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REISE DRIVE TO DRIVE: SCHWEIZ: VÖLLIG ABGEFAHREN…


GOLF MAGAZIN - epaper ⋅ Ausgabe 110/2019 vom 21.10.2019

In Crans Montana findet jährlich das wohl optisch schönste und landschaftlich reizvollste Turnier der European Tour statt. Das haben wir zum Anlass für eineDrive-to-Drive -Geschichte durch die Schweiz genommen und in den Alpen atemberaubend schöne, aber auch vergängliche Golfplätze entdeckt


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Bildquelle: GOLF MAGAZIN, Ausgabe 110/2019

Der Golfclub Interlaken-Unterseen macht seinem Namen aller Ehre. An 15 Bahnen kann es schnell nass werden.


Zu den Bergen gehören natürlich auch die Serpentinen. Mit dem antrittsstarken und spurtreuen Porsche Cayenne Coupé Turbo macht selbst die kurvigste Strecke richtig viel Spaß.


Der Ortskern von Crans Montana ...

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... besticht mit dieser Aussicht. Hier ist die Vorfreude auf den Platz von Crans-sur-Sierre vorprogrammiert.


Eines der meistfotografierten Löcher der European Tour ist die siebte Bahn in Crans Montana.


Crans-sur-Sierre
Adresse: Rue du Prado 20, 3963 Crans-Montana, Schweiz
Internet: golfcrans.ch
Eröffnet: 18 Löcher 1924, neun weitere Löcher 1951
Architekten: Freemantie & Gedge (Redesign 1995 Severiano Ballesteros).
9 Löcher: Jack Nicklaus (Redesign 1986).
Greenfee: In der Hochsaison (27. Juli bis 29. September) 60 CHF. Nebensaison: 55 CHF. Nicklaus 45 CHF / 36 CHF.
Leihschläger: für 35 CHF verfügbar

Ein Schritt durch die Schiebetür des Hotels und die kalte, klare Luft schlägt mir ins Gesicht. Sie sorgt dafür, dass ich unwillkürlich tief einatme. Der Blick schweift an den über dem Dorfplatz aufgezogenen Schweizer Flaggen vorbei, die engen Gassen der Gemeinde Leukerbad entlang und hin zu dem Bergmassiv, das sich vor mir aufbaut – das 2.931 Meter hohe Daubenhorn. Ein Panorama, wie es in jedem Bildband über die Schweiz vorkommen könnte und in der Realität doch noch viel beeindruckender ist.

Es stellt ein Paradoxon dar, denn der Blick ist so vertraut, als hätte man jahrelang nichts anderes betrachtet, und ist doch absolut surreal und fremd. Als wäre es endlich gelungen, durch die abgegriffenen Seiten seines Lieblingsromans zu steigen und in die Welt des Protagonisten zu schlüpfen, so wie es einst Meggie und ihrem Vater Mo aus der Tintenwelt-Trilogie von Cornelia Funke gelungen ist. Es ist auch der Grund dafür, dass das Omega European Masters im nahegelegenen Crans Montana zu den beliebtesten und meistfotografierten Turnieren der European Tour zählt. Die Zufahrt nach Crans Montana erfolgt mit unserem Porsche Cayenne Coupé Turbo über die A9. 13 Kilometer lang schlängeln sich Serpentinen die Walliser Berge entlang, 1.000 Höhenmeter überwinden wir in dieser kurzen Zeit. Bei der Ankunft in dem Austragungsort der Skiweltmeisterschaften von 1987 fallen wir direkt auf. Allerdings nicht, weil wir einen Porsche fahren, denn die Dichte an Luxusautos ist nicht nur aufgrund des Co-Sponsoring des schwäbischen Autoherstellers beim European Masters sehr hoch. Der Grund für die Aufmerksamkeit ist die ungewöhnliche Farbe unseres Automobils, die den schönen Namen Lava-Orange (Foto rechts) trägt und selbst hier auffällt.

Jährlich wird das Omega European Masters in Crans Montana ausgetragen und lockt zahlreiche Weltstars in die Alpenidylle des Wallis.


