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„Reis entscheidet, ob Büskens und Asamoah auf der Bank sitzen“


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Sport Bild - epaper ⋅ Ausgabe 48/2022 vom 30.11.2022

PETER KNÄBEL

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Bildquelle: Sport Bild, Ausgabe 48/2022

Mit Herzblut dabei: Schalke-Trainer Thomas Reis feiert den 1:0-Sieg gegen Mainz. Bisher der einzige Sieg des neuen Trainers in vier Spielen

SPORT BILD: Herr Knäbel, Schalke ist nach 15 Spielen mit neun Punkten Tabellenletzter und hat fünf Zähler Rückstand auf Platz 15, der zur direkten Rettung reicht. Warum bleiben Sie trotzdem drin?

PETER KNÄBEL (56): Weil wir schon jetzt Punkte mehr verdient gehabt hätten, und wir mit Thomas Reis den richtigen Trainer und das richtige Trainer-Gespann geholt haben. Wirwissen und haben es bereits gesehen: Der Reis-Fußball emotionalisiert und funktioniert auch auf Schalke. Zudem haben wir eine intakte Kabine und wissen, wie wir handeln müssen – und genau das werden wir!

Das heißt genau?

Die WM-Pause gibt uns die Gelegenheit, die Mannschaft, die im Sommer neu zusammengestellt wurde, so vorzubereiten, dass sie noch widerstandsfähiger wird und die eigene Identität weiterentwickelt. Diese war in den letzten Spielen schon deutlicher zu erkennen.

Sie wollen die Mannschaft im Winter verstärken, rund ...

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... drei Millionen Euro stehen zur Verfügung. Auf welchen Positionen suchen Sie Verstärkung?

Es wäre erstrebenswert, wenn wir uns in allen Mannschaftsteilen verstärken könnten, um insgesamt das Niveau noch einmal zu heben. Wir suchen insbesondere vorne und auch hinten. Hinten vor allem, weil wir dort viele verletzte Spieler haben. Zudem müssen wir es schaffen, dass Spieler, die im Sommer zu uns gekommen sind und die bisher noch nicht so performt haben, ihr Potenzial abrufen und ihre Leistung steigern können. Wir sind davon überzeugt und wissen, dass in jedem Akteur noch mehr Potenzial steckt. Jeder muss sich in der Pause hinterfragen, warum ihm das Abrufen bis dato noch nicht gelungen ist. Ab sofort muss das funktionieren – für die persönliche Zukunft und für den FC Schalke 04.

„Thomas Reis hat einen klareren und mutigeren Plan, wie die Mannschaft spielen soll“

Für viele Experten ist Schalkes Kader nicht bundesligatauglich. Hatten Sie den Gedanken auch schon?

Klares Nein! Unser aktueller Kader ist absolut bundesligatauglich – das ist keine Frage! Dass wir abstiegsgefährdet sind, sehen wir natürlich. Neun Punkte sind die bittere Realität. Doch nicht nur meiner Meinung nach hat die Mannschaft bereits bewiesen, dass sie das Niveau hat, die Klasse zu halten. Wir müssen durch gezielte Entwicklungsprozesse weiter an Substanz gewinnen. Um das zu erreichen, sind wir alle gemeinsam gefragt.

Was würde ein erneuter Abstieg bedeuten?

Er wäre emotional bitter und finanziell ein Rückschritt. Wir würden Zeit und Geld verlieren. Wir lassen uns dadurch aber nicht beirren, denn wir werden auf allen Ebenen alles dafür tun, dass wir erstklassig bleiben.

Würde Schalke einen Abstieg finanziell überleben?

Wir würden es wieder schaffen! Unsere Planungs-Szenarien zeigen das. Dass der Fortbestand des Vereins infrage gestellt wird – wie im Sommer 2021 mitten in der Corona-Zeit –, wird nicht wieder passieren. Die Frage wäre dann, mit welcher Kraft wir den Wiederaufstieg anpacken könnten.

Sie haben Trainer Frank Kramer nach nur dreieinhalb Monaten im Oktober entlassen. Er galt nach diversen Absagen anderer Kandidaten schon im Sommer als C-Lösung: Haben Sie damals einfach keinen Besseren gefunden?

Frank Kramer war für uns im Sommer – nach einer intensiven Suche – die beste Lösung für unsere Konstellation. Wir haben Frank nicht zu uns geholt, weil er übriggeblieben ist, sondern weil wir überzeugt waren, mit ihm unsere Ziele erreichen zu können.

