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Ratgeber Thema der Woche: Tanne, Kiefer, Fichte: Was darf’s denn sein?


SUPERillu - epaper ⋅ Ausgabe 51/2018 vom 13.12.2018

Bei den Händlern herrschtkurz vor dem Fest Hochbetrieb. 27 MillionenWeihnachtsbäume werden dieses Jahr abgesetzt, bei regional leicht höheren Preisen. Wie Sie einen schönen Baum finden …


Artikelbild für den Artikel "Ratgeber Thema der Woche: Tanne, Kiefer, Fichte: Was darf’s denn sein?" aus der Ausgabe 51/2018 von SUPERillu. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: SUPERillu, Ausgabe 51/2018

Fritz Ginnuth verkauft Weihnachtsbäume am Adenauerplatz – seit 1976. Er hat nur beste Qualität, die Preise sind im Vergleich zum Vorjahr unverändert


Passend gefräst: Der Stamm wird an den Ständer des jeweiligen Weihnachtsbaums angepasst. Bei schmalen, alten Ständern muss per Axt nachbearbeitet werden


Buchhaltung: Ein Mitarbeiter an der Kasse schreibt Quittungen, organisiert den Lieferservice


Fritz Ginnuth steht ...

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... zwischen Fichten, Tannen und Kiefern am Berliner Adenauerplatz. Es riecht nach Wald, das frische Grün bringt Farbe in die graue, dunkle Jahreszeit. Über 1 000 Weihnachtsbäume hat der Händler (tannentraum. de) aufgebaut. „Beste Qualität, ganz frisch“, sagt der 74-Jährige zu einer Kundin und dreht die gut gewachsene Tanne. Sie hat genügend Abstand zwischen den Ästen. „Den Baum können’se schön schmücken.“

Gut 50 Euro soll die große Nordmanntanne kosten. Der Preis ist im Vergleich zum Vorjahr stabil, auf Wunsch wird der Baum auch geliefert. Die Kundin zögert. Ob sie doch lieber eine günstigere Fichte oder eine duftende Nobilistanne nehmen soll?

Die Auswahl am Adenauerplatz ist groß. Auch sächsische Blaufichten, Kiefern und Coloradotannen sind im gut sortierten Angebot. Es herrscht Hochbetrieb, die heiße Phase des Saisongeschäfts hat begonnen. „Bei mir geht jeder zweite Baum in den letzten acht, neun Tagen vor Heiligabend weg“, sagt Ginnuth. Von 8 bis 20 Uhr hat er geöffnet, ob es regnet oder schneit. „Wetterfest sollte man schon sein“, sagt der Händler und verzieht keine Miene. Der Mann ist auch schon seit über 40 Jahren im Geschäft.

Bäume sind Meterware

Rund 27 Millionen Tannen und Fichten werden dieses Jahr bundesweit verkauft. Die Nachfrage ist stabil, der uralte Brauch auch in unserer digitalisierten Welt lebendig wie eh und je. Schon im Altertum wurde zur Wintersonnenwende das kommende Frühjahr herbeigesehnt. Immergrüne Lorbeer- oder Buchszweige sollten böse Geister vertreiben. Die Kirche lehnte den heidnischen Brauch zwar lange ab, gab dann aber auf und deutete den Baum zum Christbaum um.

Der wird heute frisch geschlagen sogar bis in die Wohnung geliefert, viele städtische Händler bieten den Service an. „Wir liefern je nach Entfernung ab 15 Euro“, sagt etwa Jan Kossack (). Er verkauft am Alexanderplatz und weiteren Berliner Standorten.

Fünf Klassiker im Überblick

Der beliebteste Baum ist mit rund 80 Prozent Marktanteil die Nordmanntanne. Die Preise für A-Qualität (siehe rechts) stammen bis auf die Kiefer vom Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger. Sie schwanken je nach Region.

Rotfichte

Der heimische Klassiker duftet stark und hat schlanke Zweige mit etwas stechenden Nadeln. Er ist der preiswerteste Weihnachtsbaum, nadelt im Warmen aber schon nach sehr kurzer Zeit. Preise (2 Meter): 12–20 Euro

Die Folgen des Hitzesommers

Nein, sichtbare Hitzeschäden gebe es bei der diesjährigen Ernte nicht, sagen die Erzeuger. Die Bäume könnten aber früher nadeln, befürchten einige Käufer. Fakt ist: Auf den Plantagen sind im Sommer zwar viele Setzlinge verdorrt. Ältere Nordmanntannen sind als Pfahlwurzler aber gut gegen Wassermangel geschützt. Vom Setzling bis zur Ernte eines zwei Meter hohen Baums in Topqualität dauert es etwa zehn Jahre. Die Bäume müssen gepflegt und in Form geschnitten werden, bringen sonst später weniger Geld.

