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Raus aus der Long-Covid-Falle


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plus Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 2/2023 vom 03.01.2023
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Bildquelle: plus Magazin, Ausgabe 2/2023

Geschmacksverlust

Ich dachte, mit ein bisschen Ausruhen und viel Teetrinken wird es schon wieder“, sagt Hanne Herrmann über den Beginn ihrer Corona-Infektion. Zunächst bekam sie grippeähnliche Symptome wie Hals-, Gelenkschmerzen und Husten, nachdem sie sich im März 2020 infiziert hatte. Doch dann fühlte sich die mittlerweile pensionierte Sachbearbeiterin aus Schwäbisch Hall immer schwächer. „Schon das Aufstehen am Morgen und das Fertigmachen im Bad war so anstrengend, dass ich mich danach ausruhen musste“, erzählt die 62-Jährige. Sechs Wochen nach ihrer Erkrankung ging Hanne Herrmann wieder arbeiten und merkte: Genesen heißt nicht gesund. „Ich wurde schnell müde, war dauernd erschöpft und kurzatmig. Dieser Zustand hält bis heute an.“

Wie Hanne Herrmann kämpfen im dritten Jahr der Corona-Pandemie weltweit noch immer Millionen von Menschen mit den Nachwirkungen der Virus-Infektion. Das Robert Koch-Institut geht von ...

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... rund 500 000 Fällen allein in Deutschland aus – und jeden Tag werden es mehr. Laut Weltgesundheitsorganisation entwickeln 10 bis 20 Prozent der Corona-Erkrankten Langzeitbeschwerden, auch Long Covid genannt. Eine Krankheit nach der Krankheit, die Wochen, Monate oder sogar Jahre andauern kann. Experten schätzen, dass es ein bis zwei Prozent der Betroffenen sogar so schwer trifft, dass ein normaler Alltag nicht mehr möglich ist.

„Wir haben es hier mit einer neuen Volkskrankheit zu tun“, betont Dr. Jördis Frommhold, Gründerin des Instituts Long Covid in Rostock, die seit Beginn der Pandemie zu dem Phänomen forscht und ein Buch dazu geschrieben hat („Long Covid“, Verlag C. H. Beck). Der Großteil der erkrankten Menschen, ca. 60 Prozent, sind Frauen zwischen 20 und 60 Jahren, die bei der eigentlichen Infektion meist nur eine milde Symptomatik entwickeln, doch dann stärker und öfter als Männer unter den Langzeitfolgen leiden.

Generell sind Folgebeschwerden nach viralen Erkrankungen für die Medizin kein Neuland. „Solche postinfektiösen Krankheiten kennen wir Ärzte nach Ansteckungen mit dem Erreger des Pfeifferschen Drüsenfiebers oder dem Grippe-Virus“, erklärt Lungenfachärztin Dr. Frommhold. Was jedoch den Unterschied macht: Die Spätfolgen einer Corona-Erkrankung dauern extrem lange an und die Symptome sind so unterschiedlich wie zahlreich: Ca. 200 verschiedene Beschwerden können sich laut Robert Koch-Institut bemerkbar machen. Manchmal treten sie von Beginn an auf, manchmal erst nach Monaten. Zu den häufigsten Problemen gehören:

•Schnelle Erschöpfung und anhaltende Müdigkeit (postvirale Fatigue)

•Atemnot

•Muskelschwäche oder -schmerzen

•Herz-Kreislauf-Beschwerden

„Corona ist eine Erkrankung des ganzen Körpers, nicht nur der Lunge”

Dr. Claudia Ellert, Fachärztin für Chirurgie und Gefäßchirurgie am Klinikum Wetzlar

Long Covid oder Post Covid?

Zwei Begriffe, ein Krankheitsbild: Long Covid bedeutet, dass es nach der Infektion noch mindestens 4 Wochen lang Symptome gibt.

Von Post Covid sprechen Ärzte, wenn die Beschwerden auch 12 Wochen danach noch anhalten. Die gute Nachricht: Bei zwei Dritteln aller Long-Covid-Patienten verschwinden die Symptome innerhalb von 3 Monaten von allein.

