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REISE: DER BODENSEE : Leuchttürme, Dampfkraft und Apfelfreuden


Ratgeber Frau und Familie - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 27.09.2019

Drei Länder, ein See – bergumringt und sonnenverwöhnt. Unsere Redakteurin Anita Brockhoff war vor Ort und weiß jetzt, warum der Bodensee eines der beliebtesten Urlaubsziele Deutschlands ist


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Bildquelle: Ratgeber Frau und Familie, Ausgabe 10/2019

Lindau


Boote gleiten gemütlich über das glitzernde Wasser. Der See liegt in seiner ganzen Pracht vor uns.

Der Löwe lässt grüßen

Wir sind für einen Kurzurlaub am Bodensee und befinden uns in Lindau, an der wohl schönsten Hafeneinfahrt der Region und dem Wahrzeichen der Stadt. Majes - tätisch prangen der Bayerische Löwe und der Neue Leuchtturm vor einem beeindruckenden Alpenund Seepanorama. Der sechs Meter hohe, auf den ...

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Wir sind für einen Kurzurlaub am Bodensee und befinden uns in Lindau, an der wohl schönsten Hafeneinfahrt der Region und dem Wahrzeichen der Stadt. Majes - tätisch prangen der Bayerische Löwe und der Neue Leuchtturm vor einem beeindruckenden Alpenund Seepanorama. Der sechs Meter hohe, auf den See blickende Löwe besteht aus Sandstein und wiegt etwa 50 Tonnen. Auf seinem Sockel geben die römischen Ziffern Auskunft über das Jahr der Errichtung des Bauwerkes: 1856. Ihm gegenüber ragt der Neue Leuchtturm mit 36 Metern in den Himmel, sein Sockelumfang misst stattliche 24 Meter. 139 Stufen sind es bis zur Aussichtsplattform, von dort haben wir eine grandiose Rundumsicht auf die Berge, die Altstadt von Lindau und auf den Bodensee.
Eine große Menschenmasse tummelt sich hier an der Uferprome - nade, die als die schönste am Bodensee gilt. Wir schauen dem Treiben der Straßenkünstler zu und genießen das prächtige Wetter in einem der zahlreichen Restaurants und Cafés. Mit seinem leuchtend gelben Obergeschoss ziert er die Seepromenade von Lindau – der Mangturm. „Zu Schutz und Trutz des Seehafens – ein kräftiges Wahrzeichen der ehemaligen freien Reichsstadt Lindau“, so steht es an seiner Wand. Einst war er als Signal- und Beobachtungsposten als Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung erbaut worden. Als aber der Neue Leuchtturm errichtet wurde, verlor der Turm diese Funktion. Das historische Bauwerk erinnert uns an den Turm aus dem Märchen Rapunzel. Vielleicht auch deshalb, weil hier regelmäßig Märchenstunden abgehalten werden. Er gehört zu den beliebtesten Fotomotiven in Lindau.

Der Mangturm an der Lindauer Hafenpromenade


Schloss Montfort – eines der schönsten Schlösser am Bodensee


@@Blick vom Schlossturm auf Langenargen


Von der Promenade in Langenargen bietet sich eine tolle Sicht auf den See


Einen Bummel durch die Lindauer Altstadt würden wir Ihnen auf jeden Fall empfehlen. Wir haben ihn genossen!
Die romantischen Gassen, die antiken Gebäude und die historischen Plätze sowie die bezaubernde Lage am Wasser verleihen Lindau einen ganz besonderen Charme.

Ein Ort zum Träumen

Bereits Annette von Droste-Hülshoff (Schriftstellerin und Komponistin 1797 – 1848) wusste es: „Wenn Du mit Deinen Zöglingen übers Jahr an den Bodensee kommst, versäume ja Langenargen nicht.“ Recht hatte sie.
Auf einer kleinen Halbinsel im See gelegen ist Langenargen mit etwa 8 000 Einwohnern wahrlich ein Ort zum Träumen und Genießen. Das prächtige, im maurischen Stil er- baute Schloss Montfort ist das Wahr zeichen des Ortes. Es ist heute im Besitz der Gemeinde Langenargen, die es 1978 renovieren und umbauen ließ.

