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RATCHET & CLANK: RIFT APART


Games Aktuell - epaper ⋅ Ausgabe 8/2021 vom 21.07.2021

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Bildquelle: Games Aktuell, Ausgabe 8/2021

PC

erscheint nicht

PS4

erscheint nicht

PS5

Termin: 11. Juni 2021 Preis: ca. € 80,-

Xbox

One erscheint nicht

Xbox

Series X erscheint nicht

Switch

erscheint nicht

Entwickler:

Insomniac Games

Hersteller:

Sony Sprache:

Deutsch

Altersfreigabe: Ab 12

Bereits seit seligen PS2-Zeiten können sich Playstation-Besitzer darauf verlassen, dass Lombax Ratchet und sein Robo-Kumpel Clank für Furore sorgen. Vor allem die ersten drei Teile gelten als Action-Klassiker. Auf der Playstation 3 waren die Spiele zu dem dynamischen Duo immer noch gut, büßten aber etwas an Charme ein, sodass es nicht verwunderlich war, dass Sony 2016 passend zum Ratchet-&-Clank-Animationsfilm einen Reboot der Serie vornahm, der gleichzeitig das Spiel zum Film und ein Remake des ersten Teils darstellte. Nun feiern die beiden Weltenretter mit Rift Apart ihr Debüt auf der PS5 und überzeugen auf ganzer Linie. Wir lehnen uns sogar so weit aus dem Fenster ...

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... und behaupten, dass der Titel für die neue Sony-Konsole sogar mit Abstand der beste Teil der beliebten Reihe ist.

VOM DOOFEN DOKTOR ZUM FIESEN IMPERATOR

Obwohl das PS4-Ratchet-&-Clank einen Neubeginn darstellte, knüpft die Story von Rift Apart nicht direkt an den Vorgänger an, sondern macht einen weiten Sprung in die Zukunft und ist nach dem PS3-Teil Into the Nexus angesiedelt. Bereits dort spielte der Dimensionator eine Rolle und diesmal sorgt das Gerät sogar für noch mehr Chaos. Eigentlich liegen die großen Heldentaten von Ratchet und Clank schon eine Zeit hinter ihnen, sodass Ratchet befürchtet, sie könnten abgehalftert sein, als ihnen zu Ehren eine große Parade in Megalopolis stattfindet, die von Captain Qwark und Skid McMarx moderiert wird. Clank jedoch möchte die Gunst der Stunde nutzen, um seinem besten Freund eine Freude zu machen. Er präsentiert Ratchet den reparierten Dimensionator, welcher dem einzigen Lombax im Universum ermöglichen soll, dessen Familie zu finden. Allerdings tauchen erst die fiesen Halsabschneider auf und sorgen für Ärger und dann kommt auch noch der gewohnt blöde Dr. Nefarious und reißt den Dimensionator an sich. Der Erzfeind von Ratchet & Clank ist es nämlich leid, immer gegen die Helden zu verlieren und möchte in eine Dimension gelangen, wo er endlich der Gewinner ist. Es kommt aber wie es kommen musste: Im Kampf um den Dimensionator überschlagen sich die Ereignisse, das Gerät geht kaputt und verfrachtet den Superschurken-Akademiker sowie das heldenhafte Fellknäuel und seinen Blechkumpan in eine fremde, ziemlich düstere Dimension, in der Nefarious als alles unterjochender Imperator herrscht. Dessen Schergen machen gnadenlos Jagd auf jeden, der sich dem Imperator nicht unterwirft. Doch als wäre das noch nicht schlimm genug, werden Ratchet und Clank auch noch voneinander getrennt. Während der Lombax versucht, seinen Freund wiederzufinden, trifft der kleine Klugscheißer-Roboter auf Rivet, einen weiblichen Lombax und Ratchets Gegenstück in dieser Dimension. Rivet und Clank, aber auch Ratchet verfolgen nun das Ziel, das Dimensions-Chaos zu beenden und Nefarious zu stürzen.

