Weiterlesen mit NEWS. Jetzt testen.
Lesezeit ca. 5 Min.

RECYCLING-MATERIAL-FALLEN: KÄSTEN aus Kunststoff


Wild und Hund - epaper ⋅ Ausgabe 8/2019 vom 18.04.2019

Bisher wurden Fallenkörper aus Beton, Holz oder Metall hergestellt. Der Anbieter Trapperprofi hat eine Alternative im Sortiment. Peter Schmitt betrachtete zwei Modelle genauer.


Artikelbild für den Artikel "RECYCLING-MATERIAL-FALLEN: KÄSTEN aus Kunststoff" aus der Ausgabe 8/2019 von Wild und Hund. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: Peter Schmitt

Jedes Fangsystem beziehungsweise Fallenmodell hat seine Vor- und Nachteile. Während etwa Betonrohrfallen ewig halten, ist deren Einbau oder Transport eine aufwendige Angelegenheit. Holz-Kastenfallen sind da doch deutlich handlicher, haben aber ein Defizit bei der Haltbarkeit.

Trapperprofi geht seit einiger Zeit im Fallenbereich neue Wege: Fanggeräte aus 25-mm-Recycling-Kunststoff Platten. Die Firma hat zwei ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 4,99€
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Wild und Hund. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1000 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 8/2019 von LESERBRIEFE. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
LESERBRIEFE
Titelbild der Ausgabe 8/2019 von KURZ UND BÜNDIG. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
KURZ UND BÜNDIG
Titelbild der Ausgabe 8/2019 von WILD UND HITZE: Heißzeit. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
WILD UND HITZE: Heißzeit
Titelbild der Ausgabe 8/2019 von SÄULENMODELL DER JAGDHUNDEAUSBILDUNG: Eingeninitiativ Lernen: Folge 3. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
SÄULENMODELL DER JAGDHUNDEAUSBILDUNG: Eingeninitiativ Lernen: Folge 3
Titelbild der Ausgabe 8/2019 von ERLEBTE JAGD: GEFÄHRLICHE NACHSUCHE: Angenommen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
ERLEBTE JAGD: GEFÄHRLICHE NACHSUCHE: Angenommen
Titelbild der Ausgabe 8/2019 von RESTE VERWERTEN: Aus der Truhe in die Wurst. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
RESTE VERWERTEN: Aus der Truhe in die Wurst
Vorheriger Artikel
WILD UND HITZE: Heißzeit
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel SÄULENMODELL DER JAGDHUNDEAUSBILDUNG: Eingeninitiativ Lernen…
aus dieser Ausgabe

... Linien im Sortiment: zwei Lebend-Fangbunker sowie zwei Kastenfallen-Modelle. Wir nahmen jeweils eine Ausführung genauer unter die Lupe.

Waschbärbunker „Trapper-Catch-Racoon“

Dabei handelt es sich um den Lebendfangbunker mit dem größeren Einlass von 16 x 20 cm für Marder und Waschbär. Der 55 x 55 x 55 cm (außen) beziehungsweise 50 x 50 x 45 cm (innen) messende Kunststoff-Kasten hat aber die identischen Maße wie der reine Marderfangbunker „Trapper-Catch“ mit einem Einlass von 10 x 5 cm.

Vorn links befindet sich der Fangschieber aus 2-mm-Stahlblechen, der beidseitig in einer Führung senkrecht fällt und im geschlossenen Zustand zudem gegen das Öffnen von innen gesichert ist. Fängisch gestellt, wird die Klappe über ein außen liegendes Gestänge gehalten, das mit dem der ebenerdigen Wippe verbunden wird. Das Wippbrett liegt diagonal gegenüber dem Eingang und besteht ebenfalls aus Recycling-Kunststoff.

Der Auslöser ist sehr fein, fing sogar Mäuse und löste auch schon einmal bei Wind und Regen aus. Ein Pflaster am Berührungspunkt der Gestänge schaffte aber schnell und zuverlässig Abhilfe. Im ersten Zeitraum wurde die Falle – wie geliefert – blank gestellt. Später mit Einstreu, wobei ein dünnes Vlies auf der Wippe verhinderte, dass diese verdreckt und verstopft, auch wenn der Hohlraum darunter vergleichsweise einfach gereinigt werden kann. Auf beide Anwendungen fing sich jeweils ein Marder.

