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Ratgeber Thema der Woche: Was sich 2019 für Sie ändert: TEIL 1


SUPERillu - epaper ⋅ Ausgabe 1/2019 vom 27.12.2018

Mehr Geld fürFamilien , kleine Steuerentlastungen fürArbeitnehmer und mehr Schutz fürMieter : Das neue Jahr bringt viele Veränderungen, darunter auch Fahrverbote für Diesel. Der große Überblick


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Bildquelle: SUPERillu, Ausgabe 1/2019

Uwe Rauhöft, Geschäftsführer des Bundesverbands Lohnsteuerhilfevereine


Plus für Familien

► Was sind für Sie die wichtigsten Steueränderungen?
Der höhere Grundfreibetrag und der angepasste Steuertarif zur Vermeidung der kalten Progression kommt allen zugute. Die Erhöhung des Kindergelds bringt Familien ein Plus.

► Wo hätten Sie sich mehr gewünscht?
Der Freibetrag für Betreuung, Erziehung und Ausbildung bleibt ...

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► Wo hätten Sie sich mehr gewünscht?
Der Freibetrag für Betreuung, Erziehung und Ausbildung bleibt auch 2019 leider gleich. Das trifft vor allem getrennt lebende Eltern.

GELD & STEUERN

Wenig Erleichterungen

1. Grundfreibetrag

Der steuerliche Grundfreibetrag erhöht sich im Jahr 2019 von 9 000 Euro/18 000 Euro (ledig/zusammen veranlagt) auf 9 168 Euro/18 336 Euro. Wenn das zu versteuernde Einkommen 2019 niedriger als dieser Grundfreibetrag ist, müssen Sie keine Steuern zahlen.

2. Spitzensteuersatz

Der Spitzensteuersatz beträgt derzeit 42 Prozent. Er bleibt auch 2019 gleich und muss ab einem zu versteuernden Einkommen von 55 961 Euro/111 922 Euro (ledig/zusammen veranlagt) gezahlt werden. Ab einem Einkommen von 265 327 Euro/ 530 654 Euro fallen zusätzlich noch drei Prozentpunkte mehr Steuern an. Der Aufschlag wird auch als sogenannte Reichensteuer bezeichnet.

3. Kalte Progression

Auch im Jahr 2019 wird der Steuertarif wieder an die Preissteigerungsrate angepasst. Lohnsteigerungen zum Ausgleich der Inflationsrate sollen dadurch nicht zu einem höheren Steuersatz führen. Andernfalls könnten Betroffene am Ende sogar weniger Geld in der Tasche haben als vor der Lohnerhöhung. Dieser Effekt wird als „kalte Progression“ bezeichnet und soll durch den geänderten Steuertarif verhindert werden.

4. Neue Abgabefrist

Die Steuererklärung für 2018 muss nicht mehr wie früher am 31. Mai an das Finanzamt übermittelt werden. Erstmals gilt jetzt der 31. Juli 2019 als Stichtag. Wer seine Steuererklärung verspätet abgibt, riskiert aber einen Verspätungszuschlag. Dieser beträgt 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer abzüglich bereits geleisteter Vorauszahlungen beziehungsweise Lohnsteuerabzugsbeträgen. Mindestens sind es aber 25 Euro je verspätetem Monat. Rat: Wer die Abgabe bis zum 31. Juli partout nicht schafft, der sollte beim Finanzamt eine Fristverlängerung beantragen. In diesem Fall werden dann keine Verspätungszuschläge fällig.

5. Altersvorsorge

Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung, berufliche Versorgungswerke oder eine Rürup-Rente werden 2019 mit 88 Prozent als Sonderausgaben (2018: 86 Prozent) berücksichtigt. Es gibt aber eine Höchstgrenze. Maximal werden 24 305 Euro/48 610 Euro (ledig/ zusammen veranlagt) berücksichtigt. Das sind 593 Euro mehr als im Vorjahr.