Abenteuer Abschlag

In Crans Montana – und das wird bereits direkt hinter dem Ortsschild deutlich – ist man unter sich. Unaufgeregt, sympathisch und unaufdringlich. „Wir sind es gewohnt, berühmte Menschen zu sehen. Das interessiert hier niemanden, und deshalb kommen so viele bekannte Persönlichkeiten hierher“, erklärt mir Lynette, die auch Mitglied imGolf Club Crans-sur-Sierre ist und ein kleines Antiquitätengeschäft im 160 Kilometer entfernten Luzern betreibt, beim Mittagessen. Tatsächlich fällt auf, dass es hier kaum Ordner gibt, geschweige denn Personenschützer für die Spieler.

Keine Kulisse, sondern echte Schönheit: Leukerbad, in dem wir nicht die Einzigen mit einem Porsche waren.


Letztere mischen sich unter die Zuschauer, und es gibt niemanden, den es aus der Ruhe bringt, wenn plötzlich Lee Westwood neben ihm steht oder Rory McIlroy sich kurz nach seinem fulminanten Sieg beim FedEx-Cup in den USA entspannt den Weg durch das Public Villlage bahnt. Das wäre an den meisten anderen Austragungsorten sowohl der PGA wie auch der European Tour undenkbar. Diese Gelassenheit ist ein Grund dafür, dass sich Spieler wie Sergio Garcia und andere Prominente dauerhaft mit ihren Familien in Crans Montana niedergelassen haben. Man fällt eben nicht auf und hat seine Ruhe.

Not macht erfinderisch

Die Namensgebung der Plätze des Golf Clubs Crans-sur-Sierre folgt ebenfalls den höchsten Ansprüchen. Architekt der 18-Löcher-Anlage und damit des Austragungsortes des European Masters ist kein Geringerer als Severiano Ballesteros. Die auf der anderen Seite der kleinen Hauptstraße liegenden neun Bahnen, die bereits vier Mal zum schönsten 9-Löcher-Platz der Schweiz gekürt wurden, tragen die Handschrift – und den Namen – von Jack Nicklaus. Die Plätze fordern von geübten Spielern definitiv nicht alles, der Spaßfaktor ist allerdings selbst bei den Profis deutlich erkennbar. Kleinere Umbauarbeiten werden regelmäßig in Angriff genommen, um diesen Ansprüchen auch in Zukunft gerecht zu werden.

Das Cambrian ist ein cooles Hotel mit entsprechender Deko.


Im Cambrian Hotel Adelboden haben wir uns sehr wohlgefühlt. Die grandiose Aussicht ist immer inklusive.


Die Wanderung zu Europas höchstem Golfplatz führt unter anderem an diesem spektakulären Wasserfall vorbei. Da kann man mal seine Regenkleidung testen.


MountainGolf Engstligenalp
Adresse: Unter dem Birg, 3715 Adelboden, Schweiz
Internet: engstligenalp.ch
Architekt:
Platz: Europas höchstgelegner 18-Löcher „Pop-Up“-Golfplatz auf über 2.000 Metern Höhe.
Greenfee inklusive Bergbahnfahrt und Mineralwasser: 85 CHF
Leihschläger: Schläger und Sets können für 10 CHF geliehen werden.

Während in Crans Montana auf Weltklasse-Niveau gespielt wird, führt unsere Reise weiter zu Europas höchstgelegenem Golfplatz. Mit dem Autozug geht es durch den Lötschbergtunnel, einen der modernsten weltweit, ins 30 Kilometer entfernte Adelboden. Nur mit dem Auto würde die Fahrt viel, viel länger dauern; daran ändern auch die 550 PS unseres Porsche Cayenne Coupé Turbo nichts. Ein rassiges Vergnügen aber wäre die Serpentinen-Tour in jedem Fall; wir haben ja schon ein paar hinter uns.

Eine eher ungewöhnlicher Weg zum Golfplatz. Natürlich kann man auch die Seilbahn nehmen.


Also rauf auf den Zug; auch das klappt ohne Probleme, weil man (auch mit Hilfe der integrierten Kameras) schnell lernt, die großzügigen Dimensionen des Cayenne richtig einzuschätzen. Bei der Ankunft im Cambrian, einem Designhotel im Reich der 3.371 Adelbodener, sticht der tosende Wasserfall in die Augen und Ohren, an dessen Ursprung sich ein „Pop-Up-Golfplatz“ befindet; also einer mit begrenzter Halbwertzeit. Alljährlich öffnet hier, auf der Hochfläche der Engstligenalp und rund 2.000 Metern, für nur etwa einen Monat derMountainGolf-Platz .