Eine Fehleinschätzung ...

Ich darf daran erinnern, dass wir nach sechs Spieltagen mit sechs Punkten als Aufsteiger auf Rang zwölf lagen. Dass nach dem siebten Spieltag so ein extremer Abwärtstrend (sechs verlorene Ligaspiele in Folge mit 16 Gegentoren; d. Red.) eintritt, war nicht zu erwarten. Dadurch wurden wir zum Handeln gezwungen, haben die notwendige Entscheidung getroffen und Thomas Reis verpflichtet, den wir auch schon im Sommer auf dem Zettel hatten. Dass er zu Recht dort draufstand, haben die letzten Spiele bewiesen.

Was macht Reis besser?

Er hat einen klareren und mutigeren Plan, wie die Mannschaft spielen soll. Das sieht man deutlich, und auch die Zahlen zeigen es. Die Aktivität jedes einzelnen Spielers auf dem Platz hat sich deutlich erhöht. Die Mannschaft folgt dem, was er vorgibt – dieser Glaube daran ist das Wichtigste und die Grundvoraussetzung für Erfolg. Wir haben jetzt eine Situation, in der jeder mutiger nach vorn geht, höher attackiert und sich nicht zu sehr fallen lässt.

Es gibt viele Diskussionen um Mike Büskens, der die Mannschaft als Interimstrainer zum Aufstieg geführt hatte und dann wieder Co-Trainer wurde. Dass er Frank Kramer wirklich loyal gegenüber war, wurde bezweifelt. Wie bewerten Sie seine Rolle?

Ich kann die Diskussionen um Mike nicht verstehen – erst recht nicht in dieser Schärfe! Der Eindruck, der da erweckt wird, ist falsch. Erst hieß es, Mike sei zu wenig kritisch und habe daher Mitschuld an der Misere. Dann hieß es, er wäre zu kritisch und hätte so den Trainer abgesägt. Beides stimmt nicht.

Sondern?

Er hat sich jederzeit so eingebracht, wie wir es von ihm in seiner Funktion als Co-Trainer erwarten. Am Ende hat immer der Cheftrainer die letzte Entscheidungsgewalt. Die Rolle, die Mike Büskens ausfüllt, ist für uns und vor allem – was das Wichtigste ist – auch für ihn klar. Er kann den Spielern die Schalke-Kultur näherbringen, das erwarten wir auch von ihm. Das ist unter anderem eine seiner Aufgaben, und es hat nicht nur mich irritiert, wie diese Causa dann behandelt worden ist, und er dafür kritisiert wird.

Sitzen Büskens und Teammanager Gerald Asamoah auch in der Rückrunde auf der Bank?

Dies ist absolutes Hoheitsgebiet des Cheftrainers, ein exklusiver Bereich. Und mich wundert, dass die beiden immer im Doppelpack genannt werden. Mike Büskens gehört zum Trainerteam, und Gerald Asamoah ist Manager und somit bei mir mit angehängt. Über die Bankbesetzung entscheidet, wie eben erklärt, der Cheftrainer. Insofern wird er den beiden die Bankbesetzung früh genug mitteilen.

„Gerald Asamoah strebt die bisherige Position von Rouven Schröder als Sportdirektor nicht an“

Sie übernehmen aktuell die Aufgaben von Rouven Schröder, der aus persönlichen Gründen als Sportdirektor im Oktober aufgehört hat, mit. Hat Asamoah eine echte Chance, Schröder als Sportdirektor zu beerben?

Gerald erhält von uns die maximale Unterstützung, um beim DFB- und DFL-Lehrgang „Management im Profifußball“ so erfolgreich wie möglich zu sein. Ich habe Gerald empfohlen, dass er lernen kann und auch soll, und wir ihn bestmöglich fördern wollen. Die Position des Sportdirektors strebt er zum jetzigen Zeitpunkt selbst nicht an.

Bei der Pressekonferenz nach dem Rücktritt von Schröder haben Sie eine Rede gehalten, die viele an eine Trauerrede erinnerte. Ging Ihnen das im Nachhinein auch so, und was denken Sie heute darüber?

Ich war bei dieser Pressekonferenz – rückblickend betrachtet – vielleicht zu viel Mensch und zu wenig Vorstand Sport. Es war in diesen Minuten ein emotionaler Moment für mich. Man darf nicht vergessen: Schalke 04 ist emotional, dann darf man auch Emotionen zeigen.