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REISE: Der Sonne entgegen


Reisemobil International - epaper ⋅ Ausgabe 11/2019 vom 11.10.2019

Mit dem Wohnmobil durch Südspanien – auf der Reise nach Marokko gibt es im südlichen Europa viel zu erleben. Keineswegs wird das Überwintern hier langweilig.


Südspanien

Artikelbild für den Artikel "REISE: Der Sonne entgegen" aus der Ausgabe 11/2019 von Reisemobil International. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Reisemobil International, Ausgabe 11/2019

Stellplatz mit Blick aufs Wasser: In Las Negras tummeln sich zwischen den Reisemobilen von der Stange auch einige Aussteiger mit ihren Eigenbauten.


Unübersehbar: Die Castillo de la Calahorra ist nicht immer geöffnet, ein Spaziergang durch den Ort und auf die Festung lohnt trotzdem. Von oben eröffnet sich ein weiter Blick über das karge Land.


Blauer Himmel, Frühlingstemperaturen und Orangenfelder – es ist das erste Mal, dass wir im Januar das ...

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... Wohnmobil aus der Halle holen. Wintercamping für Einsteiger: Unser Ziel sind nicht die schneebedeckten Alpen, unser Ziel ist der warme Süden.

Von Genua legt die Fähre in Barcelona an, und mit einem breiten Lachen ist uns sofort klar: Die Winterjacke können wir wegpacken. Wir fahren in Jeans und T-Shirt weiter bis Valencia – genau genommen bis Betera, einem kleinen Ort am Rand von Valencia. Wir bleiben ein paar Tage, spazieren durch Orangenplantagen und erleben die Vorbereitungen mit den farbenfrohen Trachten zu den Fallas, dem Frühlingsfest in Valencia.

Einen Großteil der Reise in den nächsten Wochen wollen wir freistehen, daher kaufen wir hier mit großen Händen Lebensmittel ein. Für die notwendige Energie sorgt eine Solaranlage auf dem Dach unseres Hymer. Die Kassettentoilette haben wir gegen eine Trockentoilette getauscht, die ungefähr im Wochenrhythmus gemeinsam mit dem Abwassertank geleert werden muss. Ein paar Tage später stehen wir am Ende der Landzunge La Manga – sie bildet mit dem Salzsee

Mar Menor ein malerisches Stück Land, das allerdings weitgehend dem Tourismus gewidmet ist und im Januar kaum Infrastruktur bietet. Eine Fläche auf einem vermeintlich offiziellen Stellplatz bekommen wir hier trotzdem nur mit etwas Glück, als unmittelbar vor uns jemand abreist. Die Straßen und Wege sind ruhig, auf den Palmen sitzen ein paar Mönchssittiche.

Facettenreiches Reisen: Orangenfelder mit reifen Früchten begleiten Urlauber während der gesamten Tour, es gibt jeden Tag frisch gepressten Saft. Rund 5.000 Menschen leben heute in Höhlen, die den Komfort einer Standardwohnung bieten. Die Spanier feiern gern und bereiten sich darauf vor – wie hier zu den Fallas in Betera.


Wir fahren weiter nach Süden und bleiben in Carboneras hängen. Der Ort liegt direkt am Mittelmeer. Am Strand und in den Gassen machen Leute Feuer und feiern. „It’s San Antonio day“, erklären sie uns. Für uns ist das Restaurant Chiringuito J. Mariano ein guter Ort zum Feiern, wir essen sehr guten Fisch und trinken Wein. Es ist zu gemütlich, und schnell ist klar: Unser Parkplatz in der Stadt ist der Stellplatz für diese Nacht.

Am Donnerstag wecken uns früh morgens gut gelaunte Menschen: Als wir den Vorhang zur Seite schieben, erkennen wir, dass wir mit unserem Reisemobil direkt am Markt stehen und rundherum Händler ihre Busse und Stände aufgestellt haben. Angeboten wird vom frischen Gemüse bis zu Kleidern und Schuhen alles, und nach einer Shoppingtour ziehen wir weiter.

Die Küste hier fasziniert uns, und im Camping Los Escullos checken wir wieder ein. Später sehen wir, dass es auch nette Stellplätze gibt. Egal – wir promenieren entlang der Küste, die sich durch bizarre Formen auszeichnet – hier gibt es die versteinerte Sanddüne Los Escullos.

Tatsächlich: Der ganze Küstenstreifen ist sehr schön. Wir schlängeln uns langsam vor, bis wir am Cabo de Gata in der Provinz Almería ankommen. In den Seen am Kap soll es sogar Flamingos geben, leider sehen wir aber keine. Das Wetter ist unfreundlich, aber es passt zu den wilden Klippen, die es hier gibt, und wir sehen mehrere Stellplätze, auf denen sich schon ein paar Reisemobilisten niedergelassen haben.

Auf einem der Stellplätze wird gerade am Vorgängermodell unseres Wohnmobils repariert. Wir gesellen uns dazu und genießen den wunderbaren Ausblick auf das Meer. Geweckt werden wir morgens vom Hupen – welch toller Service: Der Bäcker ist gekommen. Wir freuen uns, dass wir zum Morgenkaffee sogar frisches Gebäck bekommen.