ZWEI LOMBAXE, EIN ZIEL

Die Geschichte von Rift Apart ist sowohl für Erwachsene als auch für Kinder eine super unterhaltsame Reise über verschiedene abwechslungsreiche Planeten und durch die Dimensionen. Manchmal ist sie ein wenig sprunghaft erzählt, aber die kreativen Ideen der Entwickler und die sympathischen Charaktere sorgen dafür, dass man stets mit viel Spaß bei der Sache am Ball bleibt. Man möchte Nefarious zu gerne in seinen fiesen Allerwertesten treten. Allerdings sind selbst die Bösewichter im Spiel irgendwie liebenswert, weil sie so herrlich überzogen sind. Vor allem der feige, mit französischem Akzent sprechende Piraten-Kapitän Pierre le Fer, „Pirat Extraordinaire“, ist ein echtes Highlight. Überhaupt ist der Humor im Spiel hervorragend gelungen. Einige Dialoge oder Slapstick-Szenen brachten uns während des Spielens wirklich lauthals zum Lachen. Hier können wir auch direkt die Vertonung des Spiels loben, die auf Deutsch und Englisch richtig gut gelungen ist. Zu einem großen Teil zündet der Humor aber auch aufgrund der nun viel ausdrucksstärkeren Mimik der Figuren, die manche Momente noch viel witziger machen. Die verbesserten Gesichtsanimationen unterstreichen jedoch auch die Dramatik der Story, denn die Helden sind keine 08/15-Figuren, die sich furchtlos allem entgegenstellen. Ratchet beispielsweise ist verzweifelt, weil er Clank verloren hat und fragt sich, ob er wirklich nach der Familie, die er nie kennenlernte, suchen soll, wenn der Dimensionator wieder funktioniert. Rivet hingegen stammt aus einer düsteren Welt, in der sie sich nur auf sich selbst verlassen konnte und lernt nun durch Clank zum ersten Mal echte Freundschaft kennen. Die Themen von Ratchet & Clank sind Empathie, Loyalität, Freundschaft und dass auch Außenseiter Helden sein können. Das wird auch richtig gut erzählt. Ohne auf die Tränendrüse zu drücken oder den Spielern unbedingt ganz bestimmte Gefühle herauskitzeln zu wollen, gelingt es Rift Apart, einen mit den dargestellten Themen zu berühren, weil einem die Identifikation damit so leicht fällt.

Das sorgt auch dafür, dass keine Vorkenntnisse vorausgesetzt werden, um die Story oder die Motivationen der Figuren zu verstehen. Klar, langjährige Fans der Reihe dürfen sich über jede Menge gelungene Anspielungen auf vergangene Teile und einige Querverweise freuen, welche an Neueinsteigern vorbeigehen werden, aber nichts davon ist nötig, um der Handlung folgen zu können. Die Dynamik zwischen den Charakteren funktioniert so gut und die wichtigsten Zusammenhänge werden direkt am Anfang erzählt, dass auch Neu-Lombaxe alles verstehen und ihren Spaß haben werden. Doch auch der Spagat zwischen Unterhaltung für Kinder und Erwachsene gelingt Rift Apart außerordentlich gut. So gibt es nicht nur verschiedene sehr gut ausbalancierte Schwierigkeitsgrade (und viele Einstellungen zur Barrierefreiheit), die es wirklich jedem Spieler ermöglichen, am neuen Ratchet & Clank Freude zu haben. Auch die Themen der Story sind für alle Altersklassen verständlich und nachvollziehbar und die Präsentation überzeugt ebenso allgemein. Kinder haben Spaß an den bunten abgedrehten Levels und dem teils herrlich albernen Humor, während sich ältere Semester über kreative Anspielungen an einige Filmklassiker freuen. Nur so als Beispiel: Wir haben es jedenfalls noch nicht erlebt, dass eine Hommage an Alien so gut, aber gleichzeitig auch kindgerecht funktionierte und gleichzeitig aber auch einen ganz eigenen Charme versprühte. Und in Sachen Spielspaß dürfte es sowieso keinen Generationenkonflikt geben, denn gutes Gameplay ist nun mal gutes Gameplay und das Gameplay von Ratchet & Clank: Rift Apart ist hervorragend.

