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REIFENTEST: Der Sommer kann kommen


Auto Bild allrad - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 01.03.2019

Zehn neue Sommerreifen für kompakte Allradler treten in unserem Test an. Darunter auch ein


Billigmodell aus China

Artikelbild für den Artikel "REIFENTEST: Der Sommer kann kommen" aus der Ausgabe 4/2019 von Auto Bild allrad. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Auto Bild allrad, Ausgabe 4/2019

Es hilft nichts – wir müssen uns mal wieder richtig schmutzig machen. Denn bei uns gehören Geländeprüfungen zum Sommerreifentest dazu


Zehn Sommerprofile

Die ersten Blümlein sprießen aus den Wiesen, Ostern steht vor der Tür. Es wird also Zeit für Sommerreifen. Wenn neue fällig sind, denkt so mancher Autobesitzer mit Missmut an den nun fälligen Gang zum Reifen- oder Autohändler, um sich dort entweder eine Ladung Prospekte oder einen Wortschwall über den vermeintlich besten und günstigsten Reifen ...

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... aufdrücken zu lassen. Dabei sind doch alle rund und schwarz, oder?

Wie gut, dass es – in aller Bescheidenheit – uns gibt. Wir rücken dreimal pro Jahr mit großer Mannschaft zum Reifentesten aus: einmal Winterreifen, einmal Ganzjahrespneus, einmal Sommerprofile. Jetzt sind die Sommergummis dran – die Blümlein, Sie wissen schon.

Weil wir Abwechslung mögen, wählen wir für die Tests mal eine Reifendimension für kom-paktere Allradler aus; im nächsten Jahr sind dann wieder die großen und schweren Autos dran. Dieses Mal also die Kompakten wie Tiguan, Kuga, X1, Q3, RAV4, Sportage, Tucson, Outlander, CX-5, Forester, Qashqai, X-Trail, CR-V, GLA, Renegade, Compass, Yeti, Vitara etc.

Zum diesjährigen Sommerreifentest treten natürlich wie immer namhafte und leider auch teure Markenreifen wie Bridgestone, Continental oder Goodyear an; dazu gesellen sich der finnische Nokian, der amerikanische Cooper und mehrere Asiaten. Schon viele Jahre bekannt und auch anerkannt sind die Reifen des südkoreanischen Herstellers Hankook sowie solche von Toyo aus Japan. Weniger bekannt dagegen: Nexen und Maxxis. Letztere Marke gehört dem chinesischen Reifenriesen Cheng Shin Tire, der nun schon etliche Jahre auch den europäischen Reifenmarkt bedient. Zehnter und Letzter im Testfeld ist der CST, ein ausgesprochener Billigreifen aus China; ein kompletter Reifensatz kostet weniger als die Hälfte des teuersten Kandidaten im Test, ein Produkt der deutschen Marke Continental. CST – dieses Akronym steht für Überraschung – Cheng Shin Tire, also den Mutterkonzern der bei uns schon länger eingeführten Marke Maxxis, die ja ebenfalls an diesem Sommerreifentest teilnimmt.

Schlamm für die Zugkraftmessung gab es reichlich dank viel Regen


Bei dem Wetter zieht man alles an, was dicht ist, egal welche Farbe


Unsere Versuche zeigen, dass es sich sehr wohl lohnt, mehr Geld auszugeben. Der Maxxis kostet zwar 19 Prozent mehr als der Superbillig-CST aus dem gleichen Konzern, spurt aber ungleich besser. So landet der CST abgeschlagen auf dem letzten Platz, der teurere Maxxis schafft es dagegen auf einen respektablen fünften Rang – ohne Sicherheitsmängel. Der Superbilligheimer rutscht vor allem in den Bremsdisziplinen schwer aus. Auf trockener Fahrbahn braucht er noch halbwegs vertretbare dreieinhalb Meter Zuschlag gegenüber dem Führungsduo von Goodyear und Continental. Aber bei Nässe! Rund 13 Meter zusätzlichen Bremsweg benötigt da der CST. Das ist einfach zu viel und bringt ihm die Note 5 minus ein.