Beeindruckend: Mihrāb in der Mezquita-Catedral de Córdoba mit einem Tor in den Gebetsraum, dazu der Glockenturm und der Orangengarten.

Prunkvoll: Patio de los leones, der Löwenhof in der Alhambra, war für die Privatresidenz des Sultans. Um den Hof herum liegen die Räume für die Frauen.


Vom Kap aus fahren wir weiter durch Tomatenplantagen in einem Meer aus Vinyltunneln soweit das Auge reicht, zwischendrin trostlose Blechbaracken der Arbeiter. In der Nähe von Nijar suchen wir uns einen Platz für die Nacht. Tags darauf gehen wir zur Fiesta de San Sebastián en Níjar. Eine Stunde lang zieht der Prozessionszug durch die engen Gassen, danach gibt’s noch ein Feuerwerk vor der Kirche.

Unweit von hier beginnt die Wüste von Tabernas. Sie beherbergt den Western-Themenpark „Mini Hollywood“. Teile des Films „Zwei glorreiche Halunken“ wurden hier gedreht. Mit Vorfreude lenken wir also unser Wohnmobil Richtung Wüste und pfeifen dabei die Musik von Ennio Morricone. Wir wollen früh da sein, vor den großen Touristenbussen. Und tatsächlich, als wir ankommen, steht noch kein einziger Bus da, Glück gehabt. Oder doch nicht? Enttäuscht stellen wir fest, dass Klein Hollywood in den Wintermonaten an normalen Arbeitstagen geschlossen ist.

Doch so schlimm ist es auch wieder nicht: Vor uns liegt das wohl schönste Stück Autobahn der gesamten Reise. Die A92 führt über Guadix nach Granada, doch bei Abla fahren wir ab und suchen uns einen Platz für die Nacht. Bei klarem Himmel sehen wir, wie sich die Sierra Nevada mit den schneebedeckten Bergen rot färbt. Sofort sind wir uns einig: Da wollen wir rauf.

Nachts kühlt es deutlich ab, der Ort liegt auf 862 Meter über NN. Wir merken, dass wir zwar ganz gut heizen, aber der Boden unseres Wohnmobils kalt abstrahlt. In einer der Ortschaften in den Bergen entdecken wir Schaumstoffmatten für Kleinkinder, die sich wie ein Puzzle zusammenstecken lassen. Wenig später sieht der Wohnmobilboden aus wie die Spielecke eines Kindergartens, und abends ist es deutlich wärmer im Wohnmobil. Gut so: Am nächsten Tag sind wir oben auf den schneebedeckten Bergen der Sierra Nevada und freuen uns – mit warmen Füßen – über den Blick in das herrliche Tal.

Von Guadix hören wir während der Reise zum ersten Mal und sind überrascht, dass hier 5.000 Menschen in Höhlen leben, den Cuevas de Guadix. Das Höhlenviertel, ganz in Ockerfarbe mit weißen Kaminen, wirkt wie aus einem Film. Bei einer Führung erfahren wir, dass es sich heute recht komfortabel in diesen Höhlen hausen lässt und manch felsige Unterkunft in guter Lage zu hohen Preisen gehandelt wird.

Unser nächstes Ziel ist Granada. Freunde hatten uns darauf aufmerksam gemacht, dass wir unbedingt ein paar Tage vorher die Karte für die Alhambra-Festung kaufen sollten. Online sehen wir, dass wir sogar die Uhrzeit fixieren müssen und ein Ticket am selben Tag verfallen kann.

Beliebtes Reiseziel: Die Landzunge von La Manga liegt schön und legt den Fokus auf Tourismus. Palmen und Wasser, schöne Gebäude und Boote wirken eben sehr einladend.


Schön anzuschauen: Der Weg zum Nijar Tower lohnt sich, er eröffnet einen weiten Blick auf den Ort, die Vinyltunnel bis zum Meer.


Kontrast: Der Weg zur Sierra Nevada führt durch Mandelfelder, aber auch in den Schnee.


Wie der Besuch dieses UNESCO-Weltkulturerbes gehört auch ein Abend mit Flamenco zu einem Aufenthalt in Granada. Wir haben großes Glück: Jeden Donnerstag steigt im Peña La Platería, einem der ältesten Flamenco-Vereine der Region, eine öffentliche Aufführung. Diese Woche steht Beatriz Rivero ab 22 Uhr mit einer hingebungsvollen Aufführung des traditionellen Tanzes auf der Bühne.

Die Straße weiter nach Córdoba ist vielbeschrieben als Route des Kalifates. Viele Orte haben Festungen, maurische Bauwerke und endlose Olivenfelder. Auch von Córdoba sind wir so begeistert, dass wir mehrere Tage bleiben.

Die Mezquita-Catedral de Córdoba besuchen wir frühmorgens und tauchen ein in die Geschichte Südspaniens. Den Puls der Stadt spüren wir vor allem spätabends, wenn die engen Gassen der Altstadt zu leben beginnen. In einem der vielen kleinen Restaurants probieren wir endlich Rabo de Toro (Ochsenschwanz), eine überaus leckere spanische Spezialität.