6. Unterhalt absetzen

Unterstützen Sie ein Elternteil oder ein Kind, für das Sie kein Kindergeld mehr bekommen, können Sie diese Unterhaltszahlungen als außergewöhnliche Belastung von der Steuer absetzen. 9 168 Euro können 2019 dafür geltend gemacht werden. Der Maximalbetrag reduziert sich aber, wenn die unterstützte Person mehr als 624 Euro eigene Einkünfte hat. Und die Steuerminderung entfällt ganz, wenn die unterstützte Person über mehr als 15 500 Euro eigenes Vermögen verfügt. Ausnahme: Ein Eigenheim gilt nicht als Vermögen.

7. Neurentner

Wer 2019 erstmals Rente bezieht, muss 78 Prozent seiner gesetzlichen Bruttorente versteuern. Nur noch 22 Prozent der Jahresrente bleiben steuerfrei. Der endgültige Freibetrag wird erstmals aus der Jahresrente 2020 berechnet. Er gilt dann bis an das Lebensende des Rentners. Der Betrag bleibt auch bei künftig steigenden Renteneinnahmen steuerfrei.

8. Altersentlastung

Wer 2019 seinen 65. Geburtstag feiert, erhält einen steuerlichen Altersentlastungsbetrag. Er wird auf Arbeitslohn, Einnahmen aus einer selbstständigen Tätigkeit oder Mieterträge gewährt. Der Betrag liegt zeitlebens bei 17,6 Prozent dieser Einkünfte, maximal bei 836 Euro pro Jahr.

9. Onlinebanking

Ab dem 14. September 2019 greifen die Regelungen der Zweiten EU-Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2). Demgemäß reicht das iTAN-Verfahren bei Überweisungen im Internet nicht mehr aus. Stattdessen müssen künftig auch beim Kontozugang zwei der drei Elemente Wissen (zum Beispiel ein Passwort), Besitz (zum Beispiel des Mobiltelefons) oder Inhärenz (zum Beispiel der Fingerabdruck) verwendet werden.

Mehr Kindergeld

Sarah Kruß und ihre Tochter können sich ab Juli nächsten Jahres über mehr Kindergeld freuen. Der staatliche Zuschuss wird um 10 Euro pro Monat recht deutlich angehoben. Dafür wird es im Folgejahr erst mal keine weitere Erhöhung des Kindergelds für die alleinerziehende Berliner Mutter geben. Diese ist von der Bundesregierung erst wieder für 2021 geplant.

10. Girokonto

Ab 2019 gibt es neue Preisvergleichsrechner für das Girokonto. Die Banken müssen bereits seit Ende vergangenen Jahres die relevanten Kosten eines Kontos transparent aufschlüsseln und dem Kunden mitteilen. Der Vergleich der Kosten soll mit neuen Rechnern erleichtert werden

11. Geldscheine

Ab 28. Mai 2019 kommen neue 100- und 200-Euro-Banknoten in Umlauf. Die zweite Euro-Generation seit Einführung des gemeinsamen Bargelds im Jahr 2002 ist damit komplett. Der 500er wird vorerst nicht mehr hergestellt, bleibt aber gültig.

FAMILIE & BERUF

Neue Regel für Diensträder

12. Kindergeld

Das monatliche Kindergeld wird 2019 nicht zum Jahreswechsel erhöht. Es steigt ab 1. Juli 2019 um 10 Euro pro Kind (siehe Tabelle oben). Das ist im Vergleich zu den Vorjahren eine deutliche Erhöhung. Dafür bleibt die Höhe des Kindergelds 2020 unverändert. Erst Anfang 2021 soll es nach derzeitiger Planung um weitere 15 Euro steigen.

13. Kinderfreibetrag

Der Kinderfreibetrag steigt ab Januar um 192 Euro auf 4 980 Euro pro Kind. Der Freibetrag für Betreuung, Erziehung und Ausbildung bleibt dagegen gleich hoch. Das Finanzamt prüft bei Abgabe der Steuererklärung automatisch, ob die Steuererstattung bei Abzug der Freibeträge höher ist als das erhaltene Kindergeld. Ist das der Fall, führt der Differenzbetrag zu einer Steuerentlastung. Davon profitieren vor allem Eltern mit höherem Einkommen, in der Regel ab 33 000 Euro/ 66 000 Euro (ledig/zusammen veranlagt).

