Weiterlesen mit NEWS. Jetzt testen.
Lesezeit ca. 3 Min.

Ratgeber: So schlimm ist der Ärztemangel bei uns


Funk Uhr - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 11.01.2019

Überall fehlen Mediziner, viele Patienten müssen auf Behandlungen warten


Artikelbild für den Artikel "Ratgeber: So schlimm ist der Ärztemangel bei uns" aus der Ausgabe 3/2019 von Funk Uhr. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Funk Uhr, Ausgabe 3/2019

NOTEINSATZ
An deutschen Kliniken fehlen 5000 Ärzte – das gefährdet auch die Notversorgung


Hausarzt-Alarm in Herford: In der westfälischen Stadt schlossen innerhalb weniger Jahre zwölf Allgemeinmediziner ihre Praxen, weil sie keine Nachfolger fanden. Rund 12.000 Patienten müssen sich deshalb einen neuen Hausarzt suchen. Und sich dort auf Wartezeiten einstellen. Dabei ist dieser Mediziner-Mangel kein Einzelfall: Laut einer Studie des Ärztenachrichtendienstes rechnen 56 Prozent der niedergelassenen Allgemein- und Fach-Ärzte mit ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 0,99€
NEWS 30 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Funk Uhr. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1000 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 3/2019 von Willkommen, liebe Leserinnen und Leser!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Willkommen, liebe Leserinnen und Leser!
Titelbild der Ausgabe 3/2019 von Gewinnen Sie mit. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Gewinnen Sie mit
Titelbild der Ausgabe 3/2019 von Millionen Deutsche setzen schon auf Alexa & Co: Die 7 nützlichsten Dinge, die Ihr Sprach-Assistent kann. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Millionen Deutsche setzen schon auf Alexa & Co: Die 7 nützlichsten Dinge, die Ihr Sprach-Assistent kann
Titelbild der Ausgabe 3/2019 von TV-Aktuell: „HUBERT OHNE STALLER“: Beim Abschied flossen Tränen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TV-Aktuell: „HUBERT OHNE STALLER“: Beim Abschied flossen Tränen
Titelbild der Ausgabe 3/2019 von Der Romantik-Star wird jetzt Krimi-Held: Robert Atzorns Sohn Jens: Keine Lust mehr auf Pilcher-Küsse?. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Der Romantik-Star wird jetzt Krimi-Held: Robert Atzorns Sohn Jens: Keine Lust mehr auf Pilcher-Küsse?
Titelbild der Ausgabe 3/2019 von Ratgeber: Wohnung, Besitz, Verantwortung – weniger ist oft mehr: Zum Glücklichsein braucht es nicht viel. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Ratgeber: Wohnung, Besitz, Verantwortung – weniger ist oft mehr: Zum Glücklichsein braucht es nicht viel
Vorheriger Artikel
Der Romantik-Star wird jetzt Krimi-Held: Robert Atzorns Sohn Jens…
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Ratgeber: Wohnung, Besitz, Verantwortung – weniger ist oft …
aus dieser Ausgabe

... Schwierigkeiten, für ihre Praxis Nachfolger zu finden – und das nicht nur auf dem Land. Selbst in Großstädten wie Berlin gefährdet der Ärztemangel unser aller Gesundheit.

AUFGABE Überall werden Landärzte dringend gesucht: Die Politik diskutiert Geldprämien für junge Mediziner


Welche Mediziner in Notfällen sofort Hilfe bieten

► Unsicherheit Dabei haben Patienten eigentlich das Recht, sofort vom Haus- bzw. Facharzt behandelt zu werden, wenn ein Notfall vorliegt, sagt Dr. Johannes Schenkel, ärztlicher Leiter der Patientenberatung Deutschland gGmbH (UPD, patientenberatung. de): „Nehmen wir zum Beispiel ein plötzlich auftretendes Pfeifen im Ohr. Hier stehen Laien vor der Frage: Sollte ich zum Hausarzt, gleich zum Facharzt, in die Notfall-Ambulanz einer Klinik – oder abwarten. Ein neu aufgetretenes Ohrgeräusch kann ein HNO-Arzt häufig gut behandeln.“ Doch auf normale Termine beim HNO-Arzt muss man oft wochenlang warten, wie eine Umfrage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zeigt (Grafik rechts).


