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RAUBFISCHANGELN: DIE SAISON DER GROSSEN


AngelWoche - epaper ⋅ Ausgabe 260/2019 vom 11.12.2019
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Bildquelle: AngelWoche, Ausgabe 260/2019

Klasse Winterzander aus dem Fluss. Ein Echolot ist bei der Fischsuche im Winter sehr hilfreich


Der Winter ist nicht gerade die Jahreszeit, die bei vielen Anglern Begeisterungsstürme auslöst. Die Tage kurz und dunkel, die Finger klamm, die Rutenringe voller Eis! Doch meiner Meinung nach ist es die Jahreszeit mit dem größten anglerischen Reiz. Für mich gibt es nichts Schöneres, als an einem kalten Wintertag auf die Jagd nach Hechten, Barschen und Zandern zu gehen. Der Winter bietet die besten Aussichten auf den Fang der größten Räuber unserer Gewässer. Und die Größten sind oft auch die Schwersten und ...

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... Schönsten …

HECHT

In Ausnahmefällen sind kleine Köder fängiger: Die Kunstködergröße muss der vorherrschenden Beutefischgröße angepasst werden


Hechte fühlen sich bei niedrigen Wassertemperaturen pudelwohl. Auch, wenn der große Fressrausch aus dem Herbst mittlerweile beendet ist und die Räuber nun nicht mehr so aktiv jagen, fressen sie dennoch weiter. Große Hechte mögen zwar passiver sein, doch tatsächlich sind die größeren Exemplare nun sogar leichter zu fangen, weil ihre Standplätze relativ vorhersehbar sind.

1 SCHWÄRME SUCHEN

Im Winter ist es recht einfach, die Hechte zu finden. Häufig kann man beobachten, dass sich Futterfische an bestimmten Stellen scharen. Drumherum versammeln sich auch die Hechte. Infolgedessen sind ganze Wasserabschnitte praktisch fischleer. Wenn Sie es schaffen, eine Stelle zu finden, an der sich die Fische aufhalten, werden Sie fast sicher fangen!

2 AB IN DIE HÄFEN

Hechtreiche Plätze sind oft ziemlich einfach zu erkennen. An großen Gewässern sind es die Häfen und tiefen Stellen, an denen viele Hecht stehen. In holländischen Poldersystemen sind es häufig die Gräben, die etwas tiefer sind als andere oder solche, die nah an Häusern vorbeilaufen, in ihrem Windschatten liegen und deshalb etwas wärmer sind.≠

Die ruhigsten Hafenecken sind die besten Hechtstandplätze


3 LANGSAM EINHOLEN

Der Köder sollte viel langsamer als im Herbst eingeholt werden. Während schnell ge-führte Jerkbaits oder Wobbler im Herbst oft hervorragende Ergebnisse liefern, ist es im Winter ratsam, den Köder deutlich langsamer zu präsentieren. Im kalten Wasser sind nicht nur die Hechte, sondern auch ihre Beutefische viel träger.

Rollen mit niedriger Übersetzung erleichtern das langsame Einholen


4 DICHT AM GRUND

Bei größeren Gewässern lohnt es sich, sich mehr auf die unteren Wasserschichten zu konzentrieren. Die Futterfische versammeln sich hier dicht am Grund. Hier sollten Sie vor allem mit tieflaufenden Wobblern und Shads angeln.

Tieftauch-Wobbler für das winterliche Schlepp- angeln


5 GRÜNDLICH ABANGELN

Wenn Sie eine hechtsichere Stelle kennen, angeln Sie nur an diesem Platz und lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn Sie nicht sofort einen Biss bekommen. Konzentrieren Sie sich auf einen kleinen Bereich und angeln Sie diesen vollständig ab – notfalls sogar zwei oder drei Mal mit unterschiedlichen Techniken.