•Gestörter Geschmacks- und Geruchssinn

•Schlafprobleme

•Haarausfall

•Konzentrations- und Gedächtnisprobleme. Wie belastend es im Alltag ist, wenn einfache Wörter oder Namen einem partout nicht einfallen wollen, weiß Katrin Hannig aus Nordhausen in Thüringen nur zu gut. Sie hatte nach ihrer Infektion mit dem Corona-Virus im März 2021 nicht nur mit Atemnot sowie mit motorischen Schwierigkeiten beim Treppensteigen zu kämpfen, sondern auch mit starken Gedächtnisproblemen.

„Ich habe nach den einfachsten Worten gerungen, nach Namen von Menschen, die ich gut kannte. Oft habe ich regelrecht gestammelt“, erzählt die 51-jährige Verkäuferin. Manchmal saß sie im Auto und wusste nicht mehr, wohin sie eigentlich fahren wollte. „Das war wirklich schlimm für mich.“ In den Beruf zurückkehren? Daran war nicht zu denken. Immer wieder suchte sie bei verschiedenen Ärzten Hilfe, doch diese taten ihre Motorik- und Konzentrations-Schwierigkeiten als eine Folge von psychischen Problemen ab. „Mir wurden ruck, zuck Antidepressiva verschrieben“, sagt Katrin Hannig. Erst ergotherapeutische Übungen, die sie 2022 im Rahmen einer Studie kennenlernte, konnten ihr Gedächtnis stärken.

Anders als zu Beginn der Pandemie vermutet, ist Corona keine reine Atemwegs-, sondern eine Gefäß-Erkrankung. „Und damit eine Erkrankung des gesamten Körpers“, betont Dr. Claudia Ellert, Fachärztin für Chirurgie und Gefäßchirurgie am Klinikum Wetzlar.

„Das Corona-Virus befällt die Blutgefäße und kann verantwortlich dafür sein, dass die Organe mit zu wenig Blut versorgt werden, was zu verminderter Leistungsfähigkeit führt. Kurzum: Man fühlt sich extrem energielos“, so die Ärztin, die 2020 selbst erkrankte und ihre Erfahrungen in einem Buch verarbeitete („Long Covid – Wege zu neuer Stärke“, ZS Verlag).

Schädliche Virus-Reste

Bis heute diskutieren Mediziner und Wissenschaftler darüber, welche Faktoren bewirken, dass sich aus einer Corona-Infektion Long Covid entwickelt. Ein Grund könnten Auto-Antikörper sein – damit sind Antikörper gemeint, die das Immunsystem nach der Erkrankung bildet und die sich gegen das körpereigene, gesunde Gewebe richten. Eine andere mögliche Ursache ist eine Virus-Persistenz. Das bedeutet: Geringe Mengen vom Virus bleiben auch nach dem Abklingen der Erkrankung im Körper und führen zu Long-Covid-Beschwerden. „Solange wir nicht wissen, wie genau es dazu kommt, kann man nur die Symptome behandeln“, erklärt Dr. Frommhold.

Um das Risiko zu reduzieren, dass Virus-Reste im Körper zurückbleiben, ist es wichtig, sich nach einer Infektion zu schonen. „Auch bei milden Verläufen müssen wir unserem Körper genug Zeit geben, sich zu erholen – und das sind oft vier Wochen“, sagt Dr. Melanie Hümmelgen von der Mühlenbergklinik in Bad Malente. Das bedeutet: kein intensiver Sport, wenig Stress und viel Ruhe. Kommen nach einem Monat weitere Beschwerden hinzu oder werden die vorhandenen stärker, sollte man sich beim Hausarzt untersuchen lassen.

„Gerade Herz-Kreislauf-Leiden sind ein häufiges Symptom nach einer Corona-Erkrankung und treten auch nach einem vermeintlich moderaten Verlauf auf “, so die Internistin und Kardiologin. Zum Abklären kann ein Ultraschall oder ein MRT des Herzens gemacht werden. „Ist dabei keine Auffälligkeit zu erkennen, verschwinden die Symptome meist nach ein paar Wochen.“ Ernsthafte Erkrankungen wie ein entzündeter Herzmuskel oder eine langfristige Herzschwäche sind laut Dr. Melanie Hümmelgen eher selten. Häufiger kommt es dagegen zum chronischen Fatigue-Syndrom (CFS) in Verbindung mit der sogenannten myalgischen Enzephalomyelitis (ME) – einer Entzündung des Gehirns und Rückenmarks sowie der Muskeln. Weil beide Krankheiten sehr ähnliche Symptome aufweisen, sprechen Mediziner meist kurz von ME/CFS. Diese komplexe, schwere Erkrankung führt zu besonders schneller und lang anhaltender Erschöpfung, sodass ein normaler Alltag kaum noch zu bewältigen ist. Selbst einfache Tätigkeiten wie den Tisch abräumen oder beim Bäcker um die Ecke einkaufen können Patienten zu tagelanger Bettruhe zwingen. Oft ist sogar schon der Gang zur Toilette eine Tortur.

