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RAUS AUS DER AUTOMATIKFALLE!


Der Hund - epaper ⋅ Ausgabe 11/2020 vom 30.09.2020

Leistungsstarke Ausrüstung ist einer der Steine, die den Weg zum guten Hundefoto pflastern. Sie richtig einzusetzen ein weiterer - vor allem in der Hundefotografie. Sayonara Automatikmodus und Hallo manuelle Einstellung hieß es im August für Psychoonkologin Charlotte, die bei uns auf Instagram ein exklusives Einzelcoaching mit Tierfotografin Regine Heuser gewonnen hat. Einige Praxis-Tipps verraten wir hier!


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Bildquelle: Der Hund, Ausgabe 11/2020

1. Erster Teil des Foto-Coachings: Hunde in Bewegung ablichten! Regine Heuser überprüft mit Gewinnerin Charlotte deren Kamera- Einstellungen. Sie möchte lernen, wie sie auch ihren eigenen Vierbeiner, ...

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... den zukünftigen Therapiehund Lou scharf und schön ablichten kann. Dabei helfen ihr auch Labbi-Model Piet und Frauchen Silvia.

Unscharfer Vorder- und Hintergrund, dazwischen Dackel Cilly: Hier wird sichtbar, was für ein schmales Schärfeband die Kamera liefert. Eine weiter geöffnete Blende würde zu einem noch engeren Schärfebereich führen - eine noch stärker geschlossene lässt den Hintergrund schärfer werden. Dann setzt sich das Hauptmotiv nicht mehr so gut von ihm ab. Damit eine Kamera gute Hundefotos liefern kann, braucht sie einen sehr schnellen und genauen Autofokus.
Blende 6,3 Belichtungszeit 1/2000 | ISO 200 | Brennweite 200 mm Canon Eos 60 D | Objektiv: Canon 70-200, 2,8

Charlotte hat Terrier Schmitz auf Anhieb gut getroffen: „Das Foto ist scharf und gut ausgeleuchtet ohne Schlagschatten“, sagt Regine. Darüber hinaus kippt die Horizontlinie nicht und verläuft dezent tief anstatt störend auf Kopfhöhe. Die Laufphase wirkt dynamisch. „Super!“, lautet Regines Lob daher. Gerade fürs Üben bietet sich das Apportieren an, da Hunde dann eher etwas langsamer laufen. Schmitz ist recht mittig im Bild, da Charlotte mit dem mittleren Fokuspunkt (Nachführ-Autofokus, AI Servo oder AF-C, je nach Hersteller) der Kamera auf seinen Kopf scharfgestellt hat, um möglichst viele gute Fotos zu erhalten. „Zuschneiden könnte sie das Bild später“, sagt Regine. „Wichtig ist erst einmal, dass der Hund gestochen scharf ist.“
Blende 5 Belichtungszeit 1/1000 | ISO 100 | Brennweite 80 mm Nikon D7500 | Objektiv: Nikkor 16-80, 2,8-4

Jetzt wird’s eine Stufe schwerer: ein schwarzer Hund in Bewegung! Wichtig: Vorher am sitzenden Hund die Einstellungen vornehmen und testen. Ein Blick aufs Histogramm hilft, da uns zu helle oder dunkle Displayeinstellungen hinters Licht führen könnten. Links ist Piet noch zu dunkel, rechts hat Charlotte den ISO-Wert von 100 auf 200 erhöht, bei gleichbleibender Blende 5 und einer Belichtungszeit von 1/1000 Sekunde.

Herausforderung für Mensch und vor allem Kamera: ein schwarzer Hund in Bewegung. Da die Belichtungsmesser auf ein mittleres Grau geeicht sind, tun sie sich mit sehr dunklen und sehr hellen Motiven schwer. Ein dunkler Hund sollte immer etwas ins Minus belichtet werden (Lichtwage im Display). Nutzen Sie zudem die Reihenbildfunktion. Schalten Sie darüber hinaus den Bildstabilisator - falls vorhanden - aus und lassen Sie sich den aktiven Fokuspunkt anzeigen. Gerade hier muss die Technik ihre Qualität beweisen: „Charlottes Kamera hat eine sehr hohe Trefferquote - klasse!“, sagt Regine. Dieses Foto zählt zu Charlottes Favoriten. Von ihrem eigenen, dreifarbigen Hund hatte sie bisher nur unscharfe Bewegungsaufnahmen hinbekommen. Aber wer Piet knackscharf fotografiert, bekommt das auch mit anderen Hunden hin!
Blende 5 Belichtungszeit 1/1250 | ISO 200 | Brennweite 80 mm Nikon D7500 | Objektiv: Nikkor 16-80, 2,8-4