Einen Baum- sowie einen Steinmarder und einige Mäuse hat das robuste Material schadlos ausgehalten. Damit es aber beim Jäger nicht zu Schäden in Form von Bandscheibenvorfall oder Leistenbruch kommt, sollte man die Kiste nicht allein im Revier herumwuchten. Dafür ist ein griffloser Kunststoff-Metall-Würfel mit 45 kg einfach zu schwer und unhandlich. Ein Aspekt, der bei der Kastenfalle „Trapper Box“ noch einmal um mehr als das Doppelte zu Buche schlägt. Aber aufgrund dieser Eigenschaft hat man zumindest schon einmal eine ziemlich gute Diebstahlsicherung.

„Trapper-Catch“ und „Trapper-Catch-Racoon“ sind Lebendfangbunker und deshalb rundum geschlossen und lichtdicht. Jedoch liegt darin – wie auch bei anderen Lebendfangbunkern etwa aus Gehwegplatten – der Nachteil solcher Fallen, zumindest wenn man sie mit Bunkern für Abzugeisen vergleicht. Zwar unterliegen auch die zahlreichen Regelungen, jedoch müssen sie nicht komplett dicht sein und werden vermutlich deshalb deutlich besser angenommen.

Eine lichtdicht verschließbare und gesicherte Luke ermöglicht Einblick und Schuss. Aber auch ein Abfangkorb kann genutzt werden.


Der Boden samt Wippe wurde mit Streu bedeckt und die Auslösung mit einem Pflaster schwergängiger gemacht. Jetzt würde die Klappe fallen, wäre sie fürs Foto nicht mit Stöckchen fixiert.


So fingen sich am identischen Fangplatz in den Jahren zuvor zuverlässig vier bis fünf Stein- und/oder Baummarder. Mit dem „Trapper-Catch-Racoon“, der den Totschlagbunker ersetzte, gelang mit zwei Mardern eine deutlich niedrigere Strecke. Aber an dieser Stelle werden auch in Teilen Äpfel mit Birnen verglichen, denn schließlich ist der Totfang längst nicht mehr in jedem Bundesland erlaubt. Dann stellen die Recycling-Bunker eine gute Alternative zu anderen Lebendfallen zum Marderfang dar. Ein Waschbär ließ sich im Testzeitraum nicht überlisten. Allerdings wurden im gesamten Revierbereich lediglich zwei in der kompletten Saison erbeutet. Ein generell sehr niedriger Wert.

„Trapper-Box“-Bausatz. Vor der Montage ist es wichtig, dass die Platten einige Zeit flach liegen, damit sie sich nicht verformen.


Angesprochen wird die Beute über ein lichtdicht verschließbares und mit stabilem Drahtgeflecht gesichertes Fenster auf der Oberseite. Dadurch kann gefangenes Wild auch erlegt werden, da das zähe Material Kleinkaliberschüsse recht gut wegsteckt. Trotzdem verwendeten wir einen Abfangkorb, was ebenfalls problemlos möglich ist.

Kastenfalle „Trapper-Box“

Auch die Kunststoff-Kastenfalle ist in zwei Versionen erhältlich. Im einsatzbereiten Zustand haben beide dieselben Maße von 180 x 35 x 42 cm (innen) und 180 x 40 x 52 cm (außen). Somit ist der Fangraum großzügig genug, um von Marder über Fuchs und Waschbär bis zum Altdachs alles zu fangen.

Die „Trapper-Box“ wird als Bausatz mit nachvollziehbarer und gut bebilderter Bauanleitung sowie sämtlichen Schrauben und Kleinteilen geliefert. Im Gegensatz dazu wird die „Trapper-Box EASY“ in drei bereits montierten, separaten Elementen verkauft, die sich nahtlos zusammenfügen lassen sollten. Das hat den Vorteil, das die Falle gestückelt im Kofferraum transportiert und deutlich bequemer zum Fangplatz gebracht werden kann. Denn die von uns getestete „Trapper-Box“ hat es in sich. Einen unhandlichen 100-kg-Kasten trägt man ohne Griffe nicht einfach mal so ein paar Hundert Meter zum Fangplatz. Und die Finger sollten ebenfalls nicht zwischen Deckel und Fallenkörper geraten.