6 BEWEGUNG

In kleinen Flüssen mit gleichbleibender Struktur setze ich auf eine andere Taktik. Hier hat es mehr Sinn, eine größere Strecke abzusuchen. So angle ich einen weiten Bereich ab, konzentriere mich auf die aktiveren Fische und bleibe durch die Bewegung schön warm.

7 KLEIN FÄNGT GROSS

Der Winter ist eine gute Zeit, um große Hechte zu angeln. Das heißt aber nicht, dass dieses Vorhaben mit großen Ködern am besten funktioniert. Sie sollten sich ein Bild davon machen, wie groß die anwesenden Futterfische sind und den Köder darauf abstimmen.

8 JERKBAITS

Funktioniert die Technik des Jerkens nur im Sommer? Nein, absolut nicht! Kleine Kunstköder fangen genauso gut, wie ein extrem langsam geführter Jerkbait. Eine plötzliche Beschleunigung des Köders kann den Hecht zum Biss reizen.

Hecht am Jerk – auch im Winter möglich


BARSCH

Dicke Hafenbarsche findet man oft unter Anlegern, Booten und an Spundwänden


Das Angeln auf Barsche im Winter ist für mich das Schönste, was wir an unseren heimischen Gewässern machen können. Die kräftig gebauten Fische scheinen im kalten Wasser noch schönere Farben zu haben als im restlichen Jahr. Es ist an der Zeit, die riesigen Mega-Barsche zu fangen, wenn sie am prächtigsten sind. Aber das ist nicht immer einfach. Manchmal sind sie schwer zu finden, wenn sie tagelang träge auf abgelegenen Plätzen stehen und auch beim Fressen sehr wählerisch sind. Aber wenn sich dann Ihre Rute an einem kalten Tag richtig biegt und Sie spüren, dass Sie es mit einem großen Barsch zu tun haben, werden Sie all diese Nachteile schnell vergessen. Das Angeln auf Winterbarsche ist einfach nur großartig!

9 HÄFEN

Die besten Plätze sind Hafenanlagen: Im Winter gibt es hier fast immer (dicke) Barsche. Die Kleinfische suchen hier Schutz und versammeln sich zu großen Schwärmen – ein leicht gefundenes Fressen für die Räuber!

10 MIT WOBBLERN SUCHEN

Angeln Sie immer dann mit Wobblern, wenn Sie nicht genau wissen, wo sich die Barsche aufhalten. Barsche haben kein Problem mit aktiv geführten Ködern, egal wie kalt es ist. Fischen Sie aber nicht zu schnell und gehen Sie auf Nummer sicher, dass Sie an jede Stelle einen Wurf gemacht haben, bevor Sie weiterziehen.

11 KLEINE HÜPFER

Wenn meine herkömmliche Köderführung nicht funktioniert, ändere ich die Technik und lasse den Gummifisch mit kleinen, relativ schnellen Sprüngen über den Grund hüpfen, sodass er alle ein bisTieftauch-Wobbler für das winterliche Schlepp- Hecht am Jerk – auch im Winter möglich zwei Sekunden den Boden berührt. hat mir mal fünf schöne Barsche in Folge gebracht, während ich zuvor keine Bisse bekam.

12 SPÄT AM NACHMITTAG

Fresszeiten spielen in der kalten Jahreszeit bei Barschen eine wichtige Rolle. Versu-chen Sie, wiederkehrende Muster bei Wetter und Tageszeit zu entdecken, wenn Sie fangen. An kalten Tagen fange ich normalerweise zum Ende des Nachmittags am besten. Geben Sie also nicht zu früh auf!

13 IMMER MIT KESCHER

Ein Kescher ist beim Barschangeln kein überflüssiger Luxus. Barsche sind dafür bekannt, dass sie sich oft vom Haken schütteln, wenn sie bereits kurz vor der Landung sind und wild an der Oberfläche schlagen. Ein Kescher verhindert, dass Ihre Euphorie schnell zur Enttäuschung wird.

