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Ratgeber Hund: Hab keine Angst!


Ein Herz für Tiere - epaper ⋅ Ausgabe 11/2019 vom 18.10.2019

Hunde, die zittern, wenn es donnert, die die Flucht ergreifen, wenn ein Artgenosse sich nähert, und die hinter jeder Ecke ein Gespenst vermuten, leben im Dauerstress. Lesen Sie, wie Sie so einem armen Hund wieder Lebensqualität schenken


Artikelbild für den Artikel "Ratgeber Hund: Hab keine Angst!" aus der Ausgabe 11/2019 von Ein Herz für Tiere. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Ein Herz für Tiere, Ausgabe 11/2019

Ein ängstlicher Hund braucht die Sicherheit, dass ihm bei Ihnen nichts passieren kann


Gewitter, lautes Feuerwerk, große, starke Männer, die sich nähern, andere Hunde, die auf sie zukommen … Ängste sind vor allem bei Tierschutzhunden und Schmuggelwelpen weit verbreitet. Aber auch die super leicht zu erziehenden Hunde reagieren leider übersensibel auf ungewohnte Geräusche ...

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... und Situationen und stecken Schrecken und Schmerzen nicht so leicht weg wie die Sturköpfe. Jedem dieser Hunde können Sie die Ängste nehmen. Unsere Tipps helfen dabei

• Ergattern Sie sich Vertrauen

Bevor Sie mit der Therapie beginnen, muss Ihr Hund lernen, sich an Ihnen zu orientieren. Denn nur dann achtet er auf Ihre Stimmung und Ihre Signale. Am einfachsten geht das mit Handfütterung: Bis er Sie nicht mehr aus dem Blick lässt, geben Sie ihm seine Mahlzeiten aus Ihrer Hand – immer zu den gleichen Zeiten und am dem Ort, wo er auch später seinen Futterplatz hat. Zwei bis drei Mahlzeiten sollten Sie einführen, nicht mehr. Schleichen Sie dann die Handfütterung aus, indem Sie erst eine Fütterung, schließlich alle im Napf anbieten.

• Schaffen Sie klare Strukturen

Ein Angsthund braucht einen geregelten Tagesablauf, auf den er sich verlassen kann, also feste Gassi- und Fütterungszeiten, regelmäßige Kuschel-, Spiel- und Lernstunden. Suchen Sie Wege, die aus seiner Sicht möglichst wenig „Gefahren“ beinhalten. Bei Angst vor Artgenossen meiden Sie Hundewiesen, bei Angst vor Lärm suchen Sie Waldwege aus, bei Angst vor Menschen gehen Sie diesen aus dem Weg. Entfernen Sie sich nie zu weit vom Auto oder Ihrem Zuhause, sodass Sie im Notfall sofort zurück zum sicheren Rückzugsort gehen können.

• Setzen Sie eindeutige Grenzen

Die Versuchung ist groß, gerade einem Angsthund daheim möglichst viele Freiheiten zu lassen. Doch genau mit denen kann er nicht umgehen. Weisen Sie ihm daheim einen oder mehrere Plätze zu, die seine eigenen sind und auf denen er nie gestört wird. Die dürfen ruhig in Ihrer Nähe sein. Aber er soll auch dort bleiben, wenn Sie das Zimmer oder die Wohnung verlassen. Das Gleiche gilt für das Auto.

• Sie entscheiden, sonst keiner

Das klingt ein bisschen grausam, ist es aber nicht. Im Gegenteil: Wenn Sie dem Hund die Entscheidungen aus der Pfote nehmen, begreift er schnell, dass nicht er sich kümmern muss. Wenn es also an der Türe klingelt, muss er liegen bleiben, bis Sie die Türe geöffnet haben. Wenn er bellt, weil ihn etwas beunruhigt, schauen Sie nach (oder tun so), ob Gefahr droht und gehen danach ruhig wieder zurück. Auch draußen gehen Sie nicht auf seine Wünsche ein. Sie bestimmen die Richtung und das Tempo. Sie lassen Kontakte zu oder auch nicht. Zeigt er draußen Unruhe, gehen Sie voraus wie ein Späher und rufen ihn dann zu sich.

• Bleiben Sie sein Schutzschild

Das Signal „Komm einfach zu mir!“ üben Sie zu Hause. Kleinere Hunde können sich zwischen Ihre Beine setzen, größere sollten sich seitlich hinter Ihnen platzieren. Dieses Signal geben Sie immer, wenn der Hund in Panik zu geraten droht. Ihr Ton ist dabei ruhig und sicher, nicht tröstend oder beruhigend. Bei Ihnen, das muss der Hund kapieren, droht nie Gefahr. Warten Sie dann in Ruhe ab, bis die vermeintliche oder echte Gefahr weg ist, bevor Sie weitergehen. Bald wird er von sich aus Sie als Schutzschild suchen.

• Sorgen Sie für Aufgaben

Sobald der Hund die größten Ängste verloren oder zurückgedrängt hat, kommt die Phase der Desensibilisierung: Dazu lenken Sie ihn durch Spiele ab, die Sie gemeinsam mit ihm machen. Sie suchen zusammen den Futterbeutel, wühlen ein bisschen Walderde auf, balancieren auf einem Baumstamm oder springen über ein paar Äste. Bewundern Sie ihn, wenn er mitmacht. Das stärkt sein Selbstbewusstsein. Solange er sich auf Sie und seine Aufgaben konzentriert, bleibt kein Platz für das Lauschen, Schauen oder Schnüffeln nach Gefahren.