Bei den Aussparungen für das WIppbrett-Gestänge musste etwas nachgearbeitet werden – keine große Sache.


Auch die Recycling-Kunststoff-Kastenfallen lösen über ein ebenerdiges Wippbrett aus. Es ist 40 cm lang und über ein außen liegendes Edelstahl-Gestänge mit einer doppelten Umlenkung verbunden, die die Gestänge der senkrecht in Schienen fallenden, robusten Fangschieber hält.

Richtig montiert ist die Falle absolut lichtdicht und tierschutzkonform, sieht man von einer Schwäche ab, die aber nur bei der „Trapper-Box“ auftritt. Der Bausatz beinhaltet keinen Boden unter der Wippe. Das heißt, dass aus Tierschutzgründen unbedingt eine Gehwegplatte untergelegt werden sollte und damit eine einwandfreie Funktion auf Dauer gewährleistet bleibt!

Mit den absolut lichtdichten, senkrechten Fangschiebern macht sich die Falle übrigens bestens über schmalen Fließgewässern, denn sie hat automatisch einen Übersprungschutz. Auch das Material ist für feuchte oder wechselnde Einflüsse bestens geeignet. Denn im Gegensatz zu Holz schrumpft oder quillt gar nichts, und die Falle funktioniert zuverlässig. Auch die Haltbarkeit übertrifft die von Holzkastenfallen um ein Vielfaches, schätzungsweise mehrere Pachtperioden. Trotzdem ist die „Trapper-Box“ deutlich leichter umzustellen als eine Betonrohrfalle, die als einzige mit der Lebensdauer mithalten kann – aber es handelt sich dabei auch um ein komplett anderes System.

Einen großen Nachteil hat der Recycle-Kunststoff gegenüber Holz und Beton: Er hat zu Anfang einen starken Eigengeruch und muss lange verwittern beziehungsweise ausdampfen. Beschleunigen kann man das, indem die Falle einige Wochen an gut durchlüfteten Orten oder zum Beispiel im Hühnerstall gelagert wird.

Das Gestänge der Wippe wirkt auf eine Umlenkung, die die beiden Gestänge zu den Fangklappen hält. Falls gewollt, kann die Falle mit einer geschlossenen Klappe fängisch gestellt werden.


Gefangen haben wir mit der „Trapper-Box“ nur einen Waschbär, was aber nicht am Fanggerät selbst lag. Der erste Fallenstandort unweit eines Waldparkplatzes wurde mehrfach durch unschöne menschliche Hinterlassenschaften direkt an der Falle „verwittert“. Nachdem mit der Zeit klar wurde, dass es sich nicht um Zufälle, sondern um System zu handeln schien, wurde die Falle umgestellt. Doch auch am neuen Standort konnte sie nicht ausreichend lang bleiben, da umfassende Holzarbeiten aufgrund des Borkenkäfers drohten, die Falle in Mitleidenschaft zu ziehen.

Seit Winter steht sie auf stabilen Hölzern über einem schmalen Bach. Jedoch war die Standzeit zu kurz, um eine verlässliche Aussage über die Fängigkeit treffen zu können. Dass das Material an sich aber zum Fang von Raubwild geeignet ist, zeigen sowohl der Waschbär als auch die Marder aus dem Fangbunker „Trapper-Catch-Racoon“.

Einblick: Ebenerdige Wippe und absolut lichtdiche Fangschieber.


Modelle im Überblick

„Trapper-Box“ Kastenfallen-Bausatz, Größe (Innenmaße): 180 x 35 x 42 cm Preis: 349 €

„Trapper-Box EASY“ Dreiteilige Kastenfalle, fertig montiert, Größe (Innenmaße): 180 x 35 x 42 cm Preis: 499 €

„Trapper-Catch“ Lebend-Fangbunker, Größe: (Innenmaße): 50 x 50 x 45 cm, Eingang: 10 x 15 cm Preis: 299 €

„Trapper-Catch-Racoon“ Lebend-Fangbunker, Größe: (Innenmaße): 50 x 50 x 45 cm, Eingang: 16 x 20 cm Preis: 329 €

Bezug: trapperprofi.de


Fotos: Peter Schmitt

Fotos: Peter Schmitt