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REISE: HIGHWAY NO.1: Straße der Träume


HÖRZU - epaper ⋅ Ausgabe 9/2020 vom 21.02.2020

Hier ist der Weg das Ziel: auf der legendären Route unterwegs durch Kalifornien


Artikelbild für den Artikel "REISE: HIGHWAY NO.1: Straße der Träume" aus der Ausgabe 9/2020 von HÖRZU. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: HÖRZU, Ausgabe 9/2020

PANORAMABRÜCKE Die Bixby Bridge, ein Art-déco-Bau, gilt als Highlight in Big Sur


Man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Hinter jeder Kurve eine neue atemberaubende Kulisse: Grüne Berge stürzen steil ins Meer. Wilde Buchten, in denen sich die Brandung austobt. Und dieser unbeschreibliche Blick auf die unendliche Weite des Pazifiks. Plötzlich eine Brücke, die sich in einem weiten Bogen über einen Canyon spannt. Wo wir uns befinden, verrät ein grünes Schild am Straßenrand. Unter dem Schriftzug „California“ prangt eine ...

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... große weiße Eins: Es ist der Highway No. 1. Die vielleicht schönste Straße der Welt.

80 Meter hoch, aus Stahlbeton gefertigt: Die Bixby Bridge ist eines der bekanntesten Bauwerke dieser geschichtsträchtigen Straße. Oft nur zweispurig schlängelt sie sich rund 1050 Kilometer die kalifornische Küste entlang durch einsame Landschaften, schroffe Küstengebirge, vorbei an Badestränden, Wäldern, kleinen Fischerdörfern, aber auch durch große Städte. Zwischen San Francisco und Los Angeles befindet sich der spannendste Streckenabschnitt.

Los geht es in San Francisco. Die Golden Gate Bridge ist der ideale Startpunkt: das Goldene Tor zur Fahrt durch den Golden State. Denn am besten nimmt man die Nord-Süd-Route, so kann man schnell mal rechts anhalten für den intensiven Rundumblick. Da sind etwa die Surfer in der Half Moon Bay. Am Mavericks-Cliff türmen sich dort bei Sturm die Brecher über 20 Meter auf. Im hügeligen Hinterland gibt es Riesen anderer Art zu bestaunen: Im Big Basin Redwoods State Park ragen uralte Küstenmammutbäume in den Himmel, bis zu 100 Meter Höhe können sie erreichen. Wer’s noch spektakulärer mag, macht einen Abstecher zum Yosemite National Park. Er liegt rund 250 Kilometer östlich von San Francisco, ist aber jeden Kilometer wert. Hier im Mariposa Grove steht gleich ein ganzer Wald mit rund 500 Riesenmammutbäumen. Darunter der über 2500 Jahre alte mächtige „Grizzly Giant“.

WILDROMANTISCH Die Monterey-Halbinsel bietet viele schöne Strände und Buchten


GIGANTISCH Die Riesenmammutbäume im Yosemite National Park sind beeindruckend


Eine grandiose Berglandschaft erwartet den Besucher. Berühmt sind etwa der senkrecht abfallende Kletterfelsen „El Capitan“ und die Yosemite Falls. Mit einer Gesamthöhe von 740 Metern gehören sie zu den höchsten Wasserfällen der Welt. Aber Vorsicht: Die Wahrscheinlichkeit, dass einem auf den insgesamt 1500 Kilometern Wanderpfaden ein Schwarzbär über den Weg läuft, ist nicht gering. Zurück an der Küste muss man aber eher achtgeben, nicht über einen Seehund zu stolpern. Im Año Nuevo State Park liegen sie zahlreich am Strand. Im Winter kommen Tausende See-Elefanten hinzu, die das Areal in eine hitzige Balzarena verwandeln. Ruhiger geht es weiter südlich in Monterey zu, im 19. Jahrhundert kurzzeitig Hauptstadt von Kalifornien. Ihr hat Literaturnobelpreisträger John Steinbeck im Roman „Cannery Row“ 1945 ein Denkmal gesetzt. Damals war „Die Straße der Ölsardinen“ noch geprägt von Fischfabriken. Heute ist sie mit dem berühmten Monterey Bay Aquarium ein Touristenmagnet.