• Nähern Sie sich der Gefahr

Dazu brauchen Sie Fingerspitzengefühl. Während der gemeinsamen Spiele nähern Sie sich dem Auslöser der Ängste – einer Menschenmenge, anderen Hunden, einer Lärmquelle – gerade so weit, wie der Hund noch konzentriert seine Aufgaben löst. Sobald er unruhig wird, brechen Sie ab und entfernen sich mit ihm von der Gefahr. Dabei zeigen Sie bitte keinerlei Besorgnis oder Mitgefühl, sondern gehen selbstsicher und gut gelaunt wieder zu den gewohnten Spielen über. Ihre positive Stimmung überträgt sich auf den Angsthasen und die Spannungen lösen sich. Die Ängste werden zurückgedrängt und Ihre Geduld belohnt.

Hilfsmittel gegen die Angst

Es gibt auch künstliche Mittel, die allgemein ängstlichen Hunden helfen können. Manchen Futtermitteln sind angstlindernde Substanzen beigemischt, die beruhigen. Sie können diese als Nahrungsergänzung auch dem gewohnten Futter beimischen. Auch Pheromone in Zerstäubern und Halsbändern helfen. Diese Duftstoffe erzeugen den Nestgeruch, den die Mutterhündin verströmt. Das Thundershirt ist ein Hundemantel, der bei akuten Angstzuständen mildernd auf die Erregung wirkt. Schließlich kann auch der TTouch, eine spezielle Massage, auf Dauer beruhigend auf den Hund wirken. Diesen sollten Sie einem ausgebildeten TTouch-Praktiker überlassen.

Stärken Sie die Abwehrkräfte

Das Immunsystem unserer Hunde ist im Winter besonderen Anforderungen ausgesetzt. Der Wechsel von warmer Heizungsluft zu nasskaltem Winterwetter und witterungsbedingt weniger Bewegung kann die körpereigene Abwehr beeinträchtigen – in der Folge steigt das Risiko für Infektionen, da Erreger wie Viren, Bakterien oder Pilze leichter in den Organismus eindringen und dort Krankheiten verursachen können. Eine intakte Immunabwehr ist daher ein wichtiger Faktor, um auch im Winter gesund zu bleiben.
Mit biologischen Tierarzneimitteln, die z.B. die Weiße Schwalbenwurz oder Schwefel (Sulfur) enthalten, lässt sich die Immunabwehr Ihres Hundes gut verträglich unterstützen. Sollte bereits eine Erkrankung vorliegen, können sie entweder einzeln oder in Kombination mit schulmedizinischen Mitteln gegeben werden. Der Vorteil biologischer Tierarzneimittel liegt darin, dass sie aus mehreren effektiven Einzelsubstanzen bestehen und dadurch an verschieden Stellen im Körper Ihre Wirkung entfalten. Der Wirkstoff Weiße Schwalbenwurz etwa ist bekannt für seine immunstimulierenden und entzündungshemmenden Eigenschaften und hat zudem antivirale Effekte. Schwefel dagegen wirkt nicht nur entzündungshemmend, sondern fördert zudem auch die Schleimlösung. Ihr Tierarzt berät Sie gerne zu den Möglichkeiten der biologischen Therapie.

RASSEPORTRAIT: Der Lagotto Romagnolo

Als Trüffelhund wird er in Italien hochgeschätzt, denn keiner findet mehr von diesen köstlichen Pilzen als er und im Gegensatz zu den Tüffelschweinen mag er sie nicht fressen. Doch der kniehohe Hund mit den dichtgelockten Wollhaaren kann mehr. Er ist ein liebenswürdiger, verträglicher, leicht zu erziehender Begleiter mit einer Supernase, die ihn auch verlorene Handys, Brillen, Handschuhe und alles andere finden lässt. Der Lagotto Romagnolo hat kaum das Bedürfnis zu jagen. Er läuft lieber mit seinen Menschen, wenn sie joggen, Rad fahren, wandern oder (Hunde-)Sport treiben. Als ehemaliger Wasserhund schwimmt er mit Leidenschaft und ist, dank seiner dichten Wolle, wetterfest. Mindestens einmal im Jahr müssen die Locken geschoren werden, damit das Fell keine Filzplatten bildet.

EXPERTEN HELFEN

Helfen Flohsamenschalen bei Verstopfung?
Marianne Often

Bei einer akuten, schweren Verstopfung helfen Flohsamenschalen nicht. In diesen Fällen muss der Hund zum Tierarzt. Flohsamenschalen können Verstopfungen jedoch sehr gut vorbeugen. Die Flohsamenschalen binden im Darm Wasser und quellen dabei auf. Der Darminhalt wird dadurch weicher und kann leichter abtransportiert werden. Zusätzlich regen die Flohsamenschalen die Darmtätigkeit an. Zu viel Flohsamenschalen und zu wenig Wasser können jedoch auch Verstopfungen verursachen. Ein 20 Kilogramm schwerer Hund kann täglich bis zu vier gestrichene Teelöffel Flohsamenschalen mit viel Wasser zu sich nehmen.

Barbara Welsch ist Tierärztin und Wissenschaftsjournalistin


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