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REISE & ERLEBNIS: Auf UL-Tour in Namibia: Flugsafari


fliegermagazin - epaper ⋅ Ausgabe 40/2019 vom 28.03.2019

Über Wüsten und Gebirge fliegen, über weites, offenes Land, tief am Strand entlang und dann in Lodges und Zelten übernachten– das südliche Afrika bietet all das. Und zwar ziemlich unkompliziert, wenn man vor Ort den richtigen Service hat


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Bildquelle: fliegermagazin, Ausgabe 40/2019

Wie überm offenen Meer Die Namib ist die älteste und eine der unwirtlichsten Wüsten der Welt – bei gründlicher Vorbereitung aber sicher überfliegbar


Aufbruch Frühmorgens sind auf der Otjivero-Farm die ULs aus der Halle geholt worden. Die Rinderfarm der Familie Held ist Ausgangspunkt für Touren durch Namibia


Entspannt Jan Müller und Safetypilot Martin Funck in einer ...

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... südafrikanischen Cheetah. Das robuste Rohr- Tuch-Gerät hat sich im rauen Flugbetrieb bewährt


Die rotbraunen Dünenwellen der Namib- Wüste kontrastieren spektakulär mit der rauen, braun-grauen Felslandschaft jenseits der Schlucht. In ihr hielten sich während des Zweiten Weltkriegs zwei Deutsche zwei Jahre lang versteckt, um der Gefangennahme durch die Engländer zu entgehen. Wir genießen die spektakulären Eindrücke, sind nicht sehr hoch – und mir kommt der Gedanke: Was ist, wenn hier plötzlich der Motor streikt, selbst wenn wir 2000 Fuß höher wären? Hier landen? Kann das gesund sein? Und falls es gut ginge – was wäre mit Wasser, der nächtlichen Kälte, Funkkontakt? Aber es ist wie beim Essen: Man weiß, dass Joghurt und Gemüse gesünder sind, isst aber Rahmschnitzel mit Pommes. Und so fliegen wir einfach weiter – der Motor weiß ja nicht, wo er ist. Erleichtert bin ich dann doch, als wir die Küste erreichen und entlang des Strands Walvis Bay passieren. In Swakopmund landen wir fast zeitgleich mit Josef. Aber wo bleiben Jan und Martin?

Fast zehn Stunden waren wir mit dem Airliner nach Windhoek unterwegs gewesen. Mein Sohn Jan und ich wollten unseren Winter gegen den afrikanischen Sommer tauschen und in Namibia mit ULs auf Safari »gehen«.

Der ganze Tag liegt noch vor uns, als wir auf dem Flugplatz der namibischen Hauptstadt von Martin Funck herzlich begrüßt werden. Wir kennen uns aus Deutschland und von einer früheren Namibia-Reise. Mit seinem Auto fahren wir Richtung Osten zu unserem Base Camp, der Otjivero-Farm. Nach einer knappen Stunde taucht am Himmel ein kleines Flugzeug auf, zieht Kreise und verschwindet dann hinter einer Hügelkette. »Josef begrüßt uns, er erkennt uns am Anhänger«, lacht Martin. Wenig später halten wir vor einem kleinen Hangar auf der Rinderfarm von Josef Henkes Schwiegereltern Ruth und Ernst Held.


Hohe Temperaturen und starker Wind – anders als zuhause!


Wir sind da! Auf uns wartet eine zehntägige Flugsafari mit ULs, Touren über weites Land, Gebirge und Wüsten, low-level entlang der Küste, Landungen und Starts auf kleinen Staubpisten, übernachten in Lodges und Zelten, Lagerfeuer, kühles Bier und Sonnenuntergänge. Seit ich 1995 in Tansania am Rande des Ngorongoro-Kraters am Grab von Bernhard Grzimek und dessen Sohn Michael stand, der dort mit seiner Do 27 zu Tode kam, war Fliegen in Afrika ein Wunschtraum von mir. »Re-discover flying Namibia« haben Josef Henke und sein Bruder Thomas zum Motto ihres Unternehmens gemacht, mit dem sie Flugtouristen ihr Land näher bringen wollen.

