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ratgeber: GUTE ANTWORTEN AUF JEDE MENGE FRAGEN


familie & co - epaper ⋅ Ausgabe 10/2018 vom 05.09.2018

Schul- und Lernprobleme sind ziemlich normal. Wie gut, dass es für fast alle Schwierigkeitenspezielle Hilfsangebote gibt – die man allerdings kennen muss


RATGEBERSCHULE

Artikelbild für den Artikel "ratgeber: GUTE ANTWORTEN AUF JEDE MENGE FRAGEN" aus der Ausgabe 10/2018 von familie & co. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: familie & co, Ausgabe 10/2018

Irgendwann hat fast jedes Kind einmal unter Schul- und Lernproblemen zu leiden. Neben Teilleistungsstörungen wie Legasthenie, Rechenschwäche oder der Aufmerksamkeitsschwäche ADHS gibt es die noch häufigeren Schwierigkeiten mit Motivation, Konzentration, Mobbing oder dem Verhalten. Alle diese Phänomene wirken sich direkt oder indirekt auf die Schulleistungen aus und erfordern professionelle Hilfestellung.

Schulprobleme haben oft ...

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... mehrere Ursachen

Schul- und Lernprobleme sind entweder angeboren oder erworben. Bei ADHS bzw. einer Lese-Rechtschreib-Störung (Legasthenie) spielen genetische Faktoren eine große Rolle. Daneben gibt es Kinder mit Lese-Rechtschreib-Schwäche, deren Probleme teils durch Mängel im Anfangsunterricht, teils durch gesundheitliche Handicaps verursacht sind. Die Dyskalkulie (Rechenschwäche) wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als „schulische Entwicklungsstörung“ bezeichnet. Sie gilt, wie die Legasthenie, als mindestens teilweise genetisch verursacht.

Neben diesen angeborenen gibt es „erlernte“ Handicaps. Konzentration üben schon Kleinkinder ein, wenn die Eltern beispielsweise beim Wickeln mit ihnen sprechen. Dass in unseren Schulen heutzutage mehr über Konzentrationsprobleme geklagt wird als vor 30 Jahren, liegt insbesondere am Einfluss der elektronischen Medien, die das Miteinandersprechen zurückgedrängt haben.

Motivation bedeutet so viel wie „Anstrengungsbereitschaft“. Kinder müssen sich von klein auf anstrengen und lernen dadurch, dass Erfolg Ergebnis eigenen Bemühens ist. Starke Verwöhn-Tendenzen ersparen vielen Kindern die eigene Anstrengung und damit die Entwicklung von Leistungsmotivation.

Verhaltensauffälligkeiten können viele Ursachen haben und reichen von extremer Verwöhnung bis zur Vernachlässigung. Übermäßige Strenge führt genauso wie grenzenlose Freiheit dazu, dass Kinder keine Eigenverantwortung übernehmen. Und natürlich tragen manchmal auch schulische Missstände zu Lern- und Verhaltensproblemen bei, doch deren Anteil ist insgesamt eher gering.

Hilfsangebote inner- und außerhalb der Schule

Schließlich ist es die Aufgabe der Schule, Kinder in ihrer Lern- und Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen. Kommt es in diesen Bereichen zu größeren Problemen, können sich Eltern an Beratungslehrer wenden. Sie haben eine einjährige Zusatzausbildung, um bei Fragen von Lernstörungen, Verhaltensproblemen oder Schulwechseln helfen zu können. Sie sind auch im Einsatz von Intelligenz- und anderen psychologischen Tests geschult. Über den Klassenlehrer oder die Schulsekretärin kann man Kontakt zu ihnen aufnehmen.

Manche Gymnasien und Gesamtschulen verfügen über eigene Schulpsychologen. Flächendeckend sind sie in Schulpsychologischen Beratungsstellen anzutreffen, die mancherorts auch „Schulberatungsstelle“ heißen. Hier beraten sie Eltern und Kinder kostenfrei bei allen Schwierigkeiten, die in der Schule nicht bearbeitet werden können.

Zahlreiche Schulen verfügen außerdem über Sozialarbeiter oder -pädagogen, die neben sozialerzieherischen Aufgaben auch bei Lernproblemen weiterhelfen oder Hilfe vermitteln können. Desgleichen können Erziehungsberatungsstellen auf Lernschwierigkeiten angesprochen werden.

Kostenpflichtige Helfer gibt es natürlich auch: Nachhilfelehrer und -institute bedienen in Deutschland eine immer größer werdende Nachfrage. Aber längst nicht alle dort Tätigen sind Lehrer. Es gibt keine gesetzlichen Qualitätsstandards für diese Einrichtungen. Viel positiver ist die Qualität von „integrativen Lerntherapeuten“ zu bewerten, die eine mehrjährige Ausbildung nachweisen können.

Wenn Eltern und Kinder ein Problem mit der Schule oder dem Lernen haben, stehen ihnen folgende Hilfsangebote zur Verfügung:
• Bei Konflikten mit Mitschülern sollten Eltern zunächst die Klassenlehrerin ansprechen und, je nach Bedarf, den Beratungslehrer oder die Schulsozialarbeiterin einbeziehen. Die Schulleitung sollte man erst ansprechen, wenn die anderen Instanzen nicht helfen können.
• Für Lernprobleme sind die jeweiligen Fachlehrer und danach der Beratungslehrer oder Schulpsychologe zuständig.
• Gravierende Lernprobleme, Teilleistungs störungen und Fragen der Schullaufbahn erfordern die fachkundige Beratung durch Beratungslehrer oder den Schulpsychologischen Dienst. Manchmal ist eine medizinische Diagnostik erforderlich, für die man sich an die sozialpädiatrische Ambulanz einer Kinderklinik wenden sollte.

Eltern sollten offensiv mit Problemen umgehen

• Nachhilfe ist nur bei einem Lernrückstand wegen langer Krankheit oder Schulwechsel sinnvoll. Nachhilfe zu Hause ist meist effektiver als die in einem Institut.
• Wenn ein Kind ernsthafte Motivationsund Konzentrationsprobleme hat, ist die freie Lerntherapie wirkungsvoller als jede Nachhilfe.

Schulschwierigkeiten sind völlig normal – etwa vier von fünf Kindern brauchen irgendwann während ihrer Schulzeit Beratung. Wenn Eltern die Probleme annehmen und offensiv mit ihnen umgehen, lassen sie sich meist rasch überwinden.

Detlef Träbert
ist Diplom-Pädagoge, freier Schulberater und Autor mehrerer Elternratgeber


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