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REISE: Ein Sommer in der Provence


HÖRZU - epaper ⋅ Ausgabe 21/2018 vom 18.05.2018

Üppige Natur, verträumte Dörfer, beste Küche. Frankreichsleuchtender Süden lockt mit Lavendelduft und intensiven Farben


Artikelbild für den Artikel "REISE: Ein Sommer in der Provence" aus der Ausgabe 21/2018 von HÖRZU. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: HÖRZU, Ausgabe 21/2018

TRAUMHAFTE LAGE
Das malerische Saint-Paul-de-Vence oberhalb von Nizza inspirierte viele Künstler


ZUM BLEIBEN SCHÖN
Von Kanälen durchzogen ist die Altstadt von L’Isle-sur-la-Sorgue


DUFTENDES IDYLL
Die Abtei von Sénanque liegt inmitten von Lavendelfeldern


Den prächtigsten Thron hat sich Saint-Paul-de-Vence ausgesucht. Umschlungen von den starken Mauern einer Festungsanlage kuscheln die Häuser sich auf dem Plateau aneinander und blicken mit ihren Bewohnern auf das Glitzern von Meer und ...

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... Cote d’Azur und eine duftende Landschaft voller Zypressen, Wacholder und Palmen. Der Maler Marc Chagall lebte hier 20 Jahre, Matisse und Renoir waren Stammgäste. Einige ihrer Werke zeigt das moderne Kunstmuseum Fondation Maeght, dessen markante Architektur in spannendem Gegensatz zur mittelalterlichen Poesie des Orts steht. Im Skulpturenpark überraschen Plastiken von Picasso unter Pinien, während auf dem zentralen Dorfplatz tatsächlich ruhig und gemächlich Boule gespielt wird, trotz der zahlreichen Besucher ringsum.

Die Stimmung? Manchmalgeisterhaft

Andere Dörfer der Provence sitzen nicht auf dem Präsentierteller, sondern schmiegen sich an Hänge im felsigen Hinterland von Nizza und Marseille. Morgens hängt noch Nebel in den Pinien hinter den Häusern und taucht die Nachbargebäude in geisterhaftes Licht. Sobald sich der Vor-hang lichtet, beginnt das Vogelkonzert, der Himmel sattblau, alle Farben leuchten. Es ist dieses intensive, zum Strahlen bringende Licht, das Künstler in die Region gelockt hat. Van Gogh malte bei Arles, Cézanne am Montagne Sainte-Victoire, Picasso hatte bei Aix-en-Provence sein Atelier.

STEIL Als Tor zur Provence gilt die alte Römerstadt Sisteron. Die Gegend ist bei Sportfliegern beliebt


MALERISCH Die Ockerfelsen von Roussillon waren schon bei den Höhlenmalern der Steinzeit beliebt


PITTORESK Im Bilderbuchdorf Gordes läuft man durch Gassen, die mit Kieselsteinen gepflastert sind


Das Leben istlavendelblau

Eine Farbe sticht besonders hervor, zumindest in den Sommermonaten: Lavendel prägt das Bild der malerischsten Region Frankreichs gleich am Eingangstor zur Provence im Departement Vaucluse entlang der Rhone. Wer sich wundert, weshalb sein Lavendel nicht auch so hübsch rund wächst: Meist handelt es sich bei den ordentlichen Buschreihen um Lavandin, eine leichter zu kultivierende und ertragreichere Kreuzung. In den Bergen aber wächst weiterhin der echte Lavendel, Lavandula angustifolia, ab etwa 700 Metern Höhe. Er ist der Grund, weshalb die Luft hier oben noch besser duftet als in der Ebene. In einem kleinen Tal bei Gordes liegt inmitten üppiger Lavendelfelder das Zisterzienserkloster Abbaye de Sénanque, verströmt Ruhe mit ätherischen Aromen und bezaubert Maler und Fotografen.

Gordes selber gehört zu den meistbesuchten und hübschesten Orten der Provence. Ockerfarbene Häuser ziehen sich pittoresk zum Renaissanceschloss empor, die Wege sind mit Kieseln gepflastert und gesäumt von Trockensteinmauern.

In der Nähe ein weiteres Ziel für alle Malenden: die Ockerbrüche von Roussillon. Aus dem hoch gelegenen Dorf stammt die Ursubstanz für jeden Malkasten, schon die Steinzeitmenschen nutzten die sanftgelben Pigmente zum Kolorieren ihrer Felsenzeichnungen. Die Chauvet-Höhle bei Vallon-Pont-d’Arc, als Nachbildung zu besichtigen, entführt in diese ganz andere Zeit.