Von Córdoba geht’s nach Sevilla, hier wird es etwas wärmer. Für große Entdecker war die Stadt Ausgangspunkt zu ihrer Fahrt hinaus aufs Meer. Auch für uns ist es die letzte große Stadt, bevor wir nach Marokko übersetzen. Wir kaufen Lebensmittel und los geht’s: Wir wollen Marokko erkunden. Was wir dort erlebt haben, schildern wir in der nächsten Ausgabe von Reisemobil International.

Ganz schön ländlich: Gelegentlich müssen Urlauber die Straßen mit einer Ziegenherde teilen. Der staubige Weg bei San José erinnert eher an einen Westernfilm denn an moderne Zeiten.

MOBIL IN SÜDSPANIEN

Die Route führt vorwiegend durch Andalusien und ist Teil einer Reise bis nach Marokko. Während der Anreise haben die Autoren den gesamten Januar in Spanien verbracht und bei der Rückreise die zweite Märzhälfte. Diese Monate zählen zur Nebensaison mit allen Vorund Nachteilen. Während der gesamten Reise hat das Team keine negativen Erfahrungen mit Kriminalität gemacht.
Andalusien gilt als Sehnsuchtsziel vieler Reisemobilisten aus Deutschland. Sie möchten in diesem Teil Spaniens der Kälte entfliehen. Andalusien ist die meist bevölkerte, flächenmäßig zweitgrößte und südlichste Region des spanischen Festlandes. Sie wird im Südosten vom Mittelmeer (Costa del Sol) und im Südwesten vom Atlantik (Costa de la Luz) begrenzt und hat im Westen eine Grenze zu Portugal. Bei Tarifa sind es über die Straße von Gibraltar nur 14 Kilometer bis Afrika. Andalusien ist eine der ärmsten Regionen Spaniens und stark durch Landwirtschaft geprägt. Hier leben 8,5 Millionen Menschen, 96 pro Quadratkilometer (Deutschland: 230).

Fremdenverkehrsgemeinschaft Andalusiens: www.andalucia.org/de/,Blog der Autoren: www.hanblog.netSehenswert: Es gibt viele Feste über das ganze Jahr verteilt, in größeren Städten bekommen Besucher häufig Details zur gesamten Region.

■ Little Hollywood, Carretera nacional 340 a, Km. 464, Tabernas (Almería), Tel.: 0034/950/365236, www.oasysparquetematico.com
■ Cuevas de Guadix Cave Museum Center Interpretation, Plaza Del Padre Poveda, s/n, E-18500 Guadix, Granada, Tel.: 0034/958/665569, http://mcicuevasdeguadix.blogspot.com
■ Alhambra, Calle Real de la Alhambra, s/n, E-18009 Granada, Tel.: 0034/958/027971, www.alhambra-patronato.es
■ Mezquita-Catedral, Calle Cardenal Herrero, 1, 14003 Córdoba, Tel.: 0034/957/470512, https://mezquita-catedraldecordoba.es

Verkehrsregeln: Es gibt zwei Arten von Autobahnen: Die Autopistas (AP) sind mautpflichtig, die meist etwas älteren, aber gut ausgebauten Autovías (A) mautfrei. Höchstgeschwindigkeit inner-/außerorts/Autobahn: 50/80 (100)/120 km/h. Promillegrenze 0,5. Warnwesten-Pflicht.

Camping: Freies Stehen ist in Spanien generell verboten. Parken und Übernachten ohne Anzeichen von Camping wird in der Nebensaison in Andalusien dennoch häufig geduldet. Es existieren jedoch auch eindeutige Verbotszonen, vor allem an Stränden. Wer sie missachtet, muss mit sehr hohen Bußgeldern rechnen. Wie in ganz Spanien gibt es viele kommunale, kostenfreie Stellplätze mit V/E, Areas Servicio de Autocaravanas. Info: www.areasac.es. Auch Campingplätze dienen sich flächendeckend an, viele sind ganzjährig geöffnet mit reduzierten Preisen im Winter. Eine Gasflasche aus Deutschland oder Österreich zu füllen oder zu wechseln ist in Spanien an nur wenigen Orten möglich, gelegentlich gibt es am Campingplatz eine spanische Flasche mit Adapter zu kaufen. Auf folgenden Campingplätzen haben die Autoren während der Tour übernachtet:Valencia Camper Park, Calle Universo s/n, E-46117 Bétera, Valencia, Tel.: 0034/960718 95, www.valenciacamperpark.comCamping Los Escullos, Paraje Los Escullos, s/n, E-4118 Almería, Tel.: 0034/950/389811, www.losesculloscabodegata.comCamping Reina Isabel, C / Laurel Queen, 15, E-18140 La Zubia, Granada, Tel.: 0034/958/590041, www.campingreinaisabel.comCamping Playa Tropicana, Camino de l‘atall s/n, E-12579 Alcossebre, Tel.: 0034/964/412463, www.campingplayatropicana.com