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Ratgeber: Was können die Kassen-M ode ll e?: Gute Hörgeräte müssen nicht teuer sein!


Funk Uhr - epaper ⋅ Ausgabe 41/2019 vom 04.10.2019
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Bildquelle: Funk Uhr, Ausgabe 41/2019

WICHTIG Nur wer gut hört, kann aktiv am Leben teilnehmen


SCHWERHÖRIG Beträgt der Hörverlust mindestens 30 dB ist das Tragen eines Hörgeräts sinnvoll


Bei Maria begann es schleichend: Zunächst schien ihr der Lärm der Straße erträglicher, der alte Trockner gedämpfter, die Stimmen ihrer Enkel sanfter. „Doch dann habe ich irgendwann das Ticken der Wanduhr nicht mehr gehört und gemerkt: Hier stimmt was nicht”, erzählt die 68-jährige Hessin. Der Ohrenarzt bestätigt ihren Verdacht: Maria leidet unter Altersschwerhörigkeit.

Viele gute Modelle sind ...

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Damit ist die Zweifach-Oma nicht alleine: Rund 15 Millionen Deutsche haben Hörprobleme. Allerdings benutzt nur ein Zehntel davon ein Hörgerät. Zum einen haben viele wenig attraktive Bilder von fleischfarbenen, pfeifenden Plastikbolzen im Kopf. Zum anderen scheuen einige die oftmals hohen Kosten, die man für die neuesten Modelle zuzahlen muss. Immerhin steuern laut einer Umfrage rund zwei Drittel der gesetzlich Versicherten im Schnitt 1.169 Euro für zwei Hörgeräte aus der eigenen Tasche bei. Doch das ist oftmals überflüssig, erklärt der GKVSpitzenverband der gesetzlichen Krankenund Pflegekassen. Es gibt nämlich auch zum Basispreis, den die Krankenkassen übernehmen, viele gute Modelle mit moderner Technik. Sie sind klein gebaut, haben eine Bluetooth-Schnittstelle, um das Smartphone direkt mit dem Gerät zu verbinden und es damit zu steuern. Und Störgeräusche wie Wind oder Rückkopplungen werden ebenfalls gut unterdrückt.

Wenn der Ohrring mithört

Schmuck und Hörgerät in einem ist das Konzept von EORA (www.hoerschmuck.de). So fällt die Hilfe kaum auf

Vor dem Kauf einige ausprobieren

Doch mehr als jedem fünften Patienten werden die Kassen-Modelle gar nicht erst angeboten, so die Kritik. Dabei sind Hörgeräte-Akustiker verpflichtet, den Versicherten mindestens ein zuzahlungsfreies Gerät vorzuführen. Denn immerhin übernehmen die Kassen gut 1.500 Euro für zwei der Mini-Apparate! Deswegen raten Experten: Fragen Sie Ihren Akustiker gezielt nach Produkten zum Nulltarif! Und bevor Sie sich entscheiden: Probieren Sie zwei bis drei Geräte mindestens eine Woche in Ihrem normalen Alltag aus. Wenn nachweislich nur ein teureres Modell gutes Hören ermöglicht, müssen gesetzliche Kassen die Mehrkosten auf Antrag übernehmen. Auch Maria ist momentan noch in der Testphase. Die Rentnerin hat sich jetzt das zweite Kassen-Modell zur Probe mit nach Hause bekommen – und ist begeistert. „Ich nehme wieder richtig am Leben teil”, freut sie sich. „Und noch einen weiteren Vorteil haben die Hörhilfen: Wenn mir meine Enkel zu laut werden, drehe ich einfach die Lautstärke runter.”

TV-Tipp

Der große Report vom
guten Hören DokuMI 16.10. 21.00 Uhr
RBB

Welche Geräte die Kasse bezahlt – und welche nicht

Werden bezahlt:

KINDinicio Der Lautsprecher liegt am Ende einer dünnen Kabelleitung. Gibt’s zum Nulltarif bei Hörgeräte Kind

Unitron Stride 500 Sorgt für guten Klang und sitzt komfortabel im Ohr. Z. B. bei Fielmann Hörakustik

NovaSense Elite 50 Isoliert und reduziert automatisch unangenehme Hintergrundgeräusche. Gibt’s z. B. bei Geers Hörakustik

Werden nicht bezahlt:

Siemens Ace Das derzeit kleinste Hinter-dem-Ohr Hörgerät, das es auf dem Markt gibt. Preis: ab 2.000 €

Phonak Audéo M Unterstützt binaurales Streaming (in beide Ohren) von Smartphones. Ab 2.200 €

Signia Styletto Ultradünnes Design, mit der modernen Li-Ionen Akkutechnologie. Preis: ab 2.700 € (nur im 2er-Pack)


Fotos: audibene/Signia GmbH, EORA/Bernafon Hörgeräte GmbH/Fräulein Fotograf, Getty Images, Hersteller (3), Istock, obs/Siemens Healthcare Sector, Sonova AG