Der prächtige Konzertsaal des Schlosses wird für verschiedenste Veranstaltungen genutzt, oft auch für Hochzeiten. Die wunderschöne Terrasse des im Erdgeschoss liegenden Café-Restaurants lädt zum Verweilen ein. Nach einem Cappuccino mit Seeblick besteigen wir den Schlossturm und werden mit einem wunderbaren Blick auf den Bodensee, die Alpen, auf das hügelige Umland und den historischen Ortskern mit kleinem Hafen belohnt. Wir flanieren noch etwas an der Uferpromenade entlang, bevor wir uns auf den Weg zum nahe - gelegenen Apfelhof der Familie Wocher machen.

Knackige Versuchung

Der Apfel in all seiner Vielfalt steht im Fokus der Apfelwochen am Bodensee, die dieses Jahr vom 21. September bis 13. Oktober stattfinden. Dabei dreht sich alles um die frischen, knackigen Vitaminspender. Ob Hofladen, Besenwirtschaft, Vesperstube, uriges Gasthaus oder gehobenes Restaurant – alle präsentieren auf verschiedene Art und Weise ihren Bodensee-Apfel.
Wir stehen inmitten der weitläufigen Plantage von Caroline und Roman Wocher. „Jeden Herbst verwandelt sich der Bodensee in ein wahres Apfelparadies und überall riecht es nach den leckeren Früchten“, erzählt uns Roman. Auf seinem Hof wird gepflückt, gemostet und verarbeitet. Stolz führt er uns über sein Anwesen. Äpfel, so weit das Auge reicht. Bereits seit acht Uhr sind die Erntehelfer bei der Arbeit und noch einige Stunden liegen vor ihnen. Die Erntezeit dauert von Anfang September bis 1. November. „Perfekte Äpfel haben einen Stiel und eine makellose Schale“, erklärt uns der Plantagenbesitzer. „Die süßen Früchte sind empfindlich und der Handel verlangt einwandfreie Ware. Apfelernte ist Handarbeit, da heißt es aufpassen“, weiß er weiter zu berichten. Der Trend, so Wocher, gehe weg vom Rot, hin zur Zweifarbigkeit: Rot-Gelb oder Rot-Grün. Selbstverständlich lassen wir es uns nicht nehmen, die roten Früchte direkt vom Baum zu probieren. Saftig-süß mit etwas feinsäuerlichem Aroma präsentiert sich uns die Sorte Jonagold. Sie schmecken einfach köstlich! Im Hofladen von Familie Wocher dürfen wir noch weitere Apfelsorten kosten: Gala Royal, Golden Delicious, Idared, Barbarossa, Ladina, Sirius und Topaz. Wir probieren die getrockneten Apfelringe, die Caroline macht, und genießen den frischen Apfelsaft dazu. Darüber hinaus kann man im Hofladen selbst gemachte Marmelade, Schinken, Honig und Schnaps erwerben. Die Wochers bieten mit Voranmeldung geführte Touren durch ihre Obstanlagen mit anschließender Verköstigung an.

Jährlich werden über 250 000 Tonnen Äpfel auf 7 000 Hektar Anbaufläche in der deutschen Bodensee - region geerntet

Durch die Apfelplantage der Familie Wocher


Roman und Caroline Wocher


Eine Fahrt mit dem Rheinbähnle ist ein unvergessliches Erlebnis


Lebendige Geschichte

Heute führt uns der Weg nach Lustenau in Österreich zum Museum und Rheinbähnle „Rhein-Schauen“. Angelika Peschke vermittelt uns bei der Führung Interessantes über die Geschichte, zur Gegenwart und Zukunft am Alpenrhein. Anschaulich dargestellt anhand von Modellen, Plänen, Fotos und Dokumenten. Im Werkhof gibt es Technik zum Anfassen und Geschichte wird spannend und lebendig dargestellt. Dampfend und zischend wartet es schon im Werkhof darauf, dass wir einsteigen – das „Rheinbähnle“, einst zum Bau der Rheinregulierung eingesetzt. Als Rheinregulierung wird die an der Grenze zwischen Österreich und der Schweiz durchgeführte Flussbegradigung des Alpenrheins zu Beginn des 20. Jahrhunderts bezeichnet. Diese Maßnahme war Voraussetzung für die Schiffbarmachung des Rheins hinauf bis Basel, die 1907 begonnen wurde.