34% der gesetzlich Versicherten warten länger als drei Wochen auf einen Termin beim Facharzt


► Hotline „Erster Ansprechpartner in solchen Gesundheitsfragen ist und bleibt der Hausarzt“, sagt Dr. Schenkel. „Ist aber keiner erreichbar, kann man sich bundesweit an den Ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116117 wenden, wenn die Hausarztpraxen geschlossen sind.“ Per Telefon teilen die Experten mit, ob womöglich doch ein Notfall vorliegt, der gleich behandelt werden sollte. „Besteht aber Lebensgefahr wie etwa bei einem Schlaganfall oder Herzinfarkt, sollte man sofort den Notarzt unter der Nummer 112 rufen“, betont Dr. Schenkel. Das gilt besonders auch für schwere Atemnot, Vergiftungen, (Strom-) Unfälle oder akute und anhaltende starke Schmerzzustände. Weitere Infos finden Sie unter .

Wie Ärzteverbände auf den Medizinermangel reagieren

► Notfallpraxen Die Hotline des ärztlichen Bereitschaftsdienstes ersetzt teilweise auch die Lotsenfunktion eines Hausarztes. Denn sie vermittelt u. a. Adressen von Ärzten, die gerade Bereitschaftsdienst haben und sofort medizinische Hilfe vor Ort bieten. Dazu zählen regionale Notfall- und Portal-Praxen, die die überfüllten Ambulanzen der Krankenhäuser entlasten. „Dorthin sollte man nur im akuten Notfall gehen, etwa mit Schnitt-und Platzwunden, Knochenbrüchen oder Verbrennungen. Wer wegen eines Schnupfens in der Notfallambulanz einer Klinik erscheint, muss mit sehr langen Wartezeiten rechnen und kann dann doch zum Bereitschaftsdienst geschickt werden“, sagt Dr. Schenkel.

AMBULANT
In ländlichen Regionen sind inzwischen auch fahrende Praxen unterwegs


TERMIN
Kranke müssen wegen des Ärzt-angels länger auf planbare OPs warten


22% aller Patienten müssen sich drei und mehr Tage für die Behandlung beim Hausarzt gedulden


► Medi-Bus Ganz generell ist der Arztmangel in bestimmten Regionen auch mit längeren Fahrtzeiten für Patienten verbunden. Auf dem Land experimentieren Kassenärztliche Vereinigungen deshalb mit der mobilen Versorgung von Patienten, denen der Weg zum Hausarzt nicht zugemutet werden kann. So steuert der Medi-Bus – ein Projekt der Deutschen Bahn – seit Mitte 2018 kleine Ortschaften in Ostund Nordhessen an, um im Schnitt 34 Patienten pro Tag zu behandeln. Bitter nötig: Allein in Hessen fehlen mehr als 170 Hausärzte. Und dabei praktizieren viele weit in ihr Rentenalter hinein, weil sie ihre Patienten nicht in Stich lassen wollen.
► Statistik Auch wegen solcher Maßnahmen halten sich die Wartezeiten bei Hausärzten bundesweit noch in Grenzen. Bei Fachärzten ist die Statistik ernüchternder. So bekommen viele Frauen bei Gynäkologen erst nach mehr als drei Wochen einen Termin. Für solche Fälle rät unser Experte: „Erscheint Ihrem Hausarzt die Wartezeit für dringende fachärztliche Behandlungen zu lang, kann er auch gleich die Einweisung in eine Klinik veranlassen.“

ELEFANTEN-GEDULD
Jeder vierte Patient wartet laut Statistik in der Praxis mehr als 30 Minuten


► Gleichheit Das kann etwa bei länger anhaltenden Schmerzen sinnvoll sein. In solch einem Fall darf ein Facharzt mit Kassenzulassung gesetzlich Versicherte aber auch nicht abweisen, sagt Dr. Schenkel: „Bei akuten Erkrankungen, die keinen Aufschub dulden, hat jeder ein Recht, behandelt zu werden – egal, ob er nun privat oder gesetzlich versichert ist.“

Fotos: AdobeStock (2), iStock, picture alliance (2), UPD

UNSER EXPERTE

Dr. Johannes Schenkel

► Hilfe Ausnahmen – außerhalb von Notfällen – gibt es nur, wenn man keine Krankenkarte vorlegt, bei gestörtem Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient oder wenn die Praxis überfüllt ist. Das könnte zukünftig aber noch öfter vorgeschoben werden, um Patienten abzuweisen. Dr. Schenkel: „Die kassenärztlichen Vereinigungen müssen die ambulante medizinische Versorgung für gesetzlich Versicherte trotz allem sicherstellen.“ Bei medizinischer Notwendigkeit übernehmen die Kassen auch Taxi-Kosten zum nächsten erreichbaren Arzt. Bei Konflikten rund um Termine und Behandlungen hilft außerdem