14 LANGSAM MIT KÖFI

Für Bootsangler ist das Schleppen von kleinen Köderfischen interessant und eine tolle Alternative zum Wurfangeln. Dabei sollten Sie das Blei kurz über dem Grund hängen lassen, und dafür sorgen, dass das sich anschließende Vorfach mindestens einen halben Meter lang ist. Das ist eine ausgezeichnete Taktik, die auch gut beim Werfen vom Ufer funktioniert (Stichwort „Dropshot“!) und mit der sich auch launische Barsche zum Biss reizen lassen.

Kleinfingerlange Köfi sind ideal für träge Winterbarsche


46-1Kleinfingerlange Köfi sind ideal für träge Winterbarsche

15 HERUM NERVEN

Geduld zahlt sich aus. In Häfen lohnt es sich, an jedem Boot oder an Hindernissen viele Würfe nacheinander zu machen, bevor Sie irgendwann weitergehen. Barsche sind Fische, die man sehr gut zum Biss reizen kann, indem man ihnen permanent den Köder vors Maul wirft und ihnen damit richtig auf die Nerven geht.

16 VIEL AKTION

Erstklassige „Schwanzarbeit“ ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal fängiger Winter-Gummis


Meine Lieblingsbarschköder in der kalten Jahreszeit sind Gummifische, komischerweise etwas größere. Vor einigen Jahren habe ich standardmäßig mit 4 bis 7 cm langen Shads geangelt, heute sind sie 11 cm lang. Wichtig sind ein großer Schaufel- oder Twisterschwanz und ein weiches Gummi für viel Aktion.

ZANDER

Steinpackungen sind glitschig und glatt. Da ist es gut, wenn im Zweifel Hilfe in der Nähe ist


Zander sind die unberechenbarsten Vertreter unserer heimischen Raubfische. Selbst im Winter ist nicht klar, wo genau sie sich aufhalten und welche Taktik die beste ist. Tatsache ist, dass sie oft in Gruppen zusammenstehen. Wenn man erst einen gefunden hat, sind gleich mehrere Fänge möglich. Viele Zanderangler lieben dem Winter: Es ist die Saison für die kapitalen Exemplare. Sie sind durchaus fangbar – wenn die Umstände passen.

17 IN DIE BUHNEN!

Buhnen-Hopping: Im Winter „Fisch-gefährlich“ und man friert nicht


Die großen Flüsse sind im Winter immer interessant. Einige Zander ziehen zwar in angrenzende Baggerseen, aber ein beträchtlicher Teil bleibt auch im Fluss und überwintert hier. Hochwasser und eine starke Strömung liefern jetzt die besten Bedingungen für den Zanderfang. Unter solchen Umständen finden sie nämlich nur in den flachen und strömungsberuhigten Bereichen in den Buhnen etwas Ruhe. Das ist eine überschaubare und gut zu beangelnde Region, an dem die Fangaussichten deutlich steigen.

18 MIT POSE UND KÖFI

Das Angeln mit der Pose und Köderfisch ist eine Technik, die sich besonders für kalte Wintertage eignet. Haben Sie eine Stelle, an der Sie ganz sicher mit Zandern rechnen, dann lassen Sie die Kunstköder ruhig zu Hause und angeln Sie mit einem Köderfisch. Mit der Pose können Sie den Happen lange Zeit auf einer Stelle anbieten – bis der Zander zuschnappt.

19 VERSUCHE IM FLACHEN

Beim Zanderangeln spielt die Tiefe immer eine wichtige Rolle. „Im Winter musst du ganz tief fischen!“, hört man immer wieder. Doch das stimmt so nicht. Selbst in harten Wintern erwische ich die Stachelflosser oft im nur eineinhalb Meter tiefen Wasser. Vorausgesetzt, das Wasser ist trübe!

KÖDERFISCH

Der Winter ist die beste Jahreszeit, um mit totem Köderfisch zu angeln. Ich habe in den vergangenen Jahren immer öfter meine Kunstköderbox zu Hause gelassen, stattdessen einen Eimer Köfi mitgenommen und es selten bereut. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, wenn di e Pose zunächst an einer Stelle verharrt und dann unaufhaltsam in die Tiefe gleitet – und zwar genau dort, wo Sie einen fetten Meterhecht vermuten.

