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REIFENTEST: Boxenstopp


Auto Bild sportscars - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 08.03.2019

Auf der Rennpiste wie im Verkehrsalltag – nur mit guten Reifen ist man jeder Situation sicher gewachsen. Unser Test informiert über Stärken und Schwächen der neuesten 18-Zoll-Reifengeneration


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Auch wenn es für die Kamera gestellt ist: Bei unseren Reifentests herrscht beim Boxenstopp zum Reifenwechsel immer ein bisschen Aufregung und Rennatmosphäre


Fotos: R. Schmidt

Sommerreifen 245/45 R 18

Bridgestone
Turanza T005

Continental
Premium Contact 6

Fulda
Sport-Control 2

Goodyear
Eagle F1 Asymmetric 5

Hankook
Ventus S1 evo2

Maxxis
Premitra 5

Michelin
Pilot Sport 4

Nokian
Powerproof

Pirelli
P Zero PZ4

Toyo
Proxes ...

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Toyo
Proxes Sport

Vredestein
Ultrac Vorti

Es riecht nach Asphalt und heißem Gummi. Das Hämmern der Schlagschrauber dröhnt durch die Boxengasse, ein Hauch von Rennatmosphäre liegt in der Luft. An der Startlinie zum diesjährigen Sommerreifentest haben elf Kandidaten der populären Dimension 245/45 R 18 Aufstellung genommen, darunter die vier brandneuen Profile von Bridgestone, Goodyear, Nokian und Pirelli.

Nach dem finalen Fülldruckcheck springt die Boxenampel auf Grün.

Jetzt müssen die sportlichen 18-Zöller ihr Können auf dem kurvenreichen Wachauring mit schnellen Kurvenkombinationen und engen Spitzkehren unter Beweis stellen.

Nach der Aufwärmrunde werden die subjektiven Fahreindrücke mit Lenkansprechen, Stabilität der Vorder- und Hinterachse und das Spurwechselverhalten bepunktet, bevor es zum Abschluss auf die gezeiteten Runden hart am Limit geht.

Dabei ist ein schneller Reifen in der Regel auch ein guter Reifen. So wie der Ultrac Vorti von Vredestein.

Mit präzisem Lenkverhalten, stabil an der Hinterachse, ausgewogener Balance und der schnellsten Rundenzeit avanciert er zum Champion auf trockener Piste. Auf regennasser Fahrbahn fahren wir dagegen mit den neuen Profilen von Pirelli und Goodyear Bestzeiten. Auch beim Bremsen fährt man mit ihnen auf Nummer sicher. Die bis zu zehn Meter kürzeren Bremswege sind dazu eine klare Ansage.

Keine Gefahr droht dagegen bei Starkregen; alle Kandidaten bieten bei unserem Aquaplaningtest gute Sicherheitsreserven.

Das gilt auch für unseren preisgünstigen chinesischen Kandidaten der Marke Maxxis, der ohne gravierende Ausrutscher in der Nässewertung und mit guter Leistung auf trockener Piste überzeugt.

Für das entscheidende Quäntchen Fahrspaß muss dagegen etwas tiefer in die Tasche gegriffen werden – Spitzenqualität hat beim Reifenkauf eben ihren Preis.

Doch welcher von den elf 18-Zöllern hat am Ende das Zeug zum Testsieger? Die Ergebnisse finden Sie auf den folgenden Seiten.

Dieser Reifentest wurde unterstützt von Bridgestone, Continental, Fulda, Goodyear, Hankook, Maxxis, Michelin, Nokian, Pirelli, Toyo und Vredestein. Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabhängigkeit finden Sie unter www.axelspringer.de/unabhaengigkeit

HANDLING

Der schwere 5er-BMW verlangt bei der Kurvenhatz und bei Spurwechseln nach einer stabilen Hinterachse. Dabei sammeln die Kandidaten von Vredestein, Michelin und Pirelli die meisten Pluspunkte. Mit guter Seitenführung an der Vorderachse und präzisem Einlenkverhalten fährt der Vredestein Ultrac Vorti noch vor dem neuen Pirelli P Zero mit dem Zusatzkürzel PZ4 die schnellste Runde. Zügig, aber ohne ausreichende Präzision im Lenkansprechen geht der Premium Contact 6 von Continental ans Werk. Zu schwach in der Seitenführung: die Kandidaten von Bridgestone und Fulda.