Tradition wird in der Schweiz ja großgeschrieben, und oft ist man hier auf die Gemeinschaft angewiesen. So kam es, dass ein scheinbar irrwitziges Projekt, bei der auch das Cambrian mitgewirkt hat, in der Schaffung des 18-Löcher-Platzes resultierte. Dabei gab es ein großes Problem zu lösen, denn die Engstligenalp gehört im Sommer nicht nur den Kühen; die Hochfläche ist ein Naturschutzgebiet.

Das bedeutet, dass der Golfplatz grundsätzlich unsichtbar sein muss. Zum Glück war das kein Grund für die Initiatoren aufzugeben, schließlich ist man es in den Bergen gewohnt, mit widrigen Bedingungen bestmöglich umzugehen. So entstand die Idee für den zeitweiligen Golfplatz.

Der Golfclub Interlaken-Unterseen zeigte sich bei unserem Besuch von seinen besten Seiten: intelligentes Layout, bestens in Schuss.


Die Fairwaypflege wird hauptsächlich von den 500 Kühen, die dort im Sommer grasen, übernommen. Für Abschläge und Grüns werden Matten und Kunstrasen verwendet. Schon kann das Abenteuer GolfMountain starten. Vor und direkt nach der einmonatigen Saison gibt es von dem Platz keine Spur mehr. Diese Tatsache macht den Platz zu einem echten Geheimtipp, den selbst die Manager der umliegenden Clubs nicht immer kennen.

Das Wetter spielt immer mit

So oder so sollte man unbedingt die Öffnungszeiten prüfen. In diesem Jahr mussten der Alpabtrieb und damit die Eröffnung des Platzes witterungsbedingt um gut eine Woche verschoben werden, was uns um das Vergnügen brachte, die 18 Bahnen zu spielen. Das aber ist, neben der kuscheligen Unterkunft, ein weiterer Grund, nach Adelboden zurückzukehren. Apropos: Die Wettervorhersage in den Bergen ist ungefähr so zuverlässig wie die an der deutschen Nordseeküste, das wird bei unserem nächsten Stopp deutlich. Maximal 13 Grad und eine Regenwahrscheinlichkeit von 90 Prozent sagt mir die Wetter-App für den Tag voraus. Nicht unbedingt die besten Bedingungen zum Golfen. Wie so oft aber, wenn man eine Reise plant, gilt das Motto „es hilft nichts“.

Bergpanorama und wunderschöne Seen – so lässt es sich aushalten. Dass man vom Platz keinen direkten Blick auf den Thunersee hat, gerät schnell zur Nebensache.


Interlaken-Unterseen
Adresse: Estrada do Ludo, Almancil
Internet: interlakengolf.ch
Eröffnet: 1963
Architekt: Donald Harradine
Platz: Intelligente Bahnenführung plus Wasser an 15 der 18 Bahnen lassen keine Langeweile aufkommen
Greenfee: 130 CHF am Wochenende, 150 CHF für Mitglieder ausländischer Golfverbände
Leihschläger: inklusive Trolley für 50 CHF verfügbar.

So machen wir uns auf den Weg zumGolfclub Interlaken-Unterseen am Thunersee. Der große und entspannt zu beladende Kofferraum unseres Porsche Cayenne Coupé Turbo kommt uns gerade recht, denn so finden neben der Golf- und Fotoausrüstung auch alle weiteren Regen- und Schlechtwetterutensilien locker ihren Platz.

Bei unserer Ankunft sorgt bestes Kaiserwetter bereits vor dem ersten Abschlag dafür, dass eine Schicht nach der anderen weicht und das Outfit des Tages aus einem Rock, Polo-Shirt und Sonnenbrille besteht. Schaut man sich die Lage des Golfclubs Interlaken-Unterseen an, wird schnell klar, dass Wasser hier eine große Rolle spielt; in unserem Fall zum Glück weniger das von oben. Kurioserweise bietet sich allerdings kein direkter Blick auf den Thunersee, den größten See in der Schweiz, der in einem einzigen Kanton liegt. Dennoch: An 15 der 18 Bahnen fordern geschickt angelegte und und zum Teil natürliche Wasserhindernisse die Fähigkeiten eines jeden Golfers. Als wäre das nicht genug, sind die Bahnen des Platzes recht schmal, sodass auch kleinere Fehlschläge bestraft werden.

