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Ratgeber: BETÄUBT mit K.O.- TROPFEN: Es kann jeden von uns treffen


Funk Uhr - epaper ⋅ Ausgabe 32/2019 vom 02.08.2019

Bei der Betriebsfeier, beim Klassentreffen, beim Straßenfest


Artikelbild für den Artikel "Ratgeber: BETÄUBT mit K.O.- TROPFEN: Es kann jeden von uns treffen" aus der Ausgabe 32/2019 von Funk Uhr. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Funk Uhr, Ausgabe 32/2019

K. O. ist die Abkürzung für „Knock-out“, englisch für „Außer-Gefechtsetzung“

Monika* (66) hatte sich so auf den Bowling-Abend mit ihren Freundinnen gefreut. Die Stimmung war ausgelassen – und sie kam auch mit einem Mann aus dem Nachbarteam ins Gespräch. Irgendwann fühlte sich die Rentnerin schlecht – da bot der Fremde freundlich an, sie nach Hause zu begleiten. Vor der Tür wurde er aber zudringlich. Zum Glück bemerkte jemand, dass etwas nicht stimmte und kam Monika zu Hilfe. Die fühlte sich am nächsten Morgen wie nach einem Kater. Und das, ...

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... obwohl sie kaum Alkohol getrunken hatte! Vor allem aber konnte sie sich an nichts erinnern. Alles deutete darauf hin: Sie wurde mit K.O.-Tropfen betäubt.

K.O.-Tropfen sind ein Problem der Jugend? Von wegen!

► Auch Stefan* (53) erlebte beim Klassentreffen mit Ehemaligen einen Albtraum: Weil sein Handy klingelte, ging er kurz aus dem Raum, seinen Gin Tonic ließ er stehen. Danach hatte er das Gefühl, dass das Getränk „ziemlich reinhaut“. Angeschlagen wankte er nach Hause. Einige Stunden später wachte Stefan auf einer Parkbank auf, mit einem „dicken Schädel“. Handy, Geldbeutel und Uhr fehlten!
► An einen schlechten Film erinnert auch Juttas* (52) Geschichte. Sie hatte mit Freunden bei Straßenfest gefeiert, ein Glas Prosecco getrunken – und wachte im Krankenhaus auf! Schließlich stellte sich heraus: Auf ihrem Heimweg hatte ein Passant gerade noch eine Vergewaltigung verhindern können und die Polizei gerufen. Jutta konnte sich an nichts erinnern. Filmriss! Die toxikologische Analyse ergab: Auch hier waren K.O.-Tropfen im Spiel!
► Alle Beispiele zeigen: Jeder kann Opfer dieser unsichtbaren Droge werden – nicht nur junges Partyvolk. Davor warnt auch Kim Eisenmann, Geschäftsführerin des Start-up-Unternehmens Xantus. Mit ihrem Freund Sven Häuser hat sie ein Papier-Armband entwickelt, mit dem man K.O.-Tropfen leicht nachweisen kann (s. r.). Denn das Tückische daran: Sie sind farb- und geruchlos.

Die Droge kann zum Koma führen – lebensgefährlich!

■ „Der Stoff, der in den meisten Fällen für K.O.-Tropfen missbraucht wird, heißt GHB: Gammahydroxybuttersäure, auch Liquid Ecstasy genannt“, erklärt Eisenmann. „Man kann die Droge online bestellen oder sogar nach Anleitung aus dem Internet selbst herstellen.“
■ Nach der Einnahme von K.O.-Tropfen wird den Betroffenen plötzlich sehr übel und schwindelig, ein Blackout folgt. Auf Außenstehende wirkt man betrunken. Dass die Tropfen lebensbedrohlich sein können, nehmen die Täter billigend in Kauf. Sie wollen nur eins: ihre Opfer wehrlos machen, um sie auszurauben oder – schlimmer noch – zu vergewaltigen. „Oft geht es auch darum, über einen anderen Macht auszuüben“, sagt die Expertin. „Wenn etwa bei der Betriebsfeier der Kollege lallend am Boden liegt, kann das ein erhabenes Gefühl sein. Ein Gefühl, das der Täter im Job nicht hat.“ Unfassbar: Manche verteilen die Tropfen sogar wahllos in Gläsern, weil sie Spaß daran haben, wenn Menschen die Kontrolle über sich verlieren.

