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Raus aus der SCHULDEN-SPIRALE!


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Funk Uhr - epaper ⋅ Ausgabe 45/2022 vom 04.11.2022

UNSEREEXPERTENHELFEN DABEI

Artikelbild für den Artikel "Raus aus der SCHULDEN-SPIRALE!" aus der Ausgabe 45/2022 von Funk Uhr. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Funk Uhr, Ausgabe 45/2022

PROGRNOSE Fast jeder zweite deutsche Haushalt befürchtet laut Umfragen, im Verlauf der Krise in der Schuldenfalle zu landen

Explodierende Energiepreise, horrende Mieten, rasante Geldentwertung: Immer mehr Bürger wissen nicht mehr, wie sie über die Runden kommen sollen. Doch was tun, wenn auf dem Konto schon Ebbe herrscht – und Schulden überhand nehmen? Wenn die Wohnung kalt bleibt, und man nur dank der Tafel satt wird. Unsere drei Experten kennen solche Nöte aus unzähligen Beratungsgesprächen und wissen: Je früher man gegen die Schuldenspirale aktiv wird, desto besser. Was dabei wichtig ist, erklären sie auch an der Gratis-Telefon-Hotline (siehe rechts).

Energiepreise & Inflation:

So dramatisch ist die Lage inzwischen

■ Statistik. Zwei von drei Bundesbürgern leiden unter den steigenden Kosten für Lebenshaltung und Energie. Sogar fast jeder zweite (47 %) zweifelt, seine Darlehen und Schulden künftig pünktlich bedienen zu können. Und sechs Prozent der Befragten des Statista Global Consumer Survey ...

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... meinten: Wir können das definitiv nicht mehr.

■ Inflation. Diese Befragung zeigt den Stand im Sommer – seitdem stieg die Inf lation weiter auf zehn Prozent! Und die Energiepreise verdoppelten sich im Vergleich zum Vorjahr. Extreme Preissprünge machten vor allem auch Lebensmittel, etwa Milchprodukte (+ 52 Prozent), Hähnchen (+ 42), Kartoffeln (+ 33) und Raps (+ 25). Verständlich, dass wegen solcher Zahlen rund zwei Millionen Bundesbürger zu einer der über 960 Tafeln gehen (Info: www.), um sich dort mit Gratislebensmitteln einzudecken. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs melden die Tafeln je nach Ort einen um 50 bis 100 Prozent erhöhten Zulauf.

■ Betroffene. Die Teuerung trifft inzwischen auch Mittelstandshaushalte hart: 60 Prozent verbrauchen nach Berechnung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands für laufende Ausgaben ihre gesamten monatlichen Einkünfte – und teils auch mühsam erarbeitete Ersparnisse.

■ Zinsen. Eine weitere Belastung sind die deutlich gestiegenen Zinsen, die zum Beispiel Eigenheim-Besitzer am Ende einer Finanzierungsfrist kalt erwischen können. Denn Anschlussfinanzierungen werden dadurch um bis zu fünfstellige Summen teurer. Auch normale Konsum- bzw. Ratenkredite stiegen zuletzt um 35 Prozent.

PRI VATINSOLVENZ –eine echte Perspektive

Wer aus eigener Kraft nicht aus der Schuldenspirale herausfindet, kann Privatinsolvenz anmelden und Verbindlichkeiten befreien: 1. Vor dem Verfahren muss man die außergerichtliche Einigung mit seinen Gläubigern anstreben. Scheitert das, folgt 2. das eröffnete Insolvenzverfahren sowie 3. die Wohlverhaltensphase. Die beiden letzten Schritte umfassen im Regelfall drei Jahre. Danach ist man schuldenfrei.