Der Golfclub Gstaad liegt in einem Naturschutzgebiet von „höchster nationaler Bedeutung“. Entsprechend umsichtig sollte man agieren.


Dem Spielspaß tut das keinen Abbruch, denn die Anlage besticht durch ihr Panorama und die gut durchdachte Bahnenführung. Verantwortlich dafür war der gerade im Alpenraum sehr bekannte und beliebte Architekt Donald Harradine. Die Überarbeitung der Grüns und Abschläge durch den schottischen Architekten John Chilver-Stainer zwischen 2003 und 2005 sorgen ebenfalls dafür, dass man sich in den Platz hineindenken muss und garantiert keine Langeweile aufkommt.

Wer in Gstaad ans Tee geht oder vom Fairway spielt, der braucht einen festen Stand …


… denn die Lage des Platzes bringt viele Hanglagen mit. Hinter dem Clubhaus verläuft die Gondel in eines der Skigebiete.


Gstaad-Saanenland
Adresse: Golfstrasse 4, 3777 Saanenmöser/ 421-3789 Gstaad, Schweiz
Internet: golfclubgstaad.ch
Eröffnet: 1959
Architekten: Donald Harradine / Peter Harradine
Platz: 18 Löcher Abenteuer-Bergplatz in sehr gutem Pflegezustand
Greenfee: 100 CHF / am Wochenende 120 CHF
Leihschläger: Verfügbar. Preis auf Anfrage.

Nach einer weiteren Nacht im Cambrian in Adelboden trägt uns der Porsche überaus bequem in den nächsten Promi-Ort. Gstaad! Die Formel-1-Größen Bernie Ecclestone und Fernando Alonso oder auch Oscar-Preisträger Jack Nicholson machen keinen Hehl aus ihrer Liebe zu dem kleinen Dorf. Da darf natürlich auch ein Golfplatz nicht fehlen. „Tiger Woods war auch schon hier. Leider nur für einen Winterurlaub mit der Familie. Aber wir sind stolz darauf, dass die Prominenten unsere Verschwiegenheit seit Jahren schätzen“, erklärt mir Ronnie Zimmermann, der Manager desGolfclubs Gstaad-Saanenland . „Wer hierher kommt, der möchte seine Ruhe. Keiner wusste, dass Tiger hier war, aber es dauerte keinen Tag nach seiner Ankunft in St.Moritz, ehe die Presse darüber berichtete“.

Wir sitzen im gemütlich-rustikalen Clubhaus, das weit über die Grenzen von Gstaad und auch unter Nichtgolfern für seine hervorragende Gastronomie bekannt ist. Hinter mir liegt bereits eine ereignisreiche Golfrunde. Warum? Fangen wir von vorne an. Die Anfahrt zum Golfclub Gstaad-Saanenland ist alles andere als normal, weil sie unter anderem quer über eine Skipiste und unter einer Gondelbahn hindurch führt. „Die ersten neun Löcher sind recht einfach, der Platz ist nicht wirklich lang. Aber die zweiten neun Bahnen sind sehr eng“, gibt mir Ronnie Zimmermann vor dem Start mit auf den Weg.

Der Lucerne Golf Club ist nur circa 10 Autominuten von der Innenstadt Luzerns entfernt. Von den Stadtgeräuschen ist hier allerdings nichts zu hören.


Lucerne Golf Club
Adresse: Dietschiberg, 6006 Luzern, Schweiz
Internet: golfclubluzern.ch
Eröffnet: 1903
Architekt:
Platz: Hochwertiger Golfplatz, der über Luzern thront. Spielerisch anspruchsvoll, aber fair gestaltet. Der Erholungsfaktor ist sehr hoch.
Greenfee: 180 CHF/ Wochenende 210 CHF (auf 3x jährlich beschränkt)
Leihschläger: für 50 CHF erhältlich

In der Vergangenheit hatte er sein Glück als Golfprofi versucht, von daher vertraue ich seinem Urteil und mache mich auf den Weg. Immer wieder ertappe ich mich bei folgendem Gedanken: „Wollte er mich veralbern?“ Denn auch die ersten neun Bahnen sind recht schmal und durch die Lage am Berg und auf 1.400 Metern Höhe alles andere als eben.

Das Hotel des Balances mit seiner malerischen Fasade profitiert von der traumhaften Lage direkt am Wasser.