BETRIEBSFEIER
Was fröhlich beginnt, kann böse enden. K. O.-Tropfen unter Kollegen sind keine Seltenheit


NEBEN DER SPUR
Die Droge macht bewusstlos und handlungsunfähig, Opfer wirken betrunken, haben einen Filmriss


Betroffene sollten möglichst schnell Hilfe bekommen

► Traurig, aber sehr zu empfehlen: Jeder sollte auf solch eine Situation vorbereitet sein – und auch Freunde informieren. Denn bei Verdacht auf K.O.-Tropfen sollte man umgehend in die Notaufnahme zur toxikologische Untersuchung gebracht werden. Die 300 Euro für den Test muss man zunächst aus eigener Tasche bezahlen. Und: Es muss schnell gehen, denn die Droge ist nur bis maximal 12 Stunden nach der Verabreichung nachweisbar.
► Dann sollten Sie Anzeige bei der Polizei erstatten. „Schämen Sie sich nicht, weil Sie gefeiert haben und lassen Sie sich auch nicht von der Frage einschüchtern:, Sind Sie sicher, dass Sie nicht zu viel getrunken haben?‘“, empfiehlt Kim Eisenmann. Hilfe finden Sie auch beim Weißen Ring oder beim Notruf für vergewaltigte Frauen.

Das Verabreichen der Tropfen ist eine Straftat

■ Seit 2002 ist GHB dem Betäubungsmittelgesetz unterstellt. Das heißt konkret: Der Besitz, Kauf, Handel sowie die Verabreichung ist strafbar. Bei sexuellem Missbrauch drohen bis zu zehn Jahren Gefängnis. Auch ohne sexuelle Übergriffe gilt die Verabreichung als gefährliche Körperverletzung. Glück hat man, wenn Bilder einer Überwachungskamera oder ein Handy-Video vorliegen. Oft sind aber leider nicht genügend Beweise vorhanden, viele Täter kommen ungestraft davon.

Schützen Sie sich – damit es gar nicht so weit kommt

► Manche Opfer von K.O.-Tropfen sagen: „Wenigstens weiß ich nicht, was passiert ist.“ Andere dagegen leiden stark unter diesem Kontrollverlust, unter Scham- und Schuldgefühlen, Angst und Hilflosigkeit.
► Am wichtigsten ist: Lassen Sie Ihr Getränk nie aus den Augen. Wird Ihnen plötzlich übel, sollten Sie sich an eine Vertrauensperson wenden. Bietet Ihnen ein Fremder ein Getränk an, lehnen Sie höflich ab oder sagen Sie: „Das Glas ist aber sehr voll. Würden Sie den ersten Schluck trinken?“ Tragen Sie außerdem das Xantus-Armband (s. l.) und testen Sie im Zweifel erst das Getränk. Ein weiterer Rat der Expertin: „Achten Sie aufeinander, und gehen Sie mit den Personen, mit denen Sie ein Fest besuchen, auch gemeinsam wieder nach Hause.“

Ein Armband, das zum Lebensretter wird

UNSERE EXPERTIN
Kim Eisenmann hat das Armband Xantus entwickelt


K.O. ODER O.K.?
Xantus am Handgelenk hilft, die Party sicher und unbeschadet genießen zu können


■ Eine Freundin von Kim Eisenmann wurde Opfer von K.O.-Tropfen. „Wir waren auf dem gleichen Stadtfest, es hätte genauso mich erwischen können“, so die 25-Jährige. Dieses Erlebnis war Auslöser, etwas gegen die unsichtbare Gefahr zu unternehmen. Das Xantus-Armband funktioniert ganz einfach: Getränk umrühren, Flüssigkeit auftupfen, bis zu 2 Minuten warten. Färbt sich das Feld blau, sind K.O.- Tropfen drin (s. u.). In diesem Fall den Barkeeper und andere Gäste darauf aufmerksam machen, die Polizei rufen. MIt einem Band lassen sich zwei Getränke testen (4 St. ca. 10 €, bei dm, in den Filialen und im Online-Shop). Es sollte nicht mit Wasser in Berührung kommen, da es sich dann ebenfalls blau färbt.


Fotos: AdobeStock, Istock, picture alliance, Xantus (3), * Name von der Redaktion geändert