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rational einbauküchen solutions beantragt Insolvenz


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KüchenNews - epaper ⋅ Ausgabe 17/2022 vom 29.09.2022

Die Küchenauslieferung ruht derzeit unverändert aufgrund eines Totalausfalls entscheidender Teile der Serversysteme, mit der Planung und Produktion der Küchen und wesentliche weitere Unternehmensprozesse gesteuert werden. Der Vorfall ereignete sich um den Monatswechsel nach einem Stromausfall in der Region, der zu einer erheblichen Beschädigung der IT-Server und einem irreparablen Datenverlust geführt habe, nachdem auch die Notstromversorgung aufgrund technischer Defekte zeitgleich ausgefallen sei, heißt es in einem Schreiben des vorläufigen Insolvenzverwalters. Rational kann daher aktuell keine Aufträge bearbeiten und keine Daten zu existierenden Aufträgen an die Produktion in Italien weiterleiten, wo die Küchen unverändert bei Snaidero gefertigt werden. Nach intensiver ...

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... Prüfung durch die IT-Abteilung und externe Fachfirmen sei eine Wiederherstellung der Daten jedenfalls kurzfristig technisch unmöglich. Dies bedeutet, dass zurzeit keine genaue Aussage möglich sei, ab wann die Produktion der Küchen wieder aufgenommen werden könne. Aus diesem Grund habe die Geschäftsführung wegen des unvermeidbaren Umsatzausfalls und damit einhergehender drohender Zahlungsunfähigkeit beim Amtsgericht Osnabrück die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt.

Rational beschäftigt noch 64 Mitarbeiter, die noch am Freitag vor der Messe (16.9.) von den Verantwortlichen über den aktuellen Stand informiert wurden. Lohn- und Gehaltsrückstände bestehen nicht. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter sind nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters bis einschließlich August 2022 bezahlt. In den kommenden Tagen werde zunächst alles daran zu setzen sein, den Beteiligten die Situation umfassend und transparent zu erläutern und bestmögliche Lösungen für sämtliche Bestandsaufträge zu finden, die aufgrund der irreparablen Datenverluste von rational einbauküchen derzeit nicht ausgeführt werden können. Daneben werde der vorläufige Insolvenzverwalter die Zustimmung zur Insolvenzgeldvorfinanzierung bei der Agentur für Arbeit beantragen. Denn es sei in jedem Fall geplant, trotz der aktuell sehr kritischen Lage für alle Verfahrensbeteiligten das Unternehmen zu erhalten, eine Liquidation zu vermeiden und schnellstmöglich eine Fortführungslösung für rational zu finden. Hierzu werde der vorläufige Insolvenzverwalter auch einen offenen Investorenprozess (M&A-Prozess) einleiten, bei dem neben den aktuellen Gesellschaftern auch alle in Frage kommenden inund ausländischen strategischen Investoren sowie auch interessierte Finanzinvestoren motiviert werden sollen, rational Küchen trotz des sehr schwierigen Momentums gleichwohl zu übernehmen. „Wir waren am Freitag unmittelbar nach der Beschlussfassung des Insolvenzgerichts vor Ort, verschaffen uns derzeit einen umfassenden Überblick über die sehr schwierige Situation und arbeiten mit aller Kraft an einer Stabilisierung der Lage, was aufgrund der sehr außergewöhnlichen Umstände eine enorme Herausforderung darstellt. Zudem werden wir gemeinsam mit der Geschäftsführung und der sehr guten und hochqualifizierten Belegschaft schnellstmöglich nach Lösungen suchen, damit für das Traditionsunternehmen nach der unumgänglichen Unterbrechung von Vertrieb, Planung, Produktion und Verkauf eine Zukunftslösung gefunden werden kann“, so der vorläufige Insolvenzverwalter Stefan Meyer von PLUTA, der im Verfahren u. a. von Rechtsanwalt Dr. André Wehner unterstützt wird. Zudem fügt Meyer hinzu: „In enger Abstimmung mit der Geschäftsführung mussten wir uns leider auch dazu entschließen, die Teilnahme an der am Wochenende beginnenden Küchenmesse abzusagen, weil es wenig Sinn macht, Kunden und Geschäftspartner zu empfangen, denen aktuell nicht belastbar aufgezeigt werden kann, wann es mit rational operativ weitergeht und der Geschäftsbetrieb wiederaufgenommen werden kann.“ Mano Bakhtiari, Geschäftsführer der rational einbauküchen solutions GmbH, wird zitiert: „In den vergangenen 14 Tagen haben wir alles versucht, um die IT-Probleme zu lösen. Dies ist kurzfristig leider technisch nicht möglich. Der Antrag war daher unumgänglich. Die Situation ist für alle Beteiligten, insbesondere die Kunden und Mitarbeiter, extrem belastend. Aber wir werden alles daran setzen, um gemeinsam mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter Lösungen für unser Unternehmen zu finden. Wir sind in Kontakt mit unseren Kunden und werden diese laufend über die Entwicklungen informieren.“

Allerdings waren viele rational-Kunden schon zu diesem Zeitpunkt in Ostwestfalen unterwegs und standen bei rational vor verschlossenen Türen oder waren auf dem Weg zu anderen Lieferanten, um sich nach Alternativen umzuschauen.

Inwieweit der Gesellschafter der rational einbauküchen solutions GmbH, die asiatische Bravat-Gruppe, die rational im Jahr 2021 von der italienischen Snaidero-Gruppe übernommen hat, weiter zu rational steht, ist noch offen.

Der vorläufige Insolvenzverwalter Stefan Meyer und sein Team verfügen über langjährige Erfahrung in der Sanierung von Unternehmen, speziell auch in der Bearbeitung von Insolvenzverfahren aus der Küchenbranche. Meyer erreichte mit seinem PLU-TA-Team zuletzt für den Küchenhersteller Warendorf eine Investorenlösung. ■