Auch der Auslösezeitpunkt hilft dabei, ein scharfes Foto zu bekommen: Lassen Sie den Hund recht nah an sich herankommen, lichten Sie ihn nicht nur schön groß ab, sondern beugen Fokusproblemen der Kamera vor. Die Kunst liegt darin, nicht zu lange zu warten und ihm wie Hank (oben) eine Tonsur zu verpassen. Alternativ können Sie mit dem Format spielen und hochkant fotografieren.
Blende 5,6 Belichtungszeit 1/1000 ISO 100 | Brennweite 200 mm | Canon Eos 60 D | Objektiv: Canon 70-200, 2,8

2. Nach einer kurzen Pause geht’s im zweiten Teil des Coachings für Portrait- Aufnahmen in den Wald. „Moderat helle Lichtpunkte bieten selbst bei mittäglicher Hochsommersonne noch geeignete Bedingungen“, rät Regine. Und: „Stellen, an denen wir aufgrund grellen Lichts mit extremen Kontrasten und Schatten kämpfen müssten, vermeiden wir.“

Regines Urteil zu Charlottes Lieblings- Portrait von Rudi: „Eine sehr schöne Pose! Im Wald sollte man immer darauf achten, dass die Bäume im Hintergrund nicht zu dominant wirken und vom Hund ablenken. Die Belichtung ist gut. Im Wald darf man auch schon mal gezielt etwas unterbelichten, das erzeugt eine mystische Stimmung.“
Blende 4 Belichtungszeit 1/250 ISO 560 | Brennweite 80 mm Nikon D7500 | Objektiv: Nikkor 16-80, 2,8-4

Hier sorgt die weit geöffnete Blende für ein helles Foto und ein schönes Bokeh, also unscharfen Hintergrund. Ein geschickt gewählter Busch dient als natürlicher Rahmen.
Blende 1,8 Belichtungszeit 1/250 ISO 500 | Brennweite 50 mm | Canon Eos 60 D | Objektiv: Canon 50 mm, 1,8

Genau hinschauen beim Platzieren des Models lohnt sich: Charlotte entdeckt am Display, dass Piets Augen zwar schöne Lichtreflexe haben, die das Portrait lebendig machen, aber der Baum im Hintergrund etwas stört. Noch dazu wächst Piet ein „Geweih“. Insgesamt verträgt das Bild auch noch etwas mehr Licht. Regines Tipp: „Oft reicht es, den Hund oder sich selbst ein paar Zentimeter zu bewegen, um ein harmonischeres Motiv zu bekommen.“
Blende 4 Belichtungszeit 1/250 ISO 800 | Brennweite 80 mm Nikon D7500 | Objektiv: 16-80, 2,8-4

Spicken auf der Speicherkarte

Sie sind in Sachen Kameraeinstellungen noch unsicher? Lassen Sie einige gute Fotos mit unterschiedlichen Motiven und Lichtsituationen auf der Speicherkarte. „Dann trägt man alle Einstellungen und das Histogramm immer bei sich, kann sie zum Vergleich nutzen und hat so eine nützliche Basis für neue Fotos“, sagt Regine.

Schwenk, schwenk, STOPP!

Wenn Sie einen Hund in Bewegung fotografieren, können Sie die Kamera zwar mitführen, um ihm zu folgen. Im Moment des Auslösens muss die Kamera aber stillgehalten werden.

Verschlusszeit und Blende

Regines Rat, um verwacklungsfrei aus der Hand zu fotografieren: „Die Verschlusszeit muss immer über dem Wert der Brennweite liegen.“ Wer also mit einer Brennweite von 200 mm fotografiert, sollte mindestens 1/250 Sekunde einstellen. Wird das Bild zu dunkel, erhöhen Sie vorsichtig den ISO-Wert. Für Bewegungsaufnahmen empfiehlt sich eine Verschlusszeit von mind. 1/1000 Sekunde, für Portraitaufnahmen 1/250 Sekunde.

Fokusart Portrait vs. Action

Der Nachführ-Autofokus eignet sich für Bewegungsbilder. Schalten Sie ihn aber für Portraits aus. Sonst könnte die Kamera auf die Nase scharfstellen und nicht wie gewünscht auf das Hundeauge, das dem Betrachter am nächsten ist.

Schneiden oder nicht?

Für ausdrucksstarke Portraits empfiehlt es sich oft, nah an den Hund heranzukommen und nur einen Ausschnitt zu fotografieren. Wer allerdings ein unruhiges Model hat, lässt lieber etwas Platz. So ist das Risiko gering, aus Versehen ein Ohr „abzuschneiden“. Scharfe Actionfotos lassen sich später noch zu einer gefälligeren Komposition zuschneiden.


Foto: Lena Schwarz

Foto: Lena Schwarz