Den Punktekampf an der Spitze machen die teuren Reifen von Goodyear und Continental unter sich aus. Letzterer verspielt den Sieg vor allem durch mäßige Traktion auf schlammigem Untergrund. Nun sind solche Straßenreifen ja generell für solch schwierige Böden im Gelände nicht gerade prädestiniert; Das deutlich straßenorientierte Profil aller Kandidaten setzt sich da frühzeitig zu. Dennoch gibt es klare Unterschiede, was auch unsere aufwendigen Zugkraftmessungen belegen. Ausgerechnet die beiden billigsten Reifen von Maxxis und CST schlagen sich auf dem rutschigen Untergrund erstaunlich gut. Der Continental entwickelt hier 22 Prozent weniger Zugkraft.

Traktion Gras: Zugkraft in Newton

Goodyear, Hankook und Nokian kommen auf dem feuchten Gras noch am besten zurecht – wenn man bedenkt, dass es sich um Straßenreifen handelt. Maxxis und Bridgestone fallen dagegen deutlich ab.

Traktion Sand: Zugkraft in Newton

Oft sind Reifen, die im Schlamm gut sind, dafür schlecht auf Sand. Der Hankook zieht im Sand herausragend gut. CST und vor allem der Maxxis kommen hier nicht so gut voran; aber die waren eben im Schlamm überraschend gut.

Traktion Kies: Zugkraft in Newton

Der Hankook zieht auf losem Geröll und Schotter spürbar besser als die anderen. Danach folgt ein breites Mittelfeld. Weniger gut klar mit diesem Untergrund kommen Nokian, CST und der Continental.

Traktion Schlamm: Zugkraft in Newton

Fieser Schlamm ist ohnehin nicht die Paradedisziplin solcher Straßenreifen. Doch es gibt unter ihnen spürbare Unterschiede. Überraschend liegt hier der CST vorn, der Continental dagegen wie auf Kies hinten.

Tiefe Wasserpfütze in der Kurve: Der Reifen muss trotzdem noch haften


Volle Kraft voraus

Dafür ist der Conti eben ein ausgesprochener Asphaltspezialist, der dort durchweg gute bis sehr gute Noten erreicht. Herausragend ist sein Grip auf trockener Fahrbahn in schnellen Kurven, was auch seinen Reserven bei Ausweichmanövern zugute kommt. Getoppt wird die Gesamtleistung des Continental nur noch vom Goodyear, der mit noch etwas mehr Aquaplaningsicherheit glänzt, vor allem aber mit erheblich mehr Grip im Gelände auf Schlamm und Geröll.

Ein besonderes Lob für sein gutes Preis-Leistungs-Verhält-nis verdient sich der koreanische Hankook. Er spart beim Kauf gegenüber dem Continental pro Reifensatz 115 Euro oder 21 Prozent ein, erreicht aber gleichauf mit diesem den zweiten Platz. Gravierende Schwächen kennt der Hankook nicht. Lediglich beim Rollwiderstand reicht es nur zu einem Platz im hinteren Mittelfeld. Trotzdem kann man aber auch hier nicht von einer echten Schwachstelle des Hankook sprechen.

Handling Schotter: Durchschnittsgeschwindigkeit in km/h

Die Unterschiede auf der Schotterstrecke sind vergleichsweise gering. CST und Hankook fallen hier ein wenig ab, weil sie in den Kurven stärker geradeaus rutschen als die Reifen von Nokian, Toyo und Continental.

Aquaplaning: Aufschwimmgeschwindigkeit in km/h

Hier liegen alle zehn Kandidaten im Ergebnis so eng beisammen, dass alle zehn die Note 2 erreichen. Wirklich Spitze ist hier keiner, aber auch keiner schlecht. Die Aufschwimmgeschwindigkeiten differieren nur um 4 km/h.