14. Unterhalt zahlen

Zum 1. Januar 2019 werden die Bedarfssätze der Düsseldorfer Tabelle angehoben. Der Mindestunterhalt steigt für Kinder bis zum 5. Lebensjahr um 6 Euro auf 354 Euro, bei Kindern zwischen dem 6. und 11. Lebensjahr um 7 Euro auf 406 Euro und für Kinder zwischen dem 12. und dem 17. Lebensjahr auf 476 Euro (bisher 467 Euro).

15. Bildungspaket

Die Bundesregierung will ab Mitte 2019 die Leistungen aus dem Bildungspaket für arme Kinder ausweiten: So soll der Eigenanteil von 1 Euro am Schulessen gestrichen werden. Nachhilfe für versetzungsgefährdete Kinder soll künftig schon im ersten Schulhalbjahr beantragt werden können. Die Leistungen stehen Eltern zu, die Arbeitslosengeld, Sozialgeld oder Sozialhilfe beziehen. Die Regelung gilt für Kinder bis zum 25. Lebensjahr. Leistungen werden in der Regel beim Jobcenter oder beim Sozialamt beantragt.

16. Dienstrad & ÖPNV

Wenn der Chef Ihnen ein Dienstrad oder E-Bike auch zur privaten Nutzung überlässt, muss dieses ab 2019 nicht mehr als geldwerter Vorteil versteuert werden. Auch Arbeitgeberzuschüsse für Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln bleiben steuerfrei. Bislang galt das nur für Jobtickets bis 44 Euro monatlich. Die Leistung wird aber bei der Einkommensteuererklärung im Rahmen der Werbungskosten auf die Entfernungspauschale für die Fahrt zur Arbeitsstätte angerechnet.

17. E-Dienstwagen

Dienstwagen mit Elektro- oder Hybridantrieb werden steuerlich begünstigt, wenn das Auto vom Unternehmen 2019 gekauft oder geleast wird. Nutzt der Mitarbeiter dann die Ein-Prozent-Regel, muss er nur noch die Hälfte als geldwerten Vorteil versteuern.

18. Umzug wegen Job

Arbeitnehmer können bei beruflich bedingten Umzügen mehr Geld absetzen: Ohne Belege werden bis zum 31. März 787/1 573 Euro (ledig/zusammen veranlagt) als Werbungskosten anerkannt. Für jede weitere Person gibt es 347 Euro. Ab dem 1. April sind es 811/1 622 Euro, für jede weitere Person können 357 Euro abgesetzt werden. Entstehen durch den Umzug Schulsorgen bei Kindern, können Nachhilfekosten mit 1 984 Euro beziehungsweise 2045 Euro geltend gemacht werden.

19. Pflegeheim

Wer in einem Pflegeheim lebt, kann die Kosten, die er dafür selbst trägt, als außergewöhnliche Belastung geltend machen. Wenn er die eigene Wohnung aufgegeben hat, kürzt das Finanzamt 2019 die Kosten um eine Haushaltsersparnis in Höhe von 9 168 Euro (2018: 9 000 Euro). Rat: Lebt bei Ehegatten ein Partner im Heim, der andere noch zu Hause in seiner Wohnung, darf das Finanzamt die Haushaltsersparnis bei Ermittlung der abziehbaren außergewöhnlichen Belastung nicht berücksichtigen.

20. Mindestlohn

Der gesetzliche Mindestlohn steigt ab 1. Januar 2019 von bisher 8,84 Euro auf 9,19 Euro pro Stunde. Der Betrag darf in keiner Branche unterschritten werden. In mehreren Gewerken gibt es aber höhere Mindestlöhne (siehe Tabelle unten). Einige Personengruppen wie Auszubildende, Praktikanten (Pflichtpraktika) oder Langzeitarbeitslose während einer sechsmonatigen Wiedereinstiegsphase sind nach wie vor vom Mindestlohn ausgenommen. Er gilt aber bei Minijobs: Da sich die Einkommensgrenze von 450 Euro nicht ändert, müssten Minijobber ihre Arbeitszeit von 50 auf rund 48 Stunden reduzieren.