PureWeite, wohltuende Ruhe

Der sanft schwingende Bergzug des Luberon bildet das Herz der Provence – und versteckt weitere verträumte Dörfer. Die Landschaft: karg und wild, aber auch idyllisch und voll fruchtbarer Taleinschnitte. Romantische Ruinen prägen Oppède-le-Vieux, das seit den 1970er-Jahren Haus für Haus wieder instand gesetzt wird, meist von Kreativen mit Zweitwohnsitz. Ménerbes hat sich von seiner schockartigen Berühmtheit erholt – durch den Bestseller „Mein Jahr in der Provence“ von Peter Mayle war es zwischendurch zu voll geworden. Der 400-Seelen-Weiler Lacoste lockt mit seiner Burgruine des Adelsgeschlechts de Sade, in der Modemacher Pierre Cardin ein gut besuchtes Sommerfestival betreibt: festivaldelacoste.com.

Auf beschilderten Pfaden kann man dann wieder tagelang durch menschenleere Landschaft wandern. Ein Radrundweg führt neuerdings durch den gesamten Naturpark, vom Städtchen Cavaillon, das in ganz Frankreich für seine Melonen bekannt ist, zu den Obstplantagen der Provinzhauptstadt Apt, die die Rohware für die berühmten kandierten Früchte liefern.

ORANGE Der Triumphbogen von Orange ist eine der vielen antiken Hinterlassenschaften der Römer


Genuss gehört in der Provence zur Landschaft. Geschmackvolle Souvenirs sind Lavendelhonig, in Weinblättern gereifter Ziegenkäse, Olivenöl, Konfitüren und Pasteten. Weinproben im weltbekannten Gebiet von Chateauneuf-du-Pape und Gigondas bleiben ebenfalls nicht ohne Mitnahmeeffekt. In der Boulangerie sind die Baguettes so knusprig, wie man es erwartet, wir holen noch eine Pastete und ein paar Stücke Käse und setzen uns auf ein Mäuerchen in Les Baux-de-Provence, das viele für das schönste Dorf Frankreichs halten. Zumindest hat es die majestätischste Burgruine des Landes, hoch auf einem Felsen. Richtig lecker wird es aber auf den Wochenmärkten. Zu den schönsten gehört freitags der von Carpentras, eine Institution für Feinschmecker und Blumenliebhaber mit den besten Trüffeln und den meisten Salamisorten. Aus dieser Gegend stammen die besten Erdbeeren, Trauben und Kirschen Frankreichs. Man kann natürlich auch gleich in der Nähe essen gehen in einem der hervorragenden Restaurants.

Köstliche Rezeptklassiker der französischen Küche stammen aus der Provence, etwa die Fischsuppe Bouillabaisse oder der Gemüseeintopf Ratatouille. Berühmt ist das Lamm aus Sisteron, überaus fein mit Johannisbeer-Lavendel-Sauce. Aber auch einfaches Schwein schmeckt, gewürzt mit viel Thymian, Rosmarin, Lorbeer, Oregano, nach Provence. Was fehlt? Zum Abschluss: ein Lavendeleis.

Provence entdecken und genießen

RUNDREISE Eine 13-tägige Studienreise mit dem Bus zu den Kunststädten der Provence zwischen Orange und Aix-en-Provence bietet Studiosus Reisen, ab 2365 Euro p. P., studiosus.com

ANREISE Direktflüge nach Nizza von verschiedenen deutschen Städten, etwa von Berlin mit Easyjet ab 120 Euro oder nach Marseille etwa von München ab 220 Euro, Mietwagen 1 Woche ab 200 Euro, z. B. europcar.de

INFOS Neuer Reiseführer: Ralf Nestmeyer, „Provence – Cote d’Azur“, Michael Müller Verlag, 696 Seiten, 26,90 Euro. Französisches Fremdenverkehrsbüro Atout France: de.france.fr Informationen zu verschiedensten weiteren Themen unter provence.de


FOTOS: S. 28-29: GETTY IMAGES (GR.), RACCANELLO/HUBER IMAGES, ZELEI/GETTY IMAGES; S. 30-31: GOTTSCHALK/ERNENS/GETTY IMAGES(3), BANKS/EIBEN/HUBER IMAGES (2); KARTE: HÖRZU