Weitere mögliche Symptome einer ME/CFS sind Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, Lärm- und Lichtempfindlichkeit sowie Schlafstörungen und grippeähnliche Symptome wie Halsschmerzen. Zehn bis 20 Prozent aller Long-Covid-Patienten ent- wickeln eine ME/CFS, Frauen sogar drei Mal so häufig wie Männer. Diese Krankheit ist bislang leider nicht heilbar und noch kaum erforscht. Zudem kann sie frühestens sechs Monate nach einer Corona-Infektion diagnostiziert werden.

„Solange unklar ist, wie genau Long Covid entsteht, kann man nur die Symptome behandel”

Dr. Jördis Frommhold, Präsidentin des Ärzte- und Ärztinnenverbands Long Covid

Was hilft? Long-Covid-Patienten, die wie Hanne Herrmann an Fatigue-Beschwerden wie Müdigkeit und Erschöpfung leiden, müssen lernen, mit ihren Kräften gut hauszuhalten, um zu verhindern, dass die Symptome chronisch werden und sich eine ME/CFS entwickelt. Wichtig ist also, das

Tempo seines Alltags unter Kontrolle zu haben – und auf die Bremse zu treten, wenn die Anstrengung zu groß wird. Hat man etwa leichten Sport gemacht und am nächsten Tag verstärken sich die Beschwerden wieder, sollte man kürzertreten. Auch Verfahren aus der traditionellen chinesischen Medizin wie Akupunktur sind ratsam, um einer ME/CFS vorzubeugen, ebenso wie Entspannungsübungen und Physiooder Ergotherapie.

Bei anderen typischen Long-Covid-Symptomen wie Gangunsicherheit und Atemnot braucht es hingegen an erster Stelle Geduld, wie Erika Fichtner weiß. Sie erkrankte im Januar letzten Jahres an Corona. Nach ihrer 14-tägigen Quarantäne freute sie sich darauf, endlich wieder vor die Tür zu kommen, denn die 68-Jährige macht leidenschaftlich gern ausgedehnte Wanderungen. Doch der erste Ausflug verlief für die Thüringerin nicht wie geplant: „Beim Gehen fühlte ich mich auf einmal unsicher auf den Beinen. Auch das Atmen fiel mir schwerer als sonst, als es leicht bergauf ging. Das war für mich hart zu akzeptieren.“ Die ehemalige Ernährungsberaterin sprach mit ihrem Hausarzt und bekam ein Rezept für eine Ergotherapie. Seitdem ist Erika Fichtner jede Woche in Behandlung. „Mir geht es schon besser, doch auf den Beinen fühle ich mich immer noch leicht wackelig, vor allem, wenn ich langsam gehe.“ Wanderstöcke geben ihr nun erst mal Sicher-heit und Halt. Zudem tauscht sich Erika Fichtner in einer Long-Covid-Selbsthilfegruppe regelmäßig mit anderen aus. „Das hilft mir immer wieder, motiviert zu bleiben.“

Neben individuellen Therapien können auch Medikamente gegen die Symptome von Long Covid eingesetzt werden. So laufen aktuell zahlreiche Studien, zum Beispiel zu einem Präparat mit dem Wirkstoff BC007.

Hoffnung auf Medikamente

Dieses Mittel wurde eigentlich zur Behandlung des grünen Stars sowie schwerer Herzerkrankungen entwickelt, zeigte aber nun bei ersten Long-Covid-Patienten Wirkung, die unter Geschmacksverlust, Konzentrationsstörungen und Abgeschlagenheit litten. Bis zur Zulassung in Deutschland müssen allerdings weitere Untersuchungen folgen. Bereits erhältlich ist ein Nahrungsergänzungsmittel mit Aminosäuren. Es besteht aus einer Kombination von Aminosäuren mit Vitamin B1 und B6 sowie Apfel-, Bernstein- und Zitronensäure und soll entzündungshemmend wirken sowie das Immunsystem stärken. Laut Forschern der Uniklinik Gemelli in Rom zeigte es bereits gute Erfolge bei Patienten, die an Müdigkeit und Erschöpfung litten.