Beim Frühstück stellt uns Josef die Teilnehmer vor: Ernst Viljoen aus Südafrika und Thomas werden uns mit dem Jeep begleiten. Bruce Cobitt ist Fluglehrer – dadurch können wir ohne Lizenzvalidierung mit unserer deutschen UL-Lizenz hier fliegen (siehe Kasten Seite 92). Martin kümmert sich um die Technik der Fluggeräte und fungiert als zweiter Safetypilot. Fotograf Karl Andre Terblanche wird alles dokumentieren. Jan und ich sind die einzigen Gäste. Später gesellt sich noch Neurath Botha dazu, ein Freund der Familien Henke und Held, der seine blaue Cheetah hier untergestellt hat und eine Farm 120 Kilometer nordwestlich von Windhoek besitzt. Er wird uns uns zwei Tage begleiten.

Gemeinsam einsam Auf südwestlichem Kurs sind die Crews von der Farm in Richtung Solitaire unterwegs – aus Sicherheitsgründen nicht allein


Doch erstmal wollen wir die ruhige Luft am Vormittag nutzen, um die Flugzeuge kennenzulernen. Es sind Cheetahs, in Südafrika gebaute Hochdecker mit 80- oder 100-PS-Rotax-Motoren und 560 Kilo MTOM. Vom Hangar rollen wir direkt auf die kleine, schmale Piste, die Josef neben der Farm angelegt hat. Langsam Power, Vollgas, und schon verschwinden die Farmhäuser unter uns, während sich vor uns das spärlich bewachsene, hügelige Hochland Zentralnamibias ausbreitet.

Zwei Tage vergehen mit Einweisung ins Funken, Wetterbriefing, Platzrunden drehen, aber auch mit Flügen über die Umgebung hinaus. Vor allem die hohen Temperaturen und der starke Wind stellen andere Anforderungen an Pilot und Maschine als bei uns. Die Flugplätze im Landesinneren liegen häufig auf zirka 4500 Fuß, und tagsüber kann es bis zu 35 Grad heiß sein. Daraus ergeben sich Dichtehöhen bis zu 8000 Fuß und starke Turbulenzen von spätvormittags bis in den späten Nachmittg hinein. Anders an der Küste; hier ist es kühler, dafür muss schnelle Nebelbildungen beachtet werden. Wir werden daher vorwiegend frühmorgens und abends fliegen. Dann ist auch das Licht zum Fotografieren am besten.

Westernatmosphäre Mitten im Nichts markieren anspielungsreiche Requisiten den Flugplatz von Solitaire, der auf einer sandigen Ebene liegt


Lange in fremder Hand Einst deutsche Kolonie, dann unter südafrikanischer Verwaltung – nach über hundert Jahren Fremdherrschaft wurde Namibia erst k 1990 unabhängig


Es ist noch dämmerig und ziemlich bewölkt, als wir am dritten Tag die Flugzeuge aus der Halle ziehen. Ich werde mit Bruce fliegen. Das Begleitfahrzeug mit Anhänger für die Campingausrüstung, Essen, Sprit und Werkzeug ist bereits auf dem Weg nach Solitaire, unserem Tagesziel am Rand der Namibwüste. In lockerer Formation passieren wir mit unseren vier ULs den Südrand der Kontrollzone des internationalen Flughafens Husea Kutako. Die Sonne im Rücken überfliegen wir anfangs sanft gewelltes, buschbedecktes Land; gelegentlich taucht eine Farm auf, wie helle Schlangen durchschneiden trockene Flusstäler (»Reviere«) mit grünem Saum das karge Land.

Wüstenstadt am Meer Der Flugplatz von Swakopmund ist aus der Luft gar nicht so leicht erkennbar


Grenzgebiet Auf der einen Seite Sand, auf der anderen Gestein – die Schlucht des Kuiseb-Flusses hindert die Wüste am Vordringen nach Norden


Südlich von Windhoek kreuzt unsere Route die Bundesstraße 1, die geradewegs nach Südafrika führt. Jetzt prägen die steilen und schroffen Ketten der Auasberge das Bild. Kleine Vulkankegel tauchen auf; die Farben wechseln zwischen grauen, beigen und rötlichen Tönen. Den Ort Rehoboth lassen wir südlich liegen.