BREMSEN

Das Bremsen auf trockener und nasser Piste gehört zu den wichtigen Standarddisziplinen des Reifentests. Immerhin konnten wir in vorangegangenen Vergleichen schon Unterschiede von mehr als 10 Metern aufdecken. In unserem aktuellen Vergleich fallen die Unterschiede mit gerade einmal zweieinhalb Meter aus Tempo 100 eher gering aus. Bester Bremser ist Pirellis P Zero mit dem Zusatzkürzel PZ4, ein brandneuer Reifen, der auf trockener wie nasser Fahrbahn als Erster zum Stehen kommt. Mit bis zu zusätzlichen zwei Metern Bremsweg bieten aber auch die Reifen am Ende des Rankings noch gute Sicherheitsreserven.

ROLLWIDERSTAND

Ein niedriger Rollwiderstand hilft beim Sprit- und Geldsparen. Vorbildliche Werte liefert Bridgestones neuer Turanza T005. Im Vergleich zu den Kandidaten am unteren Ende des Diagramms sind Kraftstoffeinsparungen von bis zu fünf Prozent durchaus realisierbar.

VORBEIFAHRGERÄUSCH UND KOMFORT

Flüsterreifen wie der Maxxis Premitra 5, der Hankook Ventus S1 evo2 oder der Fulda Sport Control 2 schonen die Umwelt und die Trommelfelle von Anwohnern in Straßennähe. Stärkere Ausschläge verzeichnen die Messgeräte dagegen bei den Produkten der Premiumhersteller Continental und Goodyear.
Im Innenraum sind die von außen und bei abgeschaltetem Motor gemessenen Unterschiede von der Lautstärke her aber nicht zu unterscheiden. Spürbar sind dagegen die Unterschiede im Fahrkomfort zu erfahren. Komfortabel gleitet unser Test-5er mit den Reifen von Michelin, Bridgestone und Vredestein über die Gullydeckel und Holperpisten. Sportliche Härte legt dagegen der Proxes Sport von Toyo an den Tag.

AQUAPLANING

Bei starken Regenfällen oder in Spurrillen besteht die Gefahr von Aquaplaning. Dabei bildet sich ein Wasserkeil unter der Lauffläche des Reifens, das Fahrzeug verliert den Kontakt zur Fahrbahn. Wir messen die Aufschwimmgeschwindigkeit bei einer Wassertiefe von etwa acht Millimetern. Der Michelin Pilot Sport 4 bietet hier die größten Sicherheitsreserven.

HANDLING

Mit ausgeschaltetem ESP kommen die dynamischen Qualitäten der Kandidaten ungefiltert zum Tragen. Die schnellen Rundenzeiten mit dem Pirelli P Zero PZ4 und dem Goodyear Eagle F1 Asymmetric 5 zeugen von gutem Nassgrip und einer ausgewogenen Balance. Mit deutlicher Tendenz zum Übersteuern geht es dagegen mit den Kandidaten von Fulda und Toyo um die Kurven.

KREISBAHN

Den besten Grip bieten die Nässegreifer von Pirelli und Goodyear. Doch auch die auf dem Nasshandlingkurs erfolgreichen Kandidaten von Vredestein, Continental und Michelin können sich vom Rest des Feldes absetzen. Dem Turanza T005 von Bridgestone mangelt es dagegen an Seitenführung. Er schiebt schon früh über die Vorderräder aus der Kurve.

BREMSEN

Je kürzer die Bremswege, desto größer die Sicherheitsreserven im Ernstfall. Pirellis neuer P Zero liefert sowohl bei Nässe als auch auf trockener Piste die kürzesten Bremswege. Der zweitplatzierte Goodyear kommt bei Nässe zwei Meter später zum Stehen. Toyos Proxes Sport verschenkt dagegen ganze zwei Wagenlängen – da kann es am Stauende schon mal eng werden.

FAZIT

Dierk Möller/Henning Klipp

Gravierende Sicherheitsmängel gibt es in diesem Vergleich nicht zu beanstanden. Der Vorsprung durch Technik der Topmarken zum Rest der Reifenhersteller ist geschrumpft. Spitzenqualität in Sachen Fahrdynamik sowie eine Extraportion Fahrspaß gibt es aber nach wie vor nur gegen Aufpreis. Erste Wahl sind deshalb die mit unserem Gütesiegel „Vorbildlich“ ausgezeichneten Reifen von Pirelli, Goodyear, Continental, Michelin und Vredestein.

Unsere Reifentester: Henning Klipp (links) und Dierk Möller