INTERDIMENSIONALER SPASS

Der grundsätzliche Aufbau von Rift Apart unterscheidet sich natürlich nicht allzu sehr von den Vorgängern. Angetrieben von der Story reist man also zu verschiedenen Planeten, um dort Geschicklichkeitspassagen zu meistern und jede Menge Gegner mit zahlreichen durchgeknallten Waffen über den Haufen zu schießen. Zu den Schießereien jedoch erst später mehr. Auf den Planeten springt, schwebt und schießt man sich zum Missionsziel und es gibt fast in jedem Gebiet noch optionale Quests. Hier soll man beispielsweise Gegnerwellen abwehren, während eine Köchin im Freien eine Mahlzeit zubereitet, oder eine gewisse Anzahl Beeren sammeln oder sämtliche Schreine einer bestimmten Spezies aufsuchen. Die Nebenaufgaben sind auch mit der größte Kritikpunkt an diesem Spiel, das ansonsten kaum Schwächen aufweist. Die meisten der wenigen Sidequests sind ziemlich lahm und obwohl man teilweise Belohnungen für das Abschließen dieser Missionen erhält, wirken sie doch eher, als hätte man sie nur eingebaut, um noch ein bisschen Beschäftigung in die Level zu packen, die um einiges größer und weitläufiger ausfallen als in vorherigen Teilen. So schön es ist, nun auch immer wieder kleinere Abzweigungen zu finden, an deren Ende Geheimnisse lauern, die optionalen Quests dienen eher der Spielzeitstreckung. Ein Planet bietet sogar einen großen freien Abschnitt zur Erkundung, allerdings gibt es dort nicht sonderlich viel zu finden, sodass es den Eindruck macht, dass diese Mini-Open-World nur für die dortige optionale Aufgabe eingebaut wurde. Das ist ein bisschen schade, denn die Planeten sind so hübsch und abwechslungsreich gestaltet, dass hier durchaus mehr drin gewesen wäre als unkreative Sammelaufgaben. Erfüllt man sämtliche Nebenmissionen, dürfte man für das erste Durchspielen etwa 12 Stunden brauchen. Allerdings müssen wir die einzelnen Planeten trotzdem loben. Die Gebiete bieten nicht nur optisch, sondern auch spielerisch immer wieder Abwechslung. Jeder Planet bietet etwas Besonderes. Hier wollen wir jedoch nicht zu viel verraten.

Viel besser als die Nebenaufgaben funktionieren da die Mini-Dimensionen, die man in der Spielwelt finden kann. Ohnehin sorgt der Dimensionator für allerhand Durcheinander. Immer wieder öffnen sich Risse zu anderen Dimensionen, durch die neue Gegner fallen oder in die man hineingezogen wird. Das passiert sogar teilweise während Bosskämpfen. Die Mini-Dimensionen sind jedoch in sich geschlossen, Ratchet oder Rivet können aber in sie eindringen. In den Dimensionen hat sich allerhand Kram aus anderen Welten angesammelt, wodurch für unseren jeweiligen Lombax coole Geschicklichkeitskurse kreiert wurden. Mal muss man sich schnell über Bombenkisten bewegen, mal muss man viele Wandläufe und Schwunghakeneinsätze miteinander verbinden, mal springt man mit Mondphysik über Ballons, mal muss man auf einem Flitzkäfer reiten und über Rampen springen. Die Dimensionen machen allesamt Spaß und sind herrlich kreativ. Meistert man die Geschicklichkeitspassage, erhält man zudem ein Rüstungsteil. Rüstungsteile gewähren bestimmte Boni und sind Teil von Rüstungs-Sets. Rüstungs-Sets bestehen jeweils aus Helm, Oberteil und Hose. Hat man ein Set zusammen erhöht sich natürlich der jeweilige Bonus. Man macht also beispielsweise mehr Nahkampfschaden mit Ratchets Schraubenschlüssel respektive Rivets Hammer oder eine bestimmte Waffe wird verstärkt. Sämtliche Teile dürfen im Menü auch farblich angepasst werden. Besonders schön: Wenn einem eine Rüstung oder ein Teil nicht gefällt, muss man das auch nicht ausrüsten, bekommt aber trotzdem den Bonus dafür. Selbst der Erhalt einer Rüstung, die man hässlich findet, ist also ein Erfolg. Sets, Teile und Boni befinden sich übrigens auch immer automatisch im Gepäck des anderen Lombax, obwohl Ratchet und Rivet nie zusammen unterwegs sind und sich auf unterschiedlichen Planeten befinden. Das gilt ebenso für gekaufte Waffen, Upgrades, Gadgets, Erfahrungspunkte, Raritarium und eingesammelte Bolzen.