Nach Ansicht der Internistin Dr. Melanie Hümmelgen ist eine Reha-Maßnahme die beste Medizin: „Die jeweilige Klinik sollte exakt zum Krankheitsbild passen.“ Das bedeutet, wer Herz-Kreislauf-Probleme hat, ist in einer Einrichtung mit kardiologischem Schwerpunkt am besten aufgehoben. Hingegen ist bei Gedächtnis- und Konzentrationsproblemen eine neurologische Klinik sinnvoll. Von einer Reha verspricht sich auch Long-Covid-Patientin Katrin Hannig viel, die bis heute mit ihren Gedächtnisproblemen zu kämpfen hat. Noch steht sie auf der Warteliste für einen Reha-Platz in ihrer Wunschklinik. Inzwischen war sie jedoch am Gedächtniszentrum der Uniklinik Jena an einer Studie zu Long Covid beteiligt. „Dort nahm man meine Beschwerden endlich ernst.“ Sie trainierte mithilfe von ergotherapeutischen Übungen, ihre Bewegung zu koordinieren, ebenso die Sinnes- und Emotionswahrnehmung sowie die Konzentration. Studien zufolge kann die Behandlung, die eigentlich für Schlaganfall-Betroffene entwickelt wurde, auch bei Long-Covid-Patienten die Leistung des Gehirns verbessern. Mit Puzzles und Kreuzworträtseln trainiert Katrin Hannig seitdem zu Hause weiter gegen ihre Konzentrationsprobleme. „Mein Gedächtnis verbessert sich zunehmend“, freut sie sich. Inzwischen hat sie auch eine Wiedereingliederung für ihre Arbeit als Verkäuferin begonnen.

„Auch bei milden Infektions-Verläufen müssen wir unserem Körper genug Zeit geben, sich zu erholen”

Dr. Melanie Hümmelgen, Kardiologin und Chefärztin an der Mühlenbergklinik in Bad Malente

Hier finden Sie Hilfe

Die erste Anlaufstelle bei Long Covid ist der Hausarzt. Weitere Beratungsangebote: Reha-Kliniken: Die Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation listet auf ihrer Internet-Seite passende Angebote auf: (Stichwort „Service“, „Datenbanken & Verzeichnisse“, „Reha-Einrichtungsverzeichnis“. Dann „Post-/Long-Covid“ anklicken) Selbsthilfegruppen & Ambulanzen: Long Covid Deutschland ist ein privat organisierter Zusammenschluss von Patienten und deren Angehörigen – hier findet man ein Verzeichnis mit Ambulanzen und Selbsthilfegruppen: www.longcoviddeutschland.org (Stichwort „Support“) Die kostenlosen Telefonsprechstunden einiger Krankenversicherungen

Experten gehen nach aktuellem Kenntnisstand davon aus, dass Konzentrationsstörungen, die nach einer Corona-Infektion auftreten und Wochen oder Monate andauern, in den allermeisten Fällen im Laufe der Zeit von selbst wieder vollständig verschwinden. Auf den Faktor Zeit setzt auch Hanne Herrmann aus Schwäbisch Hall, die seit März 2020 bis heute unter Kurzatmigkeit sowie Müdigkeit und Erschöpfung leidet.

Endlich wieder verreisen

„Ich habe meinen Weg gefunden, mit meiner Long-Covid-Erkrankung umzugehen. Man muss eben geduldig mit sich sein. Zwar bin ich noch nicht so leistungsfähig wie früher“, erzählt Hanne Herrmann, „aber zuversichtlich, es bald wieder zu sein.“

Vor Kurzem ließ sie sich vier Wochen lang in einer Klinik für traditionelle chinesische Medizin im bayerischen Bad Kötzting behandeln. „Das war das Beste, was ich bis jetzt gemacht habe.“ Dort bekam sie eine auf ihre Beschwerden abgestimmte Akupunktur, die ihr sehr guttat. Und wegen ihrer Kurzatmigkeit geht sie nun regelmäßig zur Atem-Physiotherapie. Für diesen Sommer hat sich Hanne Herrmann ein großes Ziel gesetzt: nach Sardinien reisen! „Ich will mein Leben nun endlich wieder in vollen Zügen genießen.“

Sonja Baulig