteilen. Sind es aber sehr viele Erdhaufen, sollte man die Erde besser mit dem Wasserschlauch zurück in die Gänge einspülen, damit nicht irgendwann Teile der Rasenfläche in die Gänge einsinken. Tricks, um Maulwürfe zu vergrämen, basieren meist darauf, dass die Tiere empfindliche Ohren und sensible Nasen haben. So soll ein Sud aus Thujennadeln, Holunder oder Knoblauch, in kleineren Mengen in die Gänge geträufelt, dem Maulwurf ordentlich stinken. Ameisennester tauchen zwischen Mai und August auf, dann verschwinden sie von Natur aus wieder. Wer Kinder und Haustiere hat, sollte aufs Ausbringen von Ameisengift verzichten. Um Ameisen zu vertreiben, begießt man ihr Nest. Aber Achtung: Kein kochendes Wasser nehmen, denn das schadet auch dem Gras!

Tierische Gäste erkennen und umleiten

Entdeckt man zwischen den Graswurzeln Engerlinge, lohnt es sich genauer hinzuschauen, denn nicht alle Engerlinge sind Schädlinge. Zwar können manche dieser Käfer-Larvenstadien Pflanzenwurzeln nachhaltig schädigen, doch die Engerlinge der Nashornkäfer beispielsweise ernähren sich ausschließlich von bereits abgestorbenem Pflanzenmaterial, gehören also zur wichtigen Müllabfuhr der Natur. Um eine Rasenfläche vor Engerlingen zu schützen, lohnt es sich, sie mit alternativen „Traumwohnungen“ vom Rasen wegzulocken. Dies kann eine verwilderte Ecke im Garten sein, in der Löwenzahn wuchern darf und wo Pferdemist als Lockmittel auf sie wartet. Während die gepflegte Rasenfläche den Gartenbesitzer verlockt, nach dem Mähen Tisch und Stühle aufzustellen, den Grill anzufeuern und den Tag im Garten ausklingen zu lassen. ■

✪ Service

Richtig WÄSSERN

■ Rasen nur wässern, wenn keine Sonnenstrahlen auf ihn fallen, also frühmorgens oder spätabends. Ansonsten verdunstet insbesondere im Sommer bei hohen Temperaturen ein Großteil des kostbaren Nass, bevor der Boden es aufnehmen kann.

■ Rasen braucht normalerweise nur einmal die Woche 15–20 l/m² Gießwasser, was etwa so viel wie ein kräftiger Regenschauer ist. Kontrollieren kann man die Menge mit in den Rasen gesteckten Regenmessern oder einem Wassermengenzähler am Hahn.

■ Bei großer Hitze muss man gegebenenfalls öfter gießen, eventuell auch täglich. Ein Zeichen dafür ist, dass das Gras nur noch gräulich-grün wirkt oder sich nach dem Betreten nicht mehr aufrichtet.

■ Zwischen jeder Beregnung muss der Rasen abtrocknen können, sonst droht Schimmelpilzbildung. Als Faustregel: seltener, dafür reichlich gießen. Zu kleine Mengen Feuchtigkeit dringen nur oberflächlich in den Boden ein und verdunsten schnell.

■ Neben einer Bewässerung von Hand mit dem Gartenschlauch eignen sich für große, rechtwinklige Flächen Schwenkregner mit entsprechender Wurfweite. Für unregelmäßige Flächen bieten sich eher Kreis-und Segmentregner an.

■ War schon der Herbst sehr trocken, sollte man den Rasen auch im Winter hin und wieder bewässern, damit der Untergrund stets leicht feucht ist – insbesondere, wenn der Rasen vor dem Winter frisch ausgesät wurde.

✪ Service

Richtig SÄEN

■ Der Boden sollte tief gelockert und dabei mit reichlich Humus angereichert werden. Wichtig ist es, Steine und Unkrautwurzeln gründlich zu entfernen, das erleichtert die spätere Pflege. Je ebener der Boden danach ist, desto leichter ist das Mähen.

■ Direkt vor der Aussaat die Fläche noch einmal harken, damit sie vollkommen glatt ist. Dann die Rasenmischung von Hand oder mit dem Streuwagen gleichmäßig verteilen, einharken und schließlich die Fläche mithilfe von Brettern festtreten oder walzen.

■ Falls es nicht gerade regnet, muss die angesäte Fläche mit einem Beregner zuverlässig feucht gehalten werden, um die für die Keimung günstigsten Bedingungen zu schaffen. Das sind ein mildes Wetter und ein konstant leicht feuchter Boden.

■ Sobald das junge Gras etwa zehn Zentimeter hoch steht, kann es zum ersten Mal gemäht werden. Dabei muss man aber unbedingt darauf achten, dass die Messer des Mähers wirklich richtig scharf sind, damit sie schneiden und nicht an den jungen Pflanzen reißen. Dadurch würden ihre Wurzeln den Halt verlieren und die Pflänzchen eingehen.

■ Kleinere Flächen repariert man entsprechend: alte Grassoden ausstechen, Fläche auflockern, Grassamen ausbringen und andrücken. Die Fläche mit Stöckchen markieren und regelmäßig gießen. Erst bei einer Halmhöhe von zehn Zentimetern zum ersten Mal – idealerweise von Hand mithilfe einer scharfen Rasenkantenschere – schneiden.