Trotz der relativen Kürze des Platzes freue ich mich über die Herausforderungen und den extrem guten Zustand des Platzes. Am Ende sollte Ronnie aber Recht behalten. Was für mich zunächst schwer vorstellbar war, wird Realität. Die zweiten Neun sind extrem eng und lassen so gut wie keinen Platz für die geringste Ungenauigkeit. Gstaad-Saanenland ist ein sehenswerter Abenteuerspielplatz für Golfer, die auf Qualität nicht verzichten wollen. Sowohl auf als auch abseits des Platzes.

Fast wehmütig stimmt die gut zweistündige Fahrt im Anschluss an meine Runde in Richtung Luzern. Denn es bedeutet gleichzeitig, dass sich unsere Reise dem Ende zuneigt und wir die Bergidylle hinter uns lassen werden. Zu schön war das fast schon romantische Gefühl der Geborgenheit zwischen den Alpengipfeln. Doch direkt nach der Ankunft im Hotel des Balances ist davon nichts mehr übrig.

Die Geschichte des Gebäudes reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück und die malerische Fassade ist ein beliebtes Fotomotiv. Da das Hotel direkt am Ufer der Reuss liegt, die unweit in den Vierwaldstättersee mündet, habe ich gar das Glück, von meinem kleinen Balkon aus einen der exklusivsten Blicke über Luzern genießen zu können. Schon nach wenigen Minuten hat mich die Stadt in ihren Bann gezogen, und bevor es am nächsten Tag zumLucerne Golf Cub geht, unternehmen wir eine Entdeckungstour durch die Stadt. Die Geschichte Luzerns reicht bis ins Jahr 1200 zurück, und die weltberühmte Kappellbrücke, die Museggmauer und das Löwendenkmal sind nur eine kleine Auswahl an Sehenswürdigkeiten in der pittoresken Stadt.

In den Bergen ist es häufig etwas diesig. Doch das mindert die beeindruckende Aussicht keineswegs. Hier kommt garantiert Urlaubsfeeling auf.


Dank des absenkbaren Hecks kann man das Porsche Cayenne Coupé Turbo sehr bequem be- und entladen oder als Sitzbank nutzen.


Hoch über der Stadt trohnt indes der private Golfclub Luzern. Es überrascht nicht, dass man sich die Exklusivität, wie in vielen anderen Clubs in der Schweiz, noch leisten kann. Dennoch macht der Wandel des Golfsports selbst hier nicht Halt. Greenfeespieler dürfen den Platz nutzen und damit verbunden auch die ansonsten für Mitglieder vorbehaltene Gastronomie. Eine gewisse Öffnung ist zum Glück auch hier nicht aufzuhalten, wenn auch Wert darauf gelegt wird, dass es auch in Zukunft ein weitestgehend privater Club bleibt.

Dennoch kann ich Ihnen einen Besuch und eine Runde hier nur empfehlen. Immer wieder bleibe ich zwischen den Bahnen stehen, ohne jemanden aufzuhalten, und genieße die Aussicht und die absolute Ruhe auf dem Platz, der sehr fair und interessant gestaltet ist. Die Mitglieder, die mir begegnen, sind freundlich und rücksichtsvoll. Mehr Entschleunigung als hier geht nicht.

Mein Eindruck aus den vergangenen Tagen verstärkt und bestätigt sich auch in Luzern. Bei allem Luxus, und der ist in der Schweiz nahezu allgegenwärtig, wird man davon nicht bedrängt. Die für deutsche Verhältnisse horrenden Preise sind nicht zu leugnen, doch die Weltoffenheit und Gastfreundlichkeit sind Gründe genug für mich, die Reise in dieses außergewöhnliche Land zu empfehlen.

Nach einer erreignisreichen Woche geht es schließlich mit unserem Porsche zurück nach Deutschland. Kurz bevor sich die Autotüre schließt, atme ich noch einmal tief ein und genieße die kühle Bergluft, die meine Lungen durchströmt. Ein Geruch, der jetzt noch im Gedächtnis ist und die Vorfreude auf das nächste Mal steigert.

Die Schweiz, wie sie im Bilder-Buche steht. Die Stadt Luzern liegt direkt am Vierwaldstättersee und besticht mit grandiosen Panoramen.



FOTOS. STEFAN HEIGL

FOTOS: STEFAN HEIGL, ARCHIV

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KARTE: ALPHABETA