21. Mehr Qualifizierung

Die Weiterbildung für Arbeitnehmer, die vom digitalen Strukturwandel betroffen sind, wird ab 1. Januar ausgebaut. Das Arbeitsamt übernimmt mehr Kosten unabhängig vom Alter und der Qualifikation des Arbeitnehmers. Ab Januar werden auch Programme für Langzeitarbeitslose zum Wiedereinstieg in den Job ausgebaut.

Entschädigung für Dieselfahrer

Alexander Goller (46) nimmt an der Musterklage gegen VW teil. „VW hat uns einen Touran und Polo verkauft, obwohl sie wussten, dass die Abgaswerte manipuliert waren.“ Seitdem hatte die Familie nur Ärger und hohe Wertverluste, 2019 drohen auch noch Fahrverbote im benachbarten Mainz und Frankfurt. Goller fordert von VW Entschädigung.

RECHT & GESETZ

165 000 gegen Volkswagen

22. Neue Musterklage

Die neue Musterfeststellungsklage gegen Volkswagen startet 2019 vor dem Oberlandesgericht Braunschweig. Rund 165 000 geschädigte Dieselfahrer hatten sich zuletzt beim Klageregister unter bundesjustizamt.de eingetragen. Private Käufer eines VW, Audi, Seat und Škoda mit Dieselmotor EA189 können sich kostenlos an der Klage beteiligen, wenn sie ihr Dieselfahrzeug nach dem 1. November 2008 gekauft haben. Außerdem muss durch einen Rückruf des Kraftfahrtbundesamts eine illegale Abschaltvorrichtung festgestellt worden sein. Das Klageregister ist noch bis Ende Januar geöffnet, weitere Infos erhalten Sie unter musterfestellungsklagen.de oder Tel.: 030/32 50 27 00.

23. Fahrverbote

Ab 2019 treten weitere Fahrverbote in Städten in Kraft (siehe Karte). Es trifft je nach Kommune auch Dieselfahrer mit der Abgasnorm Euro 5. In einigen Städten wie München gibt es aber noch keinen festen Termin, in anderen Kommunen (Köln) hat das Land Berufung eingelegt. Die Liste der Fahrverbote ist daher noch vorläufig. Es könnten demnächst auch noch weitere Städte wie Halle hinzukommen, da in insgesamt 65 deutschen Städten die europäischen Grenzwerte für Stickstoffdioxid überschritten werden.

24. Katalysatoren

Anfang 2019 können Hersteller von Diesel-Katalysatoren diese beim Kraftfahrtbundesamt zur Genehmigung einreichen. Die Nachrüstsysteme werden dann geprüft und sollen nach derzeitigem Stand Ende 2019 oder Anfang 2020 auf den Markt kommen. VW und Mercedes wollen sich mit 3 000 Euro an den Kosten des Einbaus beteiligen – bislang aber nur bei Dieselfahrern in Städten oder dem Umkreis von Städten mit Fahrverboten.

25. Zuschüsse

Die Bundesregierung bezuschusst im Rahmen ihres „Konzepts für saubere Luft und Mobilität“ ab 2019 die Dieselnachrüstung kommunaler Fahrzeuge und Kleintransporter von Handwerkern oder Lieferunternehmern mit 80 Prozent. Den Rest soll die Autoindustrie übernehmen. Die Regelung gilt für Städte mit Fahrverboten. Bislang gibt es aber keine technisch zugelassene Lösung für die Nachrüstung älterer Diesel (s. Katalysator).

26. Neuer Feiertag

Berlin ist mit nur neun gesetzlichen Feiertagen pro Jahr bundesweit Schlusslicht, andere Länder wie Bayern haben sogar zwölf freie Arbeitstage. Der Senat will daher jetzt nachziehen und den „Internationalen Frauentag“ am 8. März schon 2019 zum gesetzlichen Feiertag machen. Das Abgeordnetenhaus muss Ende Januar noch abschließend entscheiden.