Gar nicht altbacken und unmodern: Der Köderfisch ist immer noch unschlagbar


20 NICHT ZU DICK!

Das Vorfach ist ein wichtiger Bestandteil unserer Montage. Viele Angler verwenden dicke, beschichtete Standardvorfächer. Ein glatter, dünner, unbeschichteter Stahldraht mit 5 bis 7,5 kg Tragkraft gibt mehr Bewegungsfreiheit beim Biss und sorgt für eine höhere Hakquote.

Ein feines 5- oder 7,5 kg tragendes Stahlvorfach ist unauffällig und wird von keinem Hecht gesprengt


21 FRISCHE KÖDER

Das Angeln mit Köderfisch beginnt mit … ja, einem Köderfisch. Dies kann ein (eingefrorener) Weißfisch oder auch eine Sardine vom Fischhändler sein. Aber nichts geht über frisch geangelte Rotaugen oder Güstern aus demselben Gewässer, in dem Sie Raubfische fangen wollen. Seien Sie freundlich zu anwesenden Friedfischanglern. Nach einem kleinen Plausch sind sie oft so nett und spendieren Ihnen gern einen frischen Köder.

22 AUF STIPPER ACHTEN

Friedfischangler sind der beste Indikator für eine gute Stelle zum Raubfischfang. Sie angeln an Plätzen, an denen sich die Weißfische im Winter versammeln – ausgezeichnete Stellen, um unseren toten Köderfisch auszulegen. Achten Sie aber darauf, dass Sie sich mit den Montagen nicht in die Quere kommen. Rücksichtnahme kommt an!

Angefüttert, fischreich, eisfrei: Hier gehört eine Deadbait-Rute hin


23 DICHT AM GRUND

Wir sollten genau überlegen, in welcher Tiefe wir den Kö-derfisch anbieten wollen. Auf trägere Winterhechte, die oft sehr tief stehen, angle ich meist 20 cm über dem Grund. Damit das gelingt, sollte man die Stelle genau erkunden. In Häfen sind 50 cm zum Grund manchmal schon zu weit, um Bisse zu bekommen.

Ein super Grundköder für Hechte ist das Fisch- Schaschlick


24 STOPPER

Posen mit einer Schnur-Innenführung eignen sich zum Angeln mit Köderfisch. Wenn man weit werfen muss, rate ich zu solchen Modellen. Mit ihnen gibt es weniger Verwicklungen.

25 EXAKT BEBLEIT

Ein weiteres wichtiges Detail ist die exakte Bebleiung. Tarieren Sie Ihre Pose genau aus, damit der Hecht während des Bisses möglichst wenig Widerstand spürt. Eine 18 g tragende Qualitäts-Pose benötigt genau 18 g Blei, um optimal ausgebleit zu sein. Jedes Gramm Blei zu wenig sorgt für mehr Widerstand beim Biss. Somit steigt das Risiko, dass der Räuber seine Beute schnell wieder loslässt.

Auch Hechte sind „Sensibelchen“ – eine exakt ausgebleite Pose ist nicht übertrieben


26 ANFÜTTERN?

Hat das Anfüttern Sinn? Eine Frage, die ich voller Überzeugung mit „Ja!“ beantworte. Einer meiner Angelfreunde hat im vergangenen Winter auf einem eher uninteressanten Gewässerabschnitt mit Sardinenstücken angefüttert. Nach einigen Tagen machte er den ersten Ansitz. Es dauerte gerade einmal zwei Minuten, bis der erste Hecht den angeköderten Sardinenschwanz fand. Weitere fünf Hechte folgten.

Beim Hechtangeln mit Meeresfischen nutzt man deren starkes Aroma auch zum Anfüttern aus


Foto: S. Beljaars/beet

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