ES KRACHT UND KNALLT UND FÜHLT SICH GUT AN

Genau wie in den Vorgängern erhält man Bolzen für besiegte Gegner und das Zertrümmern von Kisten oder anderen Objekten. Die Bolzen gelten dann bei der Waffenhändlerin Miss Zurkon als Zahlungsmittel. Mit gesammeltem Raritarium rüstet man die Waffen dort schließlich auf. Je häufiger man eine Waffe benutzt desto mehr XP bekommt man dafür und die Wumme steigt im Level auf, wodurch sie durchschlagskräftiger wird und teilweise auch neue Features hinzukommen. Zudem bekommt die Waffe so mehr Slots, die man wieder mit Raritarium aufrüsten kann. Im Hauptspiel liegt die maximale Stufe der Waffen bei 5. Die doppelläufige Schrotflinte wird dann beispielsweise zur vierläufigen Schrotflinte und der Blaster verschießt mehr Projektile, während eine Elektrowaffe die Gegner länger unter Strom setzt. Egal, ob nun einfache Stufenaufstiege oder Aufrüstungen per Raritarium, man spürt wirklich wie die Lieblingswaffen immer mächtiger werden. Nach dem Durchspielen von Rift Apart wird zudem der Challenge-Modus als eine Art New-Game-Plus freigeschaltet. Hier startet man das Abenteuer erneut, darf aber frei den Schwierigkeitsgrad festlegen und man nimmt sämtliche Waffen und Aufrüstungen aus dem ersten Durchgang mit. Der Clou ist dabei, dass es im Challenge-Modus dann aber noch mehr Waffen bei Miss Zurkon zu kaufen gibt und von den bereits auf Level 5 gebrachten Schießeisen gibt es dort sogar sogenannte Omega-Versionen zu erstehen, die sich noch weiter aufleveln lassen. So motiviert das neue Ratchet & Clank tatsächlich sehr, weitere Durchgänge zu starten, denn die zahlreichen, serientypisch teils wunderbar abgedrehten Waffen sind eine wahre Freude. So kann man Gegner beispielsweise mit einem geworfenen Sprinkler von Pflanzen überwuchern lassen oder man beschießt Feinde mit zielsuchenden Sägeblättern oder man setzt eine ganze Gegnerhorde unter Strom oder man verschießt einen alles durchdringenden Strahl Energie oder, oder, oder … Sämtliche Waffen machen richtig Spaß, sind clever gestaltet und einige der Wummen sind sogar richtig witzig. Auch hier wollen wir aber nicht zu viel verraten. Lasst euch überraschen und genießt einfach die zahlreichen Möglichkeiten, Gegner ins Jenseits zu schicken, welche mit jeder hinzukommenden Waffe in Miss Zurkons Angebot noch mal erweitert werden.

Dass das Waffenarsenal in einem Ratchet-&-Clank spaßig und abgefahren ist, ist ja an sich nichts neues, aber Insomniac Games ist es mit Rift Apart gelungen, die alten Teile noch mal zu toppen. Das liegt jedoch nicht nur an gelungenen Designentscheidungen, sondern zu einem großen Teil an den Möglichkeiten der PS5. So sehen die Explosionen und Partikeleffekte bei oder nach Abschuss absolut großartig aus. Noch genialer ist aber das Feedback durch den DualSense-Controller. Überhaupt unterstreicht das Pad wunderbar die Bewegungen von Ratchet und Rivet. Genau wie bei Astro’s Playroom spürt man tatsächlich die verschiedenen Untergründe, über die sich die Lombaxe bewegen. Die Waffen wirken durch den DualSense zudem noch viel wuchtiger und vor allem die adaptiven Trigger sorgen für das richtige Gefühl beim Abfeuern. Damit steuert man auch die verschiedenen Feuermodi der Schießprügel. Zieht man beispielsweise den rechten Trigger halb durch, feuert man mit dem Blaster gezielte Einzelschüsse oder leert mit der Vollstrecker-Schrotflinte nur einen Lauf. Zieht man ganz durch, resultiert das beim Blaster in Dauerfeuer und bei der Shotgun entleeren sich beide Läufe gleichzeitig. Die Widerstände im Trigger sind dabei so genau gesetzt, dass man selbst im Eifer des Gefechts immer Herr über den Abzug ist und nicht unabsichtlich immer durchdrückt. Ratchet & Clank: Rift Apart mag kunterbunt und kindgerecht sein, doch das Gunplay ist so gut, dass sich einige Shooter von dem Titel eine gehörige Scheibe abschneiden können.