Nach zwei Stunden ändert sich das Landschaftsbild radikal: An der sogenannten Großen Randstufe bricht das felsige Hochland mit einer fast 1000 Meter steilen Kante nach Westen zur namibischen Küstenregion ab. Wir überfliegen den 1780 Meter hohen Spreetshoogte- Pass, nehmen das Gas raus und lassen uns in die sandige Ebene hinunterfallen. Nach der Landung in Solitaire können wir fast bis an den Campingplatz rollen. Die Bodencrew ist bereits damit beschäftigt, die Zelte einzurichten, was schnell erledigt ist, und so wartet erstmal ein gemütliches Frühstück auf uns.

Magischer Moment Während eines Abendflugs von Solitaire aus werden Zebras aufgescheucht. Im Licht der tief stehenden Sonne wirft die Herde lange Schatten


MIT SAFETYPILOT ODER OHNE

Die deutsche UL-Lizenz oder der PPL(A) kann am Eros Airport in Windhoek bei einer Flugschule validiert werden. Wer das nicht möchte, fliegt eben von rechts und mit Safetypilot

Am nächsten Morgen fliegen wir über Sesriem hinein ins Sossusvlei, ein Tal, das sich nur etwa alle zehn Jahre mit Wasser füllt und nach kurzer Zeit wieder eine Salzpfanne zurücklässt. Über die Namib (wörtlich: »wo nichts ist«) führt der Kurs nach Nordosten zurück Richtung Solitaire. Unter uns erstreckt sich die älteste und eine der unwirtlichsten Wüsten überhaupt; hier gibt es die mit 300 Metern höchsten Sanddünen der Welt. Dieser Flug sollte sich als einer der beeindruckendsten unserer Reise erweisen.

Nach einem kurzen Frühstück geht’s erneut westlich Richtung Küste. Alle gehen davon aus, dass wir die Conception Bay ansteuern, um das Wrack der »Eduard Bohlen « zu suchen, die hier 1909 gestrandet ist. Doch dann gibt Bruce einen deutlich weiter nach Norden weisenden Kurs vor, zur Sandwich Bay. Na gut. Irgendwann sind wir allein. Manchmal nuschelt mein Safetypilot etwas in den Funk, das ich kaum verstehe, dann wieder schickt er Handymusik durchs Mikro und grinst. Das endlose Sandmeer unter uns zeigt ausgeprägte rote Wellenmuster, die zunächst streng parallel nord-südlich verlaufen und später in Küstennähe ihre Richtung und den Farbton ändern. Ein wunderbares Farben- und Wellenspiel! Eine Zeitlang folgen wir dem Kuiseb River. Eindrucksvoll hindert diese Schlucht seit Jahrmillionen die Sandwüste am weiteren Vordringen nach Norden.


Das Sandmeer zeigt Wellenmuster, in Küstennähe ändern sich Richtung und Farbton


Geschützt Löwen im Erindi Game Reserve, dem größten privaten Tierreservat Namibias. Die Schattenplätze sind begehrt


Shuttle Service In der Morgensonne sind die Piloten vom Erindi- Tierreservat zu ihren Flugzeugen gebracht worden. Geflogen wird meist morgens und gegen Abend – dann ist die Luft ruhiger


Nach der Namib und der Küste also Swakopmund. Irgendwann treffen auch Jan und Martin ein. Sie waren dem Kurs zur Conception Bay gefolgt. Im Funk hatten sie zwar etwas von »Sandwich …« mitbekommen, aber gedacht, Josef und Bruce unterhielten sich über das Mittagessen, statt über eine Kursänderung. So viel zu Funkqualität und Briefing.

Anderntags unternehmen wir einen Ausflug zur Spitzkoppe, einem markanten Granit-Inselberg, der mit seinen 1728 Metern die unmittelbare Umgebung um fast 700 Meter überragt. Zwei Nächte sind wir zu Gast bei Josef, der in Swakopmund ein Stadthaus hat, grillen frisch gefangene Hummer, und die Temperaturen erlauben es sogar, dass wir am Stadtstrand schwimmen gehen können. Normalerweise ist das wegen des sehr kalten Benguelastroms nicht sehr einladend.