27. Brückenteilzeit

Beschäftigte können ab 2019 ihre Stundenzahl für einen Zeitraum zwischen ein und fünf Jahren reduzieren und anschließend „automatisch“ in Vollzeit zurückkehren. Voraussetzung ist eine mindestens sechsmonatige Betriebszugehörigkeit. In Betrieben mit weniger als 45 Mitarbeitern besteht aber kein Anspruch auf Brückenteilzeit. In Unternehmen mit 46 bis 200 Beschäftigten kann der Chef betriebliche Gründe entgegenhalten, muss je 15 Beschäftigten nur einen Antrag genehmigen.

28. Solarstrom

Die feste Einspeisevergütung für Solarstrom sinkt ab 1. Januar. Für neu installierte kleine Anlagen (10 KW) auf Wohngebäuden werden dann nur noch 11,47 Cent statt 11,59 Cent pro Kilowattstunde vergütet.

BAUEN & WOHNEN

Mehr Schutz für Mieter

29. Modernisierung

Vermieter dürfen ab Januar bei einer Modernisierung nur noch acht statt wie bisher elf Prozent der Kosten auf die Jahresmiete umlegen. Modernisierungen, um Mieter aus dem Haus zu drängen, können künftig als Ordnungswidrigkeit mit bis zu 100 000 Euro geahndet werden.

30. Kappungsgrenze

Der Gesetzgeber hat außerdem eine weitere Kappungsgrenze beschlossen: Egal wie teuer die Modernisierung war, mehr als 3 Euro pro Quadratmeter kann der Vermieter hinterher nicht auf die Miete aufschlagen. Das gilt für sechs Jahre. Liegt die Nettokaltmiete unter 7 Euro pro Quadratmeter, dürfen sogar nur maximal 2 Euro über die sechs Jahre aufgeschlagen werden.

31. Mietpreisbremse

Ab 1. Januar muss der Vermieter bei Neuvergabe einer Wohnung über die Höhe der Vormiete informieren. Die aktuelle Miete darf wie bisher in angespannten Wohnungsmärkten maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Der Vermieter kann eine höhere Miete aber etwa damit begründen, dass sie schon der vorherige Mieter akzeptiert hatte.

32. Vermieterrecht

Vermieter können ab dem 1. Januar Sanierungsmaßnahmen bis 10 000 Euro durchführen, ohne dass sie den Mietern jeden einzelnen Posten genau aufschlüsseln müssen. Das sorgt dafür, dass kleinere Sanierungen eventuell schneller durchgeführt werden.

33. Wohnpauschale

Das Bundesbildungsministerium will zum Wintersemester 2019/2020 den BAföG-Satz erhöhen. Dabei sollen auch die gestiegenen Wohnkosten einkalkuliert werden. Eine erste Novelle des Ministeriums sieht bisher eine Erhöhung der Mietkostenpauschale um 75 Euro auf dann 325 Euro vor.

34. Rauchmelderpflicht

Ab 1. Januar müssen auch alle bestehenden Wohnungen in Thüringen Rauchmelder haben.

35. Energieausweis

Viele Wohngebäude brauchen im Jahr 2019 neue Energieausweise. Der Ausweis ist nur zehn Jahre gültig und die ersten Exemplare wurden bereits ab dem Sommer 2008 ausgestellt. Sie verlieren somit ihre Gültigkeit. Der Eigentümer eines Gebäudes braucht den Ausweis, wenn er es verkaufen oder vermieten möchte.

NÄCHSTE WOCHE: Alle Änderungen bei Rente, Gesundheit und Technik

Ulrich Ropertz, Deutscher Mieterbund


Weiter verhandeln

Was war die wichtigste Änderung für 2019?
Dass Mieterhöhungen nach Modernisierungen begrenzt wurden, nur noch acht statt elf Prozent der Modernisierungskosten auf die Jahresmiete aufgeschlagen werden dürfen.

► Wo bleibt Arbeit für 2019?
Mehr Wohnungsbau, vor allem mehr neue Sozialwohnungen, weitere Verbesserungen im Mietrecht, bei der ortsüblichen Vergleichsmiete, beim Kündigungsschutz.


FOTOS: Heike Niemeier/SUPERillu, privat

FOTOS: ADAC/Gregor Schläger, Petra Schneider/SUPERillu