MOBILES ARBEITEN IM KUGELHAGEL

Gut funktionierende Waffen alleine sorgen aber natürlich nicht dafür, dass die Kämpfe Spaß machen und das wussten glücklicherweise auch die Entwickler. Die Action bei Ratchet & Clank war schon immer unterhaltsam, aber doch auch sehr gleichförmig. Das ändert sich nun mit dem erweiterten Move-Set von Ratchet und Rivet. In vergangenen Teilen wich man feindlichen Projektilen noch mit Seitwärtssprüngen aus, jetzt gibt es jedoch den Phantom-Dash. Ein Ausweichmanöver, das den jeweiligen Lombax in sämtliche Richtungen schnellen lässt. Während dieser Aktion ist man unverwundbar. Der Phantom-Dash lässt sich jedoch nicht nur zum Ausweichen einsetzen, sondern auch, um Sprünge zu verlängern oder sich schneller zu bewegen. Überhaupt wird das Tempo in Rift Apart ganz schön angezogen, denn nach einer Weile erhält man auch noch Düsenstiefel, die sich wie Rollschuhe einsetzen lassen und mit denen man übers Schlachtfeld flitzt. Hinzu kommen verbesserte Schwunghaken und natürlich die Möglichkeit, Wandläufe auszuführen. Zudem tauchen immer wieder kleinere Risse auf, in die man sich hineinziehen kann, um schnell größere Entfernungen im Kampf zu überbrücken und die Gegner zu verwirren, indem man sie plötzlich aus einem anderen Winkel attackiert. So bleiben die vielen Schießereien über die ganze Zeit abwechslungsreich und frisch. Kleiner Wermutstropfen: Durch die vielen Möglichkeiten ist die Steuerung ein wenig überfrachtet, sodass man sich schon mal leicht verdrückt, wenn man von Gegnern umzingelt ist. Die Feinde greifen nämlich in viel größeren Gruppen an als in den Vorgängern. Man muss ständig in Bewegung bleiben, ausweichen und die Umgebung nutzen, um sich nicht das Lombaxfell über die langen Ohren ziehen zu lassen. In jeder Feindesgruppe gibt es dabei verschiedene Gegnertypen mit unterschiedlichen Waffen und Attacken. Außerdem trifft man immer wieder auf größere Fieslinge und Mini-Bosse. Das Gegner-Design ist dabei stets hübsch und kreativ und teilweise sogar wunderbar bescheuert. Doch auch abseits der Geschicklichkeitspassagen und Schießereien gibt es allerhand Abwechslung. So muss man an manchen Stellen beispielsweise Terminals mit Hilfe eines kleinen geschwätzigen Spinnen-Bots hacken. Dabei krabbelt man durch einen Abschnitt und muss Viren beseitigen. Doch auch Clank bekommt seinen Auftritt, wenn er Dimensionslöcher flickt. Hier muss man dann die grauen Zellen etwas anstrengen, denn Clank muss Ebenbilder seiner selbst durch Fallen bis zu einem Tor lotsen. Das ist alles nicht weltbewegend, macht aber richtig Laune und lockert den Spielablauf auf. Ratchet & Clank: Rift Apart überrascht einen bis zum grandiosen Finale immer wieder mit kreativem Design und coolen spielerischen Ideen.