Fotos: insta_photos/slasnyi/AdobeStock (2), Caritasverband für das Bistum Aachen, Erol Gurian, privat

Mahnungen stapeln sich:

Schnell reagieren bei diesen Warnsignalen

■ Rote Zahlen. Durchschnittliche Darlehensnehmer von Verbraucherkrediten stehen laut Sparkassen- und Giroverband aktuell mit 21.197 Euro in der Kreide. Wer seinen Arbeitsplatz verliert, schwer krank wird – oder sich vom besser verdienenden Partner trennt, bekommt Probleme, Monatsraten zu bezahlen. Carmen Hoffmann von der Verbraucherzentrale Sachsen rät: „Zunächst können Sie mit Ihrer Bank eine Verlängerung der Kreditlaufzeit verhandeln. Das senkt die monatliche Belastung.“ Keinesfalls sollte man sich auf dubiose Kreditvermittler „ohne Schufa-Abfrage“ einlassen: „Fast immer steckt Abzocke dahinter!“

■ Energie. Auch erhöhte Abschlags- oder Nachzahlungen für Energie werfen aktuell viele aus der Bahn. „Wer die trotz aller Anstrengung nicht bezahlen kann, sollte seinen Versorger bzw. Vermieter informieren“, rät Roman Schlag von der AG Schuldnerberatung der Verbände. Oft könnte man Ratenzahlung vereinbaren, etwa bis die Entlastungspakete der Bundesregierung greifen – das erste kommt im Dezember. Trotzdem: Verbrauch senken! Vor allem bei Warmwasser und Strom gibt’s Sparpotenzial!

■ Bilanz. Und was ist bei Mahnungen? Sie einfach hinzunehmen oder zu ignorieren, ist kein Ausweg, sondern das letzte Warnzeichen, sich endlich professionelle Hilfe von Schuldnerberatern zu holen. „Verschaffen Sie sich fürs Gespräch einen Überblick über Ihre Einnahmen und Ausgaben“, rät Eva Richter vom Evangelischen Hilfswerk. „Notieren Sie in einem Haushaltsbuch, wie viel Geld sie im Monat für Miete, Nebenkosten, Strom, Versicherungen, Lebenshaltung und sonstiges verbrauchen – und welche Verbindlichkeiten bestehen.“

■ Einnahmen. Hilfreich ist es außerdem, sich spätestens in dieser Situation einen Nebenjob zu suchen, und möglichst alle staatliche Förderungen zu nutzen: So bekommen dank der Wohngeldreform zum 1. Januar 2023 die Berechtigten im Schnitt 190 Euro Wohngeld mehr, nun etwa 370 Euro. Anträge können sich also lohnen, auch wegen des ebenfalls beschlossenen Heizkostenzuschusses für Wohngeldberechtigte. Anhand der realen Kosten und Einnahmen (z. B. Arbeit, Rente) prüft das Sozialamt, ob Anspruch auf Sozialleistungen besteht. Die sind auch einmalig möglich, etwa wenn man eine Energiekostennachzahlung nicht stemmen kann.

Hilfsangebote nutzen:

Wo Betroffene Unterstützung finden

■ Eigentümer. Sogar Immobilienbesitzer mit maximal 60.000 Euro Vermögen können Zuschuss zu ihren Wohnkosten erhalten! Der Wohngeldrechner auf www. verrät, ob Anspruch besteht.

■ Rentner. Liegt Ihr gesamtes Einkommen unter 924 Euro im Monat, sollten Sie prüfen lassen, ob Sie Anspruch auf Grundsicherung haben. Schuldnerberaterin Eva Richter: „Eine erhöhte Forderung eines Versorgers kann dazu führen, dass der Staat jetzt einspringt – zur Not auch nur für den betreffenden Monat. Anlaufstelle ist das Sozialamt am Wohnort.“ Alleinstehende erhalten in der Grundsicherung 449 Euro (plus Miete, Heizung, Nebenkosten). Bei Paaren sind es 809 Euro.

■ Rat. Unterstützung und guten Rat für Schuldner bieten die Wohlfahrtsverbände, Kommunen und Verbraucherzentralen. Wichtig: Die Beratungsstelle sollte amtlich anerkannt sein und möglichst auch von aufgelistet werden. Eine seriöse Schuldnerberatung ist außerdem weitgehend gratis. Unseriös ist es dagegen, wenn eine angebliche „Info-Stelle“ teure Beratungsverträge anbietet. Tipp: Wer in eine existenzbedrohende Situation geraten ist – zum Beispiel bei Kontopfändung oder drohendem Wohnungsverlust – sollte bei der Terminanfrage dringend darauf hinweisen. Für solche Fälle bieten viele Institutionen sofortige Notfallberatung an. Damit man schnell wieder aus der Schuldenspirale kommt!