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Ratgeber: Welches Testament ist das beste für meinen Mann und mich?


Funk Uhr - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 18.01.2019

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Artikelbild für den Artikel "Ratgeber: Welches Testament ist das beste für meinen Mann und mich?" aus der Ausgabe 4/2019 von Funk Uhr. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Funk Uhr, Ausgabe 4/2019

Gemeinsam sicher
Ein Berliner Testament ist die beste Wahl für viele Paare: Sie sollten es in guten Tagen beim Notar aufsetzen


Unser Experte

Dr. Anton Steiner Deutsches Forum für Erbrecht,

Nur jeder vierte Deutsche hat seinen letzten Willen aufgesetzt. Dabei empfehlen Experten jedem Erwachsenen, das zu tun. Feinheiten, die beim Nachlass für Ehepaare wichtig sind, erklärt Dr. Anton Steiner vom Deutschen Forum für Erbrecht. Und macht Stolperfallen gleich an einem konkreten Fall deutlich: Ein Mann verfügte, die Erbschaft solle „gemäß Berliner ...

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... Testament” erfolgen. Nach seinem Tod rätselten die Hinterbliebenen: Was meinte er damit? Zuletzt trafen sich seine zweite Ehefrau und die Kinder aus erster Ehe vor Gericht. Das Urteil: Das Testament ist ungültig – es bleibt nämlich unklar, welche Vorstellungen der Erblasser mit dem „Berliner Testament” verband. Deshalb muss sich die Ehefrau das Erbe mit ihren Stiefkindern teilen. (OLG Hamm, Az. 15 W 98/14)

Als Ehepaar vorsorgen

Die Kinder müssen warten
„Ein Berliner Testament ist tatsächlich für viele Paare die beste Wahl – doch es kann nicht als Einzeltestament verfasst werden”, so Dr. Steiner. „Es muss gemeinschaftlich von beiden Partnern oder Ehegatten errichtet werden.” Sie bestimmen sich dabei gegenseitig zum Alleinerben. Das bietet Ehepaaren gegenseitige Sicherheit. Sie setzen auch fest, wer nach dem Tod des zuletzt Verstorbenen den Nachlass erhält. Die Kinder sind also die Schlusserben und erhalten – wie es laut Gesetz eigentlich wäre – ihren Anteil nicht schon nach dem Tod des ersten Elternteils: „Das Berliner Testament sichert also den überlebenden Partner ab – er muss die Kinder nicht sofort auszahlen und im Extremfall dafür zum Beispiel sein Wohnhaus verkaufen.” (siehe Grafik rechts)

Den Partner absichern

Straf-Klausel einsetzen
Allerdings haben direkte Erben in so einem Fall das Recht, sofort ihren „Pflichtteil” zu verlangen: Die Hälfte des ihnen per Gesetz zustehenden Erbteils. Beispiel: Hinterlässt eine Frau 150.000 Euro, teilen sich ihr Ehemann und die beiden leiblichen Kinder jeweils 75.000 Euro. Lässt eines der Kinder den Pflichtteil schon zu Lebzeiten auszahlen, bekommt es 18.750 Euro. „Um das zu unterbinden, sollte man eine Pflichtteils-Strafklausel ins Berliner Testament aufnehmen.” Sie bewirkt: Verlangt ein Kind nach dem Tod des ersten Elternteils seinen Pflichtteil, bekommt es beim Tod des zweiten nichts mehr. „Damit das gilt, muss das Kind aber wissen, dass das Testament eine solche Strafklausel enthält”, erklärt der Experte. (OLG Rostock, Az. 3 W 138/13)

Die Erbfolge festlegen

Flexibel bleiben – oder nicht
Beim Berliner Testament kann außerdem der überlebende Partner noch einmal neu entscheiden – will man das nicht, bietet sich ein „Gemeinschaftliches Testament mit Anordnung von Vor-und Nacherbschaft” an: Beide Erblasser legen damit die Vermögensnachfolge für die Zukunft fest – und können bestimmte Personen ausschließen. Ungeliebte Schwiegerkinder oder ein neuer Partner des länger lebenden Gatten gehen dann leer aus. Der Nachteil: Ist die Verfügung einmal unterschrieben, lässt sie sich nicht mehr ändern. „Das gilt selbst dann, wenn sich der Partner später mit den künftigen Schlusserben überwirft.” Dr. Steiners Tipp für diesen Fall: „Verfügen Sie per Tes- tament, dass eine enge Bindung gewünscht ist, oder dass der Längerlebende das Testament doch noch ändern darf.”