Die meisten Fichten oder Tannen stammen aus heimischem Anbau. In vielen Regionen bieten die Forstämter auch günstige Bäume zum Selberschlagen an. „Bei uns kostet der Baum je nach Größe wie im Vorjahr rund 15 bis 25 Euro“, sagt Renke Coordes, Sprecher von Sachsenforst.

Herrlicher Duft der Edeltanne

Allzu lange warten sollten Käufer jetzt aber nicht mehr. Die Auswahl an gut gewachsenen Tannen oder Fichten nimmt kurz vor dem Fest ab.

Ein schöner Baum hat bei zwei Metern Höhe starke Äste auf fünf Etagen. Dazwischen bieten 20 bis 25 Zentimeter Abstand ausreichend Platz für den Schmuck. Die Frische des Baumes lässt sich leicht überprüfen: Die Nadeln mit der Hand zum Stamm hin zurückstreifen, es darf keine herunterfallen.

Eingenetzt sollte die Fichte oder Tanne dann an einem kühlen Ort in einem Eimer Wasser aufbewahrt werden, geschützt vor Wind und Sonne. Ein bis zwei Tage vor dem Fest wird der Weihnachtsbaum aufgestellt, um sich auszuhängen.

Fritz Ginnuth hat bis dahin noch einiges zu tun. Erst am 24. Dezember packt er gegen 16 Uhr seine Sachen, gemeinsam mit seiner Frau, die einige Straßen weiter einen eigenen Handel betreibt. „Das Fest wird bei uns erst am ersten Weihnachtstag richtig gefeiert.“ Und welchen Baum hat er selber? „Wir nehmen, was übrig bleibt“, sagt Ginnuth. „Nobilistannen sind mir aber am liebsten, weil sie im Unterschied zur Nordmann so herrlich duften.“

Familie im Wald: gemeinsam den Weihnachtsbaum absägen


IM FORST: Den Baum selber schlagen

Eine Axt oder Säge muss in einigen Revieren mitgebracht werden. Mit Ausnahme von Sachsen-Anhalt bieten viele Forstämter Bäume zum Selberschlagen an:

Brandenburg Vor allem Kiefern (13 bis 15 Euro pro Meter), aber auch Fichten oder Douglasien sind im Angebot. Termine unterforst.brandenburg.de

Sachsen Bäume kosten je nach Größe 15 bis 25 Euro, vor allem Blaufichten werden angeboten. Termine: odersbs.sachsen.de

Mecklenburg-Vorpommern In den Revieren sind viele Tannen (ab 10 Euro/ Meter) vefügbart. Infos:wald-mv.de

Thüringen Fichten kosten ab 7 Euro pro Meter, Infos:thueringenforst.de

Nordmanntanne

Der beliebteste Weihnachtsbaum kommt ursprünglich aus dem Kaukasus. Er ist lange haltbar und hat weiche Nadeln. Nachteil der Nordmanntanne: Sie verströmt nicht den typischen Geruch nach Wald. Preise (2 Meter): 36–48 Euro

Kiefer

Das Berliner Original ist gut haltbar, mit ausladend nach oben gebogenen Zweigen und langen Nadeln. Ein sehr formbeständiger Baum für Individualisten, mit intensivem Geruch; nur regional verfügbar. Preise (2 Meter): 30–50 Euro (Berlin)

Blaufichte

Der Baum hat die Rotfichte in der Beliebtheitsskala abgehängt. Er hat eine starke Beastung und blaugrüne, stechende Nadeln. Die Blaufichte ist auch im Zimmer recht lange haltbar, duftet wunderbar nach Wald. Preise (2 Meter): 20–32 Euro

Nobilistanne

Die Edeltanne hat eine elegante Form, duftet angenehm und ist formstabil. Der sehr lange haltbare Baum hat weiche Nadeln und ist gut zu schmücken. Auch dichtere Bäume eignen sich für Fans echter Kerzen. Preise (2 Meter): 36–48 Euro


FOTOS: Nikola Kuzmanic/SUPERillu (3), istockphoto, Shutterstock (2), Alamy (4), fotolia, imago, WILDLIFE (3), PR