Anderntags unternehmen wir einen Ausflug zur Spitzkoppe, einem markanten Granit-Inselberg, der mit seinen 1728 Metern die unmittelbare Umgebung um fast 700 Meter überragt. Zwei Nächte sind wir zu Gast bei Josef, der in Swakopmund ein Stadthaus hat, grillen frisch gefangene Hummer, und die Temperaturen erlauben es sogar, dass wir am Stadtstrand schwimmen gehen können. Normalerweise ist das wegen des sehr kalten Benguelastroms nicht sehr einladend.



Ein paar Platzrunden, dann Grillfleisch und Bier


In Uis, einem trostlosen kleinen Minenort östlich des Brandbergs, richten wir uns auf dem Campingplatz ein und essen im Café Cactus zu Mittag. Leider ist der große Pool außer Betrieb. Nach einem Besuch auf dem kleinen Friedhof, auf dem der Vater der Brüder Henke begraben ist, machen wir am Nachmittag eine Jeeptour zu einer Felsengruppe, in der Thomas uns Felszeichnungen von Löwen zeigt.

Am folgenden Vormittag drehen wir eine große Runde um den Brandberg, einem fast kreisrunden urgeschichtliches Massiv, an dessen Fuß sich die berühmtesten Felsmalereien des Landes finden. Die lange Mittagspause nutzen wir heute für ein Schläfchen oder zum Lesen.

Auf der Etappe zwischen Uis und dem Erindi Game Reserve, dem größten privaten Tierreservat Namibias, steigt das Gelände gemächlich um gute 700 Meter an. Am Ziel sind wir im Camp Elephant untergebracht, etwa 15 Kilometer entfernt von der Irindi Lodge. Jan und ich schließen uns am Nachmittag einem Gamedrive an, während der Rest der Truppe sich dem Luxus des totalen Nichtstuns hingibt.

Reisetipps & fliegerische Infos

Anreise Air Namibia und Condor bieten Direktflüge nach Windhoek.

Einreisedokumente EU-Bürger benötigen einen mindestens sechs Monate über den Rückreisetermin hinaus gültigen Reisepass mit zwei freien Seiten für Stempel. Kontrollieren, ob das eingestempelte Datum für den maximal 90-tägigen Aufenthalt stimmt!Geld Am Flughafen Bargeld wechseln oder mit Kredit-/EC-Karte am Geldautomat Namibia-Dollar abheben.

Impfungen/Gesundheit Vor Reiseantritt rechtzeitig Immunschutz für Tetanus sowie Hepatitis A und B kontrollieren. Bezüglich Malariaschutz individuelle Beratung durch einen Arzt einholen.

Infrastruktur Ausgangspunkt der hier beschriebenen Tour ist die Otjivero-Farm östlich von Windhoek. Handyempfang funktioniert, WLAN ist nutzbar (Euro-Steckeradapter Typ D und M mitbringen). Die Otjivero-Farm bietet Abholservice vom/zum Flughafen in Windhoek und organisiert auch Mietwagen. Kontakt: Alternative Travel, Thomas & Josef Henke, Farm Otjivero, Omitara, Telefon +264-81-36 35 603, E-Mail: travel@cyberiaspace.com,www.namfly.com

Lizenz-Validierung Von Piloten mit deutscher UL-Lizenz oder PPL(A) wird verlangt: einstündiger praktischer Flugtest mit Fluglehrer/Prüfer, Theorietest in namibischem Luftrecht, praktischer Funktest und Medical, das noch mindestens sechs Monate gültig ist. Mit Validierung, die ein Jahr gilt, darf man namibisch registrierte ULs (600 Kilo MTOM) fliegen. Die Validierung kann bei einer Flugschule am Eros Airport in Windhoek durchgeführt werden, etwa beim Windhoek Flight Training Centre,http://wftc.go.na .Die Dokumente über bestandenen Flugtest und Luftrecht sind dann an die Namibia Cicil Aviation Authority einzureichen (www.ncaa.com.na ). Ohne Validierung sind Flüge nur mit Safetypilot möglich.