Mit Volldampf voraus

Mit der alten Dampflokomotive und ihren roten Waggons ruckeln wir durch das idyllische Naturschutzgebiet Rheindelta. Das Delta ist nicht nur für viele Vogelarten ein bedeutendes Rückzugsgebiet, mehr noch: Es ist eines der wichtigsten Vogelschutzgebiete der Region. Wir erleben außergewöhnliche Ausblicke in eine traumhafte schöne Landschaft: ein Dschungel aus Schilf, Wiesen, alten knorrigen Weiden, und mitten hindurch fließt idyllisch der Alte Rhein. Die etwa 30-minütige Fahrt bringt uns zur Schiffsanlegestelle am Lustenauer Rheindamm.

Mit seinen Halbinseln, Buchten und Feuchtgebieten ist das Rheindelta einzigartig schön


Das Rheindelta ist ein Traum für jeden Naturfreund


Der Schaufelraddampfer „Hohentwiel“ ist das älteste Passagierschiff des Bodensees


Erhaben liegt sie am Ufer – die „Hohentwiel“, der letzte erhaltene historische Schaufelraddampfer auf dem Bodensee. Weiße Sonnensegel, Mahagoni-, Teak-, Kirschbaumholz und glänzendes Messing erinnern an eine pompöse Zeit. Es sind wahrliche Meisterwerke des Jugendstils. Wir fühlen uns in eine andere Zeit zurückversetzt. Das Schiff strahlt eine vornehme Eleganz aus, besonders in den Salons. Mittendrin die mächtige historische Dampf maschine mit ihren 950 PS, die alle Blicke auf sich zieht. Polierte, glänzende Pleuelstangen, Hebel, Kurbeln und Ventile bewegen sich um die Wette. Hinter den Bullaugen erspähen wir die gewaltigen, rot lackierten Schaufelräder, die sich auf beiden Seite des Maschinenraums ununterbrochen im Wasser drehen. In der Küche von Heino Huber sind die Arbeiten für unser Menü schon in vollem Gange. Mit ihm hat auf dem Schiff ein „Hauben-Koch“ Einzug gehalten. Bereits seit 2011 verwöhnt er die Gäste mit seiner kulinarischen Kreativität. Mit dem Wissen, dass hier bereits König Wilhelm II. von Württemberg mit Graf Zeppelin speiste, fühlen auch wir uns ein wenig geadelt.

Alles im Blick, das große Steuerrad fest im Griff, steuert Kapitän Adolf Franz Konstatzky mit seiner Crew mit unglaublicher Genauigkeit und Instrumenten aus einer längst vergangenen Zeit über den schönen Bodensee. Nach einer etwa zweistündigen Fahrt legen wir wieder an der Anlegestelle an und das „Bähnle“ bringt uns zurück nach Lustenau. Die Region um den Bodensee ist beeindruckend und vielseitig und wir haben noch lange nicht alles entdeckt. Für den nächsten Besuch haben wir uns Konstanz, Überlingen, die Insel Mainau, Friedrichshafen und Bregenz vorgenommen. Ein erholsamer Kurzurlaub geht zu Ende und wir können sagen: Urlaub im Ländle kann so schön sein!

Der Bodensee bietet hervorragende Eigenschaften für Erholungs- und Aktivurlauber


Gut zu wissen

DerBodensee ist der größte See Deutschlands. Das Ufer gehört zu Deutschland, Österreich und der Schweiz. Er besteht aus zwei miteinander verbundenen Teilen, dem Untersee und dem Obersee. Rings um den See liegen zahlreiche sehenswerte Urlaubsorte.
www.bodensee.eu

Am 11. Januar 1913 lief die„Hohentwiel“ als das siebte Dampfschiff der Königlich Württembergischen Staatsbahnen vom Stapel. Ungefähr 20 Jahre lang lag sie stillgelegt und schrottreif im Hafen von Bregenz und diente ab 1963 dem Bregenzer Segelclub als Restaurant und Clubheim. Nach vielen Jahren der Restaurierung konnte das Dampfschiff 1990 erneut zur Jungfernfahrt auslaufen. Denjenigen, die gerne unvergessliche Stunden auf dem Bodensee verbringen möchten, bietet die Reederei von April bis Oktober eine Fülle an verschiedenen Fahrten an. Für eine ganz persönliche Kreuzfahrt kann das Schiff auch gechartert werden.
www.hohentwiel.com
Apfelhof undHotel Wochner www.seeperle.com
Rhein-Schauen: Das Museum ist von April bis Oktober, Do, Fr, Sa, So jeweils 13 bis 17:30 Uhr geöffnet. Fahrten mit der Elektro- oder Dampflok Do, Fr, Sa, So jeweils 15 Uhr.
www.rheinschauen.at