Kreisbahn: Rundenzeit in Sekunden

Die ersten fünf liegen hier dicht beieinander und zeigen viel Grip in der nassen Kurve. Bis zum Toyo reicht das Mittelfeld. Der Cooper rutscht deutlich mehr geradeaus, das Haftvermögen des CST ist viel zu gering.

Kurven-Aquaplaning: Querbeschleunigung in m/s2

Eine plötzlich auftretende Pfütze in einer Kurve wird in dieser Prüfung simuliert. Einen echten Versager gibt es auch hier nicht. Der Maxxis schafft sogar gerade noch die Note 1, und selbst für den Nexen reicht es zur Note 2 minus.

Für eine Überraschung sorgen zuletzt die Geräuschmessungen. Als Bester profiliert sich hier ausgerechnet der Superbilligreifen von CST. Überraschend ist das vor allem deshalb, weil genau dieser Reifen bei der Schlammprüfung als Bester abgeschnitten hat. Wer nun daraus schloss, dass der CST dies mit einem gröberen Profil erreicht, hat zwar recht; aber daraus darf man eben nicht schließen, dass so ein Reifen im Umkehrschluss lauter sein muss als ein ausgesprochener Straßenspezialist. Ostern ist also auch dieses Jahr wieder einmal voller Überraschungen.

Fazit

Der Goodyear ist zwar teuer, aber einfach der Beste der zehn Sommerreifen für Allradler. Der Continental, der Hankook und der Nokian kommen ihm am nächsten. Dass auch ein China-Reifen richtig gut sein kann, beweist der Maxxis.[D. Möller/H. Klipp/M. Braun]

Der Reifentest wurde unterstützt von Bridgestone, Continental, Cooper, Goodyear, Hankook, Maxxis, Nexen, Nokian und Toyo. Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabhängigkeit finden Sie unter www.axelspringer.de/unabhängigkeit

Handling nass: Durchschnittsgeschwindigkeit in km/h

Cooper und vor allem der CST kommen auf dem nassen Asphaltkurs stärker ins Rutschen als die anderen Kandidaten. Deshalb reicht es für die beiden nur zur Note 3. Alle anderen schaffen Note 2, der Nokian sogar eine 1 minus.

Bremsen nass

Das ist die Disziplin mit den größten Unterschieden: Für den hervorragend bremsenden Goodyear vergeben wir eine glatte 1, der schier ewig dahinrutschende CST kommt über eine 5minus nicht hinaus.

Rollwiderstand: in kg/t

Der Bridgestone mit seinem herausragend niedrigen Rollwiderstand ist ein echter Spritsparer. Das Mittelfeld mit Note 2 reicht von Continental bis Maxxis. Nur der Nexen fällt noch etwas weiter ab: Note 3 minus.

Handling trocken: Durchschnittsgeschwindigkeit in km/h

Hier zieht der brillant haftende Continental allen anderen davon. Aber auch Goodyear und Hankook fahren sich herrlich präzise. Für CST und Cooper reicht es wegen ihrer schwammigeren Lenkreaktion nur zur Note 3 plus.

Bremsen trocken: Bremsweg in Metern aus 100 km/h

Die Paradedisziplin des Continental: Dafür gibt es eine glatte 1. Aber auch Goodyear und Hankook bremsen hervorragend. Vor allem Cooper und CST fallen ab, sodass es hier nur zur Note 3+ reicht.

Vorbeifahrgeräusch: bei 60 / 80 km/h in dB(A)

Ausgerechnet der Billigreifen CST ist – vor allem bei höheren Geschwindigkeiten – hörbar leiser als die teureren Konkurrenten. Doch wirklich laut tönt auch der letztplatzierte Bridgestone nicht. Aber man hört ihn.