Informationsquellen Die AIP gibt’s kostenlos auf www.ncaa.com.na, ein Flugplatzverzeichnis für das südliche Afrika bietet der Airfields Directory for Southern Africa von Aviation Direct,https://aviationdirect.co.za (enthält u.a. ein Branchenverzeichnis, Umrechnungstabellen, Hinweise zum Ausfüllen des Flugplans). Speziell für Namibia: Namibian Runway Directory,http://bit.ly/2XKMNON

Navigation Easy Cockpit von Aviation Direct (siehe oben) zeigt auch kleine Flugplätze und Farmpisten an.Wetter Easy Weather von Aviation Direct (siehe oben). Der South African Weather Service bietet Flugwetter aufhttp://aviation.weathersa.co.za .

Sicherheit Von der Otjivero-Farm aus wird mit mindestens zwei ULs geflogen, längere Touren begleitet ein Fahrzeug (für Gepäck, Sprit, Campingausrüstung etc.) mit Flugfunk. Bei Soloflügen ist ein PLB-Notsender sinnvoll. Die South African Search and Rescue Organisation (SASAR) ist rund um die Uhr erreichbar, Telefon +27-635 05 41 64, in Namibia unter +246-612 08 84 10. Hilfreich ist auch die Relaisfrequenz 126.9 MHz zu Airlinern über Afrika sowie die internationale Notfrequenz 121.5 MHz.
Martin Kroke

So macht Safari Spaß Piloten auf der Otjivero- Farm. Hier betreuen die Deutschen Thomas und Josef Henke ihre fliegenden Gäste


Monumental Die 1728 Meter hohe Spitzkoppe überragt ihre Umgebung um fast 700 Meter. Sie liegt nordöstlich von Swakopmund und gilt als Wahrzeichen Namibias


Ein Umweg nach Westen führt uns auf der weiteren Tour übers Erongo-Gebirge. Dazu steigen wir auf 5000 Fuß. Das kraterähnliche Gebirgsmassiv, dessen Mitte ein kleines rötliches Sandbecken bildet, wird von grünen Hügeln und zahlreichen »Revieren« umgeben. In Formation fliegend genießen wir es zu sehen, wie die anderen zwei Maschinen neben uns auf und ab tanzen.

Unser heutiges Ziel ist Neuraths Farm mit eigener 1000-Meter-Piste. Sie liegt malerisch am Fuß eines kleinen Hügels. Kurz nach unserer Landung kurvt er selbst mit einer Sling 4 ein. Seine Frau ist Tierärztin – mit dem schnellen viersitzigen Tiefdecker fliegt er sie gelegentlich zu ihren Kunden. Wir drehen noch ein paar Platzrunden, bevor wir auf der Terrasse bei Grillfleisch und Bier den Sonnenuntergang genießen.

Früh am nächsten Morgen verlassen wir diesen herrlichen Ort. Während Neurath nach Windhoek fliegt, steuern wir in die aufgehende Sonne hinein die Otjivero- Farm an. Dort ist die Freude groß, dass alle nach acht Tagen heil zurück sind. »Stunden nachdem Ihr abgeflogen seid«, sagt Josefs Schwiegervater, »gab es in der Region heftigste Gewitter und Regenfälle; aber hier bei uns ist davon nichts angekommen«. Eine gewisse Resignation ist dabei unüberhörbar. Der Hausherr erzählt uns viel über das Farmerleben und den Kampf gegen Regenmangel.

Der letzte Tag ist angebrochen, den Sonnenaufgang lassen wir uns nicht entgehen – noch mal fliegen! Wir ziehen die Cheetahs aus der Halle und starten zu einem Flug in die Umgebung der Farm. Im Westen reicht der Blick bis zu den Bergen um Windhoek, im Osten verliert er sich über der Grenze nach Botswana. Zwischen den kleinen, im Süden gelegenen Hügel hindurch kehren wir zurück, landen auf der holprigen »18« und rollen vor die Halle – das war’s.

Zum Abschied schenke ich Josefs Schwiegervater einen kleinen Baum, der nun vor den Schlafhütten hoffentlich gut gedeiht. Wie Luther (angeblich) schon meinte: ein Haus bauen, einen Sohn zeugen und einen Baum pflanzen. Mein Baum in Afrika.


KARTE: DEINZER GRAFIK