PIXAR ZUM SELBERSPIELEN

Wo wir gerade schon das Finale angesprochen haben: Die Inszenierung von Rift Apart ist absolut herausragend. Egal, ob nun die gestörte Parade zu Beginn des Spiels, Bosskämpfe durch verschiedene Dimensionen hindurch oder Schussgefechte in der Schwerelosigkeit, der Titel ist stets packend. Dank der SSD der PS5 gibt es keine wahrnehmbaren Ladezeiten. Zudem gibt es selbst bei der größten Action und den Dimensionssprüngen keinerlei Framerateeinbrüche. Rift Apart läuft trotz bombastischer Optik jederzeit flüssig. Sowohl im Grafikmodus mit 30 fps als auch im ebenfalls enthaltenen Performance-Modus, bei dem das Spiel mit 60 Bildern pro Sekunde läuft und dafür auf einige Details und Raytracing verzichtet. Allerdings fielen uns während des Tests ein paar kleine Bugs auf, die hoffentlich schnell per Patch beseitigt werden. So blieben bei einer optionalen Quest beispielsweise die kleineren Gegner der Gegnerwellen an einer Absperrung hängen, an einer Stelle glitchten wir in einen Felsen hinein und wieder heraus und einmal wurden wir nach dem Besiegen eines Feindes in der Kampfarena noch von dessen letzten Geschoss getroffen und gingen selbst drauf, was in einem schwarzen Bildschirm und einem Freeze resultierte. Zudem fielen uns immer wieder mal kleinere Clipping-Fehler auf. Dennoch kann man nun wirklich nicht von einem technisch unsauberen Spiel sprechen. Rift Apart sieht fantastisch aus und strotzt nur so vor Details. Hinzu kommt noch eine sehr gute Musikuntermalung. Das Spiel von Insomniac Games ist so rund, dass es teilweise wie ein Film des Animationsstudios Pixar wirkt. Nur eben mit dem Unterschied, dass man diesen Pixar-Film selber spielt. Ratchet & Clank: Rift Apart ist ein audiovisueller und spielerischer Hochgenuss, den sich PS5-Besitzer trotz der kleinen genannten Mängel nicht entgehen lassen sollten.

MEINUNG

Christian Dörre

Ein wunderhübsches Spiel, das Freude macht. Ich mag Ratchet & Clank seit ihrem ersten Auftritt, aber einen solchen Spaß wie mit Rift Apart hatte ich mit den Spielen noch nie. Hier passt einfach fast alles. Die Story ist schön, die Charaktere sind sympathisch, die Inszenierung ist super, der Humor ist wirklich gelungen und die Action ist klasse. Insomniac Games haben die Power der PS5 genutzt, um genau an den richtigen Stellen zu schrauben. Das Spieltempo wurde erhöht und die Kämpfe sind durch die Erweiterungen des Lombax-Move-Sets variantenreicher. Überhaupt bietet Rift Apart viel Abwechslung und allerhand kreative Ideen. Als ich das geniale Finale überstanden hatte, startete ich direkt in den Challenge-Modus, da ich nicht genug vom Spiel bekommen konnte. Dabei bin ich eigentlich jemand, den ein New-Game-Plus erst eine ganze Weile nach dem Durchspielen interessiert. Wenn überhaupt. Hier hingegen konnten mich nicht mal meine kleinen Kritikpunkte am Spiel davon abhalten (erneut) ins Abenteuer zu starten. Das sollten sie euch auch nicht, denn Rift Apart ist ein Highlight für die PS5.

WERTUNG

Stärken und Schwächen

+ Großartige Optik

+ Hervorragende Inszenierung

+ Wunderbares Charakterdesign

+ Sympathische Figuren

+ Sehr gute Einbindung des DualSense

+ Spaßige, variantenreiche Kämpfe

+ Abwechslungsreiche Planeten

+ Toller, teils herrlich alberner Humor

+ Nette Story

+ Gute Vertonung

+ Großes, sehr gutes Waffenarsenal

+ Durchdachtes New-Game-Plus

+ Fantastisches Finale

- Kleinere Bugs

- Teilweise Clipping-Fehler

- Recht lahme optionale Quests

- Etwas überladene Steuerung

PC

PS4

PS5

Xbox One

Xbox Series

X Switch

9

Sehr gut

Der bislang beste Serienteil überzeugt auf beinahe ganzer Linie.