Auf der Weiterfahrt zum idyllischen Künstlerort Carmel-by-the-Sea, wo Hollywoodstar Clint Eastwood von 1986 bis 1988 Bürgermeister war, lohnt sich ein kleiner Umweg. Auf dem 17-Mile Drive, einer kostenpflichtigen Privatstraße, geht es vorbei an prächtigen Luxusvillen, den exklusivsten Golfplätzen Nordamerikas und der berühmten „Lone Cypress“. Diese Monterey-Zypresse thront seit über 250 Jahren auf ihrem Felsen über der tosenden Gischt.

Im Herzen von Big Sur

IDYLLISCH Windmühlen, Fachwerk, Bäckereien: die dänische Straße in Solvang nahe Santa Barbara


NOSTALGISCH Mit der Cable Car lassen sich die steilen Straßen San Franciscos auf traditionelle Weise bequem erklimmen


Schon befinden wir uns wieder auf dem Highway. Nur wenige Kilometer südlich von Carmel, gleich hinter der malerischen Halbinsel Point Lobos State Reserve, folgt ein landschaftliches Meisterwerk. Auf dem ungefähr 120 Kilometer langen Küstenabschnitt Big Sur wird die Windschutzscheibe zur Kinoleinwand. Keine Ortschaften, nur eine Handvoll Restaurants, dafür aber jede Menge phänomenaler Ausblicke. Eine Pause lohnt sich am Pfeiffer Beach im Herzen von Big Sur. Ein Bilderbuchstrand samt vorgelagertem Felsen mit bizarrem schlüssellochähnlichem Tunnel.

Symbol des Größenwahns

Kein Zweifel. Hier ist die Natur die Attraktion - mit wenigen Ausnahmen, etwa Bauwerken wie der erwähnten Bixby Bridge. Oder dem Hearst Castle bei San Simeon, einem Monument echten Größenwahns. 488 Meter über dem Ozean ließ sich der einstige Pressemogul William R. Hearst ein Fantasieschloss bauen, das antiken Tempeln und Palästen nachempfunden ist. Unweit davon kann man sich von den vielen Eindrücken im „Sea Chest Restaurant“ in Cambria erholen: bei frischem Fisch, auf einem Logenplatz über dem Ozean.

Allmählich rückt die Zivilisation wieder näher. Man kann das Flair von Los Angeles fast schon spüren. Doch zuvor lockt noch eine Kuriosität ins Hinterland: Solvang, eine 1911 von jütländischen Volksschullehrern gegründete Siedlung. Klein Dänemark unter Palmen mit Fachwerkhäusern und Windmühlen. Sogar Kopenhagens „Kleine Meerjungfrau“ fehlt nicht. Eine charmante Abwechslung, ehe man sich in Los Angeles wieder ganz dem American Way of Life hingibt.

UNTERWEGS auf dem Highway No. 1

FLUG Von Frankfurt am Main nach San Francisco, Hin- und Rückflug, nonstop, etwa mit Lufthansa ab 400 Euro, lufthansa.com

HOTEL „Glen Oaks Big Sur“, stilvolle Lodge mit mehreren Hütten, DZ ab 270 Euro, glenoaksbigsur.com. Und: „Big Sur Lodge“, Ranch-Reihenbungalows, DZ ab 180 Euro, bigsurlodge.com

MIETWAGEN Ab 180 Euro pro Woche ab San Francisco, alamo.de

PAUSCHALREISE 16-tägige Rundreise inkl. Flug, Frühstück, Stadtrundfahrten in San Francisco & Los Angeles, einschließlich Fahrt über die Route 66 und fünf Nationalparks; pro Person ab 1899 Euro. Buchbar über Telefon 02634/962 60 14 (Reisecode: R4W024) und globista.de

BUCHTIPP Volker Feser: „USA: Südwesten mit Kalifornien“, Michael Müller, 912 S., 29,90 €


FOTOS: S.32-33: SHUTTERSTOCK; S.34-35: SHUTTERSTOCK (2), SPENCER/GETTY IMAGES, ALAMY STOCK PHOTO