WERTVOLLER NACHLASS
Für Ehepartner bzw. eingetragene Lebenspartner gilt ein Freibetrag von 500.000 Euro. Erst darüber hinaus wird Erbschaftssteuer fällig. Wer mehr zu vererben hat, sollte sich gut beraten lassen


Steuern sparen

Guter Rat ist wichtig
Ein weiterer Haken am Berliner Testament: Dasselbe Erbe wird zweimal mit Erbschaftssteuer belastet. „Wer Vermögen hat, sollte sich daher steuerlich und notariell beraten lassen, um viel Geld zu sparen”, rät Dr. Steiner. Der Gang zum Notar lohnt sich auch für Kinderlose: „Viele glauben, der Längerlebende sei automatisch Alleinerbe und ein Testament unnötig”, weiß unser Experte. Irrtum! „Vereinbarte das Ehepaar den Güterstand der Zugewinngemeinschaft, erben neben dem Ehepartner auch Eltern, Geschwister und Großeltern des Verstorbenen insgesamt ein Viertel des Vermögens – bei Gütertrennung sogar die Hälfte!” Auch das lässt sich mit dem Berliner Testament vermeiden: „Darin bestimmen Sie die Schlusserben ganz nach ihrem Wunsch.” Das gilt aber nur bis zur Scheidung: Haben sich Ehepartner rechtswirksam getrennt, wird auch ihr Berliner Testament unwirksam! (OLG Oldenburg, Az. 3 W 71/18)

Kinder gerecht bedenken

Sicherheit für alle
Womöglich leer aus gehen auch alle, die nicht automatisch in der gesetzlichen Erbfolge sind – etwa unverheiratete Partner oder Stiefkinder.

Hier rät Dr. Steiner: „Möchte man zum Beispiel seinen Lebenspartner absichern, sollte man unbedingt eine Verfügung von Todes wegen errichten.” Bei Unverheirateten kommen zunächst zwei Einzeltestamente in Frage, die beide Partner errichten. Allerdings können diese Testamente jederzeit geändert werden – eine gegenseitige Bindung besteht nicht. „Ein notarieller Erbvertrag bietet hier mehr Sicherheit!” weiß Dr. Steiner. Darin werden dieselben Bestimmungen getroffen wie im gemeinschaftlichen Testament, etwa die gegenseitige Einsetzung zu Alleinerben und die Bestimmung der gemeinsamen Kinder zu Schlusserben. Aufgehoben werden kann das nur durch Rücktritt, den die Partner sich im Vertrag unbedingt für den Fall der Trennung vorbehalten sollten. Wichtig auch: Uneheliche Kinder haben dieselben erbrechtlichen Ansprüche wie eheliche, sobald Mutter oder Vater sterben – möchte man dagegen sein Stiefkind als Erbe einsetzen, sollte man auch das per Testament bestimmen.

Mit einem Berliner Testament soll dem überlebenden Ehepartner der Nachlass des zuerst Verstorbenenzunächst alleine zufallen – wie im obigen Beispiel: Nach dem Tod von Franz bekommt seine Frau Resi das gesamte Vermögen. Bis zu 500.000 Euro sind hier steuerfrei! Ihre beiden Kinder Karin und Klaus müssen warten, bis auch Resi stirbt. Erst dann bekommen sie ihr Erbe. Gut zu wissen: Pro Kind sind 400.000 Euro steuerfrei, pro Enkel 200.000 Euro.

Kann man ein Berliner Testament noch ändern?

► Nachträglich ändern lässt sich ein Berliner Testament nur, wenn es eineÖffnungsklausel erhält – oder wenn beide Partner noch leben, geschäftsfähig sind und der gewünschten Änderung zustimmen. Einneuer Partner wird vom Berliner Testamentnicht abgesichert – sollen leibliche Kinder aus erster Ehe für den Fall der erneuten Heirat abgesichert werden, bietet sich eineWiederverheiratungsklausel an : Der hinterbliebene Partner teilt dann schon zu Lebzeiten sein Erbe mit seinen Kindern.


Fotos: Christian Müller